Arbeit: Vorgesetzte geht mit Kollegin schlecht um, wie verhalten?

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Beitrag von polar99 - 08.07.10 - 17:42 Uhr

Hallo,

ich arbeite in einer Abteilung mit 4 Personen. Aus dieser Abteilung ist eine Kollegin nun aufgestiegen und leitet quasi unsere Abteilung.

Leider muss ich auch sagen, dass sie sich charakterlich sehr zum negativen entwickelt hat. Sie behandelt jetzt viele von oben herab, normale Fragen werden plötzlich in barschen Ton beantwortet, sie tut oft genervt, brüllt dann rum, denunziert etc. Dabei hat sie sich jetzt, warum auch immer, eine andere Kollegin plötzlich rausgesucht, die sie für alles verantwortlich macht. Jeder andere ist froh, dass er nicht dran ist und so sagen viele lieber gar nichts und sind froh, dass sie außen vor sind.

Man muß dazu sagen, dass diese Vorgesetzte die rechte Hand des Chefs ist und er Kritik an ihr nicht zuläßt. Gespräche beim Chef haben nichts gebracht, eher ist es so, dass er es ihr berichtet und sie dann noch schlechter zu anderen ist.

Besagte Kollegin wird nun regelmäßig wegen Lapalien runter gemacht, sie versucht sich zu wehren, ist aber irgendwie am Ende. Heute bin ich dazwischen, weil sie wieder angebrüllt wurde mit den Worten von der Vorgesetzten:

" Ich weiß, dass Du jetzt nix dafür kannst, aber Du kriegst das jetzt ab!" Meine Kollegin bekommt also für Sachen Schuld, die sie nicht zu verantworten hat. Als ich dazwischen ging und sachlich Partei ergriff, wurde ich dann den ganzen Tag so behandelt von ihr.

Einen Betriebtsrat haben wir nicht, zum Chef gehen brauchen wir nicht, der handelt nicht.

Hat jemand eine Idee wie man am besten mit so einer Situation umgeht?

lg polar

Beitrag von manavgat - 08.07.10 - 18:14 Uhr

Ihr müsst Euch verabreden und solidarisch handeln. Wenn sich alle beteiligen, kann Euch nichts passieren.

Beispiel: sie spricht mit irgendwem so. Derjenige antwortet: ich gehe jetzt, wenn Sie in einem angemessenen Ton mit mir sprechen, dann können wir weiter sehen. Freundlich und nett. Dann umdrehen und raus aus der Tür, diese leise schließen. Sollte sie folgen, dann: wenn sie weiter mit mir schreien, dann werde ich meinen Arbeitsplatz verlassen. Freundlich und nett. Notfalls geht ihr halt alle an dem Tag nach Hause.

Niemand muss sich so behandeln lassen. Niemand.

Ich hatte mal einen Chef der andere (Untergebene) auch so behandelt hat. 7 Sekretärinnen vor mir hatte der verschlissen. Ich bin nach Ankündigung damals auch nach Hause gegangen und habe noch gemeint: wenn Sie viel Glück haben, dann komme ich morgen noch mal wieder. Am nächsten Tag, bin ich 1 Stunde später zur Arbeit, damit er es lernt. Das hat der mit mir nie wieder gemacht.

Wer sich wie ein A.... behandeln lässt, der kommt aus der Nummer nicht mehr raus.

Gruß

Manavgat

Beitrag von polar99 - 08.07.10 - 18:25 Uhr

"Wer sich wie ein A.... behandeln lässt, der kommt aus der Nummer nicht mehr raus. "

Danke Manavgat,
genauso sehe ich das auch. Als sie mich dann heute runterputzte habe ich ihr gesagt, dass ich für mich beschlossen habe, dass sie mit mir so nicht umspringt.

Besagte Kollegin ist aber so oft runter gemacht worden, dass sie auch schon in psycholg. Behandlung ist. Leider haben die anderen keinen Ar... in der Hose. Sie trauen sich nicht zusammen mit uns einzuschreiten. So langsam hab ich das Gefühl dass man da hilflos ist. Alle leiden und keiner traut sich.

Ganz schwierig und belastend...

lg polar

Beitrag von miezibuh - 08.07.10 - 20:47 Uhr

Meist ist es aber so, dass einer aus der Truppe den anderen in den Rücken fällt. Es ist sowieso Arbeitsverweigerung. Den Arbeitsplatz verlassen würde ich keinesfalls. Ich finde, dass ein Schreiben eines Rechtsanwalts oft mehr bringt. Zumindest bei meiner Mutter, die zwar schon 30 Jahre im Betrieb ist (Caritas...), aber oft gemobbt wurde, hat es was gebracht. Bei ihr wurde immer wieder versucht, die Stunden zu kürzen oder ihr einen anderen Arbeitsplatz aufzudrängen. Nach einem Gerichtsverfahren herrscht Ruhe.

Beitrag von manavgat - 08.07.10 - 21:05 Uhr

Nein. Arbeitsverweigerung ist das nicht, niemand muss sich niederbrüllen oder piesacken lassen.

Im übrigen kann man als betroffene schriftlich den AG auffordern im Rahmen seiner Fürsorgepflicht (steht so im Gesetz) für ein Arbeitsklima zu sorgen, welches nicht krank macht. Er ist sonst nämlich schadensersatzpflichtig!

Gruß

Manavgat

Beitrag von miezibuh - 08.07.10 - 21:10 Uhr

Im Falle eines Falles braucht man aber Zeugen dafür und wer weiß, ob die lieben Kollegen, unter Druck gesetzt vom Chef und aus Angst um ihren Job, dann noch die Wahrheit sagen. Ich finde, dass man unter Umständen selbst als der Dumme aus der Geschichte hervorgehen könnte. Es könnte ebenso gut sein, dass die Mobberei auf den Helfenden umschlägt.

Beitrag von polar99 - 08.07.10 - 21:28 Uhr

"Es könnte ebenso gut sein, dass die Mobberei auf den Helfenden umschlägt."

Das habe ich ja keider heute zu spüren bekommen. Allerdings muss ich Manavgat in einem zustimmen, anbrüllen lassen - werde ich mich nicht.

In dem Sinne (da es zunehmend eskaliert und die Vorgesetzte nur noch brüllt) ist es mit der Auszeit ganz gut.

Was ich nicht verstehe, warum diese Frau das macht. Meine Kollegin ist wirklich ne Liebe und arbeitet viel. Ich kenne niemanden, der in der Firma schlecht über sie spricht oder mit ihrer arbeitsleistung nicht zufrieden wäre.

Folgende Situation: Sie ist auf Informationen von dieser Vorgesetzten abhängig um Aufträge abzuwickeln. Sie geht zu ihr hin und egal was sie fragt, sofort wird die Vorgesetzte laut, macht unpassende Bemerkungen und reagiert genervt. Als ob sie sie persönlich nicht leiden könnte.

Jedenfalls war die heute so fertig und hatte Weinkrämpfe, dass ich sie nach Hause gefahren habe. Sie tut mir leid. Ich habe versucht die anderen Mitarbeiter zum Gespräch an den Tisch zu holen...es hat jeder Angst und traut sich nicht :-(

lg polar

Beitrag von manavgat - 08.07.10 - 22:01 Uhr

Ich persönlich würde in dieser Atmosphäre krank werden. Auch wenn ich das Mobbing bzw. Bossing und das Geschrei nur mit bekomme.

Ein aufrechter Mensch kann dort nicht gedeihen. Die Frage, wie die anderen sich verhalten würden, hat keinen bzw. nur wenig Einfluss, wenn ich mich entscheide, mich einer Situation nicht mehr auszusetzen.

Das Leben ist einfach zu kurz, 8 Stunden am Tag x 5 Tage die Woche und das über einen längeren Zeitraum ist einfach zu lang!

Gruß

Manavgat

Beitrag von miezibuh - 08.07.10 - 20:45 Uhr

Ja! Deine Kollegin sollte einen Rechtsanwalt aufsuchen. Und sich gleichzeitig nach einer anderen Stelle umsehen !

Beitrag von dani001234 - 09.07.10 - 08:53 Uhr

und wenn ihr/du mal mit der redest (ich weiß, fällt schwer)? du schreibst ja, dass sie sich zum negativen verändert hat und anscheinend war sie ja mal anders vorher (netter?)?!

man könnte ja sagen, dass das betriebsklima sehr unter ihrer herrschenden art leidet und das es ja nicht sinn und zweck ist. man will ja schließlich nicht immer mit bauchweh zur arbeit kommen und unter diesem klima leidet ja die arbeit auch irgendwo mit. davon ab ist es doch viel schöner/angenehmer, wenn es in einem betrieb eher freundlich/familiär zugeht #kratz verstehe sowas immer nicht.
anscheinend ist sie mit dieser neuen position ziemlich überfordert oder nutzt die leitende position ziemlich aus und lässt das sehr raushängen!
ansonsten würde ich auch einen anwalt einschalten als letzte "rettung".

#sonne