Schulärztin sagt Nein zur vorzeitigen Einschulung, Konsequenzen?

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Beitrag von mili21 27.01.09 - 15:21 Uhr

Hallo!
Wir waren gestern zur Einschulungsuntersuchung, unser Sohn ist ein Kannkind (Okt. 03). Die Ärztin meinte hinterher, sie habe sofort bemerkt, unser Sohn hätte Konzentrationsprobleme #schock, das ist aber totaler Blödsinn. Er war natürlich aufgeregt und wollte alles ganz toll machen, klar! Weder uns, noch seinen Erzieherinnen im KiGa ist etwas in der Art je aufgefallen…und sie (die Ärztin) würde jedenfalls von einer Einschulung dieses Jahr absehen. Die Tests hat er auch gut gemacht, natürlich mit einigen Fehlern, aber nix Gravierendes. Kann das die Einschulung gefährden? Die Bestätigung von der Schule kam heute…
Wir sind der Meinung, er ist soweit, momentan ist er im KiGa in der Vorschulgruppe und kommt prima zurecht und alle seine Kumpels gehen nächsten Sommer in die Schule. Das wäre für ihn wie ein Schlag ins Gesicht, wenn er nicht dürfte. 4 Jahre Kindergarten finde ich auch etwas viel. Wer entscheidet denn zuletzt, ob er geht oder nicht? Habt Ihr da Erfahrungen gemacht?
Danke schonmal für Eure Antworten!!!
Mili

Beitrag von milchkuh112 27.01.09 - 15:23 Uhr

Das letzte Wort hat die Schule...und keine Amtsärztin die eh nur nach Schema f arbeiten.

Kann sein das ihr evtl nochmal zur Rektor/in müsst,aber das wird schon klappen.

Beitrag von mili21 27.01.09 - 15:28 Uhr

Danke, das klingt schonmal beruhigend! Ja, Schema F paßt wohl, eine besondere Begabung im Umgang mit Kindern konnte ich nicht fetstellen…aber zum Glück sehen wir sie wohl so schnell nicht wieder;-)
Mili

Beitrag von milchkuh112 27.01.09 - 15:36 Uhr

Ja kommt mir irgendwie bekannt vor...aber ich war so schlau und bin schon vor der Untersuchung mit meiner Tochter zur Rektorin(also hab sie am Anmeldetag mitgenommen)

Als wir dann bei der Amtsärztin waren,war sie völlig aufgeregt und hat nicht alles 100% hinbekommen.

Die Amtsärztin meinte dann das sie kein direktes Ja geben kann,und nochmal mit der Rektorin spricht...

hab dann zuhaus egleich bei der Schule angerufen,und gefragt was es für Auswirkungen haben kann,und da meinte die Rektorin...machen sie sich keine Sorgen,sie kommt in die Schule.Ich hab sie kennen gelernt und bin überzeugt davon!!!!!!(muss sagen meine Tochter ist HB und konnte schon mit 4 lesen und schreiben.Sie kam letzten Sommer mit 5,6 in die Schule.)Macht mittlerweile Aufgaben der zweiten Klasse,und es war die richtige Entscheidung.

Lieben Gruss

Beitrag von mili21 27.01.09 - 15:39 Uhr

Hallo!
bei der Anmeldung hat die stellvertretende Direktorin ein Einzelgespräch mit meinem Sohn geführt und war ganz angetan. Und heute kam eben die Bestätigung. Meinetwegen könnte mein Sohn ja noch lange klein bleiben;-), aber er ist wirklich soweit. Hoffen wir mal, da kommt nix mehr nach.
Danke Dir!
Mili

Beitrag von katjafloh 27.01.09 - 17:15 Uhr

Mein Sohn ist Juli 02 geboren und kommt dieses Jahr in die Schule. Bei uns in Sachsen ist der Stichtag der 31. Juni. Also hatte mein Sohn 18 Tage zu spät Geb.tag, er hat am 18. Juli. Also ging er noch ein Jahr in den KiGa und ich bin froh darüber ihn nicht eher einschulen zu lassen, das Jahr tat ihm sehr gut. Er hat sich zu seinem Vorteil noch weiter entwickelt und freut sich jetzt richtig auf die Schule.

Ich würde mir da keine Gedanken machen. Er geht noch lang genug in die Schule. Das eine Jahr KIGa wird ihm sicherlich nicht schaden. Die Freunde von meinem Sohn sind übrigens auch alle eingeschult worden. Er hat schnell neue gefunden. #pro

LG Katja

Beitrag von zickentwins 27.01.09 - 17:36 Uhr

Hallo Mili!

Die letzte Entscheidung liegt bei Rektor bzw. Rektorin.

Aber deren Entscheidung, ob sie die Meinung der Amtsärztin ernst nimmt ist, ist meiner Erfahrung nach schulpolitisch.

Das heißt, gibt es in diesem Jahrgang viele Muss-Kinder, lehnt sie viele Kann-Kinder ab. Kriegt man mit Kann-Kindern, die Klassen so gerade voll um die bisherige Zügigkeit (bei uns a,b,c) zu behalten (wg. Personalschlüssel, Zuschüssen etc.) ist jedes Kann-Kind willkommen.

Diese Vermutung hat mir auch eine Bekannte die Grundschullehrerin ist, bestätigt.

Als meine Töchter als Kann-Kinder, auch Oktoberkinder, hätten eingeschult werden können, ist die Rektorin sogar in die Kindergärten gegangen und hat allen Eltern von vorzeitiger Einschulung abgeraten. Angeblich weil sie davon nichts hält und die Kinder, vielleicht nicht am Anfang, aber doch in späteren Jahren dadurch Nachteile bekämen.

Die Schulärztin stellt dann prompt bei meiner einen Tochter fest, dass sie feinmotorisch noch nicht so weit wäre. Bei meiner anderen Tochter konnte sie leider keinen Hinderungsgrund feststellen (konnte z.B. auch schon lesen). So meinte, die Rektorin dann ich solle doch die eine einschulen und die andere nicht.

Ich habe sie dann beide nicht eingeschult. Zwillinge in zwei verschiedenen Jahren, das widerstrebte meinem Mutterinstinkt. So hatte sich die Rektorin, dass wahrscheinlich auch ausgerechnet.

In dem Jahr wurde in unserem Ort kein Kann-Kind eingeschult. Zur Einschulung war in den 3 Parallelklassen je 30 Kinder.

In der Nachbargemeinde (keine Neubaugebiet, dreizügige Grundschule mit "Nachwuchssorgen") haben sie im gleichen Jahr 10 Kann-Kinder angenommen (darunter die Tochter einer Freundin, die garantiert nicht weiter war als meine Töchter). Die Klassenstärke dort betrug bei der Einschulung 18-20 Kinder.

Gruss, zickentwins

P.S.: Geschadet hat die späteren Einschulung den beiden, aber meiner Meinung nicht, da sowohl Kindergarten und auch Schule sie sehr gut gefördert haben.

Beitrag von tanja0475 27.01.09 - 17:41 Uhr

Ich kann mich dem schreiben vn katjafloh nur anschließen.
Wir haben unseren Sohn auch nicht als Kannkind einschulen lassen.

Wir sehen das krasse Beispiel an den Kindern in der Klasse meiner Tochter. Sie geht in die 4.
Und einige Kinder sind immernoch 9, wenn sie zur weiterführen Schule gehen. Desshalb bin ich froh, unseren beiden Kids noch ein Jahr Kindergarten geschenkt zu haben.

Überdenke deine Entscheidung noch mal.

Gruß
Tanja

Beitrag von muggles 27.01.09 - 17:55 Uhr

Meine Tochter (Nov 03) kommt dieses Jahr in die Schule. Nach 3 Jahren Kindergarten (letztes Jahr vorschul-aehnlich) ist sie definitiv auch reif dafuer. Dieser Meinung ist auch die deutsche Kinderaerztin (leben in Italien).

Ich wuerde es machen. 4 Jahre Kindergarten sind zuviel, und wenn alle Freunde auch in die Schule kommen...

Gruesse,

Claudia

Beitrag von amorvincitomnia 27.01.09 - 18:52 Uhr

Wir hatten gleich zwei Kinder damals im Kindergarten, deren Eltern auf einer frühen Einschulung bestanden. Beide waren sozial total unreif. Sie wurden in mehreren Instanzen abgelehnt, und das war auch richtig so. Ein Kind, das einen Test vor Aufregung verreißt, gehört nicht unbedingt in die Schule. Dort wird er vermutlich ähnlich reagieren. Ihr legt bestimmt Widerspruch ein nach dem, was Du geschrieben hast. Versucht es. Und wenn er wieder abgelehnt wird, tut ihm den Gefallen und akzeptiert es.

Beitrag von mili21 27.01.09 - 18:58 Uhr

Entschuldige, aber er hat den Test NICHT verissen, er hat es sehr gut gemacht…
Und sozial ist er laut Aussage seiner Kindergärtnerinnen sehr reif!
Und wir machen das nicht aus Ehrgeiz oder Leichtfertigkeit, sondern weil das, was er im KiGa lernen kann, ausgereizt ist. Die Vorschulgruppe, in der er ist, ist im Sommer durch…dann kommt nix mehr. Die Zusage der Schule, die sich ihn auch angesehen haben da, haben wir schon…
Und die Meinung einer Ärztin, die ich nicht kenne und die sich ihm gerade eine halbe Stunde widmet, ist für mich NICHT ausschlaggebend. Bei der U9 letzten Monat kam da eine ganz andere Aussage.
Mili

Beitrag von diegute 28.01.09 - 08:25 Uhr

Hallo,

wir haben unser Kind ebenfalls vorzeitig einschulen lassen:-( - und es ging voll daneben!!!!! Und auch alle waren der Überzeugung (leider auch der untersuchende Arzt bei der Einschulung) das es richtig wäre.

Bitte unterschätze nicht, was in der Schule auf das Kind zukommt. Und wenn es nicht Abitur schafft sondern nur Hauptschule o.s. dann steht es mit 14 auf dem Arbeitsmarkt.

Vorzeitige Einschulung hat - bei ehrlicher und genauer Betrachtung - nur Nachteile:
Unser Schulsystem ist nicht auf die jungen Kinder ausgerichtet
Früher auf dem Arbeitsmarkt
Ein Jahr weniger Kindheit
Freunde machen den Führerschein, selbst ist man zu jung
Viele Klassenkamaraden dürfen schon viel mehr als man selbst, weil man noch zu jung ist
Soziale Schwierigkeiten, weil man den Klassenkamaraden schwer gewachsen ist, ein Jahr macht hier noch brutal viel aus
Überforderung der Kinder - sie tun sich beim Lernen einfach leichter, wenn das Gehirn weiter gereift ist.

Ich hab noch nie gehört, dass ein Kind Probleme hatte, weil es zu lange im Kindergarten war. Aber selber erlebt und oft gehört, dass Probleme auftauchen bei zu früher Einschulung. WARUM NUR???

Sei der Ärztin dankbar. Vielleicht hat sie mehr gesehen als Ihr sehen wollt! Falscher Ehrgeiz der Eltern ist hier häufig. War bei mir auch so!!!!Konsequenzen hat das Nein der Ärztin wahrscheinlich nicht - es sei denn Ihr überdenkt die Einschulung nochmal! Dann hätte es in meinen Augen nur positive Konsequenz für Euer Kind.

Was bringts denn wirklich, das Kind so früh zur Schule zu schicken????? Nur wegen der Freunde??? - die ändern sich nun 10000 mal im Leben!!!!

Viele Grüße von

derguten

die aus schmerzhafter Erfahrung mittlerweile absolut gegen vorzeitige Einschulung ist, den Kindern zuliebe.