Hallo Ihr Lieben,
folgende Situation: Mein Papa ist 60, seit 14 Jahren Abteilungsleiter in einem Pharmabetrieb. Dieser scheint am Sterben zu sein, läuft schon lange schlecht, Gehaltskürzungen und und und sind an der Tagesordnung. Im Moment wird wieder mal gemunkelt, dass in zwei, drei Jahren Schluss ist.
Ihm gehts seit Jahren bescheiden in der Firma, er wirkt total ausgebrannt und kaputt. Wäre es evtl. sinnvoll, sich Richtung "burnout" untersuchen zu lassen? Was, wenn dabei tatsächlich diese Diagnose gestellt wird?
Was würde passieren, wenn das Unternehmen insolvent geht? Mein Papa dürfte mit 60 kaum mehr vermittelbar sein, zumal die nächste ähnliche Fima 130 km weit weg ist und da derzeit auch niemand eingestellt wird. Gibt es Insolvenzgeld? Wenn ja, wie viel ist das? Bezieht er dann ALG I und nach sechs Monaten nur noch ALG II bis zum Renteneintritt?
Er hat in zwei Wochen einen Termin an der Rentenversicherungsanstalt, um einen vorzeitigen Rentenbeginn durchrechnen zu lassen.
Danke vorab für Eure Antworten!
Andrea
Jemand fit mit Insolvengeld/ALG I oder ALG II?
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Beitrag von tragemama - 30.08.10 - 18:20 Uhr
Beitrag von seikon - 30.08.10 - 18:45 Uhr
Also wenn bei ihm Burnout diagnostiziert wird, dann wird er vermutlich erstmal krank geschrieben, und wird dann eine entsprechende Therapie erhalten. Die ersten 6 Wochen erhält er ja dann vom AG die Lohnfortzahlung. Nach 6 Wochen dann Krankengeld von der Krankenkasse.
Wenn die Firma Insolvenz anmelden sollte, dann erhält er Insolvenzgeld. Das ist i.d.R. so viel wie auch Alg 1 und wird meines Wissens 3 Monate lang gezahlt. Nach 3 Monaten wird man dann dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung gestellt und muss Alg 1 beantragen. Die 3 Monate Insolvenzgeld wird meines Wissens auf den Alg 1 Bezug angerechnet. Der Alg 1 Bezug verkürzt sich also um die Monate die er Insolvenzgeld erhalten hat. Wenn der Alg 1 Bezug endet und er keinen neuen Job hat, dann wird er wohl Alg 2 beantragen müssen. Oder ggf. Rente mit entsprechenden Abschlägen.
Beitrag von bi_di - 30.08.10 - 18:47 Uhr
a) Burnout: Da gibt es keine Unterschiede zu einer sonstigen Krankheit. Wenn es ihn richtig erwischt hat, bekommt er 6 Wochen sein Gehalt weiterbezahlt, danach bekommt er Krankengeld und irgendwann wird er sich beim Medizinischen Dienst vorstellen müssen, die entscheiden, ob er arbeitsfähig ist oder nicht. Blöderweise kann er gekündigt werden, wenn er durch seine Krankheit untragbar für den Betrieb wird. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, das Krankheit einen unkündbar macht.
b) Insolvenz: Insolvenzausfallgeld gibt es nur von der Verkündung der Insolvenz (Einstellung der Lohnzahlungen) bis zur Abwicklung (oder Sanierung) des Betriebs. Maximal aber 3 Monate.
c) Arbeitslos mit 60: Ich glaube, mit 60 bekommt man sogar 24 Monate ALG1. Danach würde er theoretisch in ALG2 fallen, aber da würden alle 'Werte' (Immobilien, Lebensversicherungen - zumindest bis zu einer gewissen Grenze) in die Berechnung einfliessen. Aber da wäre Dein Papa 62 oder 63 und da würde sich der vorzeitige Ruhestand mit Sicherheit eher lohnen.
Grüsse
BiDi
