wie Lücke im Lebenslauf schließen?

Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.

Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.

Beitrag von aeni - 11.01.10 - 17:15 Uhr

Hallo,

ich habe im Juli 2007 mein Abitur gemacht, ab 01. September 07 habe ich ein FSJ absolviert. Im Februar 08 bin ich schwanger geworden und habe wegen psychischer Belastung durch die Arbeit, meine FSJ gekündigt. Dies war am 20.Juni 2008. Meine Tochter kam allerdings erst im Oktober 08 auf die Welt. Da ich verheiratet bin und somit über meinen Mann Krankenkassenversichert werden konnte, habe ich mich nicht arbeitssuchend gemeldet. ( Ich habe mich zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage gefühlt, einen neuen Job anzunehmen und hätte auch keine Unterstützung vom Amt bekommen, da ich durch Vermietungen zu hohe Einnahmen habe).

Ich war also von Mitte Juni bis Mitte Oktober im Prinzip nur Hausfrau und von dort an in "Elternzeit". Nun möchte ich spätestens Anfang Oktober diesen Jahres eine Ausbildung beginnen (vllt. auch schon früher, da mein Mann Rheuma diagnostiziert bekommen hat und man nicht weiß, ob er seinen Beruf weiter fortführen kann ( Maler) ---> BUV greift ab 50% BU)

Wie formuliere ich das in einem Lebenslauf?

FG Ina

Beitrag von EXPERTE - 11.01.10 - 17:28 Uhr

Hallo Ina,


haben Sie im FSJ ein Zeugnis erhalten? Was steht denn da drin? Ist ersichtlich, dass das FSJ auf eigenen Wunsch beendet wurde?

Wenn Sie die gesundheitliche Seite nicht in den Vordergrund stellen möchten (und das sollten Sie auch nicht, gerade wenn "psychische Belastung" der Grund ist - zudem geht es niemanden was an) käme z.B. "Bewerbungsphase" o.ä. in die Lücke.
Da ersichtlich ist, dass kurz darauf Ihr Kind geboren wurde, wird auch niemand argwöhnen, dass Sie nicht arbeiten konnten, sondern dass Sie eben niemand eingestellt hat, da Sie offensichtlich schwanger waren.

Was möchten Sie denn lernen? Haben Sie schon Kontakte geknüpft? Oder auch schon ein Praktikum absolviert. Es wird gewiss leichter werden, wenn Sie persönlich schon punkten konnten.

Es grüßt,
CD

Beitrag von aeni - 11.01.10 - 17:48 Uhr

Ja, ich habe ein Zeugnis erhalten. Es wird jedoch nicht erwähnt, warum das AV zum 20. Juni 08 beendet wurde.

Also schreibe ich im Prinzip

schulische Laufbahn...

Sep. 07 - 20. Juni 08 : FSJ..(wo/Tätigkeit)

20. Juni 08 - ?? (was schreibe ich da? das geburtsdatum meiner tochter?): Bewebungsphase

17.Oktober 08 - Heute: Elternzeit


Ich habe vor, mich an einer Schule zu bewerben und dort eine Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin zu absolvieren. Danach möchte ich ggf. noch studieren ( Pflegepädagogik oder Pflegewirt bzw Bachelor of Arts Pflegewissenschaften etc. ), je nachdem wie die gesundheitliche Situation meiner Großmutter bis dahin aussieht ( meine Mutter starb 1997, mein Opa 2006 ( weshalb auch meine Noten seitdem ziemlich bescheiden waren, da ich mich um meine Oma kümmern musst die zwar erst 67 war, aber psychisch ziemlich am Ende) andere Verwandte hat sie nichtmehr), da ich mich um sie kümmern muss und nicht umziehen kann deshalb...

Persönlichen Kontakt habe ich noch nicht geknüpft, und Praktika kann man einer Schule ja nicht absolvieren.

Ich lag 1997 selbst lange im KH und meine beiden Kinder haben Hüftdysplasien, meine Tochter kan 5 1/2 Wochen zu früh und lag in der Kinderklink. Daher weiß ich, wie wichtig es ist, dass genug Betreuungskräfte in den Kliniken sind, die sich nicht nur oberflächlich um die Kinder kümmern, sondern auch den Eltern zur Seite stehen und den Kindern den Klinikaufenthalt so schön wie möglich machen.

Soll ich das irgendwie in meinem Anschreiben erwähnen?

Beitrag von EXPERTE - 11.01.10 - 18:11 Uhr

Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, aber so wie Sie schreiben, hört es sich ein wenig nach Helfersyndrom an. Oft höre ich das von Bewerbern: "Ich möchte helfen, habe schon meine Oma gepflegt und im Krankenhaus gesehen wie wichtig gute Pflegekräfte sind, die nicht "nur" Ihre Arbeit machen, sondern auch den Menschen sehen."
Es ehrt Sie natürlich, dass Sie Ihre Oma versorgen, schade nur, dass es Sie belastet bzw. einschränkt. Haben Sie Unterstützung? (Verwandte, ex. Pflegekräfte?) Oder möchten Sie das allein schultern? Schaffen Sie sich selbst dabei auch Freiräume?
Ich hoffe ich habe das richtig gelesen und trete Ihnen damit nicht zu nah.

Da ich selbst aus dem Pflegebereich komme, weiß ich wie belastend diese Tätigkeit ist und wieviel sie einem abverlangt. Gerade deswegen empfehle ich Ihnen ein Praktikum (klar, an der Schule können Sie höchsten einige Stunden hospitieren) in einem Krankenhaus. Sprechen Sie viel mit examiniertem Personal und auch mit den fortgebildeten Fachkräften (Hygienefachkraft etc.) bevor Sie sich entscheiden.

Im Lebenslauf würde ich es "locker" schreiben "2007 - 2008 FSJ XY, Einrichtung Ort" und dann ab 08/2008 Mutterschutz und Elternzeit.
Ist im Zeugnis irgendwo (eventl. versteckt) vermerkt, dass Sie aus psychischen Gründen aufgehört haben? Am Besten lassen Sie dies prüfen, gerade weil es das letzte vor der Elternzeit ist.

Beitrag von aeni - 11.01.10 - 18:32 Uhr

nein, nein, pflegen muss man meine oma noch nicht. Sie ist 70, mit der zeit lässt nur ihr gedächtnis sie ein bisschen im stich. Nur falls sie irgendwann ein pflegefall werden sollte, dann gibt es niemand anderen außer mir. auch wenn sie in ein Altersheim gehen sollte, muss ich sie ja ab und an dort besuchen. Und wenn wir 500km wegziehen wegen eines Studiums, dann geht das eben nicht.

Ich denke wenn ich arbeiten gehe, dann wird sie auch nicht mehr ständig verlangen, dass ich mit den kindern zu ihr kommen. Sie hat hier eben niemanden außer mich, meinen mann und unsere kinder. Als wir 1995 hier hergezogen sind wollte sie keine freundschaften schließen, ihre meinung dazu: "ich sterb ja sowieso vor meinem Mann"
Dem war eben nicht so und seitdem denkt sie, sie sei der ärmste Mensch auf Erden und jeder redet über sie und kann sie nicht leiden. Helfen lassen will sie sich aber auch nicht und als der Arzt einmal zu mir gesagt hat "Frau xx, sie müssen sich das nicht alles auflasten" hat sie gemeint "doch, muss sie, ich hab sie großgezogen, jetzt muss sie ihrer pflicht nachkommen" am liebsten würde sie mit uns in eine wohnung ziehen. In der zwischenzeit bin ich soweit, dass ich jeden Tag morgens anrufe (sie könnte ja über nacht sterben, sagt sie) und sie alle 3-4 Tage zu uns hole. Falls sie erledigungen zu tätigen hat fahre ich sie, aber es ist längst nichtmehr so schlimm wie anfangs. (sie war jeden tag bei uns oder ich bei ihr...als mein opa gestorben ist musste ich neben ihr im ehebett schlafen weil sie angst hatte)

Ich habe mein FSJ im Bereich Individuelle Behinderten Assistenz gemacht. ( von querschnitt über tetraspastik bishin zu MS+Contergan+Hep. C+ unzählige Allergien)
Die Klienten waren es aber nicht, die mich zur kündigung gebracht haben, sondern die Teamleiter. Da ich nichtmehr bei klienten arbeiten durfte (schwer heben, umlagern, nachtdienste) und die schulbetreuung den Zivis vorbehalten war musste ich teilweise, wenn nichts zu tun war meine 8 1/2h am tag in einem ansonsten leeren raum verbringen und blätter zusammenheften oder kopieren. Ich durfte keine Minute früher gehen und hatte eine pause von 10 minuten.

(entschuldigen sie die fehlerhafte rechtschreibung, ich bin grad beschäftigt mit stubenwagen schieben)

Beitrag von EXPERTE - 11.01.10 - 19:11 Uhr

Ok verstehe. So wird es klarer.

Dann wünsche ich viel Erfolg für die Zukunft und dass sich die Situation mit der Oma entspannt.