Todesursache verkalkte Placenta

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Beitrag von vetiver 01.12.08 - 17:43 Uhr

Hallo zusammen

Ich musste meine kleine sieben Tage vor ET still zur Welt bringen. Heute war ich bei meinem FA. Ein schwieriges Gespräch welches viele Fragen aufwirft. Vielleicht kann mir jemand helfen?

Gesamte Schwangerschaft verlief im grossen und ganzen normal, folgende Beschwerden traten auf:

leichte Blutungen in der 8 und 13 ssw
ssw Diabetes in der 34 ssw
starker Juckreiz am ganzen Körper ab ca. 25 ssw
Teilweise übelriechender Urin vorallem ab der 35 ssw

Alle Symptome wurden von FA als unbedenklich geäussert. Leberwerte, Blutwerte etc allles im Normbereich.

Die Placenta Untersuchung hat nun ergeben, dass sie stark verkalkt war ( Nichtraucherin ) und nur 235 g wog.
Mein FA hat die Placenta wärend der gesamten ssw nie auf ihre Leistungsfähigkein hin überprüft. Kann man die Placenta während der ssw überprüfen oder geht das nicht?
Meine kleine wurde in der 38 ssw auf 3400g geschätzt und kahm mit 2300g zur welt. Kann ein FA sich so im Gewicht verschätzen??

Ich danke euch allen für eure Antworten schon im vorraus.

LG
Sternenmama Severine

Beitrag von zickenmama81 01.12.08 - 17:48 Uhr

Hallo Severine,
bei meiner mittleren wurde in der 30. ssw bei einer Doppleruntersuchung festgestellt das meine Plazente verkalkt ist (Nichtraucherin) und die Kleine nicht mehr gut versorgt wurde. Ich musste wöchentlich zum FA und zum CTG und alle 14 Tage in die Klinik zum Doppler um zuschauen ob noch etwas bei Ihr ankommt. Von dem her denke ich hätte dein Fa etwas merken müssen und dich auch zur Feindiagnostik schicken. ich habe auch irgendwas mal gelesen wegen dem Juckreiz den du beschrieben hast. Also ganz ehrlich ich weis nicht was ich nun sagen soll ob dein Arzt schuld is oder nicht. Es tut mir leid für dich und für dein Sternchen.
LG Jenny

Beitrag von gepard 01.12.08 - 17:49 Uhr

#kerze für deine kleine sternenmaus

Beitrag von kleinerkaefer 01.12.08 - 17:50 Uhr

:-( Hallo liebe Severine,

ich nehm dich ganz fest in den Arm.... Es tut mir wirklich sehr leid für Euch!

Leider weiß ich nicht ob man die Placenta während der ss überprüfen kann.

Ach es tut mir einfach nur sehr sehr leid!

Liebe Grüße Nadine

Beitrag von billy38 01.12.08 - 17:56 Uhr

Hallo du, #kerze
ich möchte dir viel Kraft wünschen das du diese schlimme Zeit überstehst...#kerze

#liebdrueck und pass auf dich auf

Biljana und #ei Nico-Boy



Beitrag von postrennmaus 01.12.08 - 18:00 Uhr

Erstmal mein tiefstes Beileid für den herben Verlust deines Babys. Ich weiß gar nicht was ich sagen soll....

Zu deiner Frage wegen der verkalkten Plazenta: ja, das kann man während der ss kontrollieren. Bei mir ist mittels Doppler-Sonografie (spezieller US) festgestellt worden, dass meine Plazenta nicht richtig von meinem Körper versorgt wird (bin auch Nichtraucherin). Darum wurde das die gesamte ss beobachtet. Meine Maus hätte unter Umständen deshalb nicht richtig versorgt werden können. War aber immer alles im Normbereich. Wäre sie vom Gewicht her stehengeblieben, hätte sie früher geholt werden müssen. Gegen Ende der ss kamen dann noch weiße Flecken auf der Plazenta hinzu, was dann wohl auf eine Verkalkung hindeutet. Das war aber zu Glück erst in der 39. ssw so und ist wohl auch zum Ende der ss normal. Sie ist dann bei 39+1 mit 2800g kerngesund auf die Welt gekommen und hat das Gewicht ganz schnell wieder aufgeholt.

Wie du siehst, kann man sowas sehr wohl während der ss feststellen. Dein Arzt hat das ganz offensichtlich nicht getan, warum auch immer. Man sagt, dass das US Gerät bei der Gewichtsschätzung Fehler von bis zu 10% macht. Aber über 1 Kilo sollte sich ein FA nicht verschätzen... Das ist ganz schön krass finde ich.

Ich würde an deiner Stelle schon irgendwie prüfen lassen, ob der Tod deines Kindes auf einen Ärztefehler zurückzuführen ist.


Liebe Grüße und ganz viel Kraft,


Anja mit Charlotte

Beitrag von maradji 01.12.08 - 18:03 Uhr

Liebe Severine,

es tut mir so leid für dich. Du machst jetzt sicher Sachen durch, die ich mir gar nicht vorstellen kann.

Du fragst, ob man etwas hätte merken müssen... Das ist schwer zu sagen. Bei mir wurde erst die PLazenta mit Doppler untersucht, als ich schon 2 Wochen über ET war.... Normalerweise geht man (und auch FÄrzte) davon aus, dass alles okay ist, solange das Kind normal wächst und alle Werte stimmen...

Weißt du, ich will jetzt nicht für oder gegen den Arzt sprechen. Was möchtest du denn jetzt für dich selbst?
Dass du jemanden oder etwas verantwortlich machen möchtest, kann ich gut verstehen, aber - so blöd das sicher jetzt klingt - das macht es für dich schwerer, damit abzuschließen. Dir ist etwas Furchtbares passiert. Wenn du jetzt Ärger und Anklagen in dir schürst, dann kommst du schlechter drüber weg...Manchmal passieren eben auch sehr schlimme Dinge.... Ich weiß nur, wenn ich einen Schuldigen suchen (und finden) würde in dieser Situation, wüsste ich nicht, wie ich "Genugtuung" erlangen könnte, lynchen ist ja leider verboten...verstehst du, was ich sagen möchte?

Wenn du jetzt Schuld bei deinem FA suchst (mal ganz unabhängig davon, ob er schuld ist oder nicht), dann lädst du dir damit selber noch eine Last auf.

Ich wünsche dir alles Liebe und sehr viel Stärke und Menschen, die für dich da sind.

LG maradji

#schmoll

Beitrag von yuki3 01.12.08 - 19:22 Uhr

es ist selbstverständlich, dass der der , der zumindest zum teil für so eine fahrlässigkeit verantwortlich ist , zur rechenschaft gezogen und geg. falls bestraft wird.
schmerzensgeld für psychische verletzunngen in so einem ausmass, stehen ihr dann zu, was hat das bitte mit lynchen und last aufladen zu tun?
an die betroffene , es tut mir so leid für dich , vielleicht musst du für dich diesen weg der "möglichen ursachen und vermutlichen fehler der ärzte findung"
gehen , zur verarbeitung, soweit es möglich ist.nimm einen anwalt. viel kraft

Beitrag von katjaol 01.12.08 - 18:07 Uhr

Hallo!

Erst mal eine feste Umarmung für dich #liebdrueck
Es ist einfach nicht in Worte zu fassen, was dir passiert ist!#schmoll
Ich wünsch dir für diese schwere Zeit ganz viel Kraft & Stärke#kerze

Zu dem überprüfen der Plazenta kann ich dir nur erzählen, dass sie bei meinem Sohn als er überfällig war, beim US immer die Nabelschnurarterie überprüft haben, ob da alles mit Sauerstoff versorgt wird.

Meine FÄ hat das bis zum ET nie gemacht....ich weiß auch nicht, ob da ein besonderes US-Gerät für gebraucht wird...

+-600g wären beim schätzen mein ich normal, über ein Kilo ist wirklich sehr viel.
Mein Großer wurde am ET auf 3600g geschätzt & wog am Ende 4290g

Alles, alles Liebe

*KATJA*#herzlich

Beitrag von mopsihase 01.12.08 - 18:23 Uhr

mir stockte der atem als ich das las. es tut mir im herzen weh, denn das wünscht sich niemand.
fühle dich gedrückt und nicht allein.
den schmerz kann man nicht ermessen, den du jetzt vor dir hast.
hoffe dein fa kann mit dir ausführlich reden, und du bekommst antworten, die du brauchst.
empfinde aber bitte keinen hass sondern denke an die liebe zu malena deinem kleinen engel.

wünsche dir für die zukunft alles liebe, und das du zeit hast zum trauern
#liebdrueck

Beitrag von ladybug79 01.12.08 - 18:30 Uhr

Hallo Severine,

hab dir eben ne PN geschrieben. Hoffe das hat geklappt.

LG

Beitrag von vetiver 01.12.08 - 19:10 Uhr

Hallo

Sorry weiss nicht was PN heisst?? In meinem Postfach sehe ich nichts...

Severine

Beitrag von ladybug79 01.12.08 - 19:40 Uhr

Aso sorry meinte private Nachricht. Hm... dann hat das wohl nicht geklappt. Dann schreibe ich doch hier :-)

Also erstmal tut mir das ganz schrecklich leid und ich wünsche dir ganz viel Kraft für die Zeit, die nun vor euch liegt.

Leider kann ich dir nicht sagen, ob dein FA das hätte früher bemerken können. Ich habe deinen Post allerdings dahingehend interpretiert, dass du insoweit gerne Klarheit hättest.

Hier in Deutschland gibt es für so Sachen eine Gutachterkommission für Fragen ärztlicher Haftpflicht. Dort kann man seinen Fall schildern (auch ohne Anwalt) und die geben dann eine erste Einschätzung ab. Vielleicht gibt es ja sowas bei euch in der Schweiz auch und du kannst dort Klarheit bekommen.

LG

Beitrag von muehlie 01.12.08 - 18:35 Uhr

Hallo Severine,

auch von mir erst einmal mein herzliches Beileid. Das ist wirklich unfassbar, was dir passiert ist.

Ich habe keine Ahnung, ob die Kontrolle der Plazenta nun Standard ist oder nicht. Fakt ist, dass mein FA sie schon mehrfach kontrolliert hat und mir auch gezeigt hat, was er da sieht und was zu sehen wäre, wenn die Plazenta verkalkt wäre.
Das Gewicht schätzt ein FA normalerweise immer anhand von Maßen, die er einfach mittels US ermitteln kann (Kopfdurchmesser, Rumpfdurchmesser etc.). Er vergleicht einfach diese Maße mit den Angaben einer auf statistischen Erfahrungen beruhenden Tabelle. Abweichungen von ein paar Hundert Gramm sind dabei durchaus möglich. Ob jedoch eine Abweichung von über 1000 g normal ist, weiß ich nicht, finde ich allerdings schon ein bisschen merkwürdig.

Ich weiß ja nicht, welches Ziel du mit deinen Fragen hier verfolgst, ob du eventuell überlegst, gegen deinen FA vorzugehen. Eine genauere Überprüfung durch einen anderen unabhängigen Arzt wäre in deinem Fall vielleicht sogar sinnvoll.

Alles Gute für euch in dieser schweren Zeit
Claudia

Beitrag von vollblutmami 01.12.08 - 20:12 Uhr

erstmal mein herzlichstes beileid, für das, was du und dein partner jetzt durchmachen müsst.

also ich persönlich bin der meinung, dass der arzt so etwas sehr wohl hätte feststellen müssen.
gerade heute erst hatte ich meine vu, und meine ärztin hat sich die plazenta auf dem ultraschall extra ran gezoomt, damit sie sie überprüfen konnte. das tut sie bei jeder untersuchung. auch mit dem gewicht, kann man sich meiner meinung nach nicht so verschätzen. aber da ich grundsätzlich eine skeptikerin bin, kann ich deine fragen gut verstehen.

ich wünsche euch von herzen alles gute, und dass es bald wieder bei euch mit dem nachwuchs klappt!

alles liebe
beate

Beitrag von knutchen 01.12.08 - 20:38 Uhr

Liebe Severine,
es tut mir sehr leid, das ihr Euren kleinen Engel verloren habt.

Wie schon einige hier geantwortet haben, kann man die Plazenta mit Hilfe eines Doppler US kontrollieren. Leider wird das soweit ich weiß nur gemacht wenn der Verdacht für eine Störung (z.B. Wachstumsstillstand...) vorliegt. Ich z.B. hatte 2FG und habe eine Gerinnungsstörung und spritze seit ES in dieser SS Heparin. Bei mir wird in regelmäßigen Doppler Untersuchungen die Plazenta etc. genauestens angeschaut. Ich denke im Falle einer neuen SS an die Du momentan wahrscheinlich noch nicht denken magst, würdest Du diesbezüglich engmaschig kontrolliert. Das gibt einem ein sehr gutes Gefühl der Sicherheit. Ich bin immer total beruhigt wenn ich beim Doppler war und denke dann immer jetzt geht die nächsten 14 Tage bestimmt alles gut.

Mit den Gewichtsschätzungen ist es in der Tat so eine Sache wo viele unheimlich daneben liegen. Bei meinem Sohn hat der FA 4 Tage vor KS noch gesagt max. 3000g. Allerdings hatte das Krankenhaus wegen Komplikationen zeitgleich kontrolliert und kam auf ca. 4400g. Letztlich hatte das Krankenhaus recht und unser Sohn kam mit über 4300g auf die Welt. Mein jetziger FA sagt es kann immer zu Fehlmessungen kommen. er sagt etwas von +/- 400g. Allerdings sagt er auch immer wieder dass es gravierende Folgen haben kann, wenn man ein zu Kleines Baby beim Schallen übersieht, da dieses ja minderversorgt ist. So wie es wohl bei Euch war.

Ich glaube ich würde mir eine zweite unabhängige Meinung eines versierten FA einholen um solche offenen Fragen adäquat beantwortet zu bekommen. Im Falle einer späteren SS weißt Du dann genau, was für Untersuchungen sein müssen.

Ich wünsche Dir und Deinem Mann ganz viel Kraft diese schwere Zeit durchzustehen und wünsche Euch von ganzem Herzen, dass ihr irgendwann wieder hoffnungsvoll in die Zukunft blicken könnt.

LG
knutchen 34.SSW