Liebe Frau Ostmann,
Ich bin gerade furchtbar müde und habe jede Menge Fragen zum Thema Schlafen:
Zum Beispiel frage ich mich, ob mein Kleiner (gerade 4 Monate alt) nicht ziemlich wenig schläft. Abends lege ich ihn gegen 20 Uhr hin, dann wacht er aber noch bis ca 22 Uhr jede halbe Stunde auf. Nachts im Moment jede Stunde (das war schon mal besser). Alle zwei Stunden stille ich nachts, sonst beruhige ich ihn anders. Morgens schläft er bis ca. 6:30. Tagsüber hat er ein paar kurze SChlafphasen (meist im Kinderwagen), insgesamt so 2-2,5 Stunden. Rechnet man die Nacht als eine Schlafphase, sind das insgesamt allerhöchstens 13 Stunden.
Außerdem frage ich mich natürlich, warum er nachts dauernd aufwacht. Hunger ist es nicht, glaube ich. Ist ihm zu kalt? Liegt es am Zahnen? Oder am Schnupfen? Oder muss ich gar keine Erklärung suchen, da es in dem Alter noch ganz normal ist? Bei meiner Großen war das allerdings längst nicht so problematisch.
Er beruhigt sich nachts sofort, wenn ich ihn hochnehme und mit ihm auf dem Hüpfball wippe. Das ist mir allerdings auf dauer viel zu anstrengend. Quengeln lassen kann ich ihn aber nicht, sonst wird die Große wach. Was könnte ich noch machen?
Vielen Dank fürs Lesen!
müde Grüße,
alini
Wieviel SChlaf mit 4 Monaten?
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Beitrag von alini - 09.11.09 - 10:26 Uhr
Beitrag von EXPERTE - 09.11.09 - 12:45 Uhr
Hallo,
13 Stunden sind natürlich eher zu wenig. Die Babys brauchen sehr unterschiedlich viel Schlaf, aber ich glaube nicht, dass Ihrem Sohn die 13 h reichen. Er sollte so nach ca. 2 bis 2 1/2 h wach sein (allerhöchstens) wieder schlafen.
Ein Problem scheint zu sein, dass er dann jeweils nur ganz kurz schläft und also nie ausgeschlafen ist, wenn er aufwacht.
Was können Sie tun? Vor allem mit einem älteren Kind ist da ja nicht alles möglich!
Vielleicht achten Sie zunächst mal auf seinen Rhythmus. Wann wird er müde, schaffen Sie es, Ihn bei den ersten Müdigkeitszeichen zum Schlafen zu bringen? Wäre super. Wie viel Schlaf kann er sich holen, wenn Sie ihm möglichst viel anbieten? Vielelicht beginnen Sie mit solchen beobachtungen und Versuchen, wenn da noch eine 2. Person für Ihre Große da ist (Papa, Oma, Babysitter) - dann sind Sie nicht ganz so zerrissen und unter Druck.
Das ist nämlich sicher das 2. Problem, der Druck, weil Sie Ihre Große nicht so lange warten lassen können / wollen, weil Sie befürchten, dass sie aufwacht usw. Wenn Sie das für eine gewisse Zeit entzerren könnten durch eine weitere Betreuungsperson, wenigstens Phasenweise, wäre das eine große Erleichterung.
Wenn Ihr Sohn genügend / mehr schläft, kann es gut sein, dass er auch besser schläft und nachts nicht mehr so häufig aufwacht. Babys die genügend schlafen, schlafen besser!
Der nächste Schritt könnte sein, am Einschlafen zu arbeiten. Nachts auf dem Ball hüpfen, das ist klar, das geht nicht - Sie Arme!
Wenn Ihr Sohn also mit weniger aufwendiger Hilfe einschlafen lernt, ist es zumindest entspannter, vielleicht schafft er es dann auch schneller, ganz allein weiter zu schlafen. denn aufwachen nachts ist ganz normal (so nach 50 bis 60 min), dann können sich manche Babys aber umdrehen und weiterschlafen, das schafft er kaum.
Also: Dass Ihr Sohn aufwacht ist normal, dass er viel Hilfe zum Einschlafen braucht, ist nicht ungewöhnlich, aber für Sie natürlich super anstrengend. Natürlich kann eine Störung wie Schnupfen oder Zahnen dazukommen, als Ursache für regelmäßiges häufiges Erwachen über einen langen Zeitraum reicht das aber eher nicht.
Sie könnten sich also erst einmal für den Tagschlaf eine weitere Einschlafform überlegen (außer Kinderwagen, da funktioniert's vermutlich nur, solange er sich bewegt). Z.B. mit Ihnen im Bett liegend oder in Ihrem Arm. Wählen Sie eine Form, die Sie auch mit Ihrer Großen zusammen ausführen können. Für die Eingewöhungszeit bräuchten Sie aber doch jemand Erwachsenen zur Entlastung (s.o.)
Diese neue Einschlafform probieren Sie dann aus, bei jedem Tagschlaf, wenn es nach 1/2 h nicht geklappt hat, Pause mit rumtragen, ablenken, beruhigen und später noch eimal probieren.
Wenn das nach ca. 1 Woche überhaupt noch nicht funtioniert, würde ich abbrechen. Sonst könnten Sie weiter machen und das Gleiche abends und dann auch nachts probieren.
Natürlich müssen Sie trotzdem zwischendurch raus, da wird er dann im Kinderwagen einschlafen. Das ist auch o.k. Es sollte nur nicht ausschließlich sein. Sonst hält er solange durch, bis sie ihn in den Kinderwagen stecken.
Das alles ist natürlich kein Muss, sondern ein Weg um zu erreichen, dass er lernt entspannter, leichter einzuschlafen. Denn im Moment braucht er vieleReize dazu, was ja eigentlich widersprüchlich ist zum Einschlafen. Er ist gewohnt geschickelt und gehoppelt zu werden, das reiz ihn eigentlich noch mehr, aber hält ihn auch vom Schreien ab und irgendwann schläft er vor Erschöpfung ein. Ein entspanntes Einschlafen ist das nicht. Ihr Sohn zeigt Ihnen aber immer wieder, dass es es so haben will. Ein Teufelskreis.
Also, wenn Sie das Einschlafen üben, ist alles gut, was ein bisschen die Reize reduziert. Nicht mehr auf dem Ball hüpfen sondern nur sitzen oder im Sessel sitzen mit ihm. Da wird er mehr schreien, aber er muss lernen so zur Ruhe zu kommen. Er hat alles, was er braucht, ist satt, warm, bei mama geborgen - mehr braucht er nicht. Mit dem schreien zeigt er, dass es ihm nicht passt, dass es ihm schwer fällt runterzukommen, dass er ärgerlich ist, nicht seinen gewohnten Stil zu bekommen, aber nicht, dass er verlassen oder ängstlich oder verzweifelt ist.
Schauen Sie, was realisierbar ist: Auf jeden Fall mehr Schlaf anbieten, wenn möglich das nach 1/2 Stunde-weiterschlafen unterstützen, evtl. die einschlafform Beruhigen - Ziel: weniger Reize sind zum Einschlafen nötig und er schafft es zunehmend allein.
Das Ganze geschieht auch ohne Ihr zutun, dauer aber, ich kann nicht sagen wie lange.
Ihre Kräfte scheinen verständnlicherweise am Ende zu sein, also macht es Sinn, was zu tun?!
Wie auch immer Sie sich entscheiden:gute Nerven und alles Gute
Frauke Ostmann
