Brauche Entscheidungshilfe wg. Job-Angebot und Umsiedeln (lang!)

Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.

Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.

Beitrag von emestesi - 08.08.10 - 18:41 Uhr

Hallo Zusammen,

ich hoffe mal, es wird nicht allzu lang für euch #schwitz .... Also, wir leben in Norddeutschland, mein Mann ist selbstständig und arbeitet seit rd. einem dreiviertel Jahr in Frankfurt als freier Mitarbeiter. Ich bin VZ angestellt in einer großen Klinik und verdiene als Marketingfachkraft 1.800 EUR/netto; wir haben zwei kleine Kinder (5 und 3 Jahre alt).

Nun hat mein Mann das Angebot bekommen, dort fest anzufangen. Es handelt sich um einen Job bei der Stadt, der nicht nur ziemlich sicher, sondern auch ziemlich gut bezahlt wird. Wir sind uns beide einig, dass wir auf Dauer keine Wochenend-Familie leben wollen und somit steht eine umwälzende Entscheidung für uns an.

Wenn mein Mann das Angebot nicht annimmt, kommt er wieder nach Haus. Allerdings ist es in seiner Branche wirklich schlecht, derzeit an Aufträge zu kommen. Nicht, weil soviel Konkurrenz vor Ort ist, sondern weil einfach wenig Aufträge in unserer Region erteilt werden (Fachplanung Elektrotechnik). Wir müssten also damit rechnen, dass wenn er wieder hier wäre, ich für den Alleinunterhalt sorgen muss und wir wieder einmal finanzielle Engpässe erleben werden, die nicht von schlechten Eltern sein werden (wir haben z.B. auch ein Haus, was wir abzahlen). Dagegen steht aber wiederum mein sehr sicherer, gut bezahlter Job, die gewohnte Umgebung, unser Haus - das wir schon über 5 Jahre lang abgezahlt haben - ein günstiger Betriebskindergarten und eine Grundschule, die in der Nähe meiner Arbeitsstelle liegt.

In Frankfurt hätte mein Mann einen sicheren Job, der ihm Spaß macht, der s.g. bezahlt wird (rd. 4.300,00 EUR Brutto plus zahlreicher Extras) und ich die Aussicht, wieder etwas mehr für die Kinder da zu sein (er würde dann in Steuerkl. III gehen, ich in V und ich würde nur noch auf Mini-Job-Basis arbeiten). Wir würden in einer Umgebung leben, die boomt, in einem Ort (wir haben uns schon was ausgeguckt, was passen könnte) mit vielen guten Schulen und Kindergärten, einer traumhaften Umgebung und wir hätten - nicht zu letzt - ein entspannteres Familienleben (denn wenn ich wieder mehr Zeit hätte für die Familie und wir alle wieder zusammen wären und das Geld würde stimmen .... ja, das wäre schon perfekt für uns).

Wenn wir uns für Frankfurt entscheiden hieße das: Ich müsste meinen Job aufgeben, das Haus müsste verkauft werden und meine Tochter würde nicht mit 6, sondern mit 7 eingeschult werden (wir möchten ihr das Drama ersparen, dass wenn wir uns dafür entscheiden, sie sich in Schule A einlebt, um sich dann nach einem halben Jahr in Schule B einzuleben). Wenn wir uns gegen Frankfurt entscheiden würde das bedeuten, dass wir damit leben müssten, dass mein Mann erst einmal nicht oder nur wenig verdient, irgendwann vermutlich dann doch seine Selbstständigkeit aufgeben und sich neu orientieren müsste und ich wieder für längere Zeit für das alleinige Familieneinkommen aufkommen müsste.

Ganz ehrlich: Letzteres habe ich fast schon satt, da ich das die letzten Jahre immer schon tat (ich bin quasi nach der Geburt meines Sohnes wieder voll eingestiegen) und gern mehr für die Kinder da wäre. Ich arbeite seit mehr als 20 Jahren schon in Vollzeit, war nie arbeitslos und würde jetzt einfach gern einmal etwas Zeit mit meinen Kindern verbringen wollen. Frankfurt böte uns die Chance dazu. Doch das hieße, dass wir all das Sichere, unser Zuhause und meinen wirklich gutbezahlten und sicheren Job hier aufgeben müssten.

Könnt ihr mir eine kleine Entscheidungshilfe geben? Wie denkt ihr darüber?

Beitrag von manavgat - 08.08.10 - 19:24 Uhr

Ich würde Deinen Mann für ein Jahr pendeln lassen, das Kind ganz normal einschulen und dann in Ruhe für Dich einen Job suchen, Haus verkaufen und anderes Haus kaufen oder mieten. Und zwar nachdem Du Dir Frankfurt (und Umgebung) in Ruhe angeschaut hast.

Man kann im Leben nicht alles planen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von emestesi - 08.08.10 - 20:26 Uhr

Danke, dass gerade du mir antwortest. Deine Antworten in diesem Forum klingen mir stets meist überdacht und überlegt. Ja, wir überlegen, erst einmal alles so weiter laufen zu lassen, wie es jetzt ist und sorgen peu a peu für eine Umsiedelung, nachdem wir uns wirkich sicher sind und vor allem - nachdem die Probezeit überstanden ist.

Danke für deine Einschätzung.

Liebe Grüße
Emestesi

Beitrag von manavgat - 09.08.10 - 10:15 Uhr

Ich wohne im Rhein-Main-Gebiet. Wenn Du Infos möchtest, dann melde Dich einfach.

Alles Gute

Manavgat

Beitrag von derhimmelmusswarten - 08.08.10 - 20:14 Uhr

Ich würde nicht umziehen. Kann dein Mann sich nicht einen Job in der Nähe suchen und erstmal so weiter machen? Du hast einen wahrlich gut bezahlten Job, die Kinder einen günstigen Kindergarten, die Einschulung steht an, ihr habt ein Haus. Wollt ihr irgendwann wieder kündigen und umziehen, sprich das Haus verkaufen, wenn es mal nicht so gut läuft?

Beitrag von emestesi - 08.08.10 - 20:32 Uhr

So einfach ist es nicht. Er ist selbstständig und sehr stolz darauf. Diese Selbstständigkeit würde er nur aufgeben, wenn er einen gutbezahlten Job finden würde, der ihn herausfordert und ihm Spaß macht. Diese Jobs liegen nicht auf der Straße. Das wissen wir alle.

"Wenn es mal nicht so gut läuft ..." - DAS hatten wir JAHRE! Ich habe meinen Mann finanziell durch die schwere Meisterzeit gebracht, wir haben mit harter Arbeit unsere Schulden getilgt, ich bin sofort nach der Geburt meiner Kinder wieder arbeiten gegangen, damit wir über die Runden kamen. Also DIESE Zeiten hatten wir schon. Jetzt geht es darum zu entscheiden, was vielversprechender wäre.

UND - auch ich möchte endlich einmal kürzer treten und für meine Kinder da sein dürfen. Allerdings kann das nicht bedeuten, dass mein Mann sofort seine Selbstständigkeit für was auch immer aufgibt bzw. sich gleich umorientiert. Es gibt immer zwei Seiten der Waagschalen! Denn gerade, wenn mein Mann der Hauptverdiener ist, muss er sich wohlfühlen in seinem Job, seine Arbeit herausfordernd empfinden und Spaß daran haben.

Nochmal: Ich möchte nicht den leichteren Weg für MICH, sondern den besseren Weg für uns ALLE für die weitere Zukunft finden.

Danke dir,
Emestesi

Beitrag von sternschnuppe215 - 08.08.10 - 22:05 Uhr

klar gibt dort anderes Geld - dort kostet aber auch alles wesentlich mehr ... das muss man abwägen ...

Alternativ würde ich auch zu dem Pendeln für die ersten 6-9 Monate tendieren... man weiß nie was kommt .... und dann hat man alles aufgegeben...