... bzw. wie lange man i.d.R abzahlt?
Nicht das man schon zu alt ist und es nicht mehr abbezahlen kann?
Mein Mann und ich sind beide 36 Jahre und überlegen, ob wir nun ein Haus bauen sollten.
Hauspreis: 160TSD
Grundstück 70 TSD
Wieviel EK sollten wir mitbringen?
Kann mir das jemand sagen und wie hoch sind die evtl. Belastungen?
Lohnt es sich überhaupt noch? Oder sind wir schon zu alt?
Kann mir jemand sagen, wann man es lieber lassen sollte (Häuschen ..)
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Beitrag von toe - 01.06.10 - 13:00 Uhr
Beitrag von miau2 - 01.06.10 - 13:18 Uhr
Hi,
das sind alles so Fragen, die dir niemand pauschal beantworten kann.
EK: es ist sinnvoll, mindestens die Nebenkosten (wenn ihr bauen wollt, auch Baunebenkosten) - also Notar, ggfs. Makler, Grundbucheintrag usw. - als EK mitzubringen. Wenn man das auch noch finanzieren will hätte man eine Finanzierung über den Wert der Immobilie - das machen zum einen nicht mehr viele Banken, zum anderen erhöht es wenn man eine findet den Zinssatz.
Ansonsten - wie viel EK du mitbringen musst für das Vorhaben hängt davon ab, wie lange ihr (mindestens, verkürzen kann man immer) abbezahlen wollt, wie viel an monatlicher Belastung ihr Euch leisten könnt...je weniger EK, desto höher der Beleihungswert, desto höher der Zinssatz.
Und ob ihr eine Bank findet, die das macht hängt natürlich vom Einkommen ab.
Ganz allgemein - wobei man natürlich auch hier vorsichtig sein muss mit solchen Angaben - muss man aktuell mit mind. 5-5,5% der Kreditsumme als jährliche Belastung rechnen. Natürlich "kalt", also ohne Nebenkosten, und das auch mit "nur" 1%iger Tilgung (dann würdet ihr länger als bis zur Rente abbezahlen, wenn es keine Sondertilgungen gibt) und nicht ewig langer Zinsbindung. Je länger die Zinsbindung, desto teurer...Und nicht vergessen: wer heute mit schön niedrigen Zinsen einen Kredit aufnimmt, mit 1%iger Tilgung und 10jähriger Bindung - der hat am Ende der Laufzeit der Zinsbindung (ohne Sondertilgungen) noch knapp 90% der Kreditsumme stehen. Was, wenn die Zinsen dann 2 Prozent höher sind (oder noch mehr, meine Eltern haben ihr erstes Haus mit 8-9% finanzieren müssen (allerdings nicht voll))? Könnte bedeuten, dass man zwar "schon" 10% abbezahlt hat, die monatliche Belastung aber trotzdem plötzlich deutlich höher ist. Plus natürlich dass in dem Alter die ersten Reparaturen anstehen können.
Also als Rechenbeispiel: wenn ihr die 230.000 finanzieren würdet müsstet ihr mit ca. 12.000 Euro (etwas mehr oder etwas weniger) im Jahr rechnen, also ca. 1000 Euro/Monat. Plus Nebenkosten je nachdem, was und wie groß man gebaut hat. Für unseren Neubau (140qm+Keller, Minigrundstück, KfW85) rechnen wir mit ca. 300 Euro NK im Monat, für 4 Personen, inkl. Strom. Das kann natürlich auch mehr sein, oder halt weniger.
Lohnen - mein Mann ist 38, ich werde 35 - DAS war nie die Frage für uns. Wir haben zwar fest auch nur 1% Tilgung vereinbart, aber Sondertilgungen fest eingeplant (es gibt da 1-2 Zahlungen im Jahr, z.B. einen Bonus, der zwar sehr sicher, aber nicht und vor allem nicht in der genauen Höhe fix ist - das Geld soll für Sondertilgungen verwendet werden, könnten durchaus noch mal 2% extra pro Jahr werden).
Rechnet es Euch mal durch...beim Bauen muss man immer noch mit einplanen, dass die Baunebenkosten höher sind als geplant (wir hatten ein Angebot von einem Systemhaushersteller, der uns auf alles außer diesem Punkt eine Preisgarantie gegeben hätte - der Punkt wurde sicher nicht grundlos ausgeschlossen). Man muss mit einer längeren Doppelbelastung Kredit/Miete rechnen, und auch Verzögerungen (wer im letzten Winter gebaut hat kann vielleicht ein Lied davon singen) sind möglich.
Wir haben ein fast fertiges Haus gekauft im April und übernehmen es im Juli bezugsfertig...ein längerer, witterungsbedingter Baustopp ist da eher unwahrscheinlich
, und die Doppelbelastung wären max. 2-3 Monate.
Kann dir halt niemand so pauschal beantworten. Es gibt viele, wo es geht, auch in dem "Alter" noch, und es gibt viele, wo es eher keinen Sinn machen würde.
Viele Grüße
Miau2
Beitrag von curlysue1 - 01.06.10 - 13:44 Uhr
Kommt drauf an wieviel Ihr abbezahlen könnt im Monat und wieviel EK da ist, ohne würde ich nicht bauen und eigentlich auch nicht die hohe Summe finanzieren.
Mit 60 würde ich auf alle Fälle mit dem abzahlen fertig sein wollen.
Wenn es auf 30 Jahre hinausläuft, würde ich es sein lassen!
Unser Ziel ist es unter 40 mit dem Abbezahlen durch zu sein.
Beitrag von zwiebelchen1977 - 01.06.10 - 14:16 Uhr
Hallo
Die meisten Finanzierungen laufen auf 30 Jahre hinaus
Bianca
Beitrag von curlysue1 - 01.06.10 - 14:51 Uhr
Kommt drauf an, wir haben viele im Bekanntenkreis, die es in 10 Jahren abbezahlt haben.
Beitrag von nele27 - 01.06.10 - 15:58 Uhr
Dann sind die entweder superreich oder wohnen so dermaßen in der Pampa, dass die Hauskosten extrem niedrig sind.
Ein Haus in Hamburg, wo wir wohnen, zahlt kein Durchschnittsverdiener in 10 Jahren aus eigener Kraft ab...
LG, Nele
Beitrag von curlysue1 - 01.06.10 - 20:30 Uhr
Bekannte in Stuttgart haben sogar weniger als 10 Jahre bezahlt, allerdings sind sie JETZT keine Durchschnittsverdiener mehr.
Es ist auch kein Durchschnittshaus, würde es schon fast als Villa bezeichnen
, aber es steckt auch viel Eigenleistung drin, ohne Eigenleistung hätten wir z.B. nicht bauen können.
LG
Beitrag von myimmortal1977 - 01.06.10 - 14:28 Uhr
Das einfachste ist, Ihr holt Euch einen unabhängigen Finanzberater ins Haus, der Euch mehrere Rechenbeispiele verschiedener Banken präsentieren kann.
Der kann Euch auch genau sagen, wie viel EK klug wäre, ob es eine Möglichkeit der Vollfinanzierung gibt, welche Sicherheiten sonst noch benötigt werden usw. usw.
Die legen einem auch komplette Zahlungspläne vor, wo man einmal entscheiden kann nach Alter, z. B. ich will mit 60 fertig sein, was müsste man als Summe monatlich bei aktueller Zinslage aufbringen, oder ich kann max. dies und das monatlich investieren, wann wäre dann die Immobilie abbezahlt.
Es gibt x verschiedene Finanzierungsmodelle. Für jeden ist ein anderes günstiger. Deshalb sollte man sich von einem Unabhängigen oder auch 2 Unabhängigen Beratern genau informieren lassen.
LG Janette
Beitrag von vwpassat - 01.06.10 - 14:47 Uhr
Das kann man pauschal nicht sagen.
Habt Ihr Eigenkapital?
Was verdient Ihr?
Sind Eure Jobs sicher?
Beitrag von wemauchimmer - 01.06.10 - 15:19 Uhr
Hi toe,
in der ersten Antwort hast Du das mit der Belastung ja schon recht gut erklärt bekommen.
Deshalb nur ein paar Stichworte:
- mit 36 bist Du keineswegs zu alt. Eigentlich fallen mir so auf Anhieb nur Leute ein, die so alt oder älter waren, als sie Eigentum erworben haben. Es ist ja auch nur sinnvoll, wenn Du weißt wo Du bleiben willst. Und eben weil es besser ist, man hat Kapital angespart und man ist beruflich etabliert.
- Du mußt auf jeden Fall eine seriöse Finanzplanung machen. Wie belastbar sind die 160TSD Baukosten? Das kommt mir doch recht billig vor. Bist Du sicher, daß es am Ende nicht ein Haufen mehr wird durch "Sonderwünsche", die aber eigentlich ganz normal dazugehören? Hast Du die Einrichtung bedacht (z.B. Küche) ?
- Du mußt die Belastung in Relation zu einer Kaltmiete sehen und realistische Mietentwicklung zugrunde legen (hängt stark von der Wohngegend ab). Da kommt dann ein Mehr oder ein Weniger raus und ggf. müßt Ihr entscheiden, obs Euch das "mehr" eben wert ist.
- Die Bevölkerungszahlen sind in vielen Regionen in Deutschland sehr rückläufig. In so einer Region wird es mittelfristig ein deutliches Überangebot an Immobilien geben. Das heißt, das dort die Mieten sinken und die Häuser stark an Wert verlieren. Da ist dann das Bauen rein finanztechnisch gesehen eigentlich idiotisch, aber es gibt ja auch noch andere Sichtweisen (und andere Regionen
).
LG
Beitrag von lexa8102 - 01.06.10 - 20:19 Uhr
Hallo,
generell gilt - je mehr Eigenkapital desto weniger Hypothek müsst ihr aufnehmen und desto eher ist es abgezahlt.
Rechnet am besten mal aus, wie viel EK ihr habt und wie viel ihr monatlich für eine Hypothek aufbringen könnt - dann erhaltet ihr den möglich Kreditbetrag und könnt euch errechnen, wie lange ihr abzahlen würdet (ohne Sondertilgungen).
Da gibt es ein tolles Buch von der Verbraucherzentrale. Hat mir sehr geholfen, kann ich nur weiterempfehlen.
VG
LExa
