ALG II zu niedrig?

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Beitrag von regentaenzer - 02.09.10 - 17:06 Uhr

Hallo,

ich habe gerade eine Diskussion zum "Sparpaket" im Politikforum gelesen.

Da wurde auch gesagt, dass der ALG II Regelsatz viel zu niedrig ist.

Wir (2 Erwachsene, 1 Kind) würden ALG II laut Rechner im Internet

860 Euro Regelleistung
438 Euro Miete

also 1298 Euro insgesamt bekommen.

Dafür hätten wir dann wesentliche berufsbedingte Ausgaben nicht, wie zum Beispiel:

Kitaplatz (zahlt dann das Amt)
Mehrkosten für Frühstück im Kindergarten
Monatskarte für öffentliche Verkehrsmittel
teurere Verpflegung, weil häufig keine Zeit

Wir haben sowieso laufende Kosten von (inkl. Miete, Strom, Gas, Versicherungen, Kita, Essengeld Kita, Monatskarte und Haushaltsgeld) 1300 Euro im Monat.

Wenn also die oben genannten Punkte weg fallen oder in geringer Höhe gezahlt werden müssen (z. B. Monatskarte), wären das mindestens 250 - 300 Euro, die wir weniger Kosten hätten.

Wenn wir also ALG II bekommen würden, bekämen wir 1300 Euro (inkl Kindergeld) und hätten Ausgaben von 1000 Euro.

Für mich klingt das viel.

Warum sind es dann gerade die ALG II Empfänger, die in Konsumschulden versinken und irgendwann in PI "müssen"?

Und warum leiden gerade die Kinder unter der Arbeitslosigkeit der Eltern?


Das Problem ist meiner Meinung nach nicht der ALG II Regelsatz, sondern das Anspruchsdenken, dass es vielen Menschen im Leistungsbezug nicht ermöglicht, mit dem "geringen" ALG II Satz auszukommen.

Was denkt Ihr? Zu wenig Geld oder zu hohe Ansprüche?

LG

Beitrag von ppg - 02.09.10 - 17:22 Uhr

Dein Denkansatz ist vollkommen falsch:

Es ist ein Skandal und in höchtem Maße Asozial , das Unternehem ihren Mitarbeitern Löhne am / unter dem Existemzminimun zahlen un die eigenen Gewinne zu maximieren.

Weiß Du eignentlich , das der weitaus größere Teil der Sozialleistungen an Aufstocker gezahlt wird?

Da polieren ganze Branchen ihre Bilanzen zu Lasten der Steuerzahler auf.Das muß aufhören: Ein gesetztlicher Mindestlohn wäre das ein Schritt in die richtige Richtung!


Nun zu Deinem Fall:

- den Kitaplatz würdest Du als Geringverdiener vom JA bezahlt bekommen
- Das Essensgeld ist auch von ALG II - Empfängern zu zahlen
- Monatkarte für den öffentl. Nahverkehr auch
- teure Verpflegung, weil keine Zeit ist ein sehr schlechtes Argument, es gibt Rezepte die preiswert sind, schnell gehen und gesund sind . Da hift es Onkel Google zu befragen.


Was Du hier tust, ist es die Neiddebatte zu schüren ohne die wahrhaft Schuldigen an Deiner Misere zu erkennen.

Ute

Ute

Beitrag von nisivogel2604 - 02.09.10 - 17:53 Uhr

Ich schließe mich Ute absolut an

Beitrag von thea21 - 02.09.10 - 17:25 Uhr

Ich empfinde insgesamt 1300 Euro für einen 3 Personen Haushalt als nicht viel Geld.

Wären, würde man das auf 2 Vollzeitarbeitende umrechnen 650 Euro im Monat an Verdienst.

Ein Hungerlohn nicht wahr?

Ich allein verdiene für meine Vollzeitstelle als junge Frau schon 1300 Euro netto.

Und habe, mit einem Kind Ausgaben von

Miete,
Strom,
Fahrkosten,
Telefon,
Kita.

Fix macht das um die 800 Euro an Ausgaben.

Als ich in der Elternzeit (nach der Trennung des Vaters meiner Tochter) ALG2 bezog, wurden mir genau 700 Euro überwiesen.

Für mich und meine Tochter.

Hatte einzig die Einsparung das mich die Fahrkarte für den Monat ein wenig weniger kostete.

Kita bezahlte ich (kein Jobcenter), Monatkarte war notwendig für alle Fahrtwege die man privat sowie zur Jobsuche und bezüglich des Kindes hatte.

Auch als ich ALG 2 bezog ging meine Tochter in die Kita. Und auch da hatte ich Mehrkosten durch Essen und Co. zu leisten.

Warum sie in die Kita ging? Um nicht vor Berufsstart ins Kalte Wasser geschmissen zu werden und damit ich in den 5 kindfreien Stunden intensiv nach Jobs suchen und evtl Vorstellungstermine wahrnehmen konnte.

LG

Beitrag von vwpassat - 02.09.10 - 17:25 Uhr

Das Problem ist das Leben "auf Pump".

Da wird in guten Zeiten auf Kredit gekauft, bis der Arzt kommt.

Das ALGII selbst ist ausreichend.

Beitrag von regentaenzer - 02.09.10 - 17:47 Uhr

Hallo,

ich muss wohl ergänzend zu meinem Eröffnungsbeitrag schreiben:

Wir haben 1300 Euro Ausgaben.

Unsere Einnahmen aus zwei Vollzeitjobs liegen um einiges darüber.

Und nun: munter weiter.

LG

Beitrag von marion2 - 02.09.10 - 17:50 Uhr

Du bist uninformiert.

Deine Rechnung geht nicht auf.

Gruß

Beitrag von king.with.deckchair - 02.09.10 - 18:13 Uhr

Uninformiertes Geschreibsel.

Esensgeld zahlen ALG II-Empfänger in der KiTa übrigens ganz genauso. Das sind im Übrigen keine "Mehrkosten", Teuerste. Monatskarten sind nicht überall verbilligt!

Beitrag von carrie23 - 02.09.10 - 18:44 Uhr

Und was ist mit Strom, Telefon, Internet ( ist heutzutage nicht mehr ganz unwichtig da die meisten Stellen im I-net gefunden werden und zumindest bei uns E-mail Bewerbungen gerne gesehen sind ), Verhütung ( wird auch nicht überall übernommen )-das müssen die ALG Empfänger auch alles zahlen.
Ich denke du hast sehr wenig Ahnung von ALG2, dein Glück.
Die teurere Verpflegung übrigens kannst du mir nicht weismachen.
Arbeitnehmer können genauso was von daheim mitnehmen und abends kochen oder was glaubst du wie wir das machen?
Frühstücken kann man auch daheim, man muss nur früher aufstehen.

Beitrag von manavgat - 02.09.10 - 18:45 Uhr

Das Problem ist, dass Leute wie du so wenig verdienen, dass sie das leider für die Norm halten, d. h. für die Messlatte.

Die Löhne in Deutschland sind gerade im unteren Sektor viel zu niedrig.

Das ALG2 schafft Dach über dem Kopf und macht satt. Teilhabe sieht anders aus. Leider trifft das immer mehr die Geringverdiener.

Der überwiegende Teil der ALG2 Empfänger arbeitet ist also Aufstocker oder erzieht mindestens 1 Kind unter 3, ist zu "alt"/nutzlos für diesen Arbeitsmarkt, ist wegen Behinderung nur eingeschränkt arbeitsfähig oder im Bezug weil der Unterhaltspflichtige sich seinen Pflichten entzieht.

Wer keine Ahnung hat, muss sich erst informieren.

Gruß

Manavgat

Beitrag von zuckerschneggle - 02.09.10 - 19:53 Uhr

351 Euro pro Erwachener x2 = 702 Euro
281 Euro Kind bis 14 Jahre abzüglich Kindergeld = 97 Euro
438 Euro Miete

Gesamt Zahlung 1237 Euro davon ziehst du nun alle deine Ausgaben ab ( Miete, Strom,Telefon, Handy, Kigakosten + Essensgeld, Versicherungen, Fahrtkosten, Unternehmungen, Verein und Einkäufe usw) KigaKosten werden auch von Ja übernommen aber nicht das Essensgeld. Ach ja, daß habe ich noch vergessen, vom Regelbetrag soll man auch noch Sparen für den Fall das etwas kaputt geht.
Bist Du noch immer der Meinung das der Regelsatz zu Hoch ist ? Dann mach doch einfach mal einen Monat einen Selbstversuch, dein Ersparniss kannst du dann ja im nächsten Monat wieder Anspruchsvoll #augen ausgeben

Beitrag von mama2003-2009 - 02.09.10 - 19:57 Uhr

351 Euro pro Erwachener x2 = 702 Euro
281 Euro Kind bis 14 Jahre abzüglich Kindergeld = 97 Euro
438 Euro Miete


Öhm da stimmt was nicht in deiner Rechnung

323€ pro Erwachsener.... 351€ kriegen nur alleinstehende
215€ Kinder unter 6
251€ Kinder 6-14 Jahre

-184€ Kindergeld


Miete nur weil diese hier vielleicht 438€ beträgst heißt das noch lange nicht das sie angemessen ist und vollständig übernommen wird.....
__________________________________
LIEBE TE

Wir müssen genau so Versicherung, Kita, Essengeld ,Strom, Telefon, Internet und Fahrkarte bezahlen...

Wir haben nach Abzug alle FIXKOSTEN für 4 Personen 450€ /500€ je nach dem zum Leben, Einkaufen, Freizeit,Kleidung wenn gebraucht wird

Wir leben gerade so wir müssen nicht Hungern oder ähnliches aber reichen tut es meistens hinten und vorne nicht....

Beitrag von zuckerschneggle - 02.09.10 - 20:10 Uhr

die Angaben habe ich mir von dieser Seite rausgesucht http://www.sozialhilfe24.de/hartz-iv-4-alg-ii-2/leistungen.html

Höhe des Arbeitslosengeldes II, ALG II .... 3. Absatz

Bitte entschuldige wenn es sich hierbei um einen Fehler handelt #schein

Beitrag von keks2381 - 02.09.10 - 20:17 Uhr

Glaube du hast da vieleicht etwas den falschen Ansatz erwischt, weil...

es ist nicht viel, aber ich denke auch, man kann davon leben...

Ich finde es sollte ja noch ein deutlicher Unterschied zu den Leuten bestehen, die für ihr Geld Arbeiten...

(Da möchte ich natürlich die Leute rausnehmen, die ihr Gehalt mit ALG 2 Aufstocken müssen, die haben nämlich schon mehr verdient, denn da finde ich schon, das der Staat es den Arbeitgebern zu leicht macht... es kann eigentlich nicht sein das man bei einem Vollzeitjob sowenig Geld bekommt, das es zum Leben nicht reicht...deshalb Hut ab vor diesen Leuten!)

Beitrag von manavgat - 02.09.10 - 20:23 Uhr

Ich finde es sollte ja noch ein deutlicher Unterschied zu den Leuten bestehen, die für ihr Geld Arbeiten...

Eben.

Und deswegen brauchen wir dringend einen Mindestlohn.

Gruß

Manavgat

Beitrag von keks2381 - 02.09.10 - 20:25 Uhr

Das wollte ich ja mit meinem Zusatz aussagen!!!

Beitrag von derhimmelmusswarten - 02.09.10 - 21:05 Uhr

Meine Meinung ist: Ein einzelner ALG II-Empfänger, der nur seinen Satz bekommt und sonst nix, der wirklich ganz allein lebt, ohne jegliche Unterstützung, ist ein armes Schwein. Sobald man zu Zweit ist, einer noch einen Minijob hat etc., hat man´s doch schon besser. Man kann zusammen legen etc. Hat man dann noch Kinder, hat man u. U. mehr Geld zur Verfügung als ein kleiner Arbeiter mit nach Hause bringen könnte. Der muss dann schließlich Auto und Miete bezahlen, Kindergarten usw.

Beitrag von marion2 - 02.09.10 - 21:29 Uhr

Warum geht es zwei ALGII-Empfängern, die zusammen leben besser als einem ALGII-Empfänger der allein lebt?

Warum bekommt der kleine Arbeiter aus deinem Beispiel kein Kindergeld und Wohngeld auch nicht?

Warum muss der kleine Arbeiter ein Auto bezahlen? Gibts für den kleinen Arbeiter keinen Bus?

Kindergarten zahlen übrigens auch ALGII-Empfänger.

Beitrag von sandy_1 - 03.09.10 - 09:35 Uhr

Hallo,

also das stimmt so nicht ganz und ist von Land sogar von Stadt zu Stadt verschieden.. "Kindergarten zahlen übrigens auch ALGII-Empfänger."

Bei uns gibt es nach Einkommenn gestaffelt einen Familienpass, wo dann z.b bei Alg2 die Stufe so hoch ist, das nur noch etwa 1/3 vom Kindergartenplatz sowie essen gezahlt wird, bzw. sogar komplett vom JA übernommen wird.
Klar, sagt jetzt jeder die ALG2 Bezieher haben auch weniger Geld zur Verfügung.. Aber ich sehe hier bei uns sehr viel mit gemischten Gefühlen.
Warum?? Weil ich gerade im Kindergarten sehe wie es aufgeteilt wird.
Da bekommen hier Familien die ALG2 und zwar nicht aufstockend erhalten, für Ihre Kinder teils sogar ab einem Jahr ein Ganztagesplatz wo sie dann eben nur einen kleinen Bruchteil zahlen und die Mütter haben vor Ihren Kindern nie gearbeitet und dann will mir jetzt einer sagen das diese Mütter jetzt aber unbedingt was suchen.. #kratz Da sie aber als voll arbeitssuchend sich melden, geht das hier wohl ohne Probleme.
Und dieses Beispiel ist hier bei uns leider kein Einzelfall..

Wir dagegen haben unseren Kleinen verlängerte ÖZ gemeldet, weil uns der Ganztagesplatz nochmal um die 60Euro kosten würde, dazu ist der Große in der verlässlichen Grundschule angemeldet was uns auch monatlich noch was kostet. Nur damit ich eben arbeiten gehen kann.

Wenn ich dann sowas wie bei uns im KiGa tagtäglich mitbekomme und mir diese Mütter dann auch noch ins Gesicht sagen, das das ja sowas von toll ist das das Kind so früh in Kiga geht. Weil sie ja daheim alles gemacht bekommen und die freie Zeit geniesen können... Hmmmm... denke ich mir.. ganz toll... Ich zahle alles selber und habe nicht viel von der Kiga Zeit, außer das ich in dieser Zeit eben arbeiten gehen kann und weiß das mein Kind gut betreut ist. Das ganze drumherum wie jede hat (aufräumen, kochen, einkaufen, Spielplatz usw.) müssen wir halt nach der Arbeitszeit machen.

Ist nur ein kleines Beispiel von vielen... Klar sind nicht alle die ALG2 beziehen (und ich rede nicht von denen die aufstockend ALG2 erhalten) gleich, aber leider sehe ich die Negativbeispiele wie dieses ALG2 eben nicht gedacht war hier tagtäglich.
Zum aufstockenden ALG2, sage ich nur, das es traurig genug ist das AN teils so wenig verdienen das sie da zusätzlich Anspruch drauf haben. Den Mindestlohn vom Gesetz her, wird es so, wohl nicht geben.

Kann sogar als Beispiel hier eine normal große Firma im Elektronikbereich nennen mit um die 300AN, die zahlt gerade mal den Mindestlohn für diese Branche bzw. drunter. Da kenne ich recht viele die dort schon jahrelang arbeiten und da so wenig verdienen und Anspruch auf ALG2 haben. Traurig aber wahr.

Also was ich sagen will, man kann nie alle in einen Topf schmeißen, so oder so. Dennoch ist vieles, gerade auch bei ALG2, schon oftmals kritisch zu betrachten und der Mißbrauch der Leistungen ist (meiner Meinung nach) doch enorm.

Lg, Sandra

Beitrag von kendra.26 - 02.09.10 - 22:11 Uhr

Hallo,

überleg mal ein ALGII Empfänger, der alleine wohnt , hat einen monatlichen Regelsatz von 359 Euro, aber seine Miete wird vom Amt gezahlt.

Aber er muss von diesen 359 Euro , noch Strom und evtl. Gas bezahlen, da bleibt nicht mehr viel zum leben......wenn ich mir überlege wie teuer Wintersachen sind, Winterstiefel, dicke Pullis, eine Jacke, warme Bettwäsche usw., wie soll das finanziert werden?
Selbst wenn man immer das Billigste kauft, reicht es nicht.

Und am öffentlichen Leben muss ja auch noch teilgenommen werden, ich finde es viel zu wenig.

Man sollte nicht an den Ärmsten sparen.

LG

Beitrag von cinderella2008 - 03.09.10 - 10:58 Uhr

Blödsinnig, Deine Rechnung.

Zudem: Nicht jeder ALG II-Empfänger sitzt den ganzen Tag zu Hause. Viele haben Vollzeitjobs, also auch Kosten für Fahrkarte, Kita usw.

Was das Essen anbelangt. Ich habe auch einen Vollzeitjob, gebe aber aus Zeitgründen mit Sicherheit nicht mehr für Lebensmittel aus, als wenn ich nicht arbeiten würde. Warum auch? Brote für das Frühstück und das Mittagessen nehme ich mir von daheim mit. Abends wird schnell eine Kleinigkeit gekocht. Das kostet mich maximal eine halbe Stunde Zeit, wenn überhaupt. Und ich achte auf sehr gesunde und ausgewogene Ernährung.

Ich würde Dir raten, Dich mal umfassend über ALG II zu informieren, ehe Du hier neidvolle Treads eröffnest.

Cinderella

Beitrag von gepard - 03.09.10 - 20:03 Uhr

wir bekommen auch ergänzendes alg 2, weil die löhne zu gering sind.....und nun?????


für mich ist es z.b.irrsinn, das die kinder eien regelsatz haben,aber das kindergeld komplett abgezogen wird und das kg fast komplett für den kiga weggeht......




:-[:-[:-[

Beitrag von lucaundhartmut - 03.09.10 - 22:47 Uhr

Hi regentaenzer,

es gibt zwar Ausnahmen, aber - ja, das Anspruchsdenken ist in der Regel zu hoch.



LG