hallo!
hat gestern jemand stern TV gesehen, als es um die ALGII fälle ging?
ich hab da mal ne frage zu: die eine mutti (lange lockige haare) meinte, sie hätte "nur" 400 euro für lebensmittel, schuhe, kleidung etc. zur verfügung-für sie und ihre tochter. monatlich...
die zweite mutti (mit den drei kids) hatte "nur" 1000 euro zur verfügung.
monatlich. nach abzug aller kosten hieß es da.
äääähm....kann mir mal jemand erklären, was bei den beträgen denn alles gezahlt werden muss? also lebensmittel und hygieneartikel schon klar, schuhe und kleidung auch klar, aber was kommt in den betrag noch rein?
versteht mich bitte nicht falsch, das soll jetzt keine hetze auf ALGIIempfänger werden, aber warum kommen die muttis mit dem geld nicht klar? 400euro für 2 personen monatlich für lebensmittel und so weiter sind doch absolut genug, oder nicht????davon leben wir vier
und 1000 euro hätte ich auch gern mal monatlich zum verleben...
klärt mich bitte auf, wenn ich da wichtige fixkosten vergesse...
ich versteh es nur nicht...
lg
frage zu sternTV gestern abend->ALGII
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Beitrag von motte1986 - 10.06.10 - 21:07 Uhr
Beitrag von cherry19.. - 10.06.10 - 21:22 Uhr
hallo,
du musst es eigentlich so rechnen:
pro erwachsener: 323 EUR
pro kind: 215 EUR (kindergeld kommt nicht extra in den geldbeutel der familien. der betrag is da beinhaltet)
demnach dein erstes beispiel:
die mutti mit ihrer tochter hat 538 eur. miete wird ja extra übernommen. von den 538 eur muss sie alles bezahlen. wenn sie keine versicherungen etc. hat, dann reicht das gut. aber wie gesagt, von den 538 muss sie kleidung, essen, versicherungen, kaputte waschmaschine etc.
dein zweites beispiel:
mutti: 323 eur
kids á 215 eur: 645 eur (wenn die kinder älter sind als 14 oder so gibts nen tick mehr. wieviel weiß ich aber nich)
demnach zusammen 968 eur.
von diesen 968 eur muss sie auch alles bezahlen.
du kannst also rechnen, dass jedem erwachsenen diese 323 eur zustehen zum leben und jedem kind die 215 eur.
logisch, dass diese familien keine großen sprünge machen können, jedoch is es fehl am platz über diese gelder noch zu jammern. denn ausreichen tut es, sofern man keine schulden hat und nach plan einkauft. auch da is es dann nämlich möglich, ein paar cent zur seite zu packen, falls die waschmaschine mal den geist aufgibt.
jedoch muss man sagen, dass, sofern die familie größer ist, es einfach ist, davon zu leben. so ist meine meinung. is man ganz alleine und soll von 345 eur einen ganzen monat leben, finde ich persönlich schon sehr sehr wenig. ist man da aber wieder zu zweit und jeder bekommt 323 eur, finde ich das durchaus "ausreichend", um zu leben.
Beitrag von motte1986 - 11.06.10 - 02:36 Uhr
okay, danke für die beträge...
ich könnte mich nur kringeln vor lachen mit "kaputte waschmaschine" oder so, meine maschine ist in 5 jahren einmal kaputt gegangen und die reparatur hat 50euro gekostet (selbst repariert), wenn ich das auf 5 jahre rechne oder 60 monate, dann muss ich monatlich nur 1 euro weglegen...
danke jedenfalls!
lg
Beitrag von cherry19.. - 11.06.10 - 22:10 Uhr
ich zum beispiel find das gar nich so lustig. ich hab über quelle eine bestellt. quelle hat sich aufgelöst und ich hatte n halbes jahr später ne kaputte maschine, bei der die reaparatur über 300 glocken gekostet hätte.. aaalsooo: musste wieder ne neue her. kann also mal ganz schnell gehen. und meist kommt bei sowas dann auch noch kühlschrank, herd und co.
immer alles auf einmal 
Beitrag von jeremiaskilian - 12.06.10 - 00:51 Uhr
Finde ich gar nicht so lustig! Dann hattest du bisher Glück!
Wir bekommen zwar kein Alg2! Aber uns sind innerhalb 5Monaten Waschmaschine, Trockner, TV, Laptop, Staubsauger und Couch kaputt gegangen. (Auch wenn man TV und Lappi wohl nicht braucht).
Schaden von knapp 4500€!
Und wir sind mit den Sachen immer ganz normal umgegangen! Manchmal kommt eben alles auf einmal!
Natürlich bekommt man Ersatz auch günstig irgendwo her, aber ärgerlich ist es trotzdem!
Beitrag von goldtaube - 10.06.10 - 21:38 Uhr
Ich habe die Sendung zwar nicht gesehen, aber es ist so, dass es einen Regelsatz gibt. Bei einem Paar sind es 2x 323 Euro + 215 Euro Regelsatz fürs Kind (wobei ältere Kinder mehr bekommen) + angemessene Miete + Heizkosten
Von dem Regelsatz muss alles gezahlt werden was nicht Miete und Heizkosten sind. Also Strom, Versicherungen, Telefon, Internet, Sprit, Auto, Lebensmittel, Reparaturen (z. B. Waschmaschine), Kleidung usw.
Kindergeld wird komplett angerechnet. Auf Erwerbseinkommen hat man einen Freibetrag. Da hat man den dann eben mehr als nur ALG II. Anderes Einkommen wird natürlich angerechnet. Beim Elterngeld sind aktuell 300 Euro anrechnungsfrei bzw. 150 Euro, wenn gesplittet wurde.
Von der GEZ können sie sich befreien lassen. Und müssen pro Jahr maximal ca. 86 Euro Zuzahlungen (chronisch Kranke die Hälfte) leisten und können sich dann für das restliche Jahr von der Krankenkasse befreien lassen.
Beitrag von urbani - 10.06.10 - 22:39 Uhr
Du hast noch einiges vergessen. Soweit ich weiß, bekommen ALG II-Empfänger in vielen Bundesländern die Kindergartengebühren komplett erstattet (auch ganztags, was für mich als Angestellte echt zu teuer war), zum Schuljahresbeginn bekommen die doch 100 Euro, oder? Auch Schulbücher müssen nicht gekauft werden. In vielen Schwimmbädern etc. erhalten sie ermäßigten Eintritt. Wenn Klassenfahrten anstehen, werden die von der Arge übernommen etc. Also haben die doch ein ganzes Stück mehr Geld, als die angegebenen Beträge!
Beitrag von goldtaube - 10.06.10 - 23:11 Uhr
Aber wie du schon schreibst, es ist nicht überall so, dass sie das alles bekommen. Einiges bekommen einige ALG II Empfänger davon nicht.
Beitrag von tinka85 - 11.06.10 - 07:59 Uhr
hey.
ja das hast du gut erkannt.SIE können günstiger an bestimmten dingen teilnehmen, SIE bekommen 100 euro für jedes schulkind, SIE kriegen zuschüsse für klassenfahrten. SIE bekommen sogar zuschüsse zum essensgeld in der kita und schule und sogar ausflüge der kita können übernommen werden. SIE kriegen in manchen städten auch die kita vergünstigt oder ganz übernommen und nun kommt noch etwas: SIE bekommen in einigen städten sogar die verhütungskosten ganz erstattet - egal ob es die pille für 20 euro oder die sterilisation für 500 euro ist . achja und die erstausstattung hast du auch vergessen.
ja es gibt sicher einige die sich darauf ausruhen ( habe son paradebeispiel im inzwischen entfernten umfeld. 20 jahre alt, schwanger mit nummer 4, 4.erstausstattung beantragt und bewilligt obwohl der dachboden voll ist mit babysachen da die kinder 1,2 und 3 jahre alt sind , kein bock auf irgendwas). aber es ist auch tatsache, dass der großteil halt anders ist.
man sollte aber nicht immer gleich draufhauen denn SIE sind zum einen trotzdem menschen und zum anderen haben sie das system nicht erstellt...dass es so viele dinge zum beantragen gibt, liegt nicht an den alg-beziehern.
Beitrag von king.with.deckchair - 11.06.10 - 08:26 Uhr
Dummes unwissendes Zeug mal wieder!
In vielen Städten in D ist es so, dass ALG II-Empfänger keine Ermäßgiungen für öffentliche Einrichtungen und ÖPNV bekommen!
Und dann dieser Stuss:
"bekommen ALG II-Empfänger in vielen Bundesländern die Kindergartengebühren komplett erstattet (auch ganztags, was für mich als Angestellte echt zu teuer war)"
Wenn Du "als Angestellte" so wenig verdienst, dass du durch Zahlung der KiTa in den gleichen oder unter den Einkommensbereich von ALG II-Empfängern rutschst, so hast du ebenfalls Anspruch auf KiTa-Zuschüsse oder Kostenübernahme. Wenn ich solchen Dummfug lese, geht mir echt der Hut hoch! Immer diese "Buäh, ich muss alles selbst zahlen und die nicht, buäh"... 
Wer mit seinem Einkommen unter bestimmten Grenzen liegt, der kann mittels der entsprechenden Zuschüsse schnell wieder ÜBER die ALG II-Grenze kommen!
Beitrag von urbani - 13.06.10 - 21:13 Uhr
Ich habe nicht gesagt, dass ich das Geld nicht für die Ganztagsbetreuung hatte, sondern nur, dass es mir zu teuer war. Ich habe es anders geschafft, weil ich mir lieber Urlaube etc. leisten möchte. Dennoch ärgert es mich, wenn HartzVI-Empfänger Ganztagskindergartenplätze komplett bezahlt bekommen. Die sitzen doch eh den ganzen Tag zuhause, sollen sie sich doch selber um die Kinder kümmern und die Plätze denen überlassen, die arbeiten gehen und die Betreuung brauchen.
Da mein Mann Vollzeit und ich nur 25 Stunden die Woche arbeiten bin, haben wir es auch so gut hinbekommen. Natürlich wäre es für mich einfacher gewesen, wenn ich mein Kind ganztags im Kiga gehabt hätte, aber ich war einfach nicht bereit, dafür so viel Geld hinzulegen und Hartz-VI-Empfänger bekommen es in den Hintern geschoben!
Beitrag von motte1986 - 11.06.10 - 02:33 Uhr
hallo!
danke für die genaue aufstellung. ich kenn mich mit ALGII nicht gut aus, bin auch echt froh drum...
gut, wenn alles von dem geld bezahlt werden muss, was nicht miete und heizung ist (wie ist das mit strom?), dann muss man klar sehr aufs geld schauen.
trotzdem find ich schon, dass man mit dem geld sehr gut klar kommen kann...grad in zeiten von telefon+dsl flatrates, usw....
kleidung kann ich immer schlecht einschätzen, wieviel da monatlich nötig ist, meine kinder sind da komischer weise sehr sparsam, wirklich BRAUCHEN tun sie im monat selten was...so alle 3 monate ist mal was nötig, aber da kann man sich ja ein paar euro weglegen davon...
naja, sei es wie es ist, wenn ich von unserem einkommen die miete und heizkosten wegrechne, dann bin ich bei grad mal 200 euro mehr, als die zweite dame zur verfügung hatte und kann davon aber fast 500euro weglegen (jaaaaaaaaaaa, wir sind schon sehr sparsam, aber nicht gezwungener maßen, es ist einfach so. wir brauchen nicht viel zum glücklichsein...
)...
lg
Beitrag von zwiebelchen1977 - 11.06.10 - 07:05 Uhr
Hallo
Strom muss selber gezahlt werden. Ist auch Ok so, den es würde bestimmt dann keiner mehr darauf achten, wieviel er verbracuht
Bianca
Beitrag von king.with.deckchair - 11.06.10 - 08:22 Uhr
"trotzdem find ich schon, dass man mit dem geld sehr gut klar kommen kann"
Kann man nicht. Wir haben 12 Monate ergänzenden ALG II-Bezug hinter uns briungen müssen (ich war "witzigerweise" schon ALG II-SB in der Nachbargroßstadt, aber über Zeitarbeit und mein Mann war arbeitslos). Dadurch, dass unsere Wohnung zu teuer war, ging der gesamte Freibetrag für die höhere Miete drauf. Wir hatten also soviel zum Leben wie nur mit ALG II. Wir, das waren zwei Erwachsene, ein männliches Kind, 14, 15 Jahre alt, mitten im Wachstum ("fraß" demgemäß zeitweise wie ein Scheunendrescher, der hatte manchmal echt alle Stunde Hunger...
).
Wir sind vorausschauende Menschen, die rechnen und planen, Haushaltsbuch führen. Trotzdem ging uns nach einigen Monaten sehr die Luft aus. Wenn auch nur 20,- € Kopiergeld für die Schule anstanden und das am besten nach dem 20., dann wurde es schon eng. Dann ging die Waschmaschine kaputt, man gewährte uns kein Darlehen, verwies darauf, dass anzusparen sei und wir ja den Freibetrag hätten... und und und...
Man kann eine gewisse Zeit mit ALG II über die RUnden kommen - aber mit Kind(ern) ab einem gewissen Alter wird es verdammt schnell verdammt eng.
Beitrag von motte1986 - 11.06.10 - 10:08 Uhr
dann kam das sowas von blöd rüber in dem beitrag, das hörte sich echt so an, als ob das geld nur zum leben, also für lebensmittel und kleinkrams ist...und das wäre echt nicht zu wenig gewesen...
aber sei es drum, viel ists nicht, das steht fest...
aber mal ne frage: warum solltet ihr ansparen? ich mein, das ist doch im sockelbetrag nicht vorgesehen???
ja, pupertierende kinder können fressen wie die scheunendrescher, ich hab auch schon zu meinem mann gesagt, wenn die jungs so 13-16 sind, gibts jeden tag 2 kilo nudeln und ketchup
lg und danke für die erklärung
Beitrag von king.with.deckchair - 11.06.10 - 10:54 Uhr
"warum solltet ihr ansparen? ich mein, das ist doch im sockelbetrag nicht vorgesehen???"
Doch, ist es. Deswegen wurde die ALG II-Regelleistung im Vergleich zur Sozialhilfe einen Tick höher angesetzt, dafür fielen Bekleidungsbehilfe und die Zuschüsse zur Wohnungseinrichtung (bis auf die Erstausstattung) weg und wurden durch Darlehen ersetzt - die auch nur im Ausnahmefall gewährt werden.
"Im Einzelnen umfasst die Regelleistung in etwa folgende Bedarfe:
Nahrung, Getränke, Tabakwaren ca. 37 %
Bekleidung, Schuhe ca. 10 %
Wohnung (ohne Mietkosten), Strom…. ca. 8 %
Möbel, Apparate, Haushaltsgeräte ca. 7 %
(*Anm.: Da ist der Ansparbetrag enthalten*)
Gesundheitspflege (z.B. Kosten für Medikamente,
Hilfsmittel) ca. 4 %
Verkehr ca. 4 %
Telefon, Fax ca. 9 %
Freizeit, Kultur ca. 11 %
Beherbergungs- und Gaststättenleistungen ca. 2 %
sonstige Waren und Dienstleistungen (insb. Kosten
für Körperpflege und Hygiene) ca. 8 %"
http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/A01-Allgemein-Info/A015-Oeffentlichkeitsarbeit/Publikation/pdf/Gesetzestext-20-SGB-II-Regelleistung-Sicherung-LUnterhalt.pdf
http://www.dbsh.de/html/hauptteil_leistungen.html
Beitrag von king.with.deckchair - 11.06.10 - 11:05 Uhr
Nachtrag: Rechne mal allein den Kleidungsbetrag im zweiten Link aufs Jahr hoch - dann hast du für
Erwachsene: 257,04 € im Jahr, für ein Kind ab 14 205,32 € im Jahr, für ein Kind zwischen 6 und 13 179,64 € im Jahr. Oder der Betrag für Schuhe: 91,68 €, 73, 20 € oder 64,08 €. Im Jahr wohlgemerkt. Ich hatte nun schon ein paar mal Leute hier, deren Füße sind unter anderem deswegen kaputt, weil sie immer billigste
Schulbedarf war bis letztes Jahr gar nicht vorgesehen, nein, auch nicht zur Einschulung, wir haben die Leute immer mal auf Stiftungen verweisen können, aber die gibt es ja auch nicht überall...
Wie gesagt: Wenn man aufpasst und schaut, dann mag es ein paar Monate gehen. Hängt man aber - wie viele Ältere und/oder gering qualifizierte oder allein Erziehende - einige Jahre drin fest, wird es schlimm.
LG
Ch.
Beitrag von nele27 - 11.06.10 - 11:29 Uhr
Das glaube ich Dir sofort... wir haben ja 1,5 Jahre nur ein Gehalt gehabt. Am Anfang war es ein Kinderspiel, denn wir sind auch sparsam und vorausschauend.
Aber wenn dann die ersten Autoreparaturen kommen, ein Elektrogerät seinen Geist aufgibt und das Kind zwei Paar Schuhe auf einmal braucht, wird es nach ner Zeit echt eng. Irgendwann ist der Puffer aus besseren Zeiten aufgebraucht und dann beginnt die wirkliche Saure-Gurken-Zeit.
Und das schreibe ich so, obwohl ich sehr viel mehr verdiene als unser ALG2-Bedarf wäre!!
Mir ists ein Rätsel, wie man damit gut leben kann...
Übrigens eine interessante Quali für eine ALG2-SB selbst mal von der Stütze gelebt zu haben
Fördert garantiert das Verständnis für die Klientel und macht andererseits auch wahrscheinlich immun gegen Schnorrer und Lügengeschichten...
LG, Nele
Beitrag von king.with.deckchair - 11.06.10 - 15:06 Uhr
Naja, nu, ich habe dann doch auch die fundierte fachliche Verwaltungsausbildung genossen (und unter anderem in Sozialrecht mtit 15 Punkten abgeschlossen
).
Aber mein Weg an die Stelle, an der ich heute bin, begann als junge allein Erziehende mit Säugling, die finanziell nicht ein und aus wusste und irgendwann auf dem Sozialamtsflur aufschlug. Schon damals hatte ich wegen der berufl. Zukunft zu meinem SB gesagt, dass ich mir sowas wie seinen Job auch gut vorstellen könne. Ich habe dann aber erst mal beruflich etwas völlig anderes versucht - was gründlich in die Binsen ging - und bin einige Zeit später in einer anderen Stadt leider wieder kurz in der Sozialhilfe gelandet (immer noch allein mit Kind). Der dortige SB und ein paar andere haben sich für mich eingesetzt, so dass ich die Ausbildung machen und dann im Sozialamt arbeiten konnte. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ich je wieder in eine solche Lage kommen könnte, gerade auch, als ich dann mit meinem Mann zusammen war; aber das ging durch eine Erkrankung von mir und die völlig unerwartete Arbeitslosigkeit meines Mannes doch ziemlich schnell.
Jep, ich habe schon für vieles vielleicht mehr Verständnis, aber kein Mitleid. Mitgefühl, das ja. Respekt und als Mensch mit Würde behandeln, immer. Ich weiß aber auch, dass man aus dem Mist nur rauskommt, wenn man sich selbt bewegt und die "Ich werde versorgt"-Haltung verlässt. Ich weiß, was ich den Leuten zumuten kann. Also gibt es kein Dutzidutzi und durchaus auch mal in klaren Worten, die auch deutlich mein "Missvergnügen" zeigen, gehöriges Kopfwaschen. Gestern erst auf "Ich geh doch net fürs Abbeitamt abbeite.", nachdem ich die Freibetragsregelungen erläutert hatte und die Kundin erbost war, dass ein Teil auf ihr ALG II angerechnet wird. Der sagte ich schon deutlich, dass ich auf solche Sprüche sehr empfindlich reagiere, denn schließlich ist es unter anderm mein Geld und das des schwer arbeitenden rasenmähenden Hausmeisters da draußen *hinzeig* von dem sie lebt. Und dass dieser Mann, der Kinder hat und und viele andere auch einen Teil von unserem Geld hergeben, damit unter anderem sie nicht unter der Brücke schlafen muss (jep, genauso, mit der Brücke). Aber nie Beschimpfungen, Herabsetzungen, wie ich sie teils selbst erleben musste. Ich kann die Sprache "meiner" Leute sprechen, kann vom schwurbeligen Verwaltungsdeutsch (ich liebes es) recht schnell auf Hessisch-Robust runterschalten und sie kapieren dann in der Regel auch was ich meine.
Und das Erkennen der Luschis, das geht dank guter Intuition inzwischen auch ganz gut, aber das liegt nicht an der eigenen Erfahrung, sondern schlicht an der inzwischen insgesamt über siebenjährigen Erfahrung in diesem Bereich... 
LG
Ch.
Beitrag von weltenbuergerin2 - 11.06.10 - 00:17 Uhr
Was da in den privaten Kanälen so gesendet,solltest du schnellstens vergesen. Ich habe vor einigen Tagen eine Familie gesehen, die hatten kleine Zwillinge uind 900 Euro zur Verfügung, voll ALGII-Bezieher und die meinten, wenn das Eltengeld für die Kinder wegfiele, blieben ihnen ja nur noch 300 Euro für 4 Personn zum Leben.
Das ist absoluter Quatsch!
"400euro für 2 personen monatlich für lebensmittel und so weiter sind doch absolut genug, oder nicht?"
Ja, nur für das Überleben, "und so weiter" ist damit nicht zu bezahlen.
Ich gehe mal davon aus, dass du kein ALGII-Empfänger bist. Weiß du, was du pro Monat ausgibst?
Beitrag von motte1986 - 11.06.10 - 02:27 Uhr
hallo!
ja, wir geben für alles was wir brauchen (kredit für auto, sprit, versicherungen(haftpflicht, kfz, hausrat, motorrad, rechtsschutz,private altersvorsorge), telefon+dsl, handyvertrag, kindergartenbeitrag, sparrate, miete und strom 1150 euro aus. dann bleiben uns nochmal ca. 1000 euro zum leben, also für lebensmittel, hygieneartikel, kleidung, etc. .
von den 1000euro brauchen wir in spendablen monaten ca.500, in sparsamen monaten (wenn keine schuhe oder kleidung anfallen) 400euro. wir sparen jeden monat ca. 400-500 euro weg...
deswegen hat mich das gewundert, gut, wenn dann alles außer miete und heizkosten davon bezahlt werden muss, dann ist es schon wenig...aber ansonsten versteh ich das wirklich nicht...
ja, ich bin bestimmt auch keine, die dann die thesen und berichte von sternTV inhaliert und für das wahre evangelium hält, ich schau selten sternTV, weil ich das format nicht mag, aber mei, beim thema ALGII und "kürzungen" bleibt man halt gern hängen
Beitrag von sternenzauber24 - 11.06.10 - 10:08 Uhr
Hallo,
Die Mutti mit den 3 Kindern kenne ich Persönlich, mein Sohn ist mit ihrer mittleren Tochter befreundet, und in der gleichen Kindergartengruppe, sie hat mehr weil sie noch das EG hat für den Lütte, sowie Unterhaltsvorschuß.
Ohne das EG sieht es nach ihrer Aussage auch nicht mehr so Rosig aus. Sie hat ja nicht gesagt das sie nicht klar käme, sie war schonmal bei Stern TV und da hat sie noch aufgeführt wie es auch ohne viel Geld machbar ist.
Lediglich ohne EG erginge es ihr wohl schlechter, aber das darf man meiner Meinung nach nicht mit einrechnen.
LG.
Beitrag von carrie23 - 11.06.10 - 12:25 Uhr
Du vergisst wie viele Personen von den 1000 Euro leben müssen.
Deine Kinder sind noch klein, ich weis noch was unsere Eltern für Schulsachen jedes Jahr ausgaben plus Wandertage, Exkursionen ect.
Ich finde 400 Euro für zwei Personen für ein ganzes Monat nicht viel, mag aber daran liegen dass du in Österreich nur für Lebensmittel und Hygiene damit nicht auskommen würdest.
Wenn wir Obst, Gemüse, Grundnahrungsmittel und Getränke kaufen kommt das locker auf 50 Euro pro Tag.
Egal ob du in den Diskounter gehst ( der nebenbei nicht wirklich um die Ecke ist und man da entweder Benzin oder Fahrkarte für öffentliche dazu rechnen muss ) oder in den Supermarkt oder Markt.
Je mehr Kinder umso mehr Geld braucht man-ist ja auch logisch.
