Kosten für Leichenschau

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Beitrag von ss120875 - 19.07.10 - 13:52 Uhr

Hallo,

ich hab hoffentlich das richtige Forum gewählt und es ist hier jemand, der mir weiterhelfen kann.

Uns liegt eine Rechnung für die Leichenschau unserer verstorbenen Mutter vor.

Diese Rechnung beträgt 105 Euro und ich befürchte, dass uns der Hausarzt unserer Mutter übers Ohr hauen will.

Meine Schwester hat ihn morgens darum gebeten, zum Hausbesuch zu meiner Mutter zu kommen, da es ihr sehr schlecht ging. Er hat gesagt, dass sie doch kommen solle, da er das Wartezimmer voller Patienten hat.
Leider hat sie das nicht mehr geschafft, denn während des Anziehens ist sie zusammengebrochen und gestorben.
Jetzt berechnet uns der Arzt einen Posten für Hausbesuch und Beratung und ich denke mir, dass er den nur verlangen dürfte, wenn er sich nach dem Anruf meiner Schwester direkt auf den Weg gemacht hätte und meine Mutter dann aber gestorben wäre, während er schon auf dem Weg war.

Auch verlangt er für 4,4 km Wegegeld, obwohl er nur eine Strecke von 1,2 km von der Praxis bis zur Wohnung meiner Mutter zurück zu legen hatte.

Von wem kann ich die Rechnung überprüfen lassen? Evtl. von der Ärztekammer? Dieser Arzt hat mit meiner Mutter genug Schindluder getrieben und jetzt möchte er, dass meine Schwester eine Ratenzahlung von 50 Euro unterschreibt obwohl er genau weiß, dass sie mit ihrem Geld sowieso nicht klarkommt.

Der Arzt ist seit 40 Jahren Vertrauter meiner Mutter gewesen. Sie haben viele privaten Dinge besprochen und eigentlich war er für meine Mutter immer auch ein Freund. Irgendwie kann ich seine Vorgehensweise nicht recht verstehen.

Beitrag von zwiebelchen1977 - 19.07.10 - 14:00 Uhr

Hallöchen

Oh, das mit deiner Mama tut mir leid.

War der Arzt den nun da und hat den Totenbrief ausgestellt ?

Dann ist es OK

BIanca

Beitrag von ss120875 - 19.07.10 - 14:06 Uhr

Hallo,

es wurde nach dem Zusammenbruch der Notarzt gerufen und dieser hat nach der Reanimation den Tod festgestellt.

Danach wurde dann der Hausarzt nochmal angerufen. Der kam dann 5 h später und hat die Leichenschau gemacht. Beim ersten Anruf hatte er ja keine Zeit.

Beitrag von motte1986 - 19.07.10 - 14:02 Uhr

hallo!


Wurden denn die Kosten normalerweise von der KK übernommen?

Die Leichenschau meines Schwiegervaters hat diese nämlich übernommen!


VLG und mein herzliches Beileid!

Beitrag von ss120875 - 19.07.10 - 14:10 Uhr

Hallo,

nein, vom Notarztteam haben wir keine Rechnung erhalten. Die hat die KK dann wohl bezahlt.

Die Rechnung vom Hausarzt wird nicht mehr von der KK übernommen, da der Versicherungsschutz wohl mit Eintritt des Todes erlischt.

Mich ärgert nur, dass ich das Gefühl habe verarscht zu werden.

Ich hab momentan noch so sehr am Tod meiner Mum zu knabbern, dass ich dem Arzt auch Vorwürfe mache, dass er nicht zum Hausbesuch gekommen ist. Er wusste schließlich als Einziger, wie krank meine Mutter wirklich war und ich sehe es als seine Plicht an.

Beitrag von kati543 - 19.07.10 - 14:13 Uhr

"dass ich dem Arzt auch Vorwürfe mache, dass er nicht zum Hausbesuch gekommen ist. Er wusste schließlich als Einziger, wie krank meine Mutter wirklich war und ich sehe es als seine Plicht an. "
Da muß ich dir leider Widersprechen. Wie du geschrieben hast, war gerade Sprechzeit. Der Arzt kann nicht alles stehen und liegen lassen und zu deiner Mutter eilen. Das hättest du aber wissen müssen. Du hättest einen Notarzt rufen müssen und nicht den Hausarzt. Wenn du es hättest nicht absehen können, dass deine Mutter zusammenbricht und stirbt, dann kannst du dem Arzt das auch nicht vorwerfen. Er hatte deine Mutter zu dem Zeitpunkt ja noch nicht einmal gesehen.

Beitrag von ss120875 - 19.07.10 - 14:26 Uhr

Danke für deine Antwort.

Ich war leider nicht anwesend. Nur meine Schwester und hätten wir gewusst, dass meine Mutter Herzkrank ist, dann hätte sie bestimmt gleich den Notarzt gerufen. Meine Mutter war 2 Tage vorher noch beim Arzt und der hat ihr die üblichen Schmerzmittelchen verschrieben, ne Krankmeldung gegeben und nach Hause geschickt.

Aber ist ja auch egal. Sie wird trotzdem nicht mehr lebendig.

Mich macht es trotzdem traurig. Der Arzt meines Schwiegervaters hat seine Instrumente aus der Hand geschmissen und ist zu ihm gefahren, aber der war ja auch Privatpatient.

Beitrag von kati543 - 19.07.10 - 15:17 Uhr

Das hat mit Privatpatient nichts zu tun. Das ist ein absolutes Gerücht. Glaube mir, in sehr vielen Dingen haben Kassenpatienten die Nase vorn.

Beitrag von kati543 - 19.07.10 - 14:10 Uhr

Nimm die Rechnung mit und wende dich an die KK deiner Mutter. Die sollen sich das mal anschauen.
Du hast für eine Arztrechnung ohnehin 30 Tage Zahlungsziel. Also nix unterschreiben und erst prüfen lassen.

Beitrag von kleinehexe1606 - 19.07.10 - 14:12 Uhr

das Wegegeld stimmt so ab 2 km bis 5 km kostet es gleich , welche ziffern hat er denn abgerechnet

Beitrag von ss120875 - 19.07.10 - 14:27 Uhr

Das kann ich dir morgen erst sagen. Die Rechnung hat meine Schwester.

Beitrag von stineengel - 19.07.10 - 14:52 Uhr

Hab ich das jetzt richtig verstanden, dass der Notarzt da war, den Tod festgestelt hat und 5h später erst der Hausarzt kam um die Leichenschau zu machen??? Also ich kenn den normalen Ablauf einer solchen Sache nicht, aber hat der Notarzt nicht irgendwas in die Wege geleitet? Oder war Deine Mama dann 5 Stunden noch in der Wohnung??? Klingt komisch! Wenn ich wüsste ob das normal ist, könnte ich auch sagen, ob an der RG was auszusetzen ist!

Mein Beileid an Dich und Deine Schwester und alle Angehörigen! Meine Mum ist vor 5 Jahren gestorben (allerdings in nem Hospiz, deswegen ist mir der Ablauf wie oben schon gesagt, nicht bekannt)...die Mama zu verlieren ist echt hart!

LG Steffi

Beitrag von ss120875 - 19.07.10 - 15:01 Uhr

Hallo Steffi,

der Tod wurde morgens um 8.56 Uhr von der Notärztin erklärt. Dann musste sie noch 5 h auf der Couch liegen bleiben um den Scheintod auszuschließen. Danach erst kam der Hausarzt, der dann die Untersuchung gemacht hat und den Totenschein ausgestellt hat. Dann mussten wir noch 2 h auf das Bestattungsunternehmen warten die sie weggebracht haben.

So lange mussten wir unsere Mutter tot auf der Couch liegen lassen. Das waren die grauenhaftesten Stunden meines ganzen Lebens.

Beitrag von stineengel - 19.07.10 - 15:05 Uhr

Ja aber jetzt mal ehrlich, vielleicht weiß das ja jemand hier, ist das normal???? Ich kann mir das nicht vorstellen!!!! Das ist ja den Angehörigen nicht zuzumuten......Klar gibt es welche, die Aufbahren lassen, aber sowas habe ich wirklich noch nie gehört......und um den Scheintod auszuschließen hört sich auch komisch an....man man man, da musstet ihr ja was mitmachen!!!!

Beitrag von kruemlschen - 19.07.10 - 15:09 Uhr

Hallo,

"normal" ist ja immer relativ.

Sie hätten auch ein Bestattungsinstitut damit beauftragen können die Leiche der Mutter gleich mit zu nehmen und der Arzt hätte die Leichenschau dann im Bestattungsinstitut vornehmen können.

Das Problem ist aber, das sagt Dir ja keiner vorher!

Gruß Krüml

Beitrag von ks83 - 19.07.10 - 15:42 Uhr

Das mit dem Scheintod ist üblich und normal.
Im Krankenhaus müssen Tote auch noch mindestens 2 Stunden im Zimmer auf Station bleiben,bevor sie in die Kühlboxen der Pathologie kommen. Eben genau wegen dem Scheintod.
Nach 2 Stunden muss ein 2. Arzt(also wirklich ein anderer) den Tod noch einmal bestätigen.
Es gab tatsächlich früher Vorfälle,bei denen man meinte,es sei jemand verstorben - ein Arzt hat den Tod festgestellt und auch alle sichere Zeichen des Todes,die Ärzte prüfen MÜSSEN haben zugetroffen. Danach hat man diese Personen direkt in die Pathologie gefahren und es stellt sich halt im Verlauf raus,dass sie noch leben.
Klingt gruselig - ist es auch.
Aber um das zu vermeiden,müssen Tote halt noch so lange "aufgebahrt" sein.

Beitrag von ks83 - 19.07.10 - 15:48 Uhr

"Es gab tatsächlich früher Vorfälle,bei denen man meinte,es sei jemand verstorben - ein Arzt hat den Tod festgestellt und auch alle sichere Zeichen des Todes,die Ärzte prüfen MÜSSEN haben zugetroffen"


Natürlich wurden in diesen Fällen die sicheren Zeichen NICHT untesucht.
Das passiert,wenn man nebenbei was anderes macht #hicks

Beitrag von motte1986 - 19.07.10 - 16:43 Uhr

Aber doch keine 5(!!!!)h und dann bei dem Wetter!

lg

Beitrag von ks83 - 19.07.10 - 21:00 Uhr

Das finde ich auch hart - aber ich glaube,es ging ihr generell um diesen Begriff "Scheintod" und die damit verbundene "Aufbewahrung" (Sorry,mir fällt kein anderes Wort ein #hicks )

Beitrag von motte1986 - 19.07.10 - 21:15 Uhr

ja, glaub ich auch.

aber echt, mich gruselts dabei heftigst...

ich weis noch, dass mein schwiegervater bei 30grad gestroben ist und in der prallen sonne lag, zwar mit tuch drüber, aber eben in der sonne. der rettungsassi hat alle 15 minuten beim gericht angerufen, ob die leiche mitgenommen werden darf, weils langsam echt warm wird#hicks

lg

Beitrag von ks83 - 19.07.10 - 23:36 Uhr

Kann ich verstehen,dass das einen gruselt.
Für mich ist das nicht mehr so schlimm. Ich finds auch nicht super und jeder Tote beschäftigt einen noch ein paar Stunden oder Tage im Unterbewusstsein - aber gruseln tu ich mich schon lange nicht mehr.

Beitrag von motte1986 - 20.07.10 - 08:33 Uhr

Ist das bei Dir beruflich bedingt?

Also, mich gruselts nicht gerade vor nem Toten, ich war bei meiner Oma 2 Stunden allein mit ihr auf dem Zimmer, nachdem sie verstorben war, da war ich 14. Ich wollte sie halt nicht allein lassen und meine Eltern mussten mit meinem Bruder ins KH nach nem Unfall...

Aber da war das Wetter auch nicht grade 30Grad...

lg

Beitrag von ks83 - 20.07.10 - 11:55 Uhr

Ja,beruflich. Bin Krankenschwester und habe bis zu meiner Schwangerschaft in der Intensivpflege gearbeitet - und da zum Teil auch ambulant. Also ich habe nicht gezählt,aber incl. der Zeit meiner Ausbildung habe ich schon einige Tote gesehen. Schön ist es nie - aber ich hatte schon im letzten Jahr meiner Ausbildung kein Problem damit,Tote allein zu versorgen.
Ich habe auch im Sommer nie erlebt,dass sie so unausstehlich rochen,dass man es bis auf den Flur gerochen hat - und auch im Zimmer war der Geruch stets auszuhalten.
Übrigens ist es in einigen Hospizen auch so üblich,dass Tote bis zu 24 h im Zimmer liegen - auch im Sommer.
Der schlimme Geruch kommt später.

Beitrag von motte1986 - 19.07.10 - 16:41 Uhr

Hallo!

so, wie ich es kenne, ist das NICHT normal!!!

Mein Schwiegervater ist 2008 bei einer kleinen Radtour tot zusammengebrochen, der Notarzt hat ihn für tot erklärt und wir mussten dann am Ort des Geschehens nur auf die Freigabe des Leichnams warten vom Gericht (hätte ja sein können, dass ihm jemand was in den Kaffee gekippt hat), die Freigabe kam eine Stunde später per Telefon zum Rettungsassi und dann war der Bestatter schon da...

ich würde mir nen Anwalt holen.

Ist ja grauenhaft, 5h liegen lassen bei dem Wetter damit ein Scheintod ausgeschlossen wird#klatsch


echt grausam!!!

lg

Beitrag von ks83 - 20.07.10 - 11:57 Uhr

Naja,es ist ja schon ein Unterschied,ob jemand auf einer öffentlichen Straße liegt,oder bei sich zu Hause...