Jobwechsel???

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Beitrag von die-eve - 17.06.10 - 12:47 Uhr

Hallo,

ich stecke momentan ganz schön im Gewissenskonflikt....

Mein Sohn ist 7 Jahre alt, geht in die erste Klasse, und ist bis 16:30 Uhr täglich im Hort untergebracht, weil ich 35 Std. die Woche arbeite. Ich habe einen Arbeitsweg von je 30 KM.

In meinem Job bin ich todunglücklich - habe sogar schon Born-Out-Panik. Unsere Abteilung heißt intern nur noch Mobbing-Stadl#schock
Ich bin seit 5 Jahren im Unternehmen und verdiene mittelmäßig. Da das Benzingeld zur Arbeit ganz schön reinhaut bin ich immer knapp bei Kasse und kann mir kaum was leisten.

Sooo nun zum Knackpunkt. Aus heiterem Himmel habe ich ein Jobangebot bekommen.... Entfernung zum Arbeitgeber: 10 KM
Statt wie ursprünglich 35 Stunden wurde die Arbeitszeit dort jedoch auf 40 Stunden erhöht. Ich hätte monatlich mehr als 500 Euro mehr als jetzt zur Verfügung.

Das Problem ist, was mache ich mit meinem Kind? Ist es zu egoistisch als Mutter wenn ich den Job annehme, und mein Kind nach dem Hort noch eine halbe Stunde von einer Tagesmutter o.ä. betreuen lassen würde?
Ich habe ja jetzt schon so ein schlechtes Gewissen meinem Kind gegenüber weil ich so wenig Zeit für ihn habe.........
In meinem jetztigen Job werde ich es nervlich jedoch wirklich nicht länger als ein Jahr aushalten. Ausserdem nervt es mich, dass ich mir nie was leisten kann, obwohl ich arbeite...
Mein Mann steht der Sache kritisch gegenüber. Klar mehr Geld ist toll, aber er appeliert an mein Verantwortungsgefühl als Mutter.

Wie würdet ihr entscheiden??

Beitrag von curlysue1 - 17.06.10 - 12:51 Uhr

Was arbeitet denn Dein Mann? Du redest immer nur von Deinem Kind, Du bist knapp bei Kasse, wie sieht es als Familie aus?

Welche Arbeitszeiten hat Dein Mann?

Ich würde es nicht machen, 40 Stunden wären mir zuviel mit Kind.

Beitrag von die-eve - 17.06.10 - 13:17 Uhr

Hi,

mein Mann arbeitet auch Vollzeit (ist der Stiefpapa)
Da er grade seine ersten Schritte nach dem Studium macht, verdient er weniger als ich. In der Betreung könnte er mich nicht komplett unterstützen.
Sein Anerkennungsjahr endet in vier Monaten, und was dann kommt ist noch ungewiss.

35 Stunden pro Woche zuzüglich 1,5 Stunden Autofahrt täglich sind mir auch jetzt schon viel, aber wovon will man Leben ob mit oder ohne Kind.

Beitrag von mokli - 17.06.10 - 12:51 Uhr

Hallo!

Für mich maßgeblich wäre gar nicht das Geld sondern die Tatsache dass du unglücklich in deinem jetzigen Job bist.
Eine halbe Stunde mehr Betreuung für das Kind finde ich persönlich nicht problematisch wenn es dir dafür im Job deutlich besser geht!

Ich an deiner Stelle würde wohl wechseln.

LG, Monika

Beitrag von ja-frager - 17.06.10 - 13:24 Uhr

musste in meinem damaligen praktikum auch 40 stunden/woche runterreißen mit einem fahrtweg von 30 minuten, und das ohne geld erstmal.

aber das geht, babysitter hatten wir aber nicht, weil mit sieben kann ein kind auch mal eine stunde allein bleiben, und es erzieht zu selbständigkeit. anrufen können sie ja auch jederzeit.

du hast ja drei argumente auf der "neujobseite": mehr geld und endlich kein mobbing mehr, und die nähe zur "heimat".

nachteile seh ich eigtl. nicht, solange du dir selbst zutraust, etwas mehr zu arbeiten (durch den kürzeren fahrtweg aber auch nicht so schlimm) und der jüngste stolz auf sich sein kann, dass ihr ihm mehr verantwortung gebt...

also ja, ich würde es tun!

Beitrag von vwpassat - 17.06.10 - 13:34 Uhr

Den neuen Job!

Beitrag von manavgat - 17.06.10 - 13:54 Uhr

Ich verstehe nicht, warum Du Dir überhaupt die Frage stellst.

Der Job, den Du machst, der macht Dich krank und ein Großteil Deines Geldes geht für das Fahren drauf. Was ist da eine halbe Stunde oder selbst 1 Stunde, die Dein Kind eben noch mal fremdbetreut wird?

Das klappt schon. Wenn es Deinem Mann nicht passt, dann soll er bei seinem AG einen Antrag auf Teilzeit stellen. Ich wette, wenn Du das sagst, dann ist das Thema vom Tisch.

Gruß

Manavgat

Beitrag von schwarzbaer - 17.06.10 - 13:57 Uhr

neuen Job annehmen und Kind die halbe Stunde am Tag alleine zu Hause lassen (wenn er zuverlässig ist).
Unser Hort geht im Notfall bis 19 Uhr, trotzdem darf Mara (6, 1. Klasse) um 4 gehen und ist dann alleine bis ich mit der kleinen Schwester um 5 reingeschneit komme. Sie liebt das. Am Anfang der 1. Klasse habe ich sie aus dem Hort abgeholt, dann durfte sie halb 5 alleine gehen, so daß wir uns um 5 alle gleichzeitig zu Hause getroffen haben, und als sie dann immer noch gemosert hat, habe ich ihr 4 Uhr erlaubt. Bisher hat sie diesen Vertrauensvorschuss nie missbraucht. Ich überlege, ob ich ihr ab nächstem Schuljahr halb 4 als Losgehzeit genehmige, dann ist sie etwa 1 Stunde alleine ehe wir kommen.

Und Dein Mann soll sich mal schön zurückhalten - oder er darf sich gerne an dem mehr an Betreuungsaufwand beteiligen.

Beitrag von claramia333 - 17.06.10 - 14:13 Uhr

Hallo,

genau diese Frage stellte sich mir Anfang diesen Jahres. Allerdings ist meine Tochter erst drei Jahre alt. Ich stand plötzlich, nach 8 Jahren vor der Entscheidung, den Job zu wechseln. In dem alten Unternehmen habe ich nach der Geburt meiner Tochter halbtags gearbeitet. Mein Chef wollte meine Stunden von 20 auf 40 hochsetzen - natürlich bei Teilzeitgehalt. Ich arbeite im Vertriebsinnendienst und hätte dann auch wieder Schichten machen müssen.

Ich habe ein Jobangebot ganz in der Nähe meines Wohnortes bekommen, Vollzeit, besseres Gehalt und ganz liebe Kollegen. Ich hätte am Anfang nie gedacht, dass wir das alles zeitlich schaffen würden. Mein Mann arbeitet auch Vollzeit und kommt sehr spät heim.

Jedenfalls habe ich den Schritt gewagt und bereue ihn bis heute keine Sekunde! Es hat sich alles eingespielt. Meine Tochter wird nachmittags nach dem Kindergarten noch eine Stunde von der Oma betreut. Dafür verbringe ich nach Feierabend intensiv noch eine Stunde mit ihr. Finde ich genau so wertvoll, wie den ganzen Tag Zeit verbringen.

LG und wage es ;-)

Beitrag von loonis - 17.06.10 - 14:15 Uhr




Ich würde den neuen Job nehmen....
Ganz klar.


LG KErstin

Beitrag von die-eve - 17.06.10 - 19:56 Uhr

OK. Mein Gewissen beruhigt sich grade. Ihr würdet es also auch machen, das schmälert mein schlechtes Gewissen. Mein derzeitiges Arbeitsumfeld geht auch echt gar nicht mehr. Außerdem möchte ich uns endlich mal mehr leisten können.

Meine Mutter hatte eine ganz gute Idee: ich könnte eine Haushaltshilfe einstellen, die ab 16 Uhr kommt und somit um 16:30 Uhr wenn mein Sohn nach hause kommt da ist, und den Haushalt und die Aufsicht über Adrian zwei mal in der Woche übernimmt bis ich gegen 17:15 Uhr heim komme.
Damit wären doch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, und leisten könnten wir uns das mit der neuen Stelle allemal #huepf

Und einen Tag in der Woche bekommt mein Mann aufgebrummt.
Schließlich wäre ich dann die Hauptverdienerin ;-)

Beitrag von elodia1980 - 18.06.10 - 14:05 Uhr

Hallo,

was glaubst du selbst, wovon hat dein Kind mehr?

von einer unglücklichen mutter, die eine Stunde länger daheim ist?
oder von einer ausgefüllten, zufriedenen Mutter, die mit sich und der Welt im Reinen ist und auch nach Feierabend noch Genug Energie für die Familie aufbringt?

Alles Gute wünscht
E.