geteiltes Sorgerecht - Unterschriften vom KV?

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Beitrag von chiary 27.07.09 - 23:14 Uhr

Hallo,

ich habe mich vom Vater meiner Tochter getrennt als sie 14 Monate alt war.
Ihm war es völlig egal wo wir hingehen, hauptsache weg.
So bin ich, mit seiner Zustimmung, 350km weit weg gezogen, in die Nähe meiner Eltern.

Mittlerweile ist meine Große 3 Jahre und 3 Monate alt und seit der Trennung hat sie ihren Vater nicht mehr gesehen.
Bemühungen meinerseits Umgang zwischen den beiden herzustellen prallen an einer Mauer aus Desinteresse ab.
Auch das JA kommt an ihren Vater nicht heran, er will keinen Kontakt zu seiner Tochter.

Unterschriften für z.B. die KiTa Anmeldung letztes Jahr, oder jetzt aktuell für 2 anstehende OP`s oder auch den Reisepass den ich für nächstes Jahr benötige bekomme ich nicht von ihm.
Die KiTa hat meine Süße trotzdem aufgenommen, das KH allerdings wird ohne seine Zustimmung nicht operieren und an einen Reisepass brauche ich auch nicht denken.

Ihr Vater beantwortet die Post einfach nicht, ans Telefon geht er nicht ran, immer nur der AB und eMails ignoriert er gekonnt.
Ich weiss also nicht wie ich an ihn herankommen kann.

Er hat vor über inem Jahr in einem Gespräch zugestimmt mir eine generelle Vollmacht für solche Dinge wie oben aufgeführt zu unterschreiben.
Ich habe sie ihm schon mehrfachst zugeschickt, bis heute keine Reaktion.

Was kann ich noch tun um die von ihm benötigten Unterschriften oder aber eine Vollmacht für die Dinge des alltäglichen Lebens zu bekommen?

Ich weiss es gibt die Möglichkeit mir per Gericht eine Ersatzunterschrift geben zu lassen, aber das kann doch auch kein Dauerzustand sein, oder?

Falls es für die beantwortung meiner Frage relevant ist, er bezahlt keinen Unterhalt, ich beziehe UVS von der UVK, welche sich einen Lohnpfändungstitel erwirkt hat und ihr Geld auf diesem Weg zurückholt.

Was kann ich tun um nicht immer wieder wie ein Bittbettler wegen Unterschriften die ja nicht für mich, sondern für unsere Tochter sind, bei ihm ankriechen zu müssen um dann vor einer völlig dichten Mauer zu stehen und absolut 0 Reaktion erfahren zu müssen?

LG
Chi

Beitrag von mellli-benni 28.07.09 - 08:02 Uhr

Hallo Chi,

in dem Fall kann man dir wohl nur eines empfehlen. Ab zum Anwalt, der soll mal ein nettes schreiben aufsetzten und um die Vollmacht bitten und wenn das nicht Fruchtet einen antrag auf alleiniges Sorgerecht stellen. Dokumentiere alles was du ihm bisher geschickt hast im Bezug auf die Untschriften bzw. die Unterschriftenverweigerung.
Wenn sich ein Vater so sträubt eine Unterschrift für wichtige dinge wie OP´s zu geben dann wird da auf jeden Fall was machbar sein und wenn es nur die alleinige Gesundheitsfürsorge (die ich evtl. im eilantrag beantragen würde) ist.

Viel Glück und alles Gute

Melli

Beitrag von kruemlschen 28.07.09 - 08:53 Uhr

Hallo Chi,

such Dir einen guten Anwalt und beantrage das alleinige Sorgerecht.

Lg Krüml

Beitrag von mirabelle 28.07.09 - 15:00 Uhr

Das ganze glaube ich Dir einfach nicht:

Mein KV ist pychisch krank, wir habe aber durch Ehe immernoch gemeinsammes SG:

Ich habe weder für Anmeldungen KiGA / Schulen seine Unterschrift gebraucht, noch bei geplanten Operationen!

Das sind m.E. nur vorgeschobene Gründe.

Es ist so gut wie unmöglich aufgrund dieses Sachstandes das alleinige SR zu bekommen. Du kannst narürlich gerne klagen, nur wirst Du kein PKH erhalten ( die zahlen nur bei Erfolgsaussicht)

Nur mal am Rande:

Mein KV hat im Beisein der Kinder einen Suizidversuch unternommen, meine Tochter hat ihm durch einen Anruf beim Notarzt das Leben gerettet - was soll ich sagen, selbst nach dieser Aktion erfreut es sich immernoch am gemeinsammen SG. Anwalt und Jugendamt sind sich da sehr einig!

M.

Beitrag von chiary 28.07.09 - 16:15 Uhr

Hallo,

es geht mir in keinster Weise um das alleinige Sorgerecht.
Das habe ich mit keinem Wort geschrieben und das ist auch nicht der Hintergrund meiner Frage.

Es ist schön für Dich wenn diverse Insitutionen die fehlende Unterschrift des KVs bei Dir übergehen.
Bei mir sieht es nunmal anders aus.

Unsere KiTa hat erst, nachdem eine JA Mitarbeiterin in einem persönlichen Gespräch mit der Leitung bestätigt hat das wir mehrfachst versucht haben die Unterschrift zu bekommen, meine Süße aufgenommen.

Den Reisepass bekomme ich schlicht nicht, egal wie freundlich ich bin und wie sehr ich mich erkläre. Der KV muss unterschreiben oder es gibt den Pass nicht. Ende des Gesangs.

Gleiches bei einem Sparbuch auf den Namen meiner Tochter, da sind die Regelungen bei Banken doch ziemlich eindeutig ( es geht um ein Sparbuch allein auf ihren Namen, keine anderen Möglichkeiten, sondern genau diese ).

Die Kinderklinik operiert meine Tochter bei Notfällen gern auch ohne fehlende Unterschrift des KVs.
Die zwei Plan OPs die bei ihr anstehen sind aber keine Notfälle, seine Unterschrift muss sowohl auf dem Aufklärungsbogen zur OP als auch auf dem Anästesiebogen vorhanden sein.

Ich habe keine Ahnung ob es Gang und Gebe ist wegen solchen Dingen zu versuchen das einmal geteilte Sorgerecht dem anderen Enletrnteil wieder entziehen zu wollen, ist mir auch egal, denn es trifft auf mich nicht zu.

Und ich möchte Dich freundlichst bitten solche Unterstellungen meine Person betreffend in Zukunft zu unterlassen.

LG
Chi


Beitrag von mirabelle 28.07.09 - 16:52 Uhr

Reisepass und Bank sind klar.

Aber alles andere ist Geschisse!

Bei Kita, Schule, Arzt etc. unterschreibe ich eben einfach, ohne vohreige langschweifige eÉrklärungen über den Status Quo beim SR.

Wie gesagt, Du wirst kein Alleiniges SG bekommen. Also bleibt Dein Problem weiter bestehen. Für diesen Zweck gibts beim JA ein Formular und gut ist. Da muß sich keine Mitarbeiterin stundenlang mit irgentwelchen Kita - Leitungen rumschlagen.

Entweder übtreibst Du maßlos oder Du bist von einer Mischung aus Korinthenkackern und Dilletanten umgeben.

M.

Beitrag von lexika 28.07.09 - 17:45 Uhr

Ich dann aber anscheinend auch - nur mit dem Unterschied dass bei mir der KV in der Regel unterschreibt.

Und mit einem kleinen Blick ins Sorgerecht gibt es wirklich Fälle die nicht eindeutig sind, Fälle in denen von einer impliziten Genehmigung ausgegangen werden kann (zB Auffrischungsimpfungen), Fälle in denen die Eltern gemeinsam auftreten so dass davon ausgegangen werden kann dass sie noch füreinander eintreten (wie bei Verheirateten wo die Unterschrift eines Elternteils reicht)und Fälle die reine Verwaltungsakte sind (wie die Einschulung zum Termin)

- alles andere was nicht Alltag ist sondern weitreichende Entscheidungen beinhalten sind Entscheidungen die von beiden zu treffen sind.

LG


Beitrag von kruemlschen 28.07.09 - 18:55 Uhr

Nur weil Du schlechte Erfahrungen bei Deiner Klage gesammelt hast und anscheinend einen sehr schlechten Anwalt hattest musst Du der TE nicht gleich den Flo ins Ohr setzen, dass eine Klage auf das AS keinen Erfolg hätte.

Die Verweigerung von zwingend notwendigen Unterschriften (und das ist bei der Beantragung von Pass und OP's - zumindest in den KH's in meiner Nähe - der Fall) ist inzwischen ein gar nicht mehr so unüblicher Grund einem Elternteil das Sorgerecht ab zu erkennen.

Ich habe das AS ganz ohne Probleme bekommen. Die Richterin hat ins Urteil geschrieben, dass sie meinem Exmann wegen Erziehungsunfähigkeit das Sorgerecht entzieht, da dieser wichtige Unterschriften verweigert, nicht mit der Mutter kommuniziert und sich nicht um seinen Sohn zu kümmert.

Bei den von Dir genannten Eigenschaften des KV's würde ich ja wenn nötig bis zum obersten Gerichtshof gehen. Oder kannst Du seine angeblichen Taten etwa nicht beweisen? Das ist nämlich ausschlaggebend...

Gruß Krüml

Beitrag von mirabelle 28.07.09 - 20:18 Uhr

Nein, ich habe den besten Anwalt von Köln.

Die TE kann gerne klagen, nur das Prozessrisiko wird bei Ihr liegen, weil die PKH aussichtlose Klagen nicht unterstützt.

Für Fälle , wie die der TE gibt es Erklärungen durch das Jugendamt, in denen steht, das das Einverständniss des KV wegen dessen Unwillikeit nicht eingeholt werden kann.

Das soll sie sich austellen lassen und die Probs sind gelößt. Das alleinige Sorgerecht will sie doch auch nicht,

"Die Richterin hat ins Urteil geschrieben, dass sie meinem Exmann wegen Erziehungsunfähigkeit das Sorgerecht entzieht, da dieser wichtige Unterschriften verweigert, nicht mit der Mutter kommuniziert und sich nicht um seinen Sohn zu kümmert.2

Das ist richtig, das man das alleinige Sorgerecht dann zugesprochen bekommt. Allerdings steht vor dem Urteil "Erziehungsunfähikeit " erstmal eine Begutachtung des KV. Und das ist auch nicht unbedingt leicht.

Bei den von Dir genannten Eigenschaften des KV's würde ich ja wenn nötig bis zum obersten Gerichtshof gehen. Oder kannst Du seine angeblichen Taten etwa nicht beweisen? Das ist nämlich ausschlaggebend...

Ja, wenns so einfach wäre! Klar kann ich das beweisen, bei Selbstmord kommt immer ein Streifenwagen mit dem RTW zusammen.Alles Aktenkundig
Aber mein KV ist Pychisch krank und daher nicht verantwortlich für seine Taten. Und da er sich nur selbst schädigt .... Wen interessiert das die Kinder in Psychologische Behandlung sind. Das ist es nicht eindeutig . Und Sorry, ich habe nicht das Geld einen aussichtslosen Kampf zu führen. Wenn ich ein Urteil habe, geht der KV wieder in Therapie, der nächste Richter geht von Gesundung des KV aus , bis der nächste Klopper passiert . Glaub mir, ich mach das Spiel seit über 10 Jahren mit. Nee, nochnichteinmal ein Suizid reicht da für deutsche Gerichte aus.


M.

Beitrag von kruemlschen 29.07.09 - 08:12 Uhr

Für solche Fälle kann man das Gerichtsverfahren unter der Bedingung der Genehmigung der PKH anstreben, das hat meine Anwältin damals auch gemacht. Und bei uns war die PKH gar kein Problem.

Bevor ich für jeden Wisch den ich unterschrieben brauch beim JA antanzen müsste, würde ich mir das AS erstreiten, aber jedem das Seine.

Wenn der von Dir genannte Fall tatsächlich so ist wie Du sagst und vor meiner Richterin ausgetragen worden wäre, dann hätte diese zumindest das Sorgerecht bis zur tatsächlichen Genesung des KV's ausgesetzt und Dir alleine übertragen.
Da entscheidet wohl die Willkür des Richters und wenn Du schon das JA nicht auf Deiner Seite hast, sieht es eh schlecht aus.

Die 1. Frau meines Exmannes hat nach 4jährigem Kampf (der sie im übrigen keinen Cent gekostet hat, da sie immer wieder PKH bekommen hat!) und 3maliger Sorgerechtsverhandlung am Ende doch auch noch gewonnen. Dieser Fall wurde übrigens immer mit dem selben Richter verhandelt.

Wenn Du nicht weiter kämpfen möchtest (aus welchen Gründen auch immer), ist das Deine Sache und dein gutes Recht.
Ich würde es anders machen.

Gruß Krüml

Beitrag von rubberduck01 29.07.09 - 20:21 Uhr

Aber es stimmt, was gesagt wurde:

Du brauchst nicht andauernt die Unterschrift vom KV:

Bei mir in 12 jahren nur einmal ( und da hab ich sie bekommen )
und bei meiner Freundin in 10 Jahren noch nie.

Und alle ( insgesammt 4 ) Kinder sind in den KiGa gegangen, in die Grundschule, in die weiterführene Schule, an Mandelen und Poypen operiert - alles ohne Unterschrift des KV

Und weil Frau im normelen Leben keine Unterschriften braucht ( rep. sich nur einmalig eine Bestätigung vom JA aushändigen lessen muß ) gibts keine PKH.

Wenn Du PKH bekommen hast, dann liegt das an Deinem speziellen Einzelfall, weil Dein KV als erziehungsunfähig eingestuft wurde. Aber damit das passiert, muß mehr geschen, als ein paar unnötig verweigerte Unterschriften. Es ist verständlich wenn Du nicht alle Details ausbreiten willst, aber wecke durch Halbheiten keine falschen Hoffnungen.

die Gummiente