unerfüllter Kinderwunsch

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Beitrag von 13bibi05 - 15.04.08 - 11:30 Uhr

Hallo Frau Dr. Kiesling,

ich wünsch mir schon seit jahren ein Baby, leider hat es bei mir immer nicht geklappt (Kein ES, durch falsche Pille usw.)...
Mit meinem menne bin ich jetzt 4 jahre zusammen..ich liebe ihn überalles..
letztes jahr hab ich ihn mit ach und krach zu einem SG überredet..und die diagnose OTA (laut doc.vermutlich durch mums) hat ihn und mich geschockt..ein zweites kontroll SG kommt nicht in frage für ihn..(er fande das alles peinlich und sehr unangenehm)..für ihn steht fest er kann keine kinder machen..basta..das geld für eine künstliche befruchtung haben wir auch nicht und somit gibt es kein kontroll SG und auch kein baby für uns..

wenn wir kinder sehen beobachte ich ihn immer wie er sich verhält..ich denke schon das er sich das sehr gut vorstellen könnte..aber er hat einfach angst vor den kosten der verantwortung und das er uns nicht ernähren kann..in seinen augen ist er ein loser der nichts kann noch nicht mal kinder machen...

wie kann ich ihm seine angst nehmen..?
wie erklär ich ihm das ein SG kontrolle wichtig ist und das ergebnis vielleicht ganz anders ausfallen kann..??
vitamine wie zink oder foli oder vitamin e,b usw. hab ich ihm schon vorgeschlagen sowas alles nimmt er nicht wenn es kein doc gesagt hat..zum doc geht er aber auch nicht..(noch nicht mal zu einen hausarzt)..

die situation ist sehr schwer für mich...ich liebe ihn..will ihn nicht verlieren ..möchte aber auch so gerne ein baby mit ihm...
was für kosten kommen auf uns zu bei einer künstlichen befruchtung...? (von 200 bis 15000 hab ich alles schon gehört..)
welche möchlichkeiten hat man noch bei einem schlechten SG..

sorry für die vielen fragen und probleme..
aber solangsam weiß ich mir keinen rat mehr...

lg
bibi


Beitrag von EXPERTE - 15.04.08 - 14:58 Uhr

Liebe Bibi,

einem Impuls folgend habe ich mir Ihre Visitenkarte angesehen. Dort konnte ich lesen, dass Sie sich in einer vorhergehenden Beziehung auch schon so dringend ein Kind gewünscht hatten. Hierbei hatten Sie ganz konkrete Pläne, was Ihr Alter betrifft: dann soll das geschehen, dann das ....
Und nun haben Sie erfahren müssen, dass sich das Leben nicht so nach Plan leben lässt.
Sie kennen sicher die unzähligen Geschichten, die davon handeln, dass sich ein Paar so dringend ein Kind gewünscht hat, welches erst in dem Moment eintraf, als das Paar seinen Wunsch aufgegeben hatte.
Nun lässt sich dieses Aufgeben aber auch nicht immer mit dem Willen herbeiführen. Gerade hinter hartnäckigen Wünschen verbirgt sich oft auch noch anderes.
Ich weiß jetzt nicht, ob Ihr angegebenes Alter noch aktuell ist. Wenn Sie jedoch zur Zeit 32 Jahre alt sein sollten, könnten Sie Ihren Wunsch vielleicht drei Jahre aufschieben?
Diese Zeit könnten Sie nutzen, sich ganz auf sich und Ihren Mann zu konzentrieren . Wenn Ihr Mann solche Angst vor den Kosten, vor der Verantwortung und davor, dass er Sie beide nicht ernähren kann, hat und sich insgesamt als ein "Loser" fühlt, dann scheint eine ausbleibende Schwangerschaft womöglich nicht nur an einem "negativen Spermiogramm" zu liegen.
Die Ängste Ihres Mannes sind durchaus ernstzunehmen. Und wie würden Sie mit diesen Ängsten umgehen, wenn Sie jetzt schwanger werden würden? Solche Ängste nehman bei Herausforderungen nicht ab, sondern potenzieren sich noch.
Darüber könnte dann nicht hinweg gegangen werden.
Und noch etwas sehr Wichtiges: Wenn ER mit solchen Ängsten zu tun hat, dann fragt es sich, welche Entsprechung auf IHRER Seite zu finden sein werden? Denn Sie wissen vielleicht: Der Partner ist ein Spiegel für uns, in dem wir erkennen können, was ansonsten nicht für uns wahrnehmbar wäre.

Bevor Sie also - womöglich noch unnötig - die Kosten für eine künstliche Befruchtung ausgeben, könnten Sie einige Stunden zu einem Paarberater gehen. Wenn Ihr Mann sich auch hier weigert, gehen Sie ruhig allein. Paarberatung hilft auch, wenn nur einer der Partner an sich arbeitet. Und zwar deshalb, weil das "System Partnerschaft" mit einer Wippe vergleichbar ist. Sobald sich eine Seite in Bewegung setzt, geht die andere automatisch mit. Es geht gar nicht anders.

Ich wünsche Ihnen aufrichtig, dass Sie zunächst die emotionalen Hinderungsgründe für das Ausbleiben einer Schwangerschaft aufspüren können.
Und wer weiß, vielleicht erübrigt sich dann alles Weitere ...

Das wünscht Ihnen

Barbara Kiesling