Guten Morgen,
mein Mann hat im Juli 2009 bei seinem Arbeitgeber angefangen. Er hatte viel Glück diesen Job überhaupt zu bekommen, normalerweise stellen die nur Leute mit abgeschlossenem Studium ein. Es ist ein toller Job mit vielen Karrieremöglichkeiten und einem überdurchschnittlichen Gehalt für sein Alter.
Die ersten 2-3 Monate wurde mein Mann von seinem fachlich Vorgesetztem eingearbeitet. Im Büro sind 4 Mitarbeiter, je zwei für eine "Branche".
Man sagte ihm im Vorstellungsgespräch, dass die Einarbeitung ca 6 Monate dauert wenn er sich gut anstellt. Er arbeitet mit so einem firmeninternen Programm und in einer völlig anderen Umgebung als er es vorher gewohnt war. Deshalb sollte das so lange dauern. Nach 3 Monaten hatte sein Kollege plötzlich keine Lust mehr ihn einzuarbeiten. Mein Mann konnte da zum Glück schon den Großteil selber. Ab und an musste er noch nachfragen und hat sich den Rest dann selber erarbeitet.
Der Kollege fing dann an mit seiner Unpünktlichkeit.
Am Anfang hat er morgens um halb 8 im Büro angerufen und gesagt, er kommt 2 Stunden später. Ohne Angabe von Gründen. Irgendwann rief er nicht mal mehr an. Er fragt bei Feierabend ob mein Mann morgens pünktlich da ist und dann kommt er einfach 2-3 Stunden später. Geht in der Mittagspause zum Frisör und überzieht diese um 30Minuten. Er geht 1-2 Stunde früher ohne rechtzeitig bescheid zu sagen.
Während der Mittagspause muss einer der beiden die Hotline aufs Handy umleiten. Das macht seit über einem jahr jeden Tag mein Mann. Er kann kaum einen Tag richtig essen, ständig muss er telefonieren, isst sein Essen dann kalt oder gar nicht.
Dann hieß es, er muss in der anderen "Branche" (weiß nicht wie ich das sonst nennen kann, alles ein bischen komopliziert da) ebenfalls eingearbeitet werden, damit er einen Kollegen ersetzen kann wenn mal einer krank wird oder Urlaub hat.
Er hat das ebenfalls sehr schnell gelernt. Die Chefs sind sehr zufrieden, die Kunden sprechen mitlerweile meinen Mann direkt an anstatt die Mailbox zu benutzen, er bekommt immer mehr das Du angeboten usw.
Einer der anderen beiden Kollegen fängt nun mit der gleichen Masche an wie der erste. Kommt zu spät, geht früher, hat angebliche Termine zu denen es nie Belege gibt. Manchmal fehlt er einen ganzen Tag ohne Grund.
Sein fachlich Vorgesetzter fängt seit einiger Zeit sogar damit an, während der Arbeit Bild zu lesen, zu chatten und in irgendwelchen online Portalen zu stöbern. Er erzählt alle halbe Stunde die neuesten Schlagzeilen der Bild während mein Mann da sitzt, mit 2 Hotlines an der Backe, 3 Mailboxen die er betreuen soll und einem riesen Berg Arbeit. Wenn dann eine neue Anfrage rein kommt setzt sich der Kollege mit viel Glück mal dran, braucht dann aber so lange, dass mein Mann es dann irgendwann fertig macht. Jeden Tag heißt es: Hey, da ist was reingekommen, schaus dir mal an. Oder mach mal dies und das.
Und zu guter Letzt regt der sich auch noch auf, wenn die Kunden mitlerweile meinen Mann persönlich anschreiben und nicht ihn oder am Telefon meinen Mann verlangen falls er denn doch mal dran gehen sollte.
Die beiden Kollegen sind ledig, haben keine Kinder. Der eine ist ein Partytier der andere ein Stubenhocker. Mein Mann muss sich rechtfertigen wenn er mal nen Arzttermin hat oder einen Termin bei der Bank. Er bekommt dumme Sprüche reingedrückt, wenn er ab und an mal pünktlich geht und bekommt dann noch ständig unter die Nase gerieben was für nen sch*** Vertrag er doch hat. (In finazieller Sicht)
Er sieht seinen Sohn kaum noch, weil er schläft wenn er geht und abends wieder im Bett ist wenn er nach Hause kommt.
Nur leider traut er sich nicht mal den Mund aufzumachen. Es heißt immer: er ist mein fachlich Vorgesetzter, ich kann ihn nicht beim Chef anschwärzen. Er hofft immer noch drauf, dass der Kollege bald geht weil er sich was neues sucht.
Zu 90% der Zeit kommt er später und geht früher, schreibt sich aber doppelt so viele Zeiten auf. Den Chef stört das wenig, weil er diese Stunden bei der Firma die sie betreuen abrechnen kann.
Er vergisst wichtige Dinge, er hat teilweise sogar Sachen "verlernt". Dinge die er früher regelmäßig gemacht hat kann er fast nicht mehr oder braucht drei Mal so lange dafür. wenn er merkt, er schafft was nicht muss mein Mann wieder her halten.
Er kann doch nicht gekündigt werden wenn er seinen Unmut beim Chef äußert oder? Aus der Probezeit ist er raus. Er hat sich nichts zu Schulden kommen lassen. Es ist so viel Arbeit da, dass man sich eine Kündigung im Moment gar nicht leisten könnte und er kann in drei verschiedenen Bereichen arbeiten mitlerweile obwohl er nur für eine angestellt ist.
Ich kann nicht verstehen wie man sich das so gefallen lässt.
Ich bin sauer, enttäuscht und frage mich wie lange das noch so weiter gehen soll. Er hat nen Vertrag über 40 Stunden die Woche. Mitlerweile macht er schon keine Mittagspause mehr, kommt früher und geht später.
Er wechselt drei Mal pro Woche seine Schicht, er hat schon merhfach darum gebeten wenigstens eine Woche früher zu klären wann er wie arbeiten soll. Trotzdem wird der Plan ständig umgeworfen. Monat, Dienstag früh, Mittwoch Donnerstag spät, Freitag früh, hier ein Teammeeting, da ein Gespräch. Ach nee, der Kollege will and em Tag früher gehen mach doch Montag doch auch noch mal spät...
Wir haben kaum mehr Zeit als Familie, können nichts planen und uns auf nichts verlassen...
Gruß Sabrina,
deren Mann heute Morgen um 6:20Uhr aus dem Haus ist und um 20:30Uhr erst wieder kommt.
Mein Mann lässt sich ausnutzen
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Beitrag von engelchen1989 - 03.09.10 - 09:22 Uhr
Beitrag von karin3 - 03.09.10 - 10:04 Uhr
Hallo,
das du sauer bist kann ich verstehen, wäre ich auch.
Aber seit wann muss man sich vor seinen Kollegen rechtfertigen warum man früher geht oder später kommt? Das klärt man doch mit dem Chef.
"Während der Mittagspause muss einer der beiden die Hotline aufs Handy umleiten."
Das nennt sich dann aber nicht Mittagspause sondern Bereitschaftsdienst und der MUSS vergütet werden.
"Die beiden Kollegen sind ledig, haben keine Kinder. Der eine ist ein Partytier der andere ein Stubenhocker"
Das ist pupsegal...
"Nur leider traut er sich nicht mal den Mund auf zumachen. Es heißt immer: er ist mein fachlich Vorgesetzter, ich kann ihn nicht beim Chef anschwärzen."
Er könnt die Situation mal explodieren lassen. Nur noch Dienst nach Vorschrift. Pünktlich kommen und gehen. Vielleicht bekommt er dann ja einen neuen Kollegen.
Solange dein Mann sich alles gefallen lasst wird er auch ausgenutzt werden.
Wie lange ist eigentlich sein Arbeitsweg? Zwischen Arbeitsende und Arbeitsanfang müssen 11 Stunden liegen. Außerdem muss die Durchschnittliche Arbeitszeit innerhalb von 6 Monaten 8 Stunden Pro Tag betragen.
http://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/
Gruß Karin
Beitrag von engelchen1989 - 03.09.10 - 10:20 Uhr
Der Chef kommt selber erst relativ spät, bekommt also in den wenigsten Fällen mit wann wer kommt oder nicht. Es war von Anfang an so mit dem Chef ausgemacht: Wer einen Termin hat sagt den Kollegen rechtzeitig bescheid. Sie sollen das so unter sich klären, dass immer mindestens 2 Personen, besser 3 anwesend sind. Teilweise sitzt mein Mann aber ganz alleine da und der Chef bekommt es kaum mit. Eben weil er erst um 10 oder so kommt und ständig Termine außerhalb hat.
Sein Arbeitsweg beträgt zwischen 40 und 50 Minuten je nach Verkehr für 20km. Er muss mitten durch die Stadt fahren.
Dass das mit den Partykollegen und Stubenhockern ziemlich egal ist ist mir klar. Ich finde es nur echt schade, dass mein Mann sich da den A*** aufreißt und dann noch doof angeschaut wird wenn was mit dem Kleinen ist.
Heute hatte er Dienstbeginn um halb 8, war aber schon früher da, weil es am Monatsanfang immer ein paar Probleme gibt. Er hat mir eben eine Mail geschrieben, dass seine Kollegen noch immer nicht da sind. der Kollege von der Spätschicht ist seit einer viertel Stunde im Büro, die von der Frühschicht haben noch nicht mal angerufen. Und alles nur weil heute Abend ein Teammeeting ist und sie danach noch einen Trinken gehen. Klar, wenn man um halb 6 aufstehen muss ist man ja abends zu müde zum Feiern...
Ich reg mich wahrscheinlich auch viel zu sehr auf, aber das geht seit Wochen und ich kann es langsam nicht mehr hören. Drei Mal die Woche bekomme ich erzählt, dass der Kollege schon wieder total verschlafen und mit Standgas auf der Arbeit erscheint, 3 Stunden zu spät und dann noch kackfrech die Arbeit meines Mannes kritisiert, obwohl er vom Auftrag gar keine Arbeit hat.
Beitrag von kati543 - 03.09.10 - 10:08 Uhr
Dein Mann sollte sich mal mit den Kollegen hinsetzen und ein ernsthaftes Gespräch führen. Funktioniert das nicht, sollte er sich vorsichtig mal an den Chef wenden - ABER nicht die kollegen anschwärzen, sondern einfach mal sagen, dass es für ihn einfach zu viel ist 2 Telefonanfragen und 3 Mails gleichzeitig zu beantworten. Er sollte definitiv nicht dort hin gehen und sagen, dass die Kollegen nicht richtig arbeiten, unpünktlich sind,... Das muß der AG selber rausfinden. Nur ein paar Tipps in die Richtung geben.
Und ja, wenn man Kollegen verleumdet, kann man abgemahnt und später auch gekündigt werden. Und so wie du es schreibst, ist dein Mann auf weiter Flur der einzigste, der arbeitet. Also werden alle anderen zusammenhalten.
Beitrag von engelchen1989 - 03.09.10 - 10:25 Uhr
Mein Mann hatte gestern ein Gespräch mit seinem Chef. Da war er schon wieder ganz alleine, obwohl noch ein anderer Dienst gehabt hätte. Der Chef hat ihn gefragt: Na, bist ja schon wieder alleine.
Er erzählt seinem Chef auch regelmäßig, dass er viel Stress hat und mit seinen Anrufen und Tickets nicht hinterkommt. Der Chef scheint es aber nicht zu schaffen sich einen Reim drauf zu bilden. Solange besagter Kollege genug Stunden beim Auftraggeber abrechnet ist ihm alles egal.
Das traurige ist, dass der erste Mitarbeiter in der Firma kurz vor einem Herzinfarkt stand. Der Arzt hat ihm gesagt, entweder er macht langsam oder er muss bald in Frührente gehen.
Burnout ist da auch so ein Thema. Da arbeiten Leute 14 Stunden am Tag, arbeiten abends und morgens von zu Hause aus und selbst im Urlaub steht das Telefon nicht still.
Und mein Mann entwickelt sich mehr und mehr auch zu so einem Karrieretier das immer den faulen Kollegen den Kopf rettet.
Beitrag von kati543 - 03.09.10 - 10:30 Uhr
Dann hilft nur eines. Arbeiten nach vertrag. Mein Mann hatte auch mal so einen AG. Irgendwann hat er angefangen statt eher nur pünktlich zu kommen UNS genauso pünktlich zu gehen. Was nicht geschafft wird, wird eben nicht geschafft. Gleichzeitig würde ich den Chef bitten, doch mal in die Statistiken zu schauen, was wer gearbeitet hat und vor allem wieviel. Dem Chef wird ja irgendwann auffallen, dass die Aufträge zurückgehen.
Beitrag von vwpassat - 03.09.10 - 12:06 Uhr
Hast Du das vor längerer Zeit schonmal gepostet?
Irgendwie kommt es mir bekannt vor.
Beitrag von kada8102 - 03.09.10 - 14:08 Uhr
ja das dachte ich mir auch gerade!
Beitrag von vwpassat - 03.09.10 - 20:26 Uhr
Bloß gut, das Internet vergisst nichts!
Der selbe Sch.... vor 9 Monaten:
http://www.urbia.de/archiv/forum/th-2407267/Mein-Mann-laesst-sich-auf-seiner-Arbeit-ausnutzen-vorsicht-lang.html
Ich fühl mich verarscht, wenn einer das selbe mehrfach fragt.
Beitrag von kada8102 - 04.09.10 - 18:40 Uhr
hey du hast es tatsächlich gefunden .. Hut ab!
Beitrag von manavgat - 03.09.10 - 12:09 Uhr
Dein Mann sollte mal 2 Monate Protokoll führen über die Kollegen. Achtung: nicht am PC und nicht so, dass es einer mitkriegt. Geht gut mit Kürzeln: Löwe für Kollege 1, Nilpferd für Kollege 2 oder so und Kürzeln mit Uhrzeit für "Verfehlungen".
Nicht dabei erwischen lassen. Zuhause auf dem PC in eine Tabelle mit Datum übertragen.
Nach 2 Monaten zur höchstmöglichen Stelle in der Firma gehen, den Betriebsrat (falls es einen gibt) auch mitnehmen und mal fragen, ob der Firmenleitung bekannt ist, was da läuft.
Es ist Betrug, was die Kerls da abziehen. Sie lassen sich für Arbeit bezahlen, die sie nicht leisten.
Gruß
Manavgat
Beitrag von dasthes - 03.09.10 - 16:11 Uhr
Hallo Sabrina,
also bei meinen Mann auf Arbeit ist das ähnlich. 4 Leute machen die Arbeit und die restlichen 20 können nicht mal mitdenken.
Allerdings ist meiner mittlerweile so, das er nur das macht, was er in seinen Stunden schafft. Gut er bleibt auch mal länger oder nimmt auch nen Servicetermin nach eigentlichen Feierabend an, aber eher selten. Außerdem ist er regelmäßig auf Montage und der Einzige der sich dabei kümmert.
Es hat zwar gedauert, aber irgendwann, kam er von alleine drauf, das er sich nicht kaputt spielen lässt. Und lässt Sachen einfach auch mal liegen.
Deinem Mann rate ich, Dienst nach Vorschrift, da kann ihn keiner ans Bein pinkeln und der Chef sollte dann auch sehen, das irgendwas schief läuft.
LG thes
Beitrag von litalia - 03.09.10 - 16:24 Uhr
gibt es in dem betrieb einen betriebsrat?
ansonsten, haben die anderen kollegen "gleitende arbeitszeit" ?
Mein Mann kann quasi auch kommen und gehen wann er will, hauptsache er kommt auf seine wöchentliche arbeitszeit, seinen kollegen muss er da keine rechenschaft ablegen wenn er "spontan" mal erst mittags anfängt etc.
Beitrag von vwpassat - 03.09.10 - 20:27 Uhr
Beitrag von vwpassat - 21.12.09 - 15:43:53 Uhr
Ich denke, dass Dein Mann keinen A.... in der Hose hat.
Wenn er nicht reagiert - dann passiert halt nix und alles bleibt wie es ist.
Da kann er Dir daheim die Hucke vollheulen wie er will, ER muss was tun.
Das gilt heute noch genauso wie vor 9 Monaten. Anscheinend scheint's ja eher Dich zu stören als Deinen Mann.
