Vor- und Nachteile vorzeitiger Einschulung

Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums Kids & Schule .

Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.

Beitrag von jenni1981 04.07.08 - 09:18 Uhr

Hallo,

unsere Tochter wird im August 5 Jahre alt und nun überlege ich, ob ich sie vorzeitig einschulen lasse. Bei uns in Sachsen ist der Stichtag Ende Juni und somit würde sie erst 2010 zur schule kommen. Sie ist allerdings recht groß und auch weit für ihr Alter, allerdings träumt sie oft und vergisst sehr viel.

Nun hätte ich gern mal eure Vor- und Nachteile zu dem Thema gehört.

Vielen Dank und viele Grüße

Jenni

Beitrag von musas.mom 04.07.08 - 10:58 Uhr

Hallo

Ich frag mich, warum ihr das immer im Forum fragt. Keiner kennt dein Kind hier. Was erwartest du für Antworten? Manche haben gute Erfahrungen damit, manche schlechte.

Wenn du darüber nachdenkst, dann frag als allererstes die Erzieherinnnen im Kindergarten. Dann, wenn sie keine Bedenken haben, frag an der Schule nach. Melde sie erstmal unverbindlich an. Dann werden einige Tests gemacht und wenn sie die nicht so glanzvoll besteht, dann lass es bleiben. Wenn sie super darin abschneidet, dann liegt es an dir und dem Vater deiner Tochter, das zu entscheiden. Natürlich auch an ihr selbst. Kommt jemand aus ihrer Kindergartengruppe auch in die Schule? Was ist mit ihren besten Freunden? Das muss alles berücksichtigt werden.

LG Musas.mom

Beitrag von jenni1981 04.07.08 - 12:53 Uhr

Hallo,

ich wollte eigentlich allgemeine Vor- und Nachteile von einer vorzeitigen Einschulung hören und nicht auf meine Tochter bezogen.

Ich weiß, dass sie nächstes Jahr zur Schule könnte und da hatte ich Rücksprache mit ihrer Erzieherin. Sollte ich sie anmelden, dann muss sie zur Schule, da sie auch den Test bestehen würde.

Ihre beste Freundin kommt nächstes Jahr zur Schule und hat noch 6 Tage nach meiner Tochter Geburtstag. Sie wird auch vorzeitig eingeschult. Sie hat viele beste Freunde, die teilweise dieses, teilweise nächstes und auch teilweise erst 2010 eingeschult werden. Danach kann ich nicht gehen.

Ich habe ein Stiefsohn und der ist ein 3/4 Jahr jünger als meine Tochter. Der ist jede Woche einen Tag bei uns und ich habe mal einen direkten Vergleich, denn der wird definitiv 2010 eingeschult, aber zwischen den beiden liegen Welten, obwohl sie regulär im gleichen Jahr eingeschult werden.

Ich will meine Tochter nicht unbedingt vorzeitig einschulen, aber ich will ihr das Beste ermöglichen. Sie würde gern dieses Jahr schon in die Schule gehen, aber ich denke, dass ihr die ganzen Ausmaße der Schule nicht klar sind.

Jenni

Beitrag von oberhuhnprillan 04.07.08 - 17:01 Uhr

"Sollte ich sie anmelden, dann muss sie zur Schule, da sie auch den Test bestehen würde."

Wer sagt das denn?

Sie ist und bleibt nächstes Jahr ein Kann-Kind, auch wenn sie den Test besteht, kannst du noch gegen die vorzeitige Einschulung entscheiden.

Nur wenn sie eingeschult ist, gibt es kein Zurück mehr. Dann ist sie schulpflichtig.

Beitrag von bambolina 05.07.08 - 00:02 Uhr

>>>Nur wenn sie eingeschult ist, gibt es kein Zurück mehr. Dann ist sie schulpflichtig<<<

Nicht ganz - ich weiß nicht, ob das in jedem Bundesland so ist, aber bei uns kann man die Kinder im ersten halben Jahr wieder aus der Schule nehmen, ohne dass das als sitzenbleiben o.ä. notiert wird. Sie werden dann zum nächsten Einschulungstermin "regulär" eingeschult.

Beitrag von oberhuhnprillan 05.07.08 - 10:20 Uhr

Echt? Ich glaube, in Niedersachsen (ist das Ländersache?) ist es anders.

Auf jeden Fall hat die Untersuchung/der Test nichts mit der Schulpflicht zu tun.

Beitrag von barbarelle 05.07.08 - 10:39 Uhr

In Baden Württemberg ist es auch so. Allerdings gilt diese Regelung nicht für "Kann-Kinder". Das Kind der Themenstarterin fällt ja eindeutig in diese Kategorie.
Das gilt hier nur für Kinder, die tatsächlich "vorzeitig" Eingeschult werden. Sprich: Sie erreichen das 6te Lebensjahr erst im drauffolgenden Jahr.

Von Vorzeitig würde hier keiner reden, bei einem Kind, welches innerhalb 3 Monate nach der Einschulung das 6te Lebensjahr erreicht.

Daher verstehe ich die Diskussion hier nicht ganz.

Gruß
Barbarelle

Beitrag von barbarelle 05.07.08 - 11:11 Uhr

#hicks Ups ... Kommando zurück. Wie ich nun gelesen habe, läuft alles was nach dem Stichtag kommt unter "Vorzeitig" ... sorry...

Zum Thema zurück: wenn das Kind fit genug ist und es innerhalb kürzester Zeit nach der Einschulung ohnehin 6 wird, würd ich mir keine Gedanken machen.

Beitrag von s30480 04.07.08 - 13:00 Uhr

und was macht man wenn die eine Erzieherin so sagt und die andere anders, so ist es in unserem Fall...
wobei ich glaub die eine will nur nicht wieder so viele Vorschulkinder auf einmal und im nächsten Jahr hätten sie dann fast keine..
Die Entscheidung ist auf alle Fälle sehr sehr schwierig...

Beitrag von branda 04.07.08 - 13:25 Uhr

Hallo
im Bekanntenkreis habe ich 3 Fälle, die Kinder waren alle "Kann" Kinder und wurde ein Jahr früher eingeschult- und bei allen haben es die Eltern bereut!!!

Meine Meinung dazu ist, das man Kinder solange Kinder sein lassen sollte, wie nur möglich- groß sein müssen sie ihr Leben lang, auch wenn sich das jetzt abgedroschen anhört.

Wenn du das Gefühl hast, sie sei unterfordert, dann würde ich mit den Erziehern im Kiga sprechen, wie man sie dort fördern kann- aber mit der Schule würde ich ein Jahr warten.

Grüße- Branda

Beitrag von summersunshine 05.07.08 - 01:49 Uhr

Ich verstehe immer nicht, warum alle meinen, ein Kind könne nicht mehr Kind sein, nur weil es zur Schule kommt! Da geht es doch erst richtig los! Klar kommt es aufs Kind an, aber das Argument "Kindheit genießen" ist wirklich Quatsch. Die meisten Kinder lernen wirklich gern!

Ich habe mich zu Tode gelangweilt in der Grundschule und später dann fast den Anschluss verpasst. Das wollte ich meinen Kindern nicht zumuten. Sie sind beide "verfrüht" eingeschult. Meine Tochter ist nur 15 Tage nach Stichtag geboren, mein Sohn knapp 3 Monate. Bei beiden klappt es ausgezeichnet! Allerdings waren sie auch von Anfang an körperlich eher groß und kräftig, so dass diese optische Komponente schon mal keine Rolle spielte.

Und gerade letztes jahr hat sich die vorzeitige Einschulung als Riesenvorteil entpuppt: Wir mussten in den Sommerferien von Hamburg nach Baden-Württemberg umziehen. Meine Tochter wäre in die 7. Klasse gekommen, dort hätten ihr aber 2 Jahre Französisch gefehlt. Ist hier nunmal ab 5. Klasse Pflicht. In HH gab es die 2. Fremdsprache erst ab der 6. Klasse, und da durfte sie wählen und hatte sich für Spanisch entschieden. Dumm gelaufen... Aber durch die frühe Einschulung hatten wir ja "Luft", und so war alles kein Problem. Sie wiederholt gerade die 6. Klasse und nutzt das "Polster" durch die Wiederholung, um sich mit ganzer Kraft auf das Nachholen des ersten Französisch-Jahres zu konzentrieren. So hat sie nun nichts verloren.
Und bei meinem Sohn hatten wir halt auch die Hintertür offen, wenn es hier zu schwer werden sollte (er ist in die 5. Klasse gekommen), hat auch er die Luft, eine Ehrenrunde zu drehen, ohne wirklich Zeit zu verlieren. Das war sehr beruhigend zu wissen, denn die Lehrpläne und Bildungsstände der Klassen sind extrem unterschiedlich zwischen diesen beiden Bundesländern.
Also auch dieses "Zeitpolster" ist durchaus ein positiver Aspekt bei einer verfrühten Einschulung. Man weiß nie, wohin es einen beruflich verschlägt, und heutzutage wird Flexibilität nunmal verlangt. Da fragt keiner nach unterschiedlichen Schulsystemen oder so! Da muss die ganze Familie "funktionieren".

Beitrag von branda 06.07.08 - 08:55 Uhr

Hallo, also das mit dem Zeitfenster hat schon was für sich, das stimmt schon.

Ich denke auch, das jeder es selber entscheiden sollte und sein Kind eben auch genau beobachten muss!

So fragen wie: ist mein Kind bereits Teamfähig, kann es längere Zeit auch mal sitzen und dem geschehen folgen.....das finde ich schon wichtig.

Grüße- Branda

Beitrag von summersunshine 06.07.08 - 23:11 Uhr

Hmmmmm, naja... mein Sohn war laut KiGa immer "zu schüchtern" für die Schule. Und er ist ein bisschen ein Einzelgänger, also klassisch "teamfähig" ist er eher nicht. Da sich aber an beidem bis heute nichts geändert hat, dürfte er ja theoretisch heute noch nicht zur Schule gehen...#freu Er wird jetzt 11! Na, DAS wär ja was!;-)

Nee, diese vielgepriesene "soziale Reife" finde ich oftmals viel zu lapidar be- oder verurteilt! Manchmal handelt es sich eben auch einfach um Charaktereigenschaften, und man will sein Kind im Wesen ja nicht total "umdrehen", nur damit es in der Schule dann sauber in alle gängigen Schubladen passt, oder? Ein bisschen sollte man den Eltern auch mal zutrauen, dass sie vielleicht ihr Kind am besten beurteilen und einschätzen können.

Beitrag von marion2 04.07.08 - 11:17 Uhr

Hallo,

ich hatte ein "muss schon Kind". Er wurde mit 5 eingeschult und ist kurz darauf 6 Jahre alt geworden.

Ich kann dir nur davon abraten. Komplettes Disaster.

Gruß Marion

Beitrag von swety.k 04.07.08 - 11:36 Uhr

Ich würde mein Kind nicht früher einschulen lassen. Ich halte davon generell nichts. Selbst wenn die Kinder schlau sind, fehlt ihnen oft noch soziale Kompetenz und Gefühl fürs Miteinander. Außerdem: Wenn das Kind mit fünf in die Schule kommt, hat es die Schule auch mit 15 beendet (falls es kein Abitur macht) und muß dann unter Umständen schon mit 14 entscheiden, welchen Beruf es ausüben will. Und das ist vielleicht eine Entscheidung fürs ganze Leben. Da kann ein Jahr mehr oder weniger ne Menge ausmachen. Noch dazu finde ich, daß Kinder so lange wie möglich Kinder sein sollten.

Fröhliche Grüße von swety

Beitrag von jenni1981 04.07.08 - 12:10 Uhr

Hallo,

in vielen Bundesländern ist der Stichtag schon hoch geschraubt worden und da würde sie wahrscheinlich generell schon nächstes Jahr in die Schule müssen.

Jenni

Beitrag von bambolina 05.07.08 - 00:59 Uhr

Genau - und sie wollen ihn noch höher schrauben.
lg bambolina

Beitrag von ronja11 04.07.08 - 11:47 Uhr

meine war auch ein kann kind, ich habe sie also auch ein jahr früher in die schule gesteckt.
aber alles mit absprache von erziehern, schulartz und unserem arzt.
ausserdem ist bei uns an der schule auch noch geprüft worden und die schule hat ja gesagt. jetzt kommt sie schon in die dritte klasse und fühlt sich wohl.
sie ist zwar die kleinste, aber der jahrgang wo sie normal hätte reingehen müssen, ist auch zum grössteil grösser als sie.
für mich ist das ok und wenn sie es mal so wie ich habe und eine ehrenrunde drehen muss, ist alles nur halb so schlimm;-)

lg

Beitrag von gr202 04.07.08 - 12:11 Uhr

Eine Bekannte ist Lehrerin in einer Grundschule und meint, die deutschen Schulen sind noch garnicht für 5-Jährige Kinder eingerichtet. Als Lehrer hat man dann Kinder von 5 bis 7 in der 1. Klasse und es würde nicht funktionieren, daß alle den gleichen Wissensstand haben. Auffallen würde es meistens nach 1/2 Jahr, wenn die "Großen" schon viel viel weiter wären als die Kleinen.
Aber das mußt Du selber entscheiden mit Rücksprache Erzieher/Schularzt/Lehrer.

Unser Sohn kommt mit knapp 7 (Geb. Ende September) nächstes Jahr in die Schule.

Beitrag von jenni1981 04.07.08 - 12:45 Uhr

Hallo,

also ich würde bei meiner Tochter nicht von 5 Jahre sprechen, denn sie würde 4 Tage nach der Einschulung 6 Jahre werden und durch die Größe wird sie jetzt schon oft als Schulkind bezeichnet. Ich denke nicht, dass ich auf die Ausstattung der Schule Rücksicht nehmen muss.

Jenni

Beitrag von natalia73 04.07.08 - 12:57 Uhr

Hallo Jenni,
das ist genau was ich meine. Ausser bei der Einschulung würde keiner deine Tochter als 5-jährige bezeichnen, sondern eher als fast 6 jährige. Wenn man mich 2 Wochen vor dem 4.Geburtstag meines Kindes fragt, dann sage ich immer "er wird in 2 Wochen 4), aber nie würde ich antworten, er ist 3!!!

LG,
Natalia

Beitrag von oberhuhnprillan 04.07.08 - 17:05 Uhr

Ich glaube nicht, dass sie die Ausstattung meint, sondern das Schulsystem im Allgemeinen.

Beitrag von natalia73 04.07.08 - 12:32 Uhr

Hallo Jenni,
Erfahrung damit habe ich noch nicht, aber ich würde das so machen: frag im Kindergarten nach, frag deine Tochter was sie gern machen möchtet, sprich vielleicht mit dem Kinderarzt und triff dann eine Entscheidung.
Ich verstehe nicht so ganz, wieso so viele Leute Bedenken haben und von 5-jährige sprechen. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist der Stichtag der 30.6. und sie hat im August (vielleicht sogar am Anfang des Monats) und ist somit 5 Jahre und 11 Monate alt bei der Einschulung. Sollte die Schule erst im August anfangen, wäre sie sogar schon 6, oder? Mir kann keiner erzählen, dass man in dem Alter so grosse Unterschiede zwischen Kindern von, sagen wir, Anfang Juni (Muss-Kinder) und Anfang August (Kann-Kinder) gibt.
Mein Sohn ist erst 4, aber schon jetzt kann man wenige Unterschiede merken zu Kindern, die 1-2 Monate älter sind.
Ich sehe das schon anders, wenn es um "richtige" 5 jährige geht (also unter 5,5 oder so). Aber so ist doch kein Drama, oder?
Vielleicht weil ich aus Spanien komme und da schon immer jahrübergreifende Klassen gab und wir so was wie Kann-Kindern nicht kennen, aber ich verstehe das Problem nicht so ganz.
LG,
Natalia

Beitrag von musas.mom 04.07.08 - 12:59 Uhr

Hallo

Sorry, möchte mich doch nochmal hierzu melden. Irgendwie scheinen die meisten ja total dagegen zu sein #kratz weiß auch nicht wieso.

Ich habe meinen Sohn mit 5 am 1. September eingeschult und er wurde Mitte Oktober 6. Sein bester Freund aus seiner Klasse wurde kurz darauf schon 8#schock.

Mein Sohn ist einer der besten in seiner Klasse, aber das liegt auch daran, dass unsere Grundschule in einer sozialbenachteiligten Gegend liegt, wenn man das so sagen kann. Hier wohnen über 50 % Immigranten, deren Kinder vor Schuleintritt häufig nur die nötigsten Deutschkenntnisse hatten. Da ist es keine Glanzleistung einer der besten zu sein.

Es kommt auch ein bißchen auf das Niveau der Schule an, aber im Grunde genommen ist es das Wichtigste, dass sich jeder von euch mit der Entscheidung wohl fühlt. Insbesondere deine Tochter. Und, dass du ihr, falls sie widererwarten, Schwierigkeiten haben sollte, genug Zeit und Geduld geben kannst, um ihr zu helfen.

Wenn sie zur Einschulung schon praktish 6 Jahre alt ist, was soll sie dann für Nachteile gegenüber 6,5 jährigen haben?

LG Musas.mom

Beitrag von schnuffelschnute 04.07.08 - 15:56 Uhr

Hallo!

Man kann doch nicht verallgemeinern.

Es kommt einzig und allein auf das Kind an - Sozialverhalten, Selbstbewusstsein, Wissen etc.

Die Frage, ob eine vorzeitige Einschulung richtig oder falsch ist, wirst du mit 50 positiven und 50 negativen Antworten beantwortet bekommen.

Ich kann nur für uns sprechen:

Für meine Große war es perfekt. Sie hätte sogar noch eine Klasse überspringen können, aber das habe ich nicht gewollte, weil sie mir einfach dann zu jung gewesen wäre, wenn sie auf die weiterführende Schule gewechselt hätte

LG