Arbeitszeugniss bitte mal helfen

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Beitrag von amaliada - 26.08.10 - 18:06 Uhr

Hallo ihr lieben,

bitte schreibt mal eure meinung zu meinem arbeitszeugniss.
Ich muß dazu sagen das meine chefin mich auf eine art und weise gekündigt hat wie man es eigentlich nicht machen sollte und ich nach der Kündigung nicht mehr komplett bis zum Schluß arbeiten gegangen.

Hier ist es also, ich finde mich garnicht darin wieder:

Frau xy, geboren am xxxxx war seit 2005 in meinen
den Vf Pa in x und x als Verkaufsberaterin und Kundenbetreuerin tätig.

Ihr Aufgabenbereich umfasste den Verkauf von Mobilfunk- bzw. Kommunikationsdienstleistungen. Dazu gehörten die Tarifberatung, Kundenbetreuung,
Reklamationsbearbeitung sowie Reparatur- und Serviceabwicklung.
Des weiteren war Sie mit sämtlichen organisatorischen Abläufen vertraut, verwaltete
selbstständig das Warenwirtschaftssystem und beherrschte den ständigen Umgang mit den
verschiedenen Programmen und dem Internet.



Fr. xy verfügt aufgrund ihrer langen Berufserfahrung über ein umfassendes und
Fundiertes wissen im Telekommunikationsbereich. Dieses wendet sie korrekt und routiniert an.
Alle ihr übertragenen Arbeiten erledigte sie stets selbstständig, ordnungsgemäß und war bestrebt , diese termingerecht zu erledigen.
Wir haben sie als eine zuverlässige und verantwortungsbewusste Mitarbeiterin kennengelernt, die ihre gezeigten Leistungen im Rahmen ihrer Fähigkeiten einsetzte. Die vielfachen Schulungen sah fr. xy stehts als positive chance und nahm an diesen regelmäßig teil.
Gegenüber den Teamkollegen hat sich xy stets korrekt verhalten, von den Kunden
Wurde sie als freundlich und hilfsbereit wahrgenommen.

Wir wünschen fr. xy auf ihrem weiteren beruflichen werdegang alles gute.

Mfg
yx


danke für eure meinungen


Beitrag von heffi19 - 26.08.10 - 18:18 Uhr

Alle ihr übertragenen Arbeiten erledigte sie stets selbstständig, ordnungsgemäß und war bestrebt, diese termingerecht zu erledigen.

- das klingt für mich wie "sie hat es zumindest versucht"...

Bei deinem Verhalten fällt mir auf, dass keine Aussage über dein Verhalten zu den Vorgesetzten gemacht wurde.

Beitrag von grinsekatze01 - 26.08.10 - 19:12 Uhr

Hallo,

das Zeugnis lässt kaum eine der gängigen negativen Umschreibungen aus.

// ..war bestrebt...
das bedeutet, hat versucht, aber nicht geschaft. Entspricht Mangelhaft.


//...Teamkollegen...Kunden
da fehlen die Vorgesetzten an 1. Stelle. Weglassen von denen bedeutet auch Mangelhaft. Redsames Schweigen

//Wir wünschen auf ihrem weiteren beruflichen Werdegang alles Gute
ganz wichtig: es fehlt das Wort "weiterhin" alles Gute, außerdem auch privat, nicht nur beruflich und das Ausscheiden muss bedauert werden.

Selbst wenn das Zeugnis vorher positiv gewesen wäre, würde das durch den Schlußsatz zunichte gemacht werden, weil der eine stärkere Gewichtung hat.

Und ich hoffe mal, dass die fehlerhafte Rechtschreibung jetzt von dir in der Eile entstammt und nicht, dass das so auch drin steht.

Sorry, aber so ist das Zeugnis nicht besser als ausreichend bis mangelhaft. Das würde ich an deiner Stelle nachbessern lassen.

VG
grinsekatze

Beitrag von king.with.deckchair - 26.08.10 - 19:21 Uhr

Das ist ein sehr schlechtes Zeugnis.

" beherrschte den ständigen Umgang mit den
verschiedenen Programmen und dem Internet."

Hä? Hast du dauernd privat gesurft?


"Fr. xy verfügt aufgrund ihrer langen Berufserfahrung über ein umfassendes und
Fundiertes wissen im Telekommunikationsbereich. Dieses wendet sie korrekt und routiniert an."

Routine ist der Tod von Kreativitiät und Gespür für die "Stimmungen" von Kunden. Routine sollte also jemand, der in irgend einer Form berät/verkauft, nicht im Übermaß haben.
Beratungsgespräche wurden also nach Schema F absolviert?

"Alle ihr übertragenen Arbeiten erledigte sie stets selbstständig, ordnungsgemäß und war bestrebt , diese termingerecht zu erledigen."

= Sie hat ständig Termine verbaselt/Fristen versäumt/Abgabetermine überzogen.

"Wir haben sie als eine zuverlässige und verantwortungsbewusste Mitarbeiterin kennengelernt, die ihre gezeigten Leistungen im Rahmen ihrer Fähigkeiten einsetzte."

Erstens ist der Satz inhaltlich unlogisch "Leistungen im Rahmen der Fähigkeiten einsetzte" - Hä?

= Sie hat sich bemüht, so gut sie eben konnte/musste, herausgekommen ist dabei nicht viel.

"Die vielfachen Schulungen sah fr. xy stehts als positive chance und nahm an diesen regelmäßig teil."

= Statt zu arbeiten, ist sie ständig auf (unnütze) Fortbildungen gerannt. Oder: Man musste sie ständig nachschulen.

"Gegenüber den Teamkollegen hat sich xy stets korrekt verhalten,"

Aha. Korrekt. Mehr nicht. Und dass man sie "wegen ihres freundlichen und hilfsbereiten Wesens stets schätzte" (ein gern genommener Standardsatz für eine im Kollegenkreis voll anerkannte und teamfähige Person) ist nicht so?

"von den Kunden
Wurde sie als freundlich und hilfsbereit wahrgenommen."

Aber nicht als kompetent. "Wahrgenommen" ist übrigens auch so eine laxe Formulierung, die eher etwas Negatives bedeutet. Die Kunden haben Dich wahrgenommen, also gemerkt, dass du da bist, ganz nett bist und auch - im Rahmen Deiner Fähigkeiten - helfen wolltest. Aber auch sie haben Dich nicht "als kompetente und stets (die wichtigen Worte "stets" und "immer" fehlen übrigens auch sonst fast völlig) freundliche Ansprechpartnerin/Beraterin geschätzt".

Und die Vorgesetzte, die bei dieser Floskel an erster Stelle kommen müsste, fehlt völlig, also gab es Krach und zwar gewaltig, Du hast Dich nach Ansicht der Chefin daneben benommen.

Zudem kenne ich die Regel, dass im Einzelhandel - entgegen der sonstigen Übung - durchaus die Floskel "war stets ehrlich, pünktlich und fleißig" rein muss, wenn nicht gestohlen/veruntreut wurde. Bei anderen Zeugnissen schreibt man solche Selbstverstädnlichkeiten nur rein, wenn es da etwas zu beanstanden gab, im Einzelhandel aber muss es rein. Je nach Reihenfolge sagt das dann übrigens auch noch was aus.

Sorry, aber das ist insgesamt eine Fünf.

Das sieht nach Gang zum Anwalt aus, wenn Diese Dinge alle nicht den Tatsachen entsprechen.

Gruß
Ch., die beruflich mit der Materie zu tun hat

Beitrag von amaliada - 26.08.10 - 21:51 Uhr

Danke für deine tolle Analyse. Ich dachte mir schon das es mit der Benotung wohl in richtung mangelhaft ausfällt. Da konnte sie sich
nochmal so richtig austoben...

Beitrag von manavgat - 28.08.10 - 14:02 Uhr

ich lese übersetzt:

faul, schlampig und Nichtskönner.

Ich würde eine Anwältin beauftragen, ein ordentliches und wohlwollendes Zeugnis einzufordern.

Gruß

Manavgat