Sehr geehrte Frau Dr. Kiesling,
Mein Mann und ich sind seit 8 Jahren zusammen und seit 6 Jahren verheiratet. Wir haben 2 tolle Kinder, Yannick (08.09.2003) und Madeleine (27.05.2007). Nun ist es so, das wir mehr als Freunde zusammenleben (so ist mein Eindruck). Er schläft auch seit geraumer Zeit im Gästezimmer, da Madeleine sehr schlecht schläft und nachts sehr oft wach wird. Wir sind gerade dabei das umzustellen, das sie auch in ihrem Bett schläft.
Ich denke mal, darin liegt auch sicher das Hauptproblem
.
Ganz ehrlich? Das letzte Mal hatten wir Sex, als Madeleine enstanden ist. In der Schwangerschaft haben wir uns nicht getraut und nach der Schwangerschaft war einfach keine Zeit.
Ich muss sagen ich stille noch oft, so das wir auch abends nicht mal alleine wegkönnen.
Wir streiten selten, sind uns in Erziehungsfragen und auch in allen anderen Dingen einig.
Was können wir tun um an unserer Partnerschaft zu arbeiten??
Vielen Dank für Ihren Rat!
Claudia
Wir sind wie Freunde
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Beitrag von nilix74 - 15.04.08 - 16:14 Uhr
Beitrag von EXPERTE - 16.04.08 - 13:47 Uhr
Liebe Claudia,
offenbar hat es solche Probleme nach der Geburt von Yannick nicht gegeben. Vielleicht erinnern Sie sich noch, wie Sie damals wieder "zurück in Ihre Rollen als Partner" gelangt sind?
Auf jeden Fall scheint mir, dass Sie zwar vorbildlich Ihre Rolle als Eltern ausfüllen, die Rolle als Partner jedoch noch nicht wiedergefunden haben.
Da Ihre Tochter nun auch noch die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht, wird Ihnen dies erschwert.
Zwar hat das noch nicht alle Bereiche betroffen, doch wenn Ihr Mann bereits im Gästezimmer schläft, dann ist es höchste Zeit, hier etwas zu ändern.
Da Sie sich gut verstehen, dürfte es kein allzu großes Problem werden.
Vielleicht können Sie kreativ damit umgehen. Vielleicht sind Rollenspiele für Sie ein guter Einstieg? Ich gebe Ihnen einmal ein Beispiel hierfür: Sie kochen ein schönes Essen nur für sich und Ihren Mann (das muss kein Menü sein, und es kann auch etwas sein, was sehr schnell geht.) Dann decken Sie den Tisch besonders schön, stellen vielleicht auch Kerzen darauf. Dann laden Sie Ihren Mann ganz offiziell als Ihren künftigen Liebhaber dazu ein. Sie spielen in diesem Rollenspiel die künftige Liebhaberin. Die Betonung muss auf "künftig" liegen. Denn es würde Sie beide zu sehr unter Druck setzen, jetzt sofort in einen anderen Modus wechseln zu wollen. Es geht dabei auch nur darum, zu spüren, wie es sich anfühlt, ein Partner zu sein - und nicht der Papa. Das gleiche gilt für Sie.
Auf ähnliche Weise können Sie allmählich wieder zu Ihren ursprünglichen Rollen zurückfinden - ohne dabei Ihre Rolle als Eltern zu verlieren.
Vielleicht haben Sie ja sogar Spaß daran.
Das wünscht Ihnen
mit vielen Grüßen
Barbara Kiesling
