Trennung - seither Probleme mit KiGa

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Beitrag von karo_austria - 15.04.08 - 10:13 Uhr

Guten Morgen!

Letzten Oktober wurde bei mir ein schweres BurnOut diagnostiziert. Deswegen war ich Anfang des Jahres 6 Wochen auf Rehab - hier habe ich erkannt, dass diese Krankheit auf meine lieblose Beziehung (keinerlei Zärtlichkeiten und Zuneigung von seiner Seite) zu meinem Mann zurückzuführen ist.

Nach einer Paarberatung und vielen Gesprächen haben wir uns jetzt getrennt und mein Mann ist vor ca. 3 Wochen ausgezogen.

Seither möchte unsere Jüngste nicht mehr in den Kindergarten! Und das, obwohl sie während meines Klinikaufenthaltes völlig freiwillig das 1. Mal dort hin wollte! Es hat ihr auch immer sehr gut gefallen und sie hat sich immer wohl gefühlt!

Seit der Trennung - mein Mann sieht die Kinder fast täglich - es gibt (mittlerweile) keinen Streit, etc. - möchte die Kleine (seit Jänner 3 Jahre) allerdings nicht mehr in der KiGa. Sie schreit und weint und klammert sich an mich! Sie möchte bei mir bleiben! Im Moment handhabe ich es so, dass ich sie zu Hause lasse, da ich mir denke, dass sie ev. Verlustängste hat - aber ob das richtig ist?????
Zum Glück arbeite ich von zu Hause und kann es mir so auch besser einteilen - wobei es einfacher wäre, wenn sie in den KiGa ginge. Und auch sie würde es m.M. nach sehr bereichern - immerhin sind ihre beiden Schwestern doch einiges älter (10,5 und 9 Jahre alt).

Die beiden Großen nehmen die Trennung auch nicht besonders gut auf! War ja auch nicht anders zu erwarten - immerhin haben mein Mann und ich uns auf der Jobebene (arbeiten zusammen) immer sehr gut verstanden - nur emotional bin ich sooooooo sehr verhungert, dass ich Depressionen bekam. Und Gespräche habe leider nie gefruchtet.

Die Scheidung möchten wir jetzt so schnell wie möglich hinter uns bringen - um uns beiden (also meinem Mann und mir) wieder ein Leben in Glück und Geborgenheit zu ermöglichen!

Wie können wir den Kindern die Trennung so "angenehm" wie möglich machen?
Wie sollte ich mit dem Thema "KiGa" verfahren? Soll ich die Kleine zwingen dorthin zu gehen???

Würde mich über Antworten freuen!

DANKE und ganz liebe Grüße

Petra

Beitrag von cheri1 - 15.04.08 - 10:26 Uhr

Hi

Also ne Trennung ist für Kinder nie einfach (bin selbst Scheidungskind).
Wichtig ist es das Ihr beide viel für eure Kinder daseit vorallem jetzt in der Trennungszeit.
Es kann sein das deine Kleine Angst hat das du nicht mehr wieder kommst sie von der KIGA abholst (das du weg bist wie Papa).
Zwingen kannst du sie nicht in die KIGA zugehen,gibt nur noch mehr Stress.
Ich würde dir den Tip geben profesionelle Hilfe (Psychologisch-Kinderpsychologe/in)einzuholen. Du selbst wirst glaub ich nicht herausfinden woran es nun wirklich liegt.

Ich wünsche euch alles Gute,LG

Beitrag von EXPERTE - 15.04.08 - 10:53 Uhr

Liebe Petra,

wenn Sie sich vor Augen halten, dass Ihre neue Situation noch ganz frisch ist - Sie schreiben von 3 Wochen - dann lässt sich vielleicht verstehen, weshalb Ihre kleine Tochter noch verwirrt ist.
Aufgrund Ihrer Zeilen lässt sich entnehmen, was die Kleine in den letzten Monaten und auch Jahren alles mitbekommen hat: Eine völlig ausgehungerte Mutter, Streit zwischen den Eltern und dadurch sicher eine Atmosphäre, die wenig harmonisch war. Jede Scheidung hat einen mehr oder weniger langen Vorlauf und ist erst das letzte Glied einer Kette von vielen Verletzungen. Das alles hat Ihre Tochter mitbekommen - und dabei ist sie ja erst drei Jahre alt.
Es ist gut, dass Sie zu Hause arbeiten und die Kleine deshalb nicht unter Druck setzen müssen.
Widmen Sie sich ihr jetzt verstärkt. Reden Sie mit ihr in einer für sie verständlichen Sprache und erklären Sie ihr, weshalb der Papa ausgezogen ist. Besonders verwirrend muss es für sie sein, dass eine Trennung erfolgt ist, aber der Papa trotzdem täglich da ist. Das ist für einen Erwachsenen schon schwer verstehbar. Wie soll es für die Kleine einzuordnen sein?
Gut ist, dass jetzt kein Streit mehr zwischen Ihnen und Ihrem Mann herrscht. Da kann sich jetzt alles beruhigen. Vielleicht setzen Sie eine Frist und sagen ihr: "Vier Wochen darfst Du noch zu Hause bleiben. Das war alles sehr viel für Dich. Da musst Du Dich erst ausruhen. Aber dann beginnt wieder die Zeit, in der Du in den Kindergarten darfst."
Erklären Sie ihr, dass Sie arbeiten müssen - und dass Sie mehr Freude hat, wenn sie mit Kindern spielen kann.

Ich hoffe, es gibt eine gute Entwicklung bei Ihnen,

viele Grüße

Barbara Kiesling