Sehr geehrte Dr. Kießling!
Der Vater meines 2 Jährigen Sohnes trennte sich von mir, als er damals erfuhr, dass er Vater wird. Ich weiß, dass er mich sehr geliebt hat, doch die Tatsache Vater zu werden, überforderte ihn. Er wollte, dass ich abtreibe und sagt noch heute, wir könnten immernoch ein so glückliches Paar sein, wenn es unseren Sohn nicht gäbe! Eine Aussage, die mir sehr weh tut.
Während der Schwangerschaft durfte ich nicht vom Kind sprechen. Damals hoffte ich, dass er seinen eigenen Sohn lieb gewinnen wird, wenn er erstmal da ist. Doch nach der Geburt weigerte er sich, den Kleinen zu sehen- es täte ihm zu sehr weh. Er wollte nichts über ihn hören-es interessierte ihn einfach nicht.
Als unser Sohn 10 Monate alt war, war es gelegentlich möglich, ihm etwas über den Kleinen zu erzählen.
Seit mein Sohn 16 Monate alt ist, duldet er nun endlich, dass ich ihn zu ihm mitnehme. Er spielt sogar manchmal mit ihm- empfindet ihn aber oft auch als nervig.
Ich würde mir wünschen, dass er ihn endlich lieb gewinnt. Mein Ex mag Kinder- äußert aber nie den Wunsch, sein Kind zu sehen. Er sagt, das läge daran, dass es seiner ist. Er sieht sich nur als biologischen Vater. Er sagt, er kann für das Kind höchstens mal ein Freund sein- mehr nicht. Er fühlt für ihn nur Kälte. (Sagt er die Wahrheit? - Ich kann mir das nicht vorstellen: es ist doch sein Sohn)
Er verschweigt den Kleinen. Selbst seine Freundin weiß nichts vom Kind. Dabei besuche ich ihn oft mit unserem Sohn. Ich hoffe, dass er ihn doch irgendwie lieb hat und unser Sohn mag seinen Vater sehr gerne. Er ist sogar ganz vernarrt in ihn.
Ich möchte meinem Sohn seinen leiblichen Vater nicht nehmen und ihm nicht irgendwann erklären müssen, dass ihn sein Vater nicht lieb hat.
Wie erreicht man das also? Was geht in ihm vor? Was hemmt ihn so? Warum hat er mich damals deshalb aufgegeben? (er sagt, er liebte mich sehr und hätte mich nie verlassen)
Heute liebe ich übrigens einen anderen Mann und bin glücklich verlobt!
Mit Freundlichen Grüßen
abenteuer
Partnerschaft wegen Abneigung zum Kind zerbrochen
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Beitrag von abenteuer - 15.04.08 - 23:57 Uhr
Beitrag von EXPERTE - 16.04.08 - 15:33 Uhr
Liebe A.,
Sie können Ihren Ex-Freund nicht dazu zwingen, seinen Sohn zu lieben. Sie könnten ihn allenfalls fragen, wie seine eigene Kindheit verlaufen ist. Vielleicht erzählt er Ihnen davon, so dass Sie ihn besser verstehen können.
Bitten Sie ihn um ein Gespräch, in dem Sie gemeinsam einen Modus suchen, wie künftig verfahren werden kann.
Solange Sie von ihm allerdings etwas wollen, was er nicht zu geben bereit ist, wird das nicht funktionieren. Sie müssen die traurige Tatsache aktzeptieren. Dann erst kann Neues entstehen.
Und vielleicht kann Ihr Verlobter die fehlende Vaterliebe Ihres Sohnes kompensieren. Die Voraussetzungen sind also gut.
Viele Grüße
Barbara Kiesling
Beitrag von savina - 23.04.08 - 13:41 Uhr
Hallo,
ich hoffe, es ist auch o.k. wenn Laien antworten, ich muß das loswerden:
"Er wollte, dass ich abtreibe und sagt noch heute, wir könnten immernoch ein so glückliches Paar sein, wenn es unseren Sohn nicht gäbe!"
HÄ ???? 
Wie hättest Du mit dem Kerl glücklich werden sollen, wenn Du gegen Deinen Willen abgetrieben hättest ???
Ich denke, man kann keinen Vater zum Umgang zwingen, das Kind merkt doch, dass es nicht gewollt ist - und das schadet bestimmt mehr als es nutzt.
Und wenn jemand einem meiner Kinder "nur mit Kälte" begegnen würde, dann ist es derjenige bestimmt nicht wert mit diesen zauberhaften Nervensägen Kontakt zu haben!
Wenn ich in der Situation wäre, würde ich jeden Kontakt zum Vater meiden (wenn der sowieso nicht will) und eine glückliche, neue Patchworkfamilie aufbauen.
Nix für Ungut!
Savina
