Hallo Zusammen,
ich spiele mit dem Gedanken, mich im kommenden Jahr als Outbound-Callmanagerin selbständig zu machen. Sprich: ich biete div. Leistungen rund um die Kaltakquise an (also etwas, was sonst keiner gern macht
). Jetzt meine Frage: kann ich mich damit auch als Freelancer selbständig machen oder brauche ich eine Gewerbeanmeldung? Als Freelancer wäre es natürlich ein bisschen einfacher ...
Gibt es hier jemanden, der sich damit auskennt und mir Rat geben kann??
LG von Simone
Selbständig machen mit Outboundverkaufsbüro - wichtige Frage!
Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.
Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.
Beitrag von doppelherz - 15.11.07 - 16:14 Uhr
Beitrag von miau2 - 15.11.07 - 16:26 Uhr
Hi,
ich weiß nur, dass die allermeisten Kaltaquisen verboten sind und die deutschen Gerichte endlich anfangen, vernünftige Strafen zu verhängen. Gerade 250.000 gegen einen großen Telefonanbieter (wobei den die 250.000 wohl auch nicht jucken, relativiert natürlich das "vernünftig" wieder).
Genau das ist ja der Grund, warum das so ungerne gemacht wird. Wobei es genügend Callcenter gibt, die das trotzdem gerne machen - und wenn nicht hier, dann im Ausland.
Bist du sicher, dass du DAS machen WILLST?
Nichts für ungut, ich gehöre zu denjenigen, denen die "Kaltaquise"-Anrufe so was von auf den Keks gehen
.
Viele Grüße und vielleicht antwortet ja noch jemand, der dir Deine Frage beantworten kann 
Miau2
Beitrag von bibuba1977 - 15.11.07 - 16:28 Uhr
Was die Kaltaquise angeht, schließe ich mich unabhängig von meiner anderen Antwort übrigens Miau2 an.
Ich drohe am Telefon immer damit, die Verbraucherzentrale zu informieren, wenn mich so jemand nervt.
LG
Barbara
Beitrag von doppelherz - 15.11.07 - 16:35 Uhr
Nochmal: ich mache B-to-B-Geschäft. Kein Angequatsche von Normalsterblichen 
LG von Simone - und danke für den Link!
Beitrag von doppelherz - 15.11.07 - 16:34 Uhr
Hallo Miau2,
ich mache keine Kaltakquise für Endverbaucher sondern im B-to-B-Geschäft. Das heißt, ich rufe nicht Lieschen Müller an, die daheim sitzt, sondern ich verkaufe Unternehmensleistungen an Unternehmen und das ist keineswegs verboten!
LG von Simone
Beitrag von doppelherz - 15.11.07 - 16:38 Uhr
Oh - und noch was: Ja, ich bin sicher, dass ich das machen will - ich mache es ja schon. Für meinen jetzigen Arbeitgeber.
Wie gesagt: Es ist das eine, irgendwelchen Endverbrauchern auf den Nerv zu gehen oder eben Unternehmensleistungen/Produkte von z.B. Werbeagenturen, Brauereien, Spiewarenfabriken etc. zu verkaufen. Ist wirklich ein himmelweiter Unterschied.
LG von Simone
Beitrag von miau2 - 15.11.07 - 17:08 Uhr
Na ja, aber dann ist das doch nichts, was niemand machen WILL? Warum denn auch, wenn es erlaubt und lukrativ ist?
Da z.B. Faxwerbung auch im B to B Bereich bestenfalls umstritten ist rechtlich, würde es mich wundern, wenn die telefonische Kaltaquise zweifelsfrei erlaubt ist. Nach allem, was ich darüber gehört habe ist es ein ziemlich weit verbreiteter Irrtum, dass im B to B praktisch alles an Werbeanrufen, -faxen, -mails erlaubt wäre.
Aber da wirst du dich ja abgesichert haben. Allerdings gingen mir auch im Büro die Anrufe ziemlich auf den Geist - und waren für mich eher Grund, mir einen anderen Dienstleister zu suchen, der mich nicht nervt
.
Nun gut, viel Erfolg!
Beitrag von doppelherz - 15.11.07 - 17:54 Uhr
Sorry, aber darf ich dich mal fragen, warum du so negativ bist? Ich habe hier eine ganz normale Frage gestellt und was passiert? Meine Geschäftsidee wird kritisiert, hinterfragt und so richtig schön ins Negative gezogen ...
Was soll das?
Ganz im Ernst - ich finde das ganz schön anmaßend und ärgerlich! Weder möchte ich von Leuten, die keine Ahnung haben, belehrt werden noch abkritisiert werden, nur weil ich ein Business gefunden habe, dass nur wenige wirklich gut anbieten!
Ja, diese Art der Akquise - so wie ich sie betreiben möchte - ist erlaubt, gang und gäbe, normal und wird landauflandab in dieser Art und Weise getätigt. Es ist immer die Frage, WIE man die Leute anspricht. Wenn man nervt, macht man es schon verkehrt.
Aber nichts für ungut ...
Beitrag von miau2 - 16.11.07 - 13:37 Uhr
Boah, reagierst du auch so agressiv, wenn jemand am Telefon nicht so begeistert von deinen Gechäftsvorschlägen ist? Ich war weder unhöflich noch habe ich keine Ahnung. Vielleicht hättest du einfach etwas detaillierter deine Geschäftsidee beschreiben sollen. Da annähernd 100% aller Menschen mit Telefonanschluß bereits negative Erfahrungen damit gemacht haben (B to C) und auch die allermeisten, die eine verantwortliche Position als Angestellte innehaben bereits ziemlich genervt sind von dieser Form der Werbung ist vielleicht verständlich, dass der Begriff "Kaltaquise" auf Leute, die wissen was das ist wie ein rotes Tuch wirkt.
Warum ich so negativ bin bezüglich derartiger "Kaltaquise" hat zwei gute Gründe:
- den einen habe ich dir bereits genannt. Es nervt ganz einfach, wenn man Arbeit zu erledigen hat und permanent durch aufdringliche Anrufer gestört wird, die sich leider auch nicht abwimmeln lassen - wenn man denn höflich bleibt. Die Bedeutung von "kein Interesse" kennen die nämlich nicht. Zumindest die nicht, die bei mir fast täglich angerufen haben. Und um einfach aufzulegen bin ich einfach zu gut erzogen, aber das ist natürlich mein Fehler.
Das du das natürlich anders machst und niemanden nervst hättest du vielleicht von Anfang an dazuschreiben können. Denn das IST dann wirklich eine NEUE Geschäfstidee, die ich noch nie erlebt habe.
- Für meinen ehemaligen Arbeitgeber sollte ich in verantwortlicher Position verschiedene Werbeaktionen durchführen. Übrigens ein Werbemittelgroßhändler, also 100% B to B. Ein Teil der Aktionen war ein Faxmailing. Und die Anrufe der empörten "potentiellen Kunden" kamen dann natürlich zu mir...denn was ich damals nicht wusste, war, dass diese Aktion schlicht und einfach verboten war. Und was ich ebenfalls damals (mit gerade 1 Jahr Berufserfahrung) nicht so richtig gewusst habe war, dass viele kleine Unternehmen keine getrennten Faxgeräte im Wohnbereich und im Büro haben. Viele dieser Menschen nutzen ihr Faxgerät im Wohnbereich geschäftlich. Und dass die nicht besonders glücklich über Werbefaxe waren, die nachts um 3:00 geschickt wurden (da war der Tarif günstiger) kann man sich vielleicht vorstellen.
Ja, mir ist klar, dass du nicht nachts um 3:00 anrufen wirst. Aber es war nur ein Beispiel dafür, dass allein die Tatsache, dass etwas "landauf landab üblich" ist absolut kein Beleg dafür ist, dass es auch erlaubt ist. Und dass ich mich bzgl. der Gesetzeslage nie wieder darauf verlasse, dass mein Chef Bescheid weiß UND mir die Wahrheit dazu sagt.
Bis dahin war ich wie die meisten Menschen, die ich kenne, davon ausgegangen, dass die Beschränkungen für derartige Aktionen ausschließlich für den Privatbereich gelten. Dem ist aber nicht so. Und es tut mir leid, wenn du im Gegensatz zu mir damals schon perfekt Bescheid weißt und dich angegriffen gefühlt hast - ich kenne aus meiner Fachrichtigung nur sehr, sehr wenige, die das wissen. Und noch weniger, die es dann auch beachten.
Ansonsten - wenn du in einem Diskussionsforum eine Frage stellst, und keine Diskussion darüber wünschst solltest du das vielleicht dazuschreiben.
Viele Grüße
Miau2
Beitrag von bibuba1977 - 15.11.07 - 16:26 Uhr
Hi Simone,
ich denke nicht, dass es da ne Möglichkeit gibt.
Kannst ja selbst mal schauen, ob das dann irgendwie auf dich zutreffen würde:
http://de.wikipedia.org/wiki/Freier_Beruf
LG
Barbara
Beitrag von sbecker - 15.11.07 - 18:05 Uhr
Hallo Simone,
also da es bereits diverse Firmen gibt, die das Calling anbieten, wirst Du leider um eine Gewerbeanmeldung nicht drumherum kommen...
Dienstleistungen wie das Calling gehören m.E. nicht in den Freistellungsbereich..
Beachte auch, das wenn Du z.B. einen Kunden hast, mit dem Du 60% oder mehr Deines Gesamtumsatzes machst, evtl Prüfungen in Bezug auf Scheinselbständigkeit kommen..
Mein Mann lief selber Gefahr der Scheinselbständigkeit und für seinen Bereich gibt es seit 2005 keine Freistellungen mehr, wir haben daher dann eine KG gegründet, da wir mitunter auch nur einen Grosskunden und ein paar Minikunden haben..
Die Idee find ich gut.. ich selber muss leider Kaltaquise machen und HASSE diese... auch im B2B Bereich... die Vorbereitungen dafür, wie Recherchen etc.. die mag ich.. ich bin auch redegewandt etc.. lacht.. aber ich hasse es halt, für unsere ADler die Termine zu holen.. mein Chef amüsiert sich darüber immer köstlich, da die Erfolgsquote schon superhoch ist..
Wir hatten auch bereits uns Angebote von diversen Firmen geholt, um diesen Part abzugeben, nur ist da die genannte Quote einfach zu niedrig für unsere Produkte, vor allem bei den Preisen...
Dir vieeeeeel Erfolg mit Deiner Idee, ich zieh meinen Hut..
und lass Dir von genervten Privatangerufenen nicht die Laune verderben.. das Calling im Privatbereich verboten ist, wissen wir alle.. und zuhause fratz ich die Anrufer auch an, oder ich nehm die mal spasseshalber auseinander (rhetorisch)..
Lieben Gruss
Mone
Beitrag von doppelherz - 15.11.07 - 18:12 Uhr
Hallo Mone,
ENDLICH mal eine freundliche, kompetente Antwort
... Tja, also dann werde ich mir wohl nächstes Jahr mal einen Termin beim Gewerbe- oder Arbeitsamt geben lassen, was? Ich denke, ich kann mich da wohl dann ganz gut informieren lassen.
Und was Kaltakquise angeht ... ich mag bzw. mochte es nun auch nicht für mein Leben gern - es ist aber eine echte Lücke, die nur wenige auf dem Markt gut ausfüllen und man kann ziemlich gut verdienen dabei. Ich hoffe sehr, dass ich Erfolg haben werde ... und naja ... wenn man erstmal drin ist im Telefonieren, machts auch Spaß
.
LG an dich von Simone
Beitrag von sbecker - 15.11.07 - 18:22 Uhr
Hi Du andere Simone, lach..
also ich versteh die genervten hier schon irgendwie, privat nervts mich ja auch... aber da ich halt dann teils die armen Lotterie-, Finanzdienstleistis- oder ähnliche mitunter auch mal mit ihrem eignen Fragenkatalog ärger.. seh ich es locker.. und seltsamerweise.. es ruft hier nix mehr an nachdem ich pro Branche mal einen etwas "gegeninterviewt" habe... schon witzig..
Aber zu Deinem Vorhaben.. wichtig ist die Gewerbeanmeldung.. dann Betriebsnummer/Steuernummer Finanzamt.. dann Guthabenkonto bei der Bank für das Gewerbe.. etc.. aber das wirst Du ja alles wissen..
Bei Fragen, meld Dich ruhig.. auch via VK
LG Mone
Beitrag von noblesse-oblige - 15.11.07 - 18:08 Uhr
Ich kann dir zwar deine Frage nicht beantworten, aber Mut zusprechen.
Ich habe lange in dem Bereich gearbeitet (als Angestellte) und es hat sehr viel Spaß gemacht!
Deine Geschäftsidee sollte man nicht mit den Werbeanrufen, die man als Privatperson bekommt, vergleichen.
Kaltakquise ist ein wichtiger Bestandteil der Kundenanwerbung. Und wenn du es richtig aufziehst, dann wirst du auch Erfolg haben. Du hast ja bereits Erfahrungen in dem Bereich sammeln können.
Lass dich nicht fertig machen, ich wünsche dir viel Erfolg!!
LG Lena
Beitrag von doppelherz - 15.11.07 - 18:15 Uhr
Vielen lieben Dank für dein Statement
. Ja, es ist schon ärgerlich, wenn Leute, die absolut KEINE Ahnung von dem Business haben, meinen einen runtermachen und belehren zu müssen ... Mal abgesehen von der Tatsache, dass es mir auch nicht um eine Bewertung meiner Idee ging
... Aber es gibt hier halt auch reichlich Menschen, die glauben, man wäre an ihrer Bewertung und Belehrung interessiert ....
LG an dich von Simone
Beitrag von noblesse-oblige - 15.11.07 - 18:19 Uhr
Gut, man könnte die Adressenbeschaffung kritisieren (ich habe meine Adressen von der IHK und Handwerkskammer gekauft).. Aber irgendwovon muss das Marketing ja leben
Ist doch alles ein Geben + Nehmen 
Lass dich nicht beirren, viel Erfolg!
LG Lena
Beitrag von doppelherz - 15.11.07 - 18:22 Uhr
Nein, soweit kommt es nicht
... Ich werde es einfach mal anpacken und weiterschauen. Und wenn es nicht klappt?? Herrje ... DAS ist kein Beinbruch, denn wenn ich "insolvent" gehe mit dem Job, ist es kein großer Verlust. Brauche ja nur ein Telefon, einen I-Net-Anschluss und einen Schreibtisch ....
VLG und Dank an dich von
Simone
Beitrag von seikon - 15.11.07 - 21:49 Uhr
@doppelherz
Ich denke nicht, dass dein Vorhaben hier kritisiert und ins negative gezogen wird, weil die Leute dir eins reinwürgen wollen.
Leider kommt es halt oft vor, dass jemand eine zündende Idee für eine Selbstständigkeit hat und dann doch damit scheitert. Oftmals kommt das eben daher, weil viele es "erst mal anpacken" und sich dann über Dinge informieren, wenn es zu spät ist. Einfach dieses in die Materie einarbeiten, was man im Vorfeld machen sollte, damit es später nicht zu unerwünschten Überraschungen kommt.
Gerade im Outbountbereich sind viele Kaltaquisen rechtlich nicht ganz unerheblich. Und auch im B to B Bereich kann man sich da relativ schnell eine sehr teure Abmahnung einfangen (Wettbewerbsrecht und so). Ich denke eher, dass die Leute hier einfach nicht wollen, dass du zu blauäugig an die Sache rangehst, und dann auf die Nase fällst.
Beitrag von doppelherz - 16.11.07 - 09:06 Uhr
Glaub mir, ich bin weder dumm, noch naiv oder unvorbereitet. BEVOR ich wirklich den Schritt in die Selbständigkeit angehe, werde ich mir professionellen Rat beim Arbeitsamt, dem Gewerbeamt und ggfs. noch einem Steuerberater einholen. Die Akquise, die ich betreiben möchte, ist in der deutschen Werbe- und Marketinglandschaft vollkommen normal, ja sogar zwingend dringend notwendig. Ich schicke keine aufdringlichen Werbefaxe oder arbeite mit irgendwelchen ominösen Rückrufaktionen, auch verunglimpfe ich keine Mitbewerber oder besorge mir auf merkwürdige Art und Weise Adressen ...
Ich bin seit einiger Zeit schon in diesem Geschäft tätig, habe meine Erfahrungen gesammelt und weiß schon in etwa, wo die Reise hingeht - lediglich die absoluten Crackpoints inkl. exakter Rechtsprechung auf der einen oder anderen Ebene muss ich noch klären. Jedoch bin ich nicht so ein himmelhochjauchzendes Schulmädchen, das heute eine Idee hat und die vielen lieben Urbianer braucht, um wachgerüttelt zu werden. Ein wenig bin ich halt schon in dem Geschäft zu Hause ...
Beitrag von doppelherz - 16.11.07 - 09:31 Uhr
Oh und noch etwas ... ich fühle mich deshalb ein wenig angesäuert, um es mal so ausdrücken, weil es hier absolut NICHT die Frage ist, welche Stolperfallen mich möglicherweise erwarten oder wie die rechtliche Grundlage aussieht. Es ging und geht mir lediglich um den Status Freelancer oder ob eine Gewerbeanmeldung Pflicht ist. Verstehst du also mein Problem?? Ist ja nett, dass es hier offenbar sooooo viele Profis aus meiner Branche gibt, da offenbar soooo viele exakt Bescheid wissen und mir sagen wollen, wo der Frosch seine Locken hat - aber das ist nicht wirklich das, was ich wissen wollte und ich finde es halt etwas unangebracht, mir unaufgefordert die Ecken & Kanten meiner Geschäftsidee bzw. meines Jobs aufzählen zu wollen.
LG
Simone
