Finanziell ruiniert durch Hauskauf (lang)

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Beitrag von 4581 - 16.11.07 - 21:37 Uhr

Hallo ihr Lieben!

Muss gerade mal meinen Frust los werden!

Zur Sache: Wir haben im März 07 bei einer Fertighausfirma einen Hausvertrag (Werkvertrag) unterschrieben! Lt. Verkäufer hieß es das falls die Finanzierung, die durch den Finanzpartner der Firma lief, scheitert, wir mit keinen Kosten ausser denen für den Architekten (ca. 1500 € lt. Verkäufer) zu rechnen hätten.

Da wir angeblich für die Beantragung öffentlicher Fördermittel zu viel Einkommen hatten, mussten wir auf den Elterngeldbescheid warten (war damals noch mit meinen Zwillingen schwanger). Das ganze hat jetzt gedauert bis letzten Monat. Der Finanz-Typ hat uns jetzt telefonisch mitgeteilt das die Finanzierung nicht funktioniert und vom Sachbearbeiter haben wir nun mitgeteilt bekommen das wir ca. 10 - 15 % des Kaufpreises bei Kündigung tragen müssten.

Tja, aber alle Kosten waren durch die Finanzierung (Vollfinanzierung) abgedeckt weil wir nun mal kein Eigenkapital haben und durch diese Kosten jetzt vor einer Verschuldung stehen.

Könnte mich vor lauter Dummheit in den hintern treten. Bin im Moment so Verzweifelt das mir seit 2 Tagen ständig die Tränen kommen...............

Sorry..............aber das musste mal raus

#heul

Beitrag von curleysue1981 - 16.11.07 - 21:58 Uhr

Hallo!

Sorry, aber warum unterschreibt ihr sowas, wenn ihr nicht sicher seit, ob ihr überhaupt ein Finanzierung bekommt? Selbst die 1500 Euro für den Architekten wären mir zu schade.

Wir haben aus den Gründen erst unterschrieben, als die Finanzierung stand. Zur 100% Finanzierung sag ich lieber nix, muss ja jeder selber wissen.

Gruß,
Kerstin

Beitrag von curleysue1981 - 16.11.07 - 22:02 Uhr

Da fällt mir noch was ein: Ich würde niemals die Finanzierung über die Baufirma oder deren Finanzabteilung laufen lassen. Habe da schon vieles an Ärger bei meinen Nachbran mitbekommen. Lieber unabhängig voneinander sowas planen und abschließen!

Erkundigt euch doch mal bei einer anderen Bank, z.B. DiBa,Baufinet, eure Hausbank.

Beitrag von 4581 - 16.11.07 - 23:04 Uhr

Weil es hieß das wir den Vertrag zur Beantragung der öffentlichen Förderung unterschreiben müssten und ohne die Förderung wäre die Finanzierung für uns eh nicht in Frage gekommen.

"....und Sie brauchen sich keine Gedanken machen, falls die Finanzierung nicht zu Stande kommt, brauchen sie auch außer dem Bauantrag nix zu zahlen!" (Aussage des Verkäufers)

Im Nachhinein wissen wir auch das es blauäugig war.....aber es ist wohl nicht mehr zu ändern.

Beitrag von terminor - 17.11.07 - 08:44 Uhr

Umgekehrt wird ein Schuh draus. Ihr müsst erst die öffentlichen Mittel beantragen und dann unterschreiben. Ansonsten geht die öffentliche Hand davon aus, dass Ihr auch ohne öffentliche Mittel die Finanzierung bestreitetn könnt.
ERst informieren, dann unterschreiben!!!

Beitrag von schokobine - 16.11.07 - 22:16 Uhr

>>das wir ca. 10 - 15 % des Kaufpreises bei Kündigung tragen müssten.<<

Habt ihr das unterschrieben? Ich meine, ist das Gegenstand des Werkvertrages? Wenn ja, habt ihr wenig Chancen da raus zu kommen. Wenn nicht, solltet ihr einen Anwalt einschalten, um zu klären, ob diese Forderung rechtens ist.

Viel Glück
Sabine

Beitrag von 4581 - 16.11.07 - 23:07 Uhr

Ja, ist Gegenstand des Werkvertrages. Damit sichert sich die Firma ab wenigstens Teile der Kosten zu gekommen.....


.... aber wie gesagt, sei wussten ja das wir wenig EK haben, mussten wir ja offen legen. Da hätte man wenigstens drauf hinweisen können das es teuer wird falls die Finanzierung nicht funktioniert...

Beitrag von meusemuckel - 17.11.07 - 09:18 Uhr

Na, wenn es im Vertrag steht, dann habt Ihr überhaupt keine Handhabe, drumherum zu kommen, wie habt Ihr Euch das denn vorgestellt?

"DIE" wollen was verkaufen, warum sollten die Euch abraten, Ihr hättet doch selbst wissen müssen, dass die Finanzierung mehr als riskant ist. Und, dass ein Vertrag in solchen Dimensionen bei Nichteinhalten auch teuer wird, sollte doch von vornherein klar gewesen sein.
Warum hing das übrigens alles vom Elterngeldbescheid ab? Habt Ihr das als Einkommen mit berücksichtigen wollen? Das wird doch von seriösen Banken eh nicht akzeptiert...


Gruß,

MM

Beitrag von jade63 - 17.11.07 - 09:39 Uhr

WOLLTEN die wirklich ein Haus verkaufen?
WOLLTEN die das Haus dann auch wirklich bauen?

Oder ging es vielmehr darum, einem an sich schon blauäugigen Paar noch ein bisschen mehr Sand zwischen die Augen zu streuen?
Sie mit ein paar Beschwichtigungen zur Unterschrift zu bewegen und dann nur die anfallenden Kosten abzusahnen.
(Bei einer Vertragssumme von 100000 € sind 15% immerhin 15000 € - eine Menge Geld für gar nichts!)

Normalerweise weiß man, dass mündliche Absprachen wertlos sind, man liest sich vorher auch alles durch und bespricht die Konsequenzen.

Naja, nun ist die Karre im Dreck.
Vielleicht kann man da irgendwie wieder raus...

Welches Ansehen hat denn die Firma so in Fachkreisen?
Sind die in irgendeinem Verband?
Für Makler gibts den VDM, über deren Rechtsanwalt sind wir einem "Makler" beigekommen. Der bekam eine Strafanzeige wegen Betrug.

Vielleicht klappt das auch bei Hausbaufirmen.
Wenn man denen nachweist, dass sie nur auf die Ersatzleistungen aus waren.

Wäre vielleicht noch ein Ansatz....

Beitrag von 4581 - 17.11.07 - 10:49 Uhr

Denke schon das die das wollten.

Habe gestern in den Unterlagen die wir von der Kreisverwaltung zurückerhalten haben einen Zusatz zum Vertrag gefunden.

In dem heißt es das wir ein Rücktrittsrecht hätten wenn die Fördermittel nicht durch gingen.

Seltsam ist nur das wir weder nen Durchschlag davon haben noch ist das Ding von uns unterschrieben sondern bloß ein Firmenstempel mit ner Unterschrift von denen. ??????????

Eigentlich ist die Firma schon bekannt........

Beitrag von anarchie - 17.11.07 - 12:10 Uhr

Hallo!

Dann unterschreibt das, verfasst ein Schreiben :

Bezugnehmend auf Vereinbarung xxx(Kopie beilegen, nicht original) machen wir augrund der Ablehnung von Födermitteln von unserem damit einhergehenden Rücktrittsrecht Gebrauch und bitten um zeitnahe Bestätigung der Annulierung des Vertrages.

lg

melanie, deren erste Baufirma insolvent wurde und die über 100% finanziert hat

Beitrag von lunasxx - 16.11.07 - 22:43 Uhr

Sucht euch einen guten Rechtsanwalt ... #kratz und schaut euch auf jeden Fall die unterschriebenen Unterlagen (jeden einzelnen Abschnitt) durch, ob Ihr wirklich so etwas unterschrieben habt. Alles was nicht schriftlich niedergelegt und unterschrieben ist, kann so normalerweise auch nicht eingefordert werden.

Klugscheißerei erspare ich euch hiermit, denn hinterher bringt das auch nix mehr. ;-)

Beitrag von 4581 - 16.11.07 - 23:11 Uhr

Problem ist nur das wir die Sachen die uns mündlich gesagt worden sind schriftlich nicht wieder finden.

Sogar der Finanztyp hat vorgestern, als er sagte das die Finanzierung nicht klappt noch gesagt das wir nix weiter zu zahlen hätten....

....haben uns durch das nette gelulle des Verkäufers blenden lassen und uns darauf verlassen das das was er uns sagt stimmt und er uns auf evtl. Schwierigkeiten hingewiesen hätte. War ja schwanger und er war selber kürzlich Vater geworden ("der kann doch nicht so grausam sein")....bla bla bla....

Menschenkenntnis mal wieder gleich 0

Beitrag von glu - 17.11.07 - 08:00 Uhr

für den fall das ihr das wirklich zahlen müßt, laß dich nicht hängen!

ruiniert? wieviel können den 10 - 15 % sein? das läßt sich doch abbezahlen :-) immer nach vorne schauen!

lg glu

Beitrag von liebesbienchen - 17.11.07 - 10:20 Uhr

......kommt mir irgendwie bekannt vor....mmh!

Kann mir vorstellen das das belastet.
So schnell bereut man etwas unterschrieben zu haben.

Setzt einen Brief auf indem ihr die Situation aus Eurer Sicht schildert. Schreibt aus welchen Gründen Ihr diese 10-15 % nicht zahlen könnt (könnte mir vorstellen dass es auch gut ankommt wenn ihr betont dass sie eine Schufa Abfrage gerne durchführen können, sollten noch weitere Verpflichtungen vorhanden sein) Schreibt dass es Euch nicht möglich ist diese Summe zu zahlen.

Versucht es auf diesem Weg. Diese Firmen wollen Häuser verkaufen nicht Leute ruinieren. Durch die Auskunft können sie sehen das sie von Euch kein Geld erwarten können.

In Einzelfällen wird auf diese Kündigungszahlung verzichtet.
Diese ist nämlich eher dafür gedacht wenn ihr jetzt gesagt hättet "Ätschi Bätsch, wir bauen aber jetzt mit Weton Massivhaus" zum Beispiel, dann können sie bis zu 15 des Kaufpreises verlangen.

Versucht es....viel Glück#klee, ich denke eben es kann nicht im Sinne sein für eine nicht erbrachte Leistung so viel Geld zu verlangen (oder wurde Euer Haus schon entworfen?) und die Leute für nichts in den Ruin zu stürzen.


Liebe Grüsse, kannst ja mal Bescheid sagen wie es weiter geht, würde mich freuen.

Biene

Beitrag von nick71 - 17.11.07 - 10:21 Uhr

Was im Vertrag steht, ist normalerweise bindend...und es ist in so einem Fall wirklich MEHR als naiv, sich auf mündliche Aussagen zu verlassen.

Da liest man sich den Vertrag gründlich durch, fragt nach, wenn was unklar ist und unterschreibt nicht einfach "blind".

Ich würde trotzdem einen entsprechenden Fachanwalt konsultieren und ihm den Vertrag vorlegen...es KÖNNTE sein, dass irgendwelche Klauseln unwirksam sind und ihr somit nicht (oder zumindest nicht so viel) zahlen müsst.

Wenn das auch in die Hose geht, habt ihr Pech gehabt und müsst dem Anwalt auch noch das Beratungsgespräch zahlen...aber auf die paar Euro kommt es dann sicher auch nicht mehr an.

Beitrag von 4581 - 17.11.07 - 10:54 Uhr

Danke, das wissen wir selber!

Und was ist wenn etwas unklar ist, und mann nachfragt???
Man bekommt eine mündliche Antwort!!!!

Würde man alles was nicht ganz deutlich ist in deutschem Recht ausführlicher formulieren lassen hätte man Vertrag von 50 Seiten.......

Wir haben ja schon nachgefragt.........ganz so doof wie es aussieht sind wir ja nicht, hab auch noch was gefunden im Vertrag....kannst ja vielleicht mal in der ersten Antwort von heute von mir gucken...

....weiter oben

Beitrag von nick71 - 17.11.07 - 11:10 Uhr

Wenn du mir die genaue Klausel bzgl dieser Forderung schreibst (wortgetreu aus dem Vertrag), kann ich dir evtl noch was dazu sagen.

Ohne den genauen Wortlaut zu kennen, ist das nicht möglich.

Beitrag von sbecker - 17.11.07 - 14:30 Uhr

Hi...

also ich versteh was nicht..

"Würde man alles was nicht ganz deutlich ist in deutschem Recht ausführlicher formulieren lassen hätte man Vertrag von 50 Seiten....... "

Warum nicht nen Vertrag mit 50 Seiten, in dem alles niedergeschrieben ist, was Euch mündlich zugesagt wurde??

Ok Kind liegt ja nun eh im Brunnen, ich drück Euch die Daumen, dass Ihr da mit nem blauen Auge rauskommt..

Doch bitte schön.. nächstes Mal nicht überhastet unterschreiben..

Die Schriftform zählt bei Werkverträgen, seid froh, wenn der Passus mit dem Rücktrittsrecht wirksam ist.. wiederum, je nachdem wie lang der Zeitraum nun ist, zwischen Platzen der Finanzierung und Bekanntwerden dieses Schreibens..

Ab zu nem Anwalt, nur der kann Euch rechtlich verbindliche Aussagen geben..

LG

Mone

Beitrag von meusemuckel - 18.11.07 - 11:00 Uhr

"Und was ist wenn etwas unklar ist, und mann nachfragt???
Man bekommt eine mündliche Antwort!!!! "

Wenn mir ein Vertrag dieser Dimension unklar ist, frage ich doch nicht den Verkäufer, sondern MEINEN Anwalt.


Gruß,

MM

Beitrag von katrin06 - 17.11.07 - 13:08 Uhr

#liebdrueck

So, atme mal ruhig durch und schaut in Ruhe alle Papiere durch, was Ihr wirklich unterschrieben habt.
Dann schreibt Ihr gegebenenfalls einen Widerspruch - passt nur auf, dass Ihr keine Fristen verpasst.
Im Zweifelsfalle werdet Ihr aber einen Anwalt konsultieren müssen (schaut, dass Ihr einen vom Fach erwischt).

Katrin

Beitrag von seikon - 17.11.07 - 15:47 Uhr

Unabhängig von dem hier vorliegenden Fall verstehe ich irgendwie eins nicht.
Man kriegt das ja auch immer wieder mit, im TV, Zeitung und so, dass viele kleine Häuslebauer scheitern.

Normalerweise sollte man ja ca 30% Eigenkapital bei der Hausfinanzierung mitbringen. Gut, das können oder wollen einige Leute nicht leisten. ABER, selbst wenn jemand 30% Eigenkapital mitbringt, dann kann man damit immer noch bös auf die Nase fallen. Und ein Hauskauf ist nunmal was anderes, als wenn ich mir ein Paar neue Schuhe kaufe. In den meisten Fällen bedeutet ja ein Scheitern bei der Hausfinanzierung wirklich den totalen Finanziellen Ruin.

Ok, ich bin jetzt auch kein Architekt, Rechtsexperte und so, und könnte vermutlich bei einem Hausbau auch ordentlich über den Tisch gezogen werden.
Aber wenn ein Haus schon 150 - 200 000 Euro kostet, dann kann ich doch mal eben noch die 5000 Euro investieren, und mir einen unabhängigen Gutachter leisten. Und einen unabhängigen Anwalt, dem ich dann den Finanzierungsvertrag vorlege zur Prüfung, und zwar BEVOR ich ihn unterschreibe. Dann kann der Anwalt mir sagen, mit welchen Stolperfallen ich zu rechnen habe. Und der Gutachter könnte dann den gesamten Bauprozess begleiten, und mir bescheinigen, dass die Baufirma gut arbeitet und ich nacher keine teure Bruchbude da stehen habe.

Es ist wie gesagt nicht schlimm, wenn man nicht in allen Bereichen der Fachmann ist. Aber ich finde es schlimm, wenn man dann an ein Paar Euro sparen will, sich den unabhängigen Rat von einem Fachmann nicht leisten möchte, und dann rumjammert, dass die einen ja auf dieses und jenes hätten hinweisen müssen.

Merke: Niemand hat was zu verschenken. Und ihr seid doch alle mündige Bürger und könnt selbst entscheiden, ob ihr euren Servus unter einen Vertrag setzt, oder nicht.

Beitrag von 4581 - 17.11.07 - 17:09 Uhr

Danke, das war deutlich