Schilddrüsen OP

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Beitrag von peffi 19.09.07 - 08:59 Uhr

Hi,

ist jemand an der Schilddrüse operiert ?
Weiß jemand, wie lange man im Krankenhaus bleibt und wie lange man hinterher krank geschrieben wird ?
Ich habe widersprüchliche Dinge gefunden: 3-4 Tage oder 5 Tage im KH und 5-7 Tage krank geschrieben.

Weiß jemand was und kann mir auch noch andere Dinge darüber berichten ?

LEG
Peffi

Beitrag von miau2 19.09.07 - 10:57 Uhr

Hi,
das hängt von vielen Dingen ab:

- Was du beruflich machst (körperlich anstrengend?)
- Deine "Ausgangsgesundheit"
- Der Grund für die OP, und vor allem der Umfang der OP (Entfernung von einem Knoten, einem (kleinen) Teil, der gesamten SD, warum Entfernung - evtl. Nachbehandlung über Radiojod-Therapie?)
- Dem Verlauf der OP (Komplikationen...)
- nicht zuletzt dem Krankenhaus und vielleicht sogar deinem Versicherungsstatus...Gerüchten zufolge bleiben Privatpatienten gerne etwas länger...

Ich kann nur für mich schreiben, bei folgender Situation:
Komplettentfernung der SD, Feststellung von einem pappillären Karzinom, Beschluss einer nachfolgenden Radiojod-Therapie, Komplikation bei der SD war der Totalausfall aller Nebenschilddrüsen, leider auf Dauer, und Problemen bei der Einstellung vom Calciumwert.

Im KH war ich nach der OP für 11 Tage. Aber nicht wegen der OP an sich, sondern wegen dem Calciumwert - der war einfach zu niedrig, um mich mit gutem Gewissen nach Hause zu entlassen, das Risiko von Krampfanfällen zu hoch. Ohne die Komplikation wäre ich spätestens nach einer Woche draußen gewesen, vermutlich früher, da schon wieder problemlos auf den Beinen.

Krankschreibung...bei mir war halt dann die erste RJT angesagt. Heißt, ich durfte keine SD-Hormone nehmen und bin natürlich schnell in eine massive Unterfunktion gerutscht. Als ich 3 Wochen nach der OP zur RJT angetanzt bin, hatte ich einen TSH-Wert von deutlich über 30, Unterfunktionen fangen bei Werten um die 3 an. Entsprechend habe ich mich gefühlt, arbeiten wäre natürlich unmöglich gewesen.

Nach der RJT, mit Beginn der Hormongabe, war ich noch eine Woche krankgeschrieben und bin dann wieder auf Arbeit gegangen. Also insgesamt 5 Wochen.

Ohne RJT und die dafür notwendige Unterfunktion wäre es vermutlich ca. 1 Woche nach der Op wieder gut genug gewesen zum arbeiten, bei einem Bürojob.

Pauschalangaben sind halt immer schwierig...im einfachsten, komplikationslosen Fall kenne ich auch Patienten (ohne Krebs), die wirklich nach 4 Tagen draußen und 5 weitere Tage später wieder im Büro waren. Andere Fälle, mit Krebs und zusätzlichen Problemen bei der Hormoneinstellung haben dafür dann deutlich länger als meiner gedauert.

Wie gesagt, das hängt von unheimlich vielen Faktoren ab, noch mehr als bei vielen anderen OPs, weil halt danach die Hormoneinstellung kommt.

Viele Grüße und alles Gute,
Miau2

Beitrag von foerstergeist 19.09.07 - 12:59 Uhr

Hallo,

meine Vorrednerin hat eigentlich schon recht ausführlich geschrieben.
Bei mir war es nicht ganz so lange, obwohl ich auch einen bösartigen Knoten hatte.
Ich war von Dienstag bis Samstag im KH, also 5 Tage.
Danach war ich dann 4 Wochen krankgeschrieben, aber ich denke, wenn es bei Dir kein bösartiger Knoten ist, keine Totalentfernung stattfindet und auch keine Nachbehandlung mehr notwendig ist, dann ist das mit 2-3 Wochen Krankschreibung erledigt.
Wichtig ist, dass Du operiert wirst und Du Dich dann erholst.

Worauf Du achten solltest, falls Du ein kleines Kind hast, dass Du Unterstützung hast, denn ich konnte meine Kleine tagelang nicht heben.

Viele Grüße und alles Gute
Andrea

Beitrag von lineslumpi 19.09.07 - 15:22 Uhr

Hallo Peffi!

Nachdem meine zwei Vorrednerinnen beide kompliziertere Dinge in Sachen Schilddrüse hatten, schreibe ich nun doch schnell.

Ich hatte einen nicht bösartigen kalten Knoten. Mir wurde nur der linke Teil der SD entfernt. Ich war genau 4 Tage im KKH. Danach noch 3 Tage krankgeschrieben. Habe einen Bürojob.

Heben ist nach der OP nicht zu empfehlen. Auch wegen schlechter Heilung und unschöner Narben.

Summasummarum war es ein Spaziergang zu dem was ich mir eigentlich in meiner Panik vorgestellt habe.

Wenn Du mehr wissen willst, sag Bescheid.

Gruß Bine

Beitrag von peffi 19.09.07 - 20:34 Uhr

Hi,

Was ihr da alles so schreibt, hört sich etwas grauselig an #schock

Also, ich habe schon lange eine Unterfunktion. Zuerst hatte ich nur Jod und seit ca. 7-9 Jahren bekam ich Thyronajod. 2003 die ersten Knoten in der SD. Dann war ich lange nicht mehr. Mein Hausarzt machte irgendwann, ich glaube, 2005 mal einen Ultraschall, meinte, die Knoten seien wie immer. Aber: ich habe seit sicher 4 Jahren Stimmungsschwankungen, die jetzt echt übermäßig geworden sind, ich habe Verdauungsprobleme, nehme sofort bei normaler Nahrungsaufnahme zu, meine Locken sind 2004 verschwunden und seit 2002 habe ich eine Rosazea im Gesicht, die auch nach 3 Hautärzten und einer Heilpraktikerin nicht verschwunden ist. Außerdem treffen noch einige andere Kleinigkeiten zu den Symptomen der Unterfunktion dazu. Nunja, habe dann beschlossen, doch nochmal zum Radiologen zu gehen und der meinte am Montag murmelnd beim Ultraschall "zu spät, zu spät". Blutuntersuchungen und Szinti wurden auch gemacht, aber die Ergebnisse habe ich noch nicht.
Meine Knoten sind größer geworden und von Zysten umringt. Ich habe eine Blutansammlung in der SD und Wasseransammlungen und der Doc meinte, er vermutet, laut Symptomen würde meine SD gar nicht mehr arbeiten und müsse bei den Wucherungen über kurz oder lang raus. #schwitz
Ich habe mir das schon gedacht, da meine Tante ihre SD nicht mehr hat, meine Mutter teiloperiert war und sonst auch alle entweder eine Unterfunktion oder Überfunktion haben.
Was ich halt sehr gut fand ist, daß der Spezialist mir sagte, ich solle mit meiner Tochter, 7 Jahre, jetzt dringend einen Bluttest machen und wenn der TSH Wert über 3 (oder wars unter ?) liegt, müsse sie Jod nehmen. Ihre SD solle nicht so enden wie meine, sagte er.

Ich arbeite in einer familienorientierten Wohngruppe im Schichtdienst mit Nachtbereitschaften. Die Kids sind zwischen 7 und 15 Jahre alt. Wäsche waschen, Kochen, Putzen, Hausaufgaben machen, trösten (die kleinen fallen viel) etc. halt wie zu Hause nur mit pädagogischem Großauftrag.
In wie weit ich da arbeiten kann, weiß ich nicht.
Ist für mich halt blöde, wenn ich krank bin, müssen die Kollegen ja mehr arbeiten.......

Ich hab echt Schiss.

LEG
Peffi

Beitrag von miau2 20.09.07 - 10:53 Uhr

Hi,
keine Panik. Die langen Ausfallzeiten z.B. bei mir kamen vor allem daher, weil ich Krebs hatte und nicht direkt mit der Hormongabe begonnen werden konnte. Und bei mir auch Komplikationen aufgetreten sind, die aber auch dank neuer Techniken immer seltener werden. Meine OP war wohl ein Jahr zu früh, ansonsten wäre es vielleicht (mit guter Chance) anders verlaufen.

Eine Total-OP ist natürlich mehr Aufwand als eine Teilentfernung. Aber sie hat auch Vorteile: komplett ohne SD gibt es nicht mehr so viel, was Hormonschwankungen verursachen kann. Ich habe von einigen gehört (und ich bin ja auch ein gutes Beispiel), dass die Einstellung mit Tabletten leichter ist, je weniger von der SD noch übrig ist.

Weil eben, bei konsequent gleichmäßiger Einmahme, dem Körper immer gleich viel Hormone zur Verfügung stehen, und es weniger Schwankungen durch die "Tagesform" gibt.

Klär auf Arbeit, in wie weit sich körperlich anstrengende Tätigkeiten (halt wie das Heben) vermeiden lassen anfangs. Wenn die Alternative Dein Totalausfall ist, kann man vielleicht mit den Kollegen eine vorübergehend andere Aufgabenverteilung vereinbaren. Denn gegen Kochen, Hausaufgaben betreuen.... etc. spricht nichts. Die meisten schmeißen schnell nach der OP wieder ihren Haushalt ohne Probleme, und wenn du schreibst, dass das nicht viel anders wäre, geht das doch vielleicht ohne lange Ausfallzeit.

Die eigentliche OP ist nicht schlimm. Ich hatte einen Tag lang ein paar Schmerzen, die sich aber prima mit einem Eisbeutel in den Griff bekommen ließen (lass dir unbedingt einen geben, wenn die nicht von alleine drauf kommen!). Das Unangenehmste war, dass der Kopf in einer recht unbequemen Haltung "festgeklebt" war, damit die Drainagen drin blieben - aber als die Drainagen am Tag 2 raus waren, die Pflaster alle ab waren (mein Arzt meinte, dass die OP-Wunde am besten an der frischen Luft heilen würde) und dann auch das Duschen erlaubt war ging es mir schlagartig besser.

Mach Dir nicht zu viele Sorgen. Du hast doch einige Probleme durch die SD, und daher gibt es doch immerhin den prima Ausblick, dass es dir danach vermutlich bald besser geht!

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von peffi 20.09.07 - 15:59 Uhr

Danke für Deine Antwort.
Ja, ich hoffe, daß die Probleme, die ich durch die SD habe, hinterher verschwinden, wage aber nicht zu hoffen, daß wirklich alles davon kommen sollte.
Nächste Woche werde ich erstmal zum Hausarzt gehen und mir den kompletten Bericht des Spezialisten erläutern lassen.
Meine Tante hatte auch SD-Krebs. Meine Oma Brustkrebs....

LEG
Peffi

Beitrag von dicke.mutti 20.09.07 - 16:06 Uhr

sooo und nun ich;-)

1999 liess ich mich operieren, weil ich nimmer konnte. ich war depressiv, nahm ohne ende zu, mir war immer kalt, war nicht mehr leistungsfähig und ständig müde, wurde nicht schwanger........könnte die liste noch erweitern;-)

ich bettelte um die op, der erste arzt lachte mich aus. nachdem ich bei einem spezialisten landete durfte ich am nächsten tag in die klinik und hatte immer noch zweifel, ob das nun richtig ist.

kam am nächsten tag unters messer(hatte natürlich alle notwendigen untersuchunngen HNO etc. schon hinter mir).

nach der op meine frage an den prof.dr..: "und wie wars, hat es sich gelohnt"? und er machte eine handbewegung, die bände sprach - mein gewebe war entzündet und wucherte schon bis zum brustbein#schock
und ich war froh, dass ich es hinter mir hatte und es war gar nicht schlimm. hatte im übrigen auch eine unterfunktion und ganz schön gelitten.
nur leider kam nach der untersuchung des gewebes eine andere diagnose heraus, von der ich inzwischen auch geheilt bin.

deshalb: lass es machen, es ist nicht schlimm, du fühlst dich besser. natürlich bist du die ersten 4 wochen hormonell erst einmal auf 0 und danach wirst du eingestellt und dir geht es langsam wieder besser.
ich war nicht lang in der klinik 4/5 tage, aber danach 4 wochen krank, hab nur geschlafen.

so, das war meine geschichte und nun wünsche ich dir viel glück, das wird schon!!

LG
Mutti

Beitrag von peffi 20.09.07 - 16:08 Uhr

Hi Mutti,

Danke !!
Das hilft mir wirklich, wenn es so viele gibt, die das schonmal machen haben lassen und mir soviel berichten können.

Schönen Nachmittag

LEG
Peffi