Falsche Erwartung an Ehemann und Papa?

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Beitrag von blondie3004 - 15.04.08 - 16:38 Uhr

Liebe Frau Dr. Kiesling,
ich möchte Sie bei folgendem Problem um Rat fragen: Wir haben nun seit 5,5 Monaten unsere süße Tochter. Sie war ein absolutes Wunschkind, vor allem auch von meinem Mann. Nun wo sie endlich da ist, fühle ich mich doch allein gelassen. Mein Mann hatte schon immer "Hummeln im Hintern". Immer muss etwas los sein. Wenn wir aus einem Urlaub zurück waren, hat er schon den nächsten geplant. Das hat sich auch jetzt nicht geändert. Er geht einmal die Woche abends mit einem Kumpel weg (das finde ich okay) und will aber auch am liebsten jedes Wochenende mit Freunden zum Feiern/Grillen/Spass haben verbringen. Ständig will er Besuch einladen oder zu Besuch fahren. Mir ist das alles mit dem Kind zuviel. Ich würde gern unsere Freizeit allein zu Dritt eher in Ruhe verbringen. Er versteht das nicht. Wenn ich mich beklage, dass er schon wieder etwas plant, meint er, mir mehr Freiraum schaffen zu müssen, will dann mit dem Kind raus, dass ich mal schlafen/ausruhen kann, schlägt vor, dass ich abpumpen soll (stille noch voll), um mal auszuschlafen. Aber das ist nicht das, was ich will. Es stört mich nicht, wegen dem Stillen etwas angebunden zu sein. Er soll das aber mit mir teilen und mit mir zu Hause bleiben. Er versucht immer seine Arbeitszeit einzuschränken (ist selbständig), ich will aber, dass er seine Freizeitaktivitäten einschränkt. Eine Freundin hat mich mit der Bemerkung, dass er den ganzen Tag eher allein im Büro sitzt und daher in der Freizeit "menschliche Kontakte" benötigt, zum Überlegen gebracht. Verlange ich etwas Falsches??
LG
Blondie

Beitrag von EXPERTE - 16.04.08 - 14:08 Uhr

Liebe Blondie,

an Ihrer Überschrift ist schon zu erkennen, dass Sie Ihr Problem selbst richtig durchschauen. Hatten Sie die Illusion, aus einem Mann "mit Hummeln im Hintern" werde ein häuslicher Familienvater "wenn erst einmal das Kind da ist"?
Dieser Punkt ist sehr wichtig. Damit übernehmen Sie nämlich die Verantwortung dafür, dass es jetzt nicht nach Ihren Wünschen läuft. Und wenn Sie selbst die Verantwortung dafür übernehmen, werden Sie nicht gegen ihn und seine Art ankämpfen müssen.
Er ist, wie er ist. Ändern kann man keinen Menschen. (Es sei denn, er will es selbst. Und selbst dann ist es eine langwieriger, schwieriger Weg.)
Wenn Sie sich diese Zusammenhänge wirklich klar gemacht haben, stehen Sie vor der Frage:
Und nun? Wie schaffe ich es, trotzdem zufrieden zu sein?
Vielleicht finden Sie einen Kompromiss: Sie gehen ein- oder zweimal im Monat mit ihm aus. Und er bleibt dafür öfter mit Ihnen zu Hause. Es muss ausgehandelt werden, und zwar solange, bis beide zufrieden sind. Wenn einer zurücksteckt, dann funktioniert das nicht.
Könnten Sie sich solche Kompromisse vorstellen?

Ich hoffe, Sie finden gemeinsam einen Weg.

Viele Grüße

Barbara Kiesling