Ich hasse mein Leben – bin ein Versager

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Beitrag von schäme-mich-so-sehr 19.07.10 - 23:45 Uhr

Erst Mal Sorry das ich hier schreibe aber hier kann man anonym schreiben!

Hallo,

ich möchte euch mal von meinem Leben erzählen, da es mir momentan nicht all so gut geht…

Ich wurde mit knapp 6 Jahre von meinen Babysitter missbraucht. Das JA dachte erst dass es mein Vater war und steckt mich ins Kinderheim. Nach lange hin und her (war a ¾ Jahr im Heim) stellt sich raus das es nicht mein Vater war und der Täter wurde gefasst.
Da der Täter gefasst wurde durfte ich wieder nach Hause zu meinen Elter. Nach dem Kinderheim wollte ich nicht mehr zu meinen Eltern da ich meine Eltern nicht mehr vertraut habe.
Kurz bevor ich in die Schule kam ist mein über alles geliebter Opa verstorben. Ich habe lange gebraucht die Trauer zu verarbeiten, den mein Opa war mein ein und alles.
Ich kam dann mit 7 Jahren dann in die Grundschule. Als ich in die erste Klasse kam zog ich zur meine Oma, die für mich eine art Mutterersatz war. Ich sagt als Kind zur meiner Oma immer „Mama“ was meine Mutter gar nicht schön fand.
Ich habe immer in der Schule geweint sobald mich jemand an gesprochen hat. Wenn mich ein Lehrer was fragte, fing ich das weinen an. In der zweiten Klasse hatte ich dann immer zu Nasenbluten gehabt und musste oft ins KH weil keiner wusste warum ich so oft Nasenbluten hatte. Da ich so oft Nasenbluten hatte, hab ich das zweite Schuljahr nicht geschafft. Ich musste wieder zu meinen Elter ziehen und kam auf eine Förderschule. Auf der Förderschule machte ich die 2 Klasse noch ein Mal.
Die zweite Klasse schaffte ich dann in der Förderschule und durfte ab der 3. Klasse wieder auf die Grundschule.
Meine Eltern sind sehr oft mit uns (hab noch zwei Brüder) um gezogen und jedes Jahr hatten wir eine neue Schule.
Da mein Vater Frührentner war und meiner Mutter nur Hausfrau ist, lebten wir von Sozialhilfe.
Mein Vater hatte ein Alkoholproblem und meine Mutter hatte auch nicht wirklich den Alkohol vertragen. Des öfteren kam die Polizei zu uns wegen Häuslichen Gewalt und Schreierei. Bein uns stand schlagen und ausdrücke auf der Tagesordnung.
Wir zogen mal wir um und meine Eltern hatten ein Haus gemietet.
Es war ein kleiner Ort wo jeder jeden kannte. Mir wurden von vornherein als Asozial abgestempelt und wir Kinder hatte es schwer uns durch zu boxen.
Meine Eltern war es egal den die waren nur mit sich beschäftigt. Nie haben sie mit uns mal gelernt oder uns für die Schule geholfen. Mein kleiner Bruder und ich wurden oft in der Schüle verprügelt.
Jedes Schuljahr musste ich mich alleine durch kämpfen ohne Hilfe von meine Eltern und hab immer mit viel glück das Schuljahr geschafft.
Mein Mutter hat meinen Vater seelisch fertig gemacht und war nur am rum schreien.
Mein Vater war wie gesagt sehr krank und hat sich vor meiner Mutter im Alkohol versteckt.
Ich hab mich immer geschämt für meine Eltern und meiner Eltern war es egal. Wir wurden oft nachts aus dem Bett gezogen und bekamen mit dem Gürtel den Po verhauen.
Irgendwann lernte meine Eltern dann ein Mann kennen der ein guter Freund von ihnen wurde. Dieser guter Freund hat des öfteren versucht meine Eltern auseinander zu bringen und hat sie immer mehr den Alkohol bekannt gemacht. Auch versuchte er des öfteren sich an mich zu vergehen. Meine Mutter glaubte mir nicht und es wurde tot geschwiegen.
Eines Tages wurde mein Vater schwer krank und starb nach langem Kampf an einer Lungenentzündung. Ich war gerade 16 Jahre alt als mein Vater verstarb. Nie hat sie uns mal getröstet oder mit uns darüber geredet. Ich war gerade in der 9 Klasse kurz vor der Quali Prüfung doch ich wollte nichts mehr machen und bin nicht mehr zur Schule gegangen. Meiner Mutter war es egal. Ich habe das 9 Schuljahr nicht schafft und meine Mutter hat auch keinen Antrag auf Verlängerung gestellt, dass ich die 9 noch mal machen konnte.
Ich ging dann auf einer Hauswirtschaft Schule. Meine Mutter hat sich eine neue Wohnung in einer Stadt gesucht. Mein großer Bruder musste ausziehen und ich konnte auch nicht mit wegen der Hauswirtschaft Schule. Sie ist mit meinen kleinen alleine weg gezogen.
Ich bin dann zu einem Bekannten gezogen und hatte bei ihm mein kleines reich.
Die Mieter über mich habe mit Feuer gespielt und ihre und mein kleines Reicht brannte komplett aus. Von der Versicherung hab ich nichts bekommen, da mein Bekannte mich beschissen hat. Notgedrungen musste ich zur meiner Mutter ziehen und durfte nur auf der Couch schlafen, da sie mich nicht da haben wollte.
Das erste Halbejahr in der Hauswirtschaftschule ist eine art Probezeit die ich nicht geschafft habe, da ich mitten im Umzug (zur meiner Mutter) war. Ich war knapp 18 Jahre und meine Mutter schmiss mich wieder raus. Ich bin dann zu meinen Freund gezogen und habe versucht den Quali im BFZ nach zu holen. Nebenbei Jobbte ich in eine Call Center. Den Quali habe ich nicht geschafft und musste vom Arbeitsamt einen Kurs machen. Mein Freund und ich trennten uns und ich musste wieder zu meiner Mutter die mal wieder umgezogen ist.
Meine Mutter war mit dem Freund wo sie mit meinem Vater kennengelernt hat zusammen.
Ich durfte wieder nur auf der Couch schlafen da meine Mutter schwanger von dem Mann war.
Mein großer Bruder wohnte immer noch alleine und mein kleiner Bruder war gerade in der 8. Klasse. Ich musste vom Arbeitsamt ja einem Kurs machen und bekam auch Geld dafür. Als das Baby von meiner Mutter kam, war gerade 19 Jahre musste ich mich immer um meine kleine Halbschwester kümmern, da meine Mutter mit ihren Freund immer fort ist. Ich konnte den Kurs nicht mehr machen da ich nur das Baby hatte.
Meinen kleinen Bruder hat sie mit knapp 17 Jahren raus geworfen da ich Freund ihn nicht leiden konnte. Mein Bruder kam dann in ein Betreutes Wohnen.
Als meine kleine Schwester ein halbes Jahr alt war, hat mich meine Mutter auch raus geworfen und ich musste mir eine Wohnung suchen. Ich bekam dann Harz 4 und hatte noch nicht ein Mal Möbel gehabt. Es war eine Altbau Wohnung wo man noch mit Holz schüren musste. Ich konnte mir durch einen Sozialschein ein paar Möbel wie ein Bett und eine Küche besorgen. Ein Wohnzimmer oder einen Kleiderschrank hatte ich nicht.
Meine Mutter ziehte mit ihren Freund wieder um in eine andere Staat.
Ich musste 1 € job machen den ich auch gerne gemacht habe.
Kaum konnte ich mich übers Wasser halten und hatte manchmal nichts zu essen. Meiner Mutter war das ja egal.
Ich lernte dann irgendwann meinen jetzigen Mann kennen. Ich habe mich so geschämt für meine Wohnung und habe ihn nie bei mir rein gelassen. Mein jetziger Mann kommt aus gutem Elternhaus und sein Vater ist im öffentlichen Dienst und seine Mutter hat ihr eigens Geschäft.
Ich machte eine Umschulung / Kurs zum EDV und Grundkenntnisse im Word, Exel, Power Ponit usw. Die Umschulung ging ein gutes Jahr.
Ich war immer mehr oder weniger bei meinen jetzigen Mann und er wusste nicht in welchen Verhälnisse ich lebte. Ich wusste auch nicht wer seine Eltern waren. Nach einen halben Jahr sind wir zusammen gezogen. Mein jetziger Mann hatte eine Ausbildung und einen guten Job.
Meine Umschulung war zu ende und ich arbeite in einer Firma. Zwei Monate wurde ich schwanger. Als ich im 6 Monat schwanger war haben wir geheiratet und ich hab dann erst Mal erfahren was seine Eltern so Beruflich machten. Unser Kind kam mit start Schwierigkeiten gesund auf die Welt.
Das erste Jahr war unser Kind nur im KH wegen Atemproblem und wir wussten lange nicht ob er das erste Jahr überlebte. Als unser Kind 1 Jahr alt war ging es bergauf mit der Atmung.
Mit 2 Jahren haben wir unser Kind vormittags in den Kindergarten getan. Ich schrieb wieder Bewerbungen. Mein Mann machte seinen Techniker da war unser Kind gerade 1,5 Jahre. Seine Techniker Ausbildung dauerte 2 Jahre. Unser Kind war 3 Jahre alt und ich machte freiwillig einen Kurs bei P&S (EDV). Der Kurs ging ein halbes Jahr und ich schrieb wieder Bewerbungen. Mein Mann bekam nach dem er seinen Techniker hatte, einen sichern Job und wir versuchten noch ein Baby zu bekommen.
Ich bekam 2 FG´s und leide seitdem unter Panikattaken und Angst zustände. Ich bin auch in Therapeutischen Behandlung da ich auch starke Depressionen habe.
Mein Mann macht jetzt seit einem Jahr Kurzarbeit und wir sind auf seine Eltern angewiesen. Ich hasse es seine Eltern nach Geld zu betteln, wenn es bei uns mal wieder knapp ist wegen der blöden Kurzarbeit.
Mir geht es immer schlechte und bin viel am weinen. Immer wieder mache ich mir Vorwürfe dass ich mein Leben versaut habe. Das ich keinen Schulabschluss habe und keine Ausbildung.
Ich würde gerne ein Schulabschluss machen und eine Ausbildung aber ich bin schon 27 Jahre und fühle mich dazu nicht in der Lage den Abschluss zu schaffen. Ich bin einfach zu dumm dazu. Manchmal denk ich mir ich verlasse meinen Mann und mein Kind, denn ohne mich sind die Beiden besser dran. Ich persönlich kann mein Kind nichts bieten und ein gutes Vorbild bin ich auch nicht. Ich möchte nicht dass mein Kind so endet wie ich und später in seinem Leben nichts erreicht hat und sich ewig Vorwürfe macht wie ich. Manchmal denke ich mir auch dass ich mich einfach vor dem Zug schmeiße und mein Leiden hat ein Ende. Ich frag mich echt für was ich noch hier bin auf der Welt? Mein Leben hat doch kein sinn und ohne mich wären alle besser dran. Meine Psychologin kann mir auch nicht wirklich helfen außer Antidepressiva geben. Ich weiß nicht was ich tun soll?! Ich fühle mich so nutzlos so minderwertig.
Ich möchte nicht mein Leben lang als Aushilfe arbeiten und auf 400€ arbeiten. Ich möchte doch zur der Gesellschaft gehören, einen Schulabschluss und eine Ausbildung haben. Aber wie nur? Ich bin einfach zu dumm dazu.
Das Arbeitsamt kann mir nicht weiter helfen und bei den Zeitarbeitsfirmen bekommen ich auch nichts.

Sorry ich musst mir das jetzt alles Mal vor der Seele schreiben und mich ein wenig von der Last der auf meiner Schulter ist, befreien.

Ich danke euch fürs zuhören…
Von mir aus könnt ihr mich jetzt mit Steinen bewerfen, ich bin es nicht anderes gewöhnt und habe auch nichts anderes Verdient.

gruß schäme-mich-so-sehr

Beitrag von juliette101 20.07.10 - 00:09 Uhr

Hi..

nur mal so als kleine Anregung meine Schwester hatte ähnliche Probleme ( schulisch - abschussmäßig gesehen) und auch psychische probleme.
wenn dir deine Psychologin wirklich nicht weiterhelfen kann dann erkundige dich mal nach der

Adula Klinik Oberstdorf Fachklinik f. Psychosomatik u. Psychotherapie

meine Schwester war dort und es wurde ihr wirklich sehr gut geholfen.
Vielleicht is es auch für dich eine möglichkeit. Kannst ja mal im Internet nachschauen und wenn du gefallen dran hast mit deiner Psychologin sprechen ob sie dich dahin überweist.

Lass den kopf nicht hängen, irgendwo tut sich immer ein türchen auf..

Lg Juliette

Beitrag von schäme-mich-so-sehr 20.07.10 - 00:21 Uhr

Hallo,

danke für den Tipp. Aber ich komme aus Bayern.
Ich werd am Fr. meine Psychologin mal fragen ob es bei uns auch so was gibt.
Muss aber ehrlich sagen das ich langsam das Gefühl habe dass das alles nichts bringt und es keinen sinn mehr hat.
Ich hab jede Hoffnung verloren die man verlieren kann.

Gruss schäme-mich-so-sehr

Beitrag von du arme 20.07.10 - 00:14 Uhr

hallo,
du hast so viel schlechtes erlebt, das tut mir sehr leid für dich.
du bist weder dumm, noch sonst irgendwas.
du hast doch dein kind und deinen mann.
für die solltest du erstmal da sein. du bist erst 27- es wird sich etwas für dich ergeben- du willst es ja auch.

sorry, bin etwas zu müde, um konstuktiver zu sein. mein mitleid hast du..

Beitrag von schäme-mich-so-sehr 20.07.10 - 00:24 Uhr

Hallo,

mir geht’s es doch nicht um mitleid. Ich wollte mir einfach mal von der Seele schreiben und mich ein wenig befreien.

Auch wenn ich "erst" 27 Jahr bin glaub ich nicht das sich in meinen Leben was verändert wird. Ich bin einfach verdammt in der Hölle zu bleiben.
Ich hab jede Hoffnung verloren das sich mal was ändern wird.
Das einzige worauf ich stolz bin, ist mein Kind.
Ohne mein Kind wäre ich schon lange bei ameinem Papa.

Gruß schäme-mich-so-sehr

Beitrag von du arme 20.07.10 - 00:31 Uhr

mitleid kommt bei mir bei so traurigen geschichten automatisch.

vielleicht hilft es ja auch.

du darfst die hoffnung nicht verlieren.
du musst geduld haben.

hast du gute freunde?
wenn du depressionne hast, solltest du die als erstes in den griff bekommen.

ich bin jetzt 41 und mein leben war auch manchmal schlimm. hatte auch depressionen. jetzt geht es mir super. gib nicht auf


Beitrag von seelenspiegel 20.07.10 - 09:32 Uhr

<<<Das einzige worauf ich stolz bin, ist mein Kind. >>>

Du hast noch mehr Gründe stolz zu sein:

* Du bist nicht wie Deine Mutter
* Du hast nie aufgegeben und nie den Kopf in den Sand gesteckt, egal wie schwierig es manchmal gewesen sein musste.
* Du hast 2 Menschen die dich lieben und die Du liebst
* Du schaust in die richtige Richtung, Du musst Dich nur noch trauen loszulaufen. Das mit der Ausbildung schaffst Du.


<<<Ich bin einfach verdammt in der Hölle zu bleiben. >>>

Manchmal muss man beim fallen ins tiefe Loch erst mal den Boden erreichen.....ganz unten ankommen um zu wissen wer man ist, und um sich aufrappeln-, und nach oben klettern zu können.

Unten wartet nichts und niemand.......aber oben warten Dein Mann, Deine Tochter und Deine Zukunft......das ist mehr, als manch andere haben :-)


Alles Gute für Dich.
TJ

Beitrag von willnix 20.07.10 - 07:00 Uhr

Du bist kein Versager.
Du hattest einfach nur keine Möglichkeit, vernünftig in ein "normales" Leben zu starten.
Dabei hast du doch schon mehr erreicht, als viele andere. Du hast einen Mann der Dich liebt und Dich so akzeptiert, wsie Du bist. Du hast ein Kind das Dich braucht und NEIN, sie sind ohne dich nicht besser dran.
OK, im Augenblick habt Ihr eine "Durststrecke", aber es wird auch wieder bergauf gehen.
Wenn Dein Kind aus dem Gröbsten raus ist, kannst du auch wieder an Dich denken und wieder lernen. Dafür ist es nie zu spät. Ich habe mein Studium auch erst mit Anfang 40 angefangen.
Also Kopf hoch, das wird schon.

LG

Willnix

Beitrag von schäme-mich-so-sehr 20.07.10 - 10:18 Uhr

Hallo,

klar bin ich ein Versager! Was habt ich den schon vor zuweisen? Was hab ich den bisher in meinen Leben erreicht? Nichts, rein gar nichts.
Es hat für mich einfach keinen sinn mehr was zu machen.
Manchmal denke ich, ich bin nur da um Kinder zu bekommen. In der Erziehung zu meinem Kind bin ich gut (das behaupte ich jetzt einfach mal). Aber das bringt mir nichts.
Worauf soll den mein Kind auf mich stolz sein? Wenn ich mein Leben lang Hausfrau bin. Ich bin frustriert und habe mir mein Leben anderes Vorgestellt.
Mein Mann wäre ohne mich besser dran. Hat was aus seinem Leben gemacht und ich zieh ihn mit in die Hölle.
Er könnte sowie erreichen aber der depp bleibt bei mir. Ich verstehe es nicht was er an mir hat?!

Jeden Monat schicke ich Bewerbungen ab und zu 90% bekomme ich noch nicht ein Mal eine Antwort bzw. eine Absage. Die werden sich auch eins lachen wenn die meine Unterlagen haben.
Mein Zeugnis von der 9. Klasse habe ich mit 4,2. Wer will mich den mit solchen Noten?
Ich kann es ja auch verstehen das mich keiner nimmt so dumm wie ich bin.

Das Beste was ich machen kann, ist meine kleine Familie zu verlassen damit sie eine reale Chance im Leben haben.
Ich möchte nicht dass sich mein Kind für mich später mal schämt so wie ich mich für meine Eltern geschämt haben. Ich möchte nicht das zu mein Kind asozial gesagt wird und er nur gehänselt wird. Ich möchte ihn eine gute Zukunft bieten aber das kann ich nicht.
Umso mehr mir das Bewusste wird, um so sicher bin ich mir das meine Entscheidung richtig, meine kleine Familie zu verlassen.

Ich danke dir für deine lieben Worte....

Gruß schäme-mich-so-sehr

Beitrag von Neuanfang 20.07.10 - 11:59 Uhr

Wenn du dich weiterhin im Selbstmitleid suhlst, wirst du nie den Kopf frei haben, etwas zu ändern.

Beitrag von unglaublich-_- 20.07.10 - 12:47 Uhr

Du hast doch keine Ahnung. Gut ich hab sie auch nicht aber ich kann mir gut Vorstellen was in ihr durch geht.
Ich glaube nicht das sie im Selbstmitleid suhlt sondern einfach am Ende ihre Kräfte ist.
Sie sagte ja das sie sich hier mal aus sprechen möchte.
Vll. hat ihr das ja schon mal geholfen, wenn ihr mal jemand zuhört.

Beitrag von willnix 20.07.10 - 14:29 Uhr

Also in meinem Schulabschlußzeugnis hatte ich einen Schnitt von 3,5.....
und auch nur, weil einige Lehrer scheinbar Mitleid mit mir hatten. Ich hätte mindestens eine 5 in Englisch verdient gehabt.
Also bin ich auch ein Versager.

Ich habe insgesamt 13 Jahre im Sozialamt gearbeitet. Ich glaube, ich kann schon ganz gut beurteilen, ob jemand ein Versager ist, oder nicht. So wie Du hier schreibst und Dich ausdrückst, gehörst Du garantiert nicht dazu.

Du sagst doch von Dir selbst, dass Du Dein Kind gut erziehst. Das ist viel mehr, als ich in vielen Fällen im Sozialamt erlebt habe.
Was glaubst Du, warum Dein Mann Dir zur Seite steht? Weil er Dir vertraut, an Dich glaubt und sieht, was Du an Eurem Kind und im Haushalt leistest. Glaub mir, ich hätte mit meiner Frau nicht tauschen mögen, ich weiß wie anstrengend das sein kann.
Ich erinnere mich gern an die Reklame, wo eine "Nur"Hausfrau gefragt wird, was sie denn mache. sie sagt: Ich manage ein kleines Familienunternehmen. Und ich denke, dass kann man so auch wörtlich nehmen.

Wenn Dein Kind erst einmal ein wenig größer ist, kannst Du Dich z.B. im Rahmen von Abendschule, Fernkurs, Volkshochschule etc. fortbilden um Dich selbst zu finden.

Lass den Kopf nicht hängen, es wird schon.

LG

willnix

Ps: du kannst mich gern unter meiner VK anschreiben und keine Angst, ich würde das auch vertraulich behandeln.

Beitrag von schäme-mich-so-sehr 20.07.10 - 16:23 Uhr

Hallo,

danke für deine lieben Worte.
Ich könnte ja jetzt auch schon meinen Abschluss nachmachen, da mein Kind ja in den Kindergarten geht. Aber ich bin einfach zu dumm dafür. Ich bin jetzt schon 10 Jahre aus der Schule draußen und tu mir heute total schwer mit dem Schreiben und Rechnen. Ich kann noch nicht einfache Rechenaufgaben im Kopf lösen. Wie soll ich da einen Abschluss schaffen?
Ich frage mich heute noch wie ich mich 9 Jahre durch die Grund und Hauptschule boxen konnte? Ich hatte immer eine Rechtschreib - Leseschwäche und in Mathe war ich nie gut, hatte immer eine 5 im Zeugnis.
Meinen Eltern war das alles egal, sie haben nie mit uns gelernt.
Ich weiß noch als wäre es gestern gewesen, ich war in der 5 Klasse und hatte Englisch. Wir sollten Vokabel lernen und ich fragte meine Mutter ob sie mich mal abfragen könnten. Mein Mutter meinte nö das kann sie nicht, nimm dich doch auf Tonband auf und frage dich selber an.
Wir bekamen ich solche Antworten das sie es nicht können.
Ich schäme mich heute noch für meine Mutter weil sieh sich einfach gehen lässt und sich äußerlich nicht pflegt aber ihr ist das egal was die Leute sagen.
Meine Schwiegereltern behandeln sie z.B. wie Luft wenn sie mal da ist.

Warum mein Mann mich liebt kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen?!
Er hat doch nicht von mir aus ein Frack was nur am heulen ist.
Ich frag mich echt warum er mich noch nicht verlassen hast?
Er hat totalen Stress auf der Arbeit, hat Stress mit seinen Eltern wegen mir (weil ich nichts arbeite) und dann kommt er nach Haus und ich sitzt mal wieder heulend auf der Couch und überleg mir ernsthaft mich Umzubringen.

Mein Kind fragte mich schon des öfteren warum ich nicht arbeiten gehe? Alle von seine Freunde, deren Eltern gehen arbeiten.
Mein Kind sagt immer zu mir "Mama wenn du mal arbeiten gehst dann können wir uns mehr leisten" #heul
Ich hab meinem Kind erklärt das er immer fleißig lernen muss und später in der Schule auch. Ich sagte zu meinem Kind das Noten ein art Lohn ist und wenn er mal schön fleißig lern, dann verdient er mal ganz viel Geld.
Da hat mich mein Kind (5 Jahre) in den Arm genommen und gesagt "Mama wenn ich mal groß bin, dann helfe ich dir und du bekommst von mir Geld"

Selbst mein Kind weiß das seine Mama ein Versage ist und nie was erreichen wird.

Heute habe ich wieder bei einigen Putzstellen angerufen und morgen darf ich mich auch Vorstellen. Ich würde dann jeden Abend für 1 1/2 std. in einem Buchladen putzen auf 400€ Basis. Ich freu mich ja das ich was zur Haushaltkasse dazu beitragen kann aber das ich nicht was ich mir für mein Leben vorgestellt habe.
Ich möchte nicht mein Leben lang Hilfsjob und auf 400€ Basis arbeiten.
Ich möchte doch auch die Chance haben wo andere auch haben.
Aber das wird nie passieren.

Ich fragte mal meine Mutter was sie machen würde wenn ich nicht mehr da bin, da meinte sie nur "selber schuld, ist doch dein Leben".
Meine Mutter sagt immer dass ich für mein Leben selber verantwortlich bin und sie trägt eine Schuld daran.

Ich passe einfach nicht hier in die Gesellschaft und mache den Leuten nur arbeit...
Für mein Mann und mein Kind ist es einfach das Beste wenn ich sie alleine lasse damit sie noch eine reale Chance im Leben haben.
Eigentlich hätte gar kein Kind bekommen dürfen, da ich noch nichts im Leben geleistet habe.

Gruß schäme-mich-so-sehr

Beitrag von simian 20.07.10 - 19:13 Uhr

Hallo sei erstmal #herzlich#liebdrueck

Du bist weder dumm, noch bist du eine Versagerin. Du hattest nur einen ziemlich besch****n Start in deinem Leben.
Dir fehlt es einfach an Selbstwertgefühl, was aber auch kein Wunder ist bei deiner Kindheit.

Du musst an dich glauben und darfst dich nicht selber ständig schlecht machen. Wenn ich deine Zeilen lese, dann finde ich, dass du trotz deiner furchtbaren Kindheit echt ganz viel erreicht hast in deinem Leben. Das ist jetzt überhaupt nicht ironisch gemeint, sondern ganz ehrlich.

Du hast so vieles unendlich viel besser gemacht als deine Mutter, du hast dich mit praktisch nichts und völlig auf dich allein gestellt aus dem Sumpf deiner Kindheit befreit. So viele Menschen, mit so einer Vergangenheit rutschen in Drogen oder Kriminalität ab. Du nicht! Darauf darfst du schon mal mit recht Stolz sein!
Du hast einen Mann und ein Kind die dich lieben und brauchen - und auch wenn du es selber nicht sehen willst, diese beiden Menschen sehen ganz viel liebenswerters in dir.

Der Wert eines Menschen, misst sich weder an seiner schulischen Ausbildung, oder an einem akademischen Grad und schon gar nicht an der Menge des Geldes die er mit Arbeit nach Hause bringt. Du leistest durchaus deinen Beitrag für deine Familie. Sich um Haushalt und Kind zu kümmern ist ebenso wertvoll und wichtig, wie irgendwo Karriere zu machen. Auch wenn es euch finanziell im Moment vielleicht nicht so gut geht, es gibt im Leben wirklich wichtigere Dinge.

Ich bin eine sogenannte Karrierefrau gewesen - und meine Kindheit war zwar kein Zuckerschlecken, aber natürlich nicht mit deiner Geschichte zu vergleichen. Und ich hatte mir auch immer geschworen, wenn ich mal Kinder habe, mache ich so vieles besser als meine Mutter. Ich habe meinen Beruf aufgegeben und bin jetzt
Und weisst du was? Einem Kind in einem liebevollen Zuhause grosszuziehen ist weit mehr erfüllender und sinnvoller als mit irgendeinem nervigen Job einen Haufen Kröten nach Hause zu bringen und dabei unzufrieden zu sein ;-)

Wenn dein Kind irgendwann zurück blickt und über seine eigene Kindheit sagt "Ich hatte eine wirklich tolle Kindheit". Ich würde sagen, dann hast du einen verdammt guten Job gemacht !!!

" Mein Kind fragte mich schon des öfteren warum ich nicht arbeiten gehe? Alle von seine Freunde, deren Eltern gehen arbeiten... Selbst mein Kind weiß das seine Mama ein Versage ist und nie was erreichen wird. "

Ich denke dein Kind reflektiert hier nur die Gefühle - und vielleicht das eine oder andere von dir ausgesprochene - was du ihm vermittelst. Es ist völlig normal, dass ein Kind in dem Alter Vergleiche zieht, wie bei anderen läuft. Auch mein Sohn hat mal diese Fragen gestellt "Warum gehst du nicht arbeiten?"
Ich hab ihm dann erklärt, dass ich sehr wohl einen Job habe. Denn meine Aufgabe ist es für ihn zu sorgen, mich um den Haushalt zu kümmern, ihm essen kochen und mit ihm Hausaufgaben machen muss, usw. Und dass das ein sehr wichtiger Job ist.
Das war alles was er wissen wollte :-D

Wenn du dich wegen deiner fehlenden Bildung schämst, dann versuch mal ein paar Abendkurse zu belegen, das muss ja nicht gerade Mathe ;-) sein (dass ich im übrigen auch immer gehasst habe - und ich kann selbst heute noch nicht vernünftig Kopfrechnen :-p) Mit dem einen oder anderen
Abendkurs hast du auch nicht gleich wieder irgendeinen Prüfungsstreß.
Mach den Kurs nur für dich - nicht mit dem Ziel irgendeine Prüfung oder ein Zeugnis zu erhalten, sondern mach ihn einfach weil dich das Thema interessiert und es dir Spass macht.

Es gibt viele Themenbereiche, wo du dir selber mit dem einen oder anderen Kurs und Bücherlesen einiges an Wissen aneignen kannst. Such dir ein oder zwei Themenbereiche, die dich interessieren (ob das jetzt irgendwas über Pflanzen oder Astronomie ist, das ist völlig egal) und hol dir einfach mal aus der örtlichen Bücherei entsprechende Literatur und los gehts. Jede Reise beginnt mit einem Schritt !

Es gibt viele Arten von Bildung. Ich hab in meinem Leben schon Leute getroffen, die hatten Abitur und Ingenieurtitel und waren aber nebenher in allem was nicht ihr unmittelbarer Fachbereich war so strunzdumm, dass ich mich oft gefragt habe, wie zum Geier die durch die Schule gekommen sind. Umgekehrt gibt es aber auch viele Menschen, die haben unglaublich viel Wissen in sich, dass sie sich selber angeeignet und angelesen haben - ohne irgendwelche Zertifikate :-p

Du musst lernen dich zu mögen und das zu schätzen was du bisher geleistet hast und täglich für deine Familie leistest - trotz der miserablen "Startbedingung" die das Leben dir mitgegeben hat. Ausserdem würde ich dir dringend raten den Kontakt zu deiner Mutter abzubrechen. Zumindest solange, bis du emotional so weit wieder gefestigt bist, dass diese Frau dich nicht mehr runterziehen kann.

Ich wünsche dir alles Gute - glaub an Dich auch wenn es dir im Moment schwer fällt und ich hoffe auch, dass du bald einen vernünftigen Therapeuten findest.

#herzlich
Simian

Beitrag von willnix 21.07.10 - 09:11 Uhr

Du bist nicht dumm.
Kannst Du Dir vorstellen, wie mir es ging, als ich beim Fachhochschulstudium neben den ganzen Teenies saß, die alles einmal hörten und behielten, während ich oft nur da saß und mich fragte.... was wollen die jetzt von mir?!
Ich musste erst wieder lernen zu lernen, und das ist bei Dir nicht anders.
Man sollte seine eigene "Meßlatte" auch nicht zu hoch legen, sondern mit kleinen Schritten anfangen.

Du meinst, Dein Mann und Dein Kind wären ohne Dich besser dran.
Hast Du dir schon einmal überlegt, was Du Deiner Familie antun würdest, wenn "gehst"? Stell Dir einfach nur mal die Tränen Deines Kindes vor. Willst Du ihm das wirklich antun? Ich glaube nicht. Dafür liebst Du Dein Kind viel zu sehr.

Versuche gemeinsam mit Deinem Mann, einen Weg aus Deinem "Tief" zu finden.
Notfalls mit professioneller Hilfe.
Es gibt immer einen besseren Ausweg als den, an den Du zwischendurch denkst.

Fühl Dich tröstend umärmelt (und ein wenig in die "richtige" Richtung geschubst)


LG

willnix

Beitrag von chrysalaki 21.07.10 - 10:23 Uhr

Hallo,

also das Du eine Versagerin bist weil Du nicht arbeitest, stimmt nicht. Ich wuerde auch sehr gerne zu Hause bleiben und meine Kinder erziehen.
Geniesse Deine Zeit zu Hause, krempel deine Aermel hoch und mach was aus Dir. Auch wenn es vorlaeufig ohne Abschluss ist kannst Du Dich weiterbilden und wirst Dich dadurch viel besser fuehlen. Du bist nicht Dumm. Du glaubst das nur zu sein.
Ich bin sicher Du kannst alles schaffen. Du must es Dir nur vornehmen.

Eine Versagerin wirst Du sein wenn Du jetzt aufgibst.
Dein Kind und Dein Mann brauchen Dich mit Deinen Schaechen und Staerken.

Sei ganz lieb gegruesst von Chrysalaki die ganz arg an Dich glaubt!!#herzlich

Beitrag von mindgames 20.07.10 - 07:08 Uhr

Hallo Du#liebdrueck

Deine Geschichte hat mich sehr mitgenommen. Ich lebe nicht gerade in Deiner Naehe, kann leider keine genialen Tips geben, aber 3 Sachen muss ich loswerden:

1. Such Dir einen anderen Therapeuten, und zwar schnell. Wenn ein Therapeut ausser Pillen verabreichen zu nichts taugt, stimmt da etwas nicht.
2. Hoer auf, Dir einzureden, dass Du dumm bist. So wie Du Deinen Text hier abgetippt hast, sind Deine Schreibfaehigkeiten ja gar nicht mal so schlecht (wenn man mit anderen Userinnen vergleicht, die nie jemals ein Komma setzen, nie etwas von Absaetzen gehoert haben etc. ;-)) Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Du das Potenzial hast, Dich weiterzubilden. Ich habe mich uebrigens auch weitergebildet, bis ich ueber 30 Jahre alt war. Man lernt nie aus :-D
3. Ich wuerde den Kontakt zu der "Mutter" vorerst stark einschraenken (evtl. abbrechen fuer eine Weile). Geh zum Staat fuer finanzielle Unterstuetzung und wie gesagt, finde einen besseren Therapeuten und komm mit Deinem Leben etwas ins Reine. Erst dann kannst Du Dir wieder ueberlegen, ob Du bereit bist, Deine Mutter wiederzusehen.

Ach ja, und Deine Tochter braucht Dich! Sei einfach fuer sie da, mach Dir keinen Druck, dass Du perfekt sein solltest (kann sowieso niemand, auch wenn's manchmal den Anschein macht bei manchen). Das kommt schon gut - es braucht doch Zeit, die 27 Jahre richtig aufzuarbeiten und ein neues Leben zu beginnen. Hab Geduld #sonne

Alles Gute und Kopf hoch!

Beitrag von moin80 20.07.10 - 07:39 Uhr

wenn ich deinen text lese, kann ich dir zumindest bestätigen, dass du sicher nicht zu dumm bist, denn für eine dumme hast du einen richtig guten text geschrieben, inklusive rechtschreibung.
DAS kann heutzutage nicht jeder!!!!!

klar, du hast eine bes... zeit hinter dir und im moment läuft es auch nicht toll, aber du hast potenzial und du hast menschen, die hinter dir stehen.

steh auf und probier es, mehr als hinfallen kannst du nicht!!

ich wünsch dir viel glück!