Mitarbeiterbesprechung ..Pflicht..ohne bezahlung..

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Beitrag von bea1961 23.02.08 - 11:27 Uhr

Hallo,

wusste nicht, wie ich den Bereff anders beschreiben soll..

Ganz kurz zur Sache, bin jetzt nach 3 jahren Elternzeit wieder zurück in meine alte Firma.. Ambulanter Pflegedienst und arbeite ca.2o Stunden die Woche, erstmal.
Fange sehr früh an und habe gegen 9.30 schon Feierabend. Dienstende ist bei der letzten Pat...obwohl die Fahrt zur Dienststelle noch ca. 15 Min. dauert.. das alles ist schon Freizeit..wegräumen der Pat.-Schlüssel und der Medikamente ..alles Freizeit..
nun haben wir wöchtendlich eine Mitarbeiterbesprechung diese fängt so gegen 11uhr an, kann auch oft erst 11.15 werden..dauert dann bis ca. 12.30 oder länger.. dort wird eigentlich nur bla bla geredet..alles wichtige wird sowieso dokumentiert.
laut chefin und auch Bürokraft ist diese Pflicht für alle, wird aber nicht als Arbeitszeit angerechnet...also meine Freizeit..!!
Ich hole meine kleine Tochter aber gegen 10.00 von der Tagesmama ab und bin dann natürlich zuhause...Die Tagesmama wird vom Jug.-Amt bezahlt da ich alleinerziehend bin.Diese bezahlen nur meine Arbeitszeiten.die ich ja nachweisen muss.
Da die Dienstbesprechung nicht bezahlt wird, übernimmt natürlich auch das Ju-amt nicht die Kosten für diese Zeit..
Nun meine Frage... kann meine Chefin mich dazu zwingen..daran teilzunehmen?
Die meisten Kollegen sind neu und machen dieses alles mit..obwohl alle heimlich die Augen verdrehen..

habe gerade im Arbeitsvertrag nachgelesen...dort steht: Der Angestellte verpflichtet sich, an den stattfindenden Dienstbesprechungen teilzunehmen...was nun????

wäre nett, wenn ich einige Tips bekommen würde..

lg bea

Beitrag von ich-habe-zwei-davon 23.02.08 - 11:34 Uhr

hallo bea,

du hast dir die frage schon selbst beantwortet in deinem posting #liebdrueck

dort steht: Der Angestellte verpflichtet sich, an den stattfindenden Dienstbesprechungen teilzunehmen...

demnach ist es pflicht daran teilzunehmen.

bei uns damals im krankenhaus waren diesntbesprechungen manchmal bei voll besetztem team während der arbeitszeit aber auch sehr oft nach dienstschluss - unbezahlt #schein


lg 2

Beitrag von nadeschka 23.02.08 - 12:45 Uhr

Sie verpflichtet sich, daran teilzunehmen, ja. Aber doch nicht unentgeltlich?!

Beitrag von ich-habe-zwei-davon 23.02.08 - 13:21 Uhr

das habe ich auch nicht geschrieben, sondern nur das sie sich dazu verpflichtet da es ja im vertrag drin steht

jedoch handhabt das ja jede einrichtung anders und intern

leider schaut so manchmal die wirklichkeit aus - dazu hätte der arbeitgeber vielleicht noch eine klausel im vetrag schreiben müsen

lg 2

Beitrag von lebensretter 23.02.08 - 11:55 Uhr

Wenn es ein Pflichveranstaltung ist musst du drann teilnehmen. Aber nicht Umsonst.
Wenn dein Chef verlangt das du drann teilnimmst dann ist das für dich wie Arbeitszeit er muß dich auch wieterhin bezahlen.

Beitrag von karin3 23.02.08 - 12:04 Uhr

Hallo,

also, du "verschenkst" ziemlich viel Dienstzeit,
- die Fahrt von der letzen Patientin zur Dienststelle ist Arbeitszeit.
- die Schlüssel und Medikamente wegräumen ist Arbeitszeit
- wenn du dich umziehst ist das Freizeit
- der Weg von der Dienststelle nach Hause ist der Arbeitsweg, nur auf dem bist du versichert, wenn mal was passiert
- Dienstbesprechungen / Betriebsversammlungen sind Arbeitszeit

Falls du eine Rechtschutzversicherung hast geh zum Anwalt. Aber dann könnte es sein, je nach Art der Chefin, das du gemoppt wirst.


http://www.info-arbeitsrecht.de/Arbeitsrecht_Betriebsverfassun/Betriebsversammlung/betriebsversammlung.html

http://bundesrecht.juris.de/index.html

LG Karin

Beitrag von meusemuckel 23.02.08 - 12:39 Uhr

"Aber dann könnte es sein, je nach Art der Chefin, das du gemoppt wirst. "

Das ist aber nicht erlaubt, dass sie gemoppt wird. Streng genommen fällt das doch sicher unter Mobbing, sofern es sich nicht um eine Putzkolonne handelt, oder???

Beitrag von nadeschka 23.02.08 - 12:44 Uhr

mit dem Wischmop? :-p

Beitrag von nadeschka 23.02.08 - 12:51 Uhr

Ich kenne jemanden, der hat einen ähnlichen Job. Da ist es so, dass ein gewisser Prozentsatz der Zeit, die für einen "Klienten" (oder Patienten) bezahlt wird, auch für organisatorische Arbeiten genutzt wird.

Sprich, es werden ihm 10 Stunden Betreuung für Klient "X" pro Woche bezahlt, er sieht denjenigen aber nur 8 Stunden, 4x15 Minuten fährt er vom Büro zu ihm und zurück, eine Stunde geht drauf für Berichte schreiben und Teambesprechungen. Oder ähnlich.

Seine Fahrzeiten zum Büro sind Freizeit, die Fahrten zu 3 - 4 Klienten am Tag sind aber dann Arbeitszeit. ODER die erste Fahrt morgens zum Klienten die letzte abends nach Hause ist Freizeit, zwischendurch ist das aber Arbeitszeit.

So scheint mir das eigentlich auch fair. Wie das bei euch läuft, finde ich nicht korrekt. Die Frage ist nur, ob sich jemand traut, sich dagegen zu wehren.

Vielleicht solltest du deshalb versuchen, deine Arbeit anders einzuteilen und ein paar Minuten früher die Medikamente wegräumen etc.

LG

Beitrag von bea1961 23.02.08 - 13:26 Uhr

hallo,

die Arbeit anders einteilen geht nicht...der ganze Arbeitsablauf ist eine einzige Hetzte..Pat. versorgen in der vorgeschriebenen Zeit..dann zum Dienstauto keuchen..weiter zum nächsten Pat. , da das gleiche dann.. dann am ende des letzten Pat. so schnell wie möglich zum Büro.. denn nun hab ich ja Feierabend !!!!!!! das ist bei dem Autoverkehr in einer Kreisstadt nicht immer möglich... Ampeln, Bahnübergänge.. trotz Schleichwege und überschreiten der Richtgeschwindigkeiten dauert es oftmals fast 15 bis 20 Min. bis ich im Büro bin..dann Fahrtenbuch schreiben und ins Büro wetzen.. Pat.-sclüssel weghängen und die Medi-Schälchen in die Pat. -Fächer... dann evtl. noch was ins Übergabebuch schreiben, für die Kolegin, die die Tour am Nachmittag fährt..
tja, so schaut das aus... und eigentlich ist es in jedem ambulanten Pflegedienst so..

und alle machen das mit, das ist das schlimme..

lg bea

Beitrag von zwiebelchen1977 23.02.08 - 13:31 Uhr

hallöchen

also bei uns gibt es für alle dienstbesprechungen, fortbildungen etc. mehrarbei aufgeschrieben. das umziehen, was wir neuerdings machen müssen, zählt auch zur arbeitszeit. also wenn mein dienst um 6.15 begann, hätte ich auch erts dann meinen fuss in das haus setzen müssen. hat aber nie einer gemacht, waren immer 5-10 min eher auf station.

bianca

Beitrag von rudi334 23.02.08 - 15:09 Uhr

Wenn Du ansonsten mit der Arbeit zurechtkommst, und das auch noch ne Weile so machen wilst, dann würd ich an Deiner Stelle folgendes tun:

Nimm Dein Kind einfach mit zur Besprechung.

Sollte Deine Chefin "dummtun" deswegen, dann erklärst Du Ihr das genauso wie Du es uns hier erklärt hast.

Keine Arbeitszeit = Keine Tagesmutter.

Fertig , Aus.

Beitrag von bea1961 23.02.08 - 16:21 Uhr

hallo rudi,

danke für deine antwort...musste eben grinsen .du schreibst: wenn du es noch eine Weile so machen willst..

tja, das frage ich mich auch schon die ganze Zeit.War vor der Elternzeit fast 7 Jahre dort in Vollzeit angestellt,als Altenpflegerin.Zu der Zeit lief es dort noch etwas anders ab und ich habe Beruf und drei grosse Kinder gut durchorganisiert bekommen. Jetzt ist es alles anders, meine kleine ist gerade 3 geworden und ich bin alleinerziehend.
Dieser ganze Stress, sie morgens um 5 uhr wecken und dann zur Tagesmama..

Dann weiss ich zur Zeit auch noch gar nicht, wie es mit dem Geld auszieht. Mein grosser Sohn, 18, befindet sich noch in der Ausbildung und wohnt natürlich noch bei mir. Sein ganzes Einkommen,Vergütung und Unterhalt des KV , KI.-Geld wird alles mit angerechnet.

Laut AA und Ju.-Amt soll ich erstmal einen Monat durcharbeiten, damit genau berechnet werden kann, wie viel ich verdiene und wieviel abgezogen wird.
Evtl. muss ich die Tagesmama auch noch selbst bezahlen..
Tja, da kommen einen dann schon so blöde Gedanken hoch...muss ich mir und meiner Maus das alles antun?
Hoffe, ich bekomme hier nun keine Schläge für diese Äusserung..
lg bea

Beitrag von rudi334 23.02.08 - 19:32 Uhr

Von mir kriegst Du keine Schläge, was ich wichtig finde, ist der Wille zur Arbeit bzw. zu evtl. Kompromissen.

Ich würds erstmal versuchen.

Beitrag von schnugge05 23.02.08 - 19:31 Uhr

Hallo.
Also wie du schon selbst geschrieben hast, ist es offensichtlich Pflicht.
ABER: Ganz gewiss nicht umsonst. Sprich ohne Entgelt. Das wäre ja noch schöner.

Mal eine Besprechung von 15 Minuten oder so - o.k. sagt bestimmt niemand was. Aber wöchentlich (alos ja regelmäßig) und dann ohne etwas dafür zu bekommen, ist ja wohl echt ein Witz. Das ist ganz normale Arbeitszeit bzw. Überstunden.

LG Schnugge05

Beitrag von paulfort35 23.02.08 - 20:48 Uhr

Hallo,
Teilnahmen an Pflicht-Dienstbesprechungen müssen laut Gesetz bezahlt werden. Und ja, Du musst teilnehmen. Sprich doch mal mit den anderen, damit ihr alle euch die Zeit anrechnen lasst.
Paule

Beitrag von manavgat 25.02.08 - 10:29 Uhr

Da die Dienstbesprechung Pflicht ist, muss das JA selbstverständlich auch für diese Zeit die Kosten für die Tagesmutter übernehmen.

Gruß

Manavgat