Haus bauen - wie anpacken? Mit Stolpersteinen

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Beitrag von tortenliesel - 05.08.10 - 17:29 Uhr

Hallo,

brauche mal Eure Hilfe:

Wir planen in Zukunft ein Haus zu bauen (zusammen mit Schwager und Schwägerin auf einen Grudnstück in getrennten Einheiten; ist gut überlegt!) Die ganze Sache hat sich relativ spontan ergeben, ich wollte eigentlich nie bauen. Bis ich meinen jetzigen Partner kennengelernt habe und auf einmal drei Kinder da sind ;-)

Wir stehen noch bei null, haben nächste Woche aber ein paar Sondierungsgespräche mit Banken, was möglich ist. Vorab würde ich gerne Euch hören.

Grundstück soll kosten max. 60.000,00 € voll erschlossen (also 30.000,00 € für jeden). Holzblockhaus Bausatz ca. 50.000,00 €, Montage wissen wir noch nicht. Erwerbsnebenkosten 5 % , Architekt kommt uns 1.300,00 €. Bodenplatte etwa 8.000,00 €. Innenausbau im klassischen Sinne ist nicht nötig, fällt bei dem Holzhaus aus. Sanitär- und Heizung macht mein Partner, der ist vom Fach, ebenso die Solaranlage und die Außenanlage. Material max. 25.000,00 € Küche haben wir. Hab ich was vergessen??

Problem: Kein Eigenkapital im klassischen Sinne und ich möchte und kann nicht im Grundbuch auftauchen und möchte und kann auch keinen Kreditvertrag unterschreiben (das habe ich meinem tollen Ex-Freund zu verdanken, möchte mir davon aber auch nicht mein weiteres Leben vorschreiben lassen!!), so dass wir vorerst intern einen Vertrag aufsetzen würden, dass beide Seiten abgesichert sind. Als Eigenkapital haben wir lediglich eine "Mukelhypothek" anzubieten, die ich mit 20.000,00 bis 25.000,00 € ansetze. Die absolute Obergrenze für das Wohnvorhaben sollen 175.000,00 € nicht übersteigen.

Miete (kalt) zahlen wir derzeit 720,00 € kalt, 311 € NK. Nettoeinkommen alles zusammengerechnet ist gesamt etwa 3.740,00 € (zusammen!!), allein hat mein Freund etwa 2.400,00 €. Reicht das? Kann mein Einkommen hinzugrechnet werden, wenn ich aber nicht eingetragen werden will?

LG, Sandra



Beitrag von werner1 - 05.08.10 - 18:07 Uhr

Hallo,

das wird sicher ein kurzes Gespräch mit der Bank werden.
Von 3740 Euro bleibt bei 4 Personen also nichts übrig (kein Eigenkapital), bei 5 Personen aber schon ?
Nach deinen Zahlen habt ihr eine monatliche Belastung von 729 Euro.
175.000 x (4% Zins + 1% Tilgung) : 12 Monate = 729
Dazu kommen natürlich noch einige Kleinigkeiten, die sich auf einer Baustelle so ergeben.

Was sagen denn Schwager + Schwägerin dazu ?
Ist denen schon bewusst, dass bei zwei Häusern auf EINEM einzigen Grundstück jeder für die anderen mithaftet ?
Spätestens beim Notar werden sie es bemerken.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von tortenliesel - 05.08.10 - 20:16 Uhr

Hallo Werner,

Eigenkapital haben wir nur nicht, weil wir noch nicht soooo lange zusammen sind. Geld monatlich haben wir schon über, Architekt und so zahlen wir selber. Wir sparen gerade schon im Hinblick auf das Haus. Aber das wird sich nicht in der von den Banken "gewünschten Größenordnung" bewegen.

Deine Antwort verstehe ich ehrlich gesagt nicht ganz. Du meinst also, wir nehmen uns zuviel vor?

LG, Sandra

Beitrag von sternschnuppe215 - 05.08.10 - 20:52 Uhr

Hausanschlusskosten (Strom, Wasser) mit einkalkulieren und gaaaanz wichtig, lasst die Grundstücke vermessen und trennen!"""

Jeder Bauherr soll sein eigenes Grundsück haben, sonst bekommt Ihr Probleme bei Finanzierung, Verkauf, Vererben oder sonstigem!

Es gibt genug Banken, die alles finanzieren bis auf die 5% Erwerbsnebenkosten, wenn die Bonität stimmt!

Bsp. ING-DiBa



Beitrag von werner1 - 06.08.10 - 09:14 Uhr

Hallo,

ja, so kann man es sagen, ihr nehmt euch viel zu viel vor.
Da haben wir eine Frau, mit 3 kleinen Kindern, daran wird sich auch die nächsten 20 Jahre nichts ändern.
Dein Freund ist vermutlich im gleichen Alter, hätte von 2400 Euro im Monat mindestens 500, maximal 1000 Euro sparen können. 500 x 12 Monate = 6000 Euro im Jahr, in den letzten 10 Jahren also 60.000 Euro - wo sind die ?
Eine Muskelhypothek von 20.000 Euro mal nachgerechnet:
für eine Arbeit, die man noch nie gemacht hat, sind 10 Euro Stundenlohn bereits sehr gut geschätzt.
Das entspricht also 2.000 Arbeitsstunden.
An fünf Tagen nach der normalen Arbeit je 3 Stunden, am Wochenende nochmal 10 Stunden, entspricht also 25 Stunden pro Woche.
2.000 : 25 = 80 Wochen.
Kein Mensch kann 80 Wochen hintereinander diese Belastung aushalten.
Und wenn du 175.000 als Schätzung angibst, sind es am Schluss schon 200.000, alles wird teurer als geplant.

Und nicht vergessen: bei einem Grundstück gibt es nur die "gesamtschuldnerische Haftung", wenn das Grundstück teilbar wäre, hätte es der Verkäufer schon geteilt.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von tortenliesel - 06.08.10 - 09:54 Uhr

Hallo,

also, vielleicht ist das nicht ganz klar rausgekommen: Mein Freund ist Gas-, Wasser- und Heizungsinstallateur. ich werde definitiv im nächsten Jahr im Dezember wieder arbeiten gehen, bin ja noch festangestellt. Davor haben wir Elterngeld.

Da seine zukünftige Ex-Frau sehr verschwenderisch war und eben nicht arbeiten gegangen ist, ist auch kein Geld hängengeblieben. Die Sache liegt bei uns glücklicherweise anders. Ich werde aber natürlich über Eure Argumente nachdenken, werde bei der Muskelhypothek auch vom ganz normalen Gesellenlohn ausgehen können. Der Rechenweg hierfür war mir aber bislang nicht klar, danke. Hinzu kommt noch, dass das Sanitär- und Heizungsmaterial sehr günstig bezogen werden kann, da mein Partner entsprechende Kontakte hat.

Ich würde es einfach dumm finden, weiterhin 720,00 € Kaltmiete plus 200,00 € NK zu zahlen bei den derzeitigen Zinssätzen für eine 100 qm Wohnung an einer Hauptverkehrsstraße, die auch noch ein Zimmer zu wenig hat. Deswegen lassen wir alles gründlich berechnen und schauen dann mal weiter. Keinesfalls möchten wir uns übernehmen.

Lg, Sandra

Beitrag von werner1 - 06.08.10 - 10:57 Uhr

Was haben denn die Nebenkosten damit zu tun ?
Die fallen bei einem Eigenheim auch an, oder glaubst du, dass das Gas einfach so aus der Leitung kommt ?

#werde bei der Muskelhypothek auch vom ganz normalen Gesellenlohn ausgehen können#
Ein komplettes Haus besteht aus mehr Einzelteilen, als nur der Heizung. Du solltest nicht davon ausgehen, dass du pro Handwerkerstunde 40 Euro + MwSt = 50 Euro sparst, sondern eher davon, dass du 2 - 3 mal solange brauchst, der Neubau in der Zwischenzeit aber nicht bewohnbar ist.
Das ist nicht so wie im Fernsehen, dass gleich 10 Handwerker springen, wenn du pfeifst - die Realität ist ganz anders.

Auf die Haftungsfrage gehst du gar nicht ein.
ICH würde jedenfalls nicht für einen Bruder, Schwager oder sonst jemand bürgen.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von vwpassat - 06.08.10 - 11:22 Uhr

Sie will ja (wegen Altlasten) für gar nix haften.

Beitrag von tortenliesel - 06.08.10 - 11:48 Uhr

Hallo,

also, ich will schon haften! Es ist nur sehr schwierig. Natürlich hat das alles Vor- und Nachteile im Grundbuch zu stehen und den Kreditvertrag mit zu unterzeichnen . Stehe ich nicht drin, gehört mir NICHTS. Ich kann jederzeit das Haus nur noch von außen sehen, auch wenn ich meinen Beitrag dazu leiste. Auf der anderen Seite könnte ich jederzeit abhauen und hab mit nichts was am Hut. Das ist aber ganz und gar nicht meine Absicht, sonst würde ich es lassen. Aber ich schaue gerade, ob ich meine "Altlasten" nicht doch irgendwie begleichen kann, auch wenn ich es eigentlich nicht wollte, da nur mein Herr Exfreund davon profitiert. Aber nun gut, ich will nicht mein ganzes Leben mit den gedanken an die Vergangenheit vergeuden.

LG, Sandra

Beitrag von tortenliesel - 06.08.10 - 11:59 Uhr

Hallo Werner,

also, auf die Haftungsfrage gehe ich nicht ein, weil wir uns darüber völlig klar sind. Meine Schwagerfamilie ist finanziell deutlich besser gestellt als wir, so dass WIR uns darüber keine Sorgen machen müssen. Sie sind auch deutlich älter als wir (20 Jahre). Die finanziellen Verhältnisse unetreinander sind vollständig geklärt, sie wissen auch, dass ich noch Probleme aus der Vergangenheit habe.

Da ich als Rechtsanwaltsfachangestellte arbeite (vor Kind und ab Dezember 2011 wieder), bin ich über die Einteilung des Grundbuchs, rechtliche Folgen, etc. auch völlig im Bilde und werde alles notariell festhalten lassen. Das hatte ich als selbstverständlich vorausgesetzt.

Natürlich ist die Situation nicht ganz "easy", was in erster Linie an mir liegt, aber ich gebe mein bestes und hole unabhängige Meinungen (auch kritische) ein. Ein Hausbau in der heutigen zeit ist immer ein Risiko.

Nochmal zum Haus:

Es handelt sich definitiv um ein Naturstammhaus. Innenausbau (bis auf die Böden, Innentüren und eine evtl. Treppe) unnötig (keine Rigipswände, keine Fliesen, etc). lediglich das Dach, die sanitär- und heizungsinstallationen sind vorzunehmen. Meine geschätzten 175.00,00 € beinhalten einen Puffer in Höhe von nahezu 45.000,00 €, so dass wir keinesfalls über den Preis kommen werden. Eher sehr viel weniger.

LG, Sandra

Beitrag von werner1 - 06.08.10 - 13:03 Uhr

#Das hatte ich als selbstverständlich vorausgesetzt#

Dann warte erst einmal das Gespräch mit der Bank ab, du wirst dich wundern, was die alles als selbstverständlich voraussetzen.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von wemauchimmer - 05.08.10 - 22:45 Uhr

Hi Sandra,
ich versteh zwar nicht so recht, worauf sich Dein Nettoeinkommen bzw. Baukosten beziehen (Alle zusammen / nur eine Wohneinheit bzw Familie?), würde jedoch ebenfalls dazu raten, die Sache mit den Schwagers schön zu trennen (Grundstück teilen, Kosten teilen) es sei denn Dein Freund tritt als Alleineigentümer und Vermieter auf.
Weiterhin sollten Dir folgende Dinge klar sein: das mit dem "internen Vertrag" ist nicht ganz so easy, bei Grundstücksgeschäften (usw) ist notarielle Beurkundung vorgeschrieben. D.h. wenn Ihr was aufsetzt a la " Das halbe Haus gehört der Mama", dann ist das das Papier nicht wert, auf dem es steht.
Ihr wollt sehr viel selber machen. Bedenke, daß das eine extreme Belastung für Eure Beziehung bedeutet. Kinder, Kleinkinder und Neugeborene machen es erfahrungsgemäß nicht leichter. Überlegt Euch doch, ob Ihr das Projekt nicht lieber in ein paar jahren angeht und dann natürlich auch mit einer besseren Eigenkapitalsituation, was die Sache wesentlich einfacher und auch billiger macht...
LG

Beitrag von vwpassat - 06.08.10 - 11:25 Uhr

Ich würde das Projekt ganz, ganz schnell wieder vergessen an Deiner Stelle.