Riester Rente??

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Beitrag von toe - 14.07.10 - 13:02 Uhr

Hallo...

Ich habe mal eine Frage zur Riester Rente...
Ich habe einen Vertrag abgeschlossen 2007 und zahle seid 2008 mtl. 50 Euro ein bis unser Sohn zur Welt gekommen ist und nun zahle ich seid knapp einem Jahr nur noch 5 Euro ein...

Bisherhabe ich ja wie gesagt schon 2 Jahre eingezahlt und habe ein kleines "Guthaben" auf mein Konto... Bin mir unsicher ob das alles so korrekt ist. Ob es einfach gut ist...

Hier mal ein Rechenbeispiel.
Die Dame am Telefon hat mir das so erklärt.
Angenommen sie würden bis zum Vertragsabschluß 300000 Euro eingezahlt haben ( das würde ich nie schaffen), dann müßte man diesen Betrag durch 10000 dividieren und dann multiplizieren mal den Rentenfaktor - bei mir wären es dann in etwa 150 Euro mtl. die ich bekommen würde ab meinem Alter von 67 ein Leben lang... aber ich habe auch 30000 hereingesteckt!!!
Ich war total geschockt... ich habe gesagt, dass kann doch nicht sein?
Was ist mit meinem Geld? 150 Euro mtl.?? Und dann muss es auch noch vrsteuert werden??

Ich bin mir sehr unsicher und überlege nun den Vertrag zu kündigen und das Geld lieber auf unser Sparbuch zu packen und einfach gut zu verzinsen, ich glaube, da hätte ich mehr von und wäre nicht so gebunden...

Wie seht Ihr das mit der Riester Rente?
Lohnt es sich wirklich nur für die Leute, die Frauen, die zu Haus sind über mehrere Jahre oder ein ganz geringen Lohn haben, dass sie den Mindestsatz einzahlen können um die volle Zulage zu bekommen?

Man darf ja auch nicht vergessen, Zulagen hin oder her - aber was bleibt Dir denn wenn man von den o.g. Betrag ( den ich nie einzahlen kann auf Dauer ) nur mtl. 150 Euro bekommst?? und das auch noch versteuern mußt?? So eine Abzocke,oder??

LG
Therese

Beitrag von miau2 - 14.07.10 - 13:14 Uhr

Hi,
das, was du herausgefunden hast wird gerade so dem einen oder anderen klar. Eigentlich ja gar nicht soooo überraschendes, hätte man auch früher wissen können ;-), aber in der ganzen Riester-Euphorie wurde das gerne vergessen.

Riestern lohnt sich um so mehr, je weniger Eigenanteil man für die volle Förderung leisten muss.

Und das ist eben um so weniger, je weniger Einkommen (und je mehr Kinder) man hat. Je mehr Eigenanteil du leistest für das, was du dann irgendwann mal kriegst desto älter musst du werden, damit es sich wirklich gelohnt hat.

Soweit ich weiß (bin mir da aber nicht sicher) kann man sich einen Teil - mir geistert die Zahl "30%"im Kopf herum - zu Rentenbeginn auf einen Schlag auszahlen lassen. Das sollte man sich ernsthaft überlegen, wenn meine Vermutung (mehr ist es nicht) stimmt.

Ansonsten ist Riester halt tatsächlich ein Produkt, wo niedrigere Einkommen mit Kindern gefördert werden - wenn ich mir mal angucke, wie wenig Rente ich (vor allem dank Erziehungszeiten, Teilzeitarbeit wegen Kinderbetreuung, schlechteren Jobchancen wegen der Kinder...) später bekommen werde ist der Gedanke allerdings auch nicht wirklich blöd. Von dem Bereich der Grundsicherung werden wir (nach allem, was man heute sagen kann, natürlich gibts da unzählige Möglichkeiten, dass sich etwas ändert) noch meilenweit entfernt sein, aber viel für einen ungefähr gleichbleibenden Lebensstandard wird meine gesetzliche Rente nicht beitragen.

Man sollte diese Rechnung nur vorher wissen, was vielen wohl entgangen ist ;-).

Ob sich das für DICH lohnt oder nicht kann ich dir nicht sagen. Bei mir, mit 2 Kindern, die noch sehr lange kindergeldberechtigt sind, und einem - vermutlich - noch sehr, sehr lange recht niedrigem Einkommen lohnt es sich, die Förderungen "mitzunehmen". Auch, wenn es später versteruert wird.

Bei meinem Mann, mit einem sehr hohen Einkommen würde es sich vermutlich nicht lohnen, da gibt es andere, sinnvollere Wege (er nutzt z.B. u.a. die Entgeldumwandlung, die sein AG anbietet).

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von toe - 14.07.10 - 13:21 Uhr

Hallo Miau2

Vielen Lieben Dank nochmal für Deine Hilfe :-)

Beitrag von grafzahl - 14.07.10 - 13:37 Uhr

Hallo Therese,

> Angenommen sie würden bis zum Vertragsabschluß 300000 Euro eingezahlt haben ( das würde ich nie schaffen), dann müßte man diesen Betrag durch 10000 dividieren und dann multiplizieren mal den Rentenfaktor - bei mir wären es dann in etwa 150 Euro mtl. die ich bekommen würde ab meinem Alter von 67 ein Leben lang... aber ich habe auch 30000 hereingesteckt!!!

Das ist rechnerisch irgendwie... unplausibel.

http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/GeburtenSterbefaelle/Tabellen/Content100/SterbetafelDeutschland,property=file.xls

Mit 67 hast du eine Lebenserwartung von 18,72 Jahren = ca. 225 Monaten.

225 * 150 = 33.696 €. Ist nicht so ganz weit von den eingezahlten 30.000 € entfernt. Wobei die 150 € nach heutiger Kaufkraft zum Rentenzahlungsbeginn sicher höher sein werden.

Was hättest du denn an Rente erwartet?

LG
Christian

Beitrag von toe - 14.07.10 - 14:45 Uhr

Nun ja - da magst du Recht haben, aber wer sagt mir denn überhaupt, dass ich wirklich über 80 Jahre alt werde?
Außerdem ist es so, dass ich nie im Leben die Möglichkeit hätte, soviel Geld in diesen Vertrag einzuzahlen,damit ich die volle Förderung erhalten würde. Somit wäre es doch quatsch, wenn ich in diese Versicherung investiere oder korrigiere mich bitte, wenn ich da falsch liege?

Angenommen, ich würde jeden Monat 50 Euro beseite legen, dann würden dass in 37 Jahren etwas über 22000 ohne Zinsen etc.
Ist das nicht kleverer? Ich hätte allein von dem eingezahltem Geld und wenn ich mtl. davon 100 Euro nehmen würde im Rentenalter nur von diesem Geld ohne Zinsen gute 18 Jahre auskommen... Ich wäre dann über 80 Jahre alt...

Hinzukommen wie gesagt Zinsen etc.
Wieso sich dann so verpflichten für nichts extra? Wenn man daraus wenigstens profitieren würde, aber für gutverdiener anscheinend doch nicht so das richtige...

Wo bleibt der Vorteil??

Beitrag von grafzahl - 14.07.10 - 18:55 Uhr

> Außerdem ist es so, dass ich nie im Leben die Möglichkeit hätte, soviel Geld in diesen Vertrag einzuzahlen,damit ich die volle Förderung erhalten würde.

Die volle Förderung bekommst du, wenn du 4% vom Bruttogehalt in einen Vertrag einzahlst, wobei du mindestens 5 € und höchstens 162,17 € monatlich selbst bezahlst und 154 € jährlich an Zulage bekommst.

Keine Ahnung, warum du nicht mindestens 4% von deinem Bruttogehalt abknapsen kannst. Was machst du, wenn der Krankenversicherungsbeitrag um 4% steigt? Aus der Krankenversicherung austreten?


> wer sagt mir denn überhaupt, dass ich wirklich über 80 Jahre alt werde?

Wer sagt denn, dass du nicht deutlich älter wirst? Und wo ist das Problem, wenn du mit 68 stirbst? Du versicherst dich dagegen, alt zu werden. Wenn du nicht alt wirst, brauchst du keine Rente. Klingt zynisch, ist es aber nicht. Und das Problem der privaten Rentenversicherungen ist, dass die Versicherten im Schnitt älter werden. Jemand, der privat vorsorgt, ist meistens besser situiert, ernährt sich gesünder, raucht und säuft weniger, als der Durchschnittsmensch, von dem die Sterbetafel ausgeht.

> würde im Rentenalter nur von diesem Geld ohne Zinsen gute 18 Jahre auskommen...

Und wenn du bei bester Gesundheit 18 Jahre überstanden hast? Aufhängen?

Beitrag von zeitblom - 14.07.10 - 15:26 Uhr

"bis zum Vertragsabschluß 300000 Euro " => 300.000 € ??