Ein-Euro Jobber verkaufen sich unter Wert???

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Beitrag von salome25 - 17.06.10 - 18:34 Uhr

Hallo zusammen... #sonne

Obwohl das Wetter superschön ist, wurde mir mal reichlich die Stimmung vermiest. Das geht schon seit einiger Zeit so. Ja, eigentlich seit ich einen Ein-Euro Job angenommen habe... Ich bin zu der Zeit 8 Monate arbeitslos gewesen und ich fand die Zeit alles andere als entspannt oder schön.

Nun darf ich mir von vielen Seiten anhören, wie ich mich denn unter Wert verkaufen könne, es wäre nur Ausnutzerei, wer arbeite denn für einen Euro in der Stunde und einfach danach zu fragen, warum ich denn arbeite ist schon ne Frechheit, oder wie seht ihr das?

Erstens ist es doch so, dass ich mit meiner Arbeit, egal, was ich auch verdiene, irgendwo Unterstützung leiste und einer sinnvollen Aufgabe nachgehe, bei der ich was lernen kann und ich neue Leute treffe und kennenlernen darf. Ich entfliehe so der Einsamkeit zu Hause und gehöre wieder ein wenig mehr zur Gesellschaft, als wenn ich daheim nur meinen Haushalt erledige und nur für meine Tochter da ist, die eh in den KiGa geht.
Und zweitens ist es Integration in den Arbeitsmarkt. Dank der Ein Euro Beschäftigung haben sich für mich neue Wege eröffnet bald ohne Hartz4 leben zu können. Das macht mich sehr zufrieden und schaue positiv in die Zukunft.

Das wollte ich mal eben loswerden....

lg
salome

Beitrag von vwpassat - 17.06.10 - 18:47 Uhr

Kannst Du den Satz:

Dank der Ein Euro Beschäftigung haben sich für mich neue Wege eröffnet bald ohne Hartz4 leben zu können.

bitte näher erklären?

Ist Ernst gemeint!

Beitrag von salome25 - 17.06.10 - 18:47 Uhr

Ich darf dort wo ich arbeite derzeit eine Umschulung anfangen.

Beitrag von vwpassat - 17.06.10 - 18:50 Uhr

Das klingt gut, dennoch kannst Du dann noch lange nicht ohne ALGII auskommen.

Ich wünsch es Dir, aber eine Umschulung alleine bringt auch noch keinen Job.

Beitrag von king.with.deckchair - 17.06.10 - 19:22 Uhr

Vielleicht sollte man mal mit dem Stammtischblödsinn aufhören, das EEJs unsinnige Strafarbeiten sind, allein geschaffen, um die Hilfeempfänger zu knechten und "damit die wenigstens was schaffe für ihr Geld"!

Ein Ein-Euro-Job

- ermöglicht vielen, wieder eine Tagesstruktur aufzubauen
- Kenntnisse aufzufrischen oder neue zu erwerben
- bietet flankierend oft Bewerbungsunterstützung durch den Träger
- sozialpädagogische Unterstützung = z.B. Hilfe beim Regeln von "Alltagsfragen" wie Anmietung einer Wohnung, familiäre Problem
- schafft Selbstwertgefühl, weil man sich nicht mehr allein nur als nehmenden, sondern auch als gebenden Teil der Gemeinschaft begreift
- schafft Selbstwertgefühl durch die Erkenntnis "Ich kann noch was, kann sogar mehr als ich dachte.", was sich wiederum positiv auf das Auftreten im Bewerbungsprozess auswirkt
- bietet positives Feedback durch Kollegen und Anleiter, wiederum: Selbstwertgefühl wird angehoben
- Bietet Qualifizierung wie Office-Kurse, Erwerb des Staplerscheins etc. pp.
- Bietet die Möglichkeit, sich in einem neuen Berufsfeld auszuprobieren um dann vielleicht mittels Umschulung in einem "bommenden" Zweig einzusteigen (derzeit oft Altenpflege bzw. Betreuungskräfte für Demenzkranke z.B.)

Und so weiter und so fort...

Mit ein bisschen Grips und Nachdenken könnte man sich all das denken und müsste nicht so stumpf nachfragen. Gerade wenn man sonst einer der ersten ist, der ALG II-Empfängern, die - scheinbar - nichts tun, eine reindonnert.

Beitrag von vwpassat - 17.06.10 - 19:29 Uhr

Ich hab der TE keine "reingedonnert"

Ich wünsch Ihr, dass es klappt und sie dann allein über die Runden kommt.

Der 1€-Job ist aber dafür nicht zwingend notwendig, kann aber eine Hilfe sein wie im geschilderten Fall.

Beitrag von goldie99999 - 18.06.10 - 10:21 Uhr

#pro

Beitrag von manavgat - 18.06.10 - 11:42 Uhr

Das alles kann ich doch auch über eine regulär bezahlte Arbeit bekommen oder nicht?

Gruß

Manavgat

Beitrag von king.with.deckchair - 18.06.10 - 17:33 Uhr

Menschen mit großen Vermittlungshemmnissen auch? Ja? Bekommen die so ohne weiteres eine Arbeit? Sind sie fit genug für Arbeit oder brauchen viele von ihnen nicht erst mal einen geschützen Rahmen der Arbeitserprobung und Qualifizierung?

Glaub mir, ich sehe, was sehr "integrationsfernen" Menschen passiert, die nach langer Auszeit doch mal Glück haben und eine Stelle auf dem freien Markt bekommen. Sie fliegen ganz oft nach wenigen Tagen schon raus, weil sie teils einfach noch nicht stabil genug sind, die Dinge noch nicht ernst nehmen, teils so auf sich selbst zurückgeworfen wurden während der langen Arbeitslosigkeit, dass sie nicht mehr angemessen mit Kritik und Kollegen umgehen können und und und... Dann kommen sie mit ihrer Kündigung an und sind vor allem: Noch frustrierter als vorher "Sehnse, ich kann nix mehr habbich ihne doch gesacht..."

Denkt ihr wirklich, in AGH würden zum Großteil die "geprügelt", die ohne Weiteres auf dem freien Markt Chancen hätten?! Oh nein, das Gegenteil ist der Fall.

Wie schon mehrfach gesagt, ich habe inzwischen zu oft Menschen erlebt, die durch eine AGH wirlich wieder Wind unter die Flügel bekamen, aufblühten und sich auf den Weg machten. Missbrauch dieser Maßnahme muss streng vorgebeugt werden, dass ist klar. Aber dieses kategorische Schlechtreden, das geht mir mehr und mehr auf die Nerven.

Beitrag von king.with.deckchair - 17.06.10 - 19:26 Uhr

Die Leute sehen das falsch. Du arbeitest nicht für einen Euro die Stunde, der eine Euro ist eine Aufwandsentschädigung für eine GEMEINNÜTZIGE Tätigkeit, die dich beruflich weiter bringen soll.

Und wenn man so will, bekommst du sehr viel mehr als einen Euro: Miete, Heizkosten, Regelleistung, Kranken-, Plfege-, Rentenversicherung...

"Und zweitens ist es Integration in den Arbeitsmarkt. Dank der Ein Euro Beschäftigung haben sich für mich neue Wege eröffnet bald ohne Hartz4 leben zu können. Das macht mich sehr zufrieden und schaue positiv in die Zukunft."

So soll es ja auch sein!
Alles Gute

#klee
Ch. (pAp in einer Arge) :-)

Beitrag von janavita - 17.06.10 - 20:52 Uhr

Hi... da fehlt mir sofort das ein:

beim Satz: "eine Aufwandsentschädigung für eine GEMEINNÜTZIGE Tätigkeit"

da habe ich mal was anderes gehört:

hier :

http://www.youtube.com/watch?v=efFvJUzFDAI

http://www.youtube.com/watch?v=Iqt5kN4ybxw&feature=related


:-[

Gruß

Beitrag von king.with.deckchair - 17.06.10 - 22:13 Uhr

#gaehn

Beitrag von anna031977 - 17.06.10 - 23:58 Uhr

genau so ist es

Beitrag von miezibuh - 17.06.10 - 21:14 Uhr

Ich würde keinen sogenannten 1 Euro-Job machen! Das ist doch Augenwischerei. Früher haben diese Jobs entweder reguläre Kräfte ausgeübt oder aber Ehrenamtliche. Da man einen 1 Euro-Job ja auch nur bei speziellen Institutionen ausübt und dort ständig neue 1 Euro-Jobber nachrücken, ist es doch auch höchst unwahrscheinlich, dass man dort einen regulären Job bekommt.

Ehe ich einen 1 Euro-Job machen würde, würde ich lieber putzen gehen oder mich bei Mc D. an die Kasse stellen. Warum? Dort würde ich wenigstens nach Tarif bezahlt.

Beitrag von king.with.deckchair - 17.06.10 - 22:06 Uhr

"Da man einen 1 Euro-Job ja auch nur bei speziellen Institutionen ausübt und dort ständig neue 1 Euro-Jobber nachrücken, ist es doch auch höchst unwahrscheinlich, dass man dort einen regulären Job bekommt."

Es ist gar nicht der Sinn eines EEJ, dort, wo man ist, in einen regulären Job einzumünden! Es heißt ArbeitsGELEGENHEIT (AGH). Und diese Arbeitsgelegenheiten müssen gemeinnützig und zusätzlich sein, es dürfen keine regulären Kräfte dafür wegfallen.

Dadurch, dass einige Idioten das Ding Ein-Euro-Job genannt haben, sitzen Leute wie du dem großen Missverständnis auf, eine AGH sei wie reguläre Arbeit zu sehen oder habe am Einsatzort zur Übernahme in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu führen. Du hast offenbar auch wenig Ahnung über Sinn und Zweck von AGH, denn sonst würdest du nicht Nonsens wie "Augenwischerei" schreiben!

Eine AGH ist eine Arbeitsförderungsmaßnahme, nicht mehr und nicht weniger, punkt.

Beitrag von manavgat - 18.06.10 - 11:45 Uhr

wie lässt es sich dann erklären, dass ein euro-Jobber das Landratsamt putzen sollten oder 1 Euro-Jobber in Kindergärten reguläre Schichten machen und man im Gegenzug erklärt, sie seien für eine Festanstellung nicht qualifiziert genug?

LG

Manavgat

Beitrag von king.with.deckchair - 18.06.10 - 17:55 Uhr

Das lässt sich damit erklären, dass dieser besagte Landkreis, den wir beiden bestens kennen, schon seit Jahrzehnten dafür bekannt ist, dass man von Seiten der Politik nicht zimperlich mit den sozial schwachen Bürgern umgeht und schon immer gern hart an der Grenze der rechtlichen Richtigkeit vorbeischrappt, wenn es darum geht, schicke Zahlen zu liefern. Nicht umsonst ist der Ex-Landrat ein politischer Intimus eines uns beiden wohlbekannten pockennarbigen ALG II-Hetzers...

So lässt es sich auch erklären, dass besagter Landkreis auch einer mir bekannten IT-Firma den Auftrag für die Website entzog und dafür dann AGHler, unter anderem einen mir gut bekannten Herrn ;-), ranziehen wollte. Besagten mir gut bekannten Herrn, seines Zeichens ITler, wollte man auch zu einer AGH in einem Krankenhaus verdonnern. Was erfrischende Diskussionen mit der Fallmanagerin ergab, die ich bat, uns doch bitte zu erläutern, wo sie in der baseligen IT-HiWi-Tätigkeit und der Krankenhaus (!)-AGH für einen berufserfahrenen ITler und Websiteprogrammierer, der mittels Freiberuflichkeit und 400,- €-Jobs immer noch am beruflichen Ball geblieben war, den Nährwert für die berufliche Integration sah. :-)

Ich habe jedoch auch in inzwischen zwei großen Städten anderes gesehen. Unter anderem eine Bürokauffrau, die sich in Sachen Webdesign und Öffentlichkeitsarbeit unglaublich viel selbst beigebracht hatte. Sie konnte viel - und hatte keine Jodeldiplome drüber. Hatte dazu sechs Jahre Elternzeit hinter sich. Diese Dame konnte über eine AGH für einen gemeinnützigen Verein, der sich sonst einen professionellen Webauftritt und ein bisschen Öffentlichkeitsarbeit nicht hätte leisten können, verbrieft zeigen, was sie kann, wurde auch noch flankierend und spezifisch durch den Träger weitergebildet und hatte hinter ein qualifiziertes Zeugnis, welches ihr aktuelle Kenntnisse, Zuverlässigkeit und gute Leistungen bescheinigte. Sie fand dann einen Job.

LG
Ch.

Beitrag von king.with.deckchair - 17.06.10 - 22:12 Uhr

Nachtrag: Und in AGH sind in aller Regel Menschen tätig, die zurzeit gar keine Chance haben, sich bei Mäcces an die Kasse zu stellen oder zu putzen oder wie auch immer auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig zu werden.

Warum? Weil sie soviele Vermittlungshemmnisse und Einschränkungen haben, dass mehr als eine AGH (in der man ja auch in geschützem Rahmen tätig ist, ohne die Gefahr zum Beispiel, in der Probezeit bei der ersten Krankmeldung rauszufliegen) nicht drin ist.

Für allein Erziehende eine gute Möglichkeit den Alltag mit Kinderbetreuung und Job einzuüben und geregelt zu kriegen, für Langzeitarbeitslose die Möglichkeit, die Kenntnisse zu aktualisieren und sich an einen durch Arbeit geregelten Tagesablauf zu gewöhnen, für gering Qualifizierte die Möglichkeit, Qualifizierung zu erwerben und und und.

Ich stand AGH noch in 2005 sehr kritisch gegenüber, obwohl ich diese "Hilfen zur Arbeit" zu BSHG-Zeiten durchaus schon kannte. Jaha, auch damals gab es schon sowas wie Arbeitsgelegenheiten, sie hießen nur anders und nicht jeder Dummbatz hat seinen unqualifizierten Senf dazu abgegeben! AGH sind für viele oft die einzige Möglichkeit beruflich wenigstens ein bisschen wieder Fuß zu fassen.

Beitrag von galeia - 17.06.10 - 21:22 Uhr

Du bekommst nicht 1 Euro die Stunde, du bekommst 1 € die Stunde ZUSÄTZLICH! Das heißt: Rechne mal deinen Regelsatz, die MIete + 1 € zusammen und teile das durch die Stundenzahl.

Z. B. 359 + 300 + 130 = 789 € : 130 Std. = 6, xx Stundenlohn

So schlimm ist der gar nicht. Außerdem musst du dir klar machen, dass dein Job von niemendem erledigt wird, wenn du ihn nicht machst, da er zusätzlich ist und keiner dafür Geld ausgeben würde.

LG H. #klee

Beitrag von krokolady - 17.06.10 - 21:57 Uhr

nunja.......1 Euro-Jobber sind mittlerweile sehr beliebt bei den meisten Firmen......die sparen dadurch ja mächtig Kohle.
Warum auch ausgebildete Fachkräfte einstellen wenns genug Leute gibt die den gleichen Job für 1 Euro machen?

Früher nannte man es Sklaverei - heutzutage 1 Euro-Jobs.....

Den Satz hab ich mal irgendwo gelesen und der kommt mir immer in den Sinn sobald ich was von 1 Euro Jobs höre oder lese.

Da wärs doch sinnvoller die Arbeitlosen, die Geld vom Amt beziehen, "auf abruf" ranzuziehen......so wie jetzt nach dem Winter.
Alle Klagen über Umengen Schlaglöcher......tja....her mit dem Material und den Arbeitslosen.

Im Winter klagten alle über das dicke Eis....kaum wer kam gegen an.
Da hätten doch prima Arbeitslose mit ner Hacke rangehen können und kaputthacken können.....

Die Gemeinden könnten so ne Menge Geld sparen und in andere gemeinnützige Dinge investieren, und die Arbeitslosen hätten was zu tun.


Ich weiß.....nur gibts wieder viele die Aufschreien......egal....ich hab halt meine Meinung.

Beitrag von king.with.deckchair - 17.06.10 - 22:01 Uhr

"nunja.......1 Euro-Jobber sind mittlerweile sehr beliebt bei den meisten Firmen......die sparen dadurch ja mächtig Kohle."

Du weiß aber schon, dass die AGHler nicht in "Firmen" im klassischen Sinn arbeiten?

Es ist zu lustig: Jeder hat mal hier und da Geschwätz gehört, hat keine Ahnung, aber plappert einfach mal mit.

Beitrag von krokolady - 17.06.10 - 22:16 Uhr

Hm.....hier in der Gemeinde gibt es einige 1 Euro Jobber.......z.B. Friedhöfe in Ordnung halten - was früher offiziell fest angestellte Fachkräfte gemacht haben.

Aber gern werden diese Jobs ja auch Qualifizierungsmaßnahmen genannt......

Und ich weiss sehr wohl das ein 1-Euro-Job im öffentlichen Interesse liegen muss.

Nur gehen die Meinungen da auch weit auseinander.... http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/awo130.html

Beitrag von sassi31 - 18.06.10 - 02:48 Uhr

Bei uns in der Stadt wurden ein Großteil der Grünflächenpflege immer als ABM-Stellen geführt. Wer eine solche Stelle hatte, wurde ganz regulär (und sogar ziemlich gut) bezahlt. Heute machen diese Arbeiten die 1-Euro-Jobber.

Beitrag von galeia - 17.06.10 - 22:22 Uhr

Eigentlich schreibst du Dummfug. Nenn mir eine "normale" Firma in der ein.-€Jobber eingesetzt sind! Wenn überhaupt, üben diese Leute "Sonderaufgaben "! aus, die sonst nicht erlédigt werden würden., ISt es anders:; Dann gleich ANSCHÈISSEN"!!!!!!

LG H. #klee

Beitrag von krokolady - 17.06.10 - 22:38 Uhr

naja...überall da wo es "gemeinnützig" ist halt.

Früher beschäftigten die Gemeinden kleine, meist ortsansässige Firmen für alle Möglichen kleinen Arbeiten. Heutzutage stellen sie sich lieber 1 Euro Jobber ein die das dann machen....sei es Gemeindeflächen pflegen oder Wasseruhren ablesen.