Kinderunfreundliche Arbeitswelt :-(

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Beitrag von sternchen1000 - 06.09.10 - 17:29 Uhr

Hey,

also ich arbeite wieder, seit meine Zwillinge 11 Monate alt sind. Ich musste wieder ran, da ein Einkommen nicht ausreichtte. Ich habe eine 30h Stelle, arbeite von Mo-So im Schichtsystem zwischen 10 und 18.00 Uhr und habe leider noch einen recht langen Anfahrtsweg, von etwa 20km einfach, einmal durch die Stadt..

Ich muss sagen, ich hab mir echt den Ar*** aufgerissen. Die Kinder haben lange schlecht geschlafen, waren und sind oft krank etc.

Mein Kollege ist Anfang 40 und kinderlos. Meine Chefin ist ebenfalls kinderlos.

Wie sich vor kurzen herausstellte, ist mein Kollege Alkoholiker und hat hier einiges versemmelt. Er war 6 Wochen krankgeschrieben und andere, auch ich mussten seine Dienste übernehmen.

Nun zur Sache: Wenn ich Schwierigkeiten habe was Arbeitszeiten angeht im Falle von Krankheiten, Urlaub, BEtreuungslücken, stellt sich meine Chefin quer. Im Gegenteil, sie wollte sogar die Arbeitszeiten so verändern (zu 7-21Uhr), dass ich gar nicht mehr hätte für den "Laden" arbeiten können. Das konnte nur durch eine Intervention meinerseits beim Vorstand gekippt werden.

Nun ist es aber so, dass meinem lieben Kollegen Zucker in den Ar** geblasen wird. Selbstverständlich kann er alle seine Termine wahrnehmen, muss halt der Plan geändert werden. Ich solle mich nicht so haben, würde ja schließlich auch wegen der Kinder mal ausfallen und dann muss er ja auch einspringen... Die Chefin hat ihn sogar mit dem Firmencaddy persönlich zum Entzug gebracht, sorgt sich schrecklich um ihn... Mich hat sie noch nie (!) gefragt, wie es mir geht, ob ich zurecht komme!

Hä???!!! Mein Beitrag für die GEsellschaft ist doch wertiger als seiner, oder seh ich das falsch? Wieso werde ich als Mutter nicht mehr unterstützt als ein kinderloser Mann mit Alkoholproblemen???

Find ich echt nur ungerecht!!!! :-[

Oder seh ich das irgendwie komisch?

LG Melanie

Beitrag von roland.deschain - 06.09.10 - 17:34 Uhr

im gegensatz zu alkoholismus sind zwillinge mit schlafproblemen aber keine krankheit.

klar fühlt man sich in den hintern getreten aber die chefin ist halt nicht verpflichtet sich um dich oder irgendwen zu sorgen - es ist quasi privates interesse.

grüße

Beitrag von marion2 - 06.09.10 - 20:02 Uhr

"im gegensatz zu alkoholismus sind zwillinge mit schlafproblemen aber keine krankheit."

Stimmt - aber: Zwillinge mit Schlafproblemen machen krank. Frag mich. Ich weiß das. Woher? Siehe VK

Das Firmenoberhaupt ist verpflichtet sich um die Angestellten im Rahmen der Fürsorgepflicht zu sorgen.

Gruß Marion

Beitrag von ppg - 06.09.10 - 17:36 Uhr

Villeicht ist Deine Chefin mit diesem "gesellschaftlich nutzlosen" Mitarbeiter befreundet, während Du es Menschen echt schwer machst Dich zu mögen!

Man lese nur mal Deinen Text hier, besonders die Passage in der Du hinter dem Rücken Deiner Chefin "intervenierst" zum Schaden Deines Arbeitgebers - einzig aus egoistischer Motivation.

Ute

Beitrag von hexlein77 - 06.09.10 - 17:39 Uhr

Natürlich ist es besser wenn sie, aufgrund ihrer Kinder, dann nicht mehr Arbeiten gehen kann, weil sich die Zeiten die sich ihre Chefin ausgedacht hat absolut nicht mit den Kindern vereinbar sind! #augen

Schon klar, der arme Arbeitgeber! #contra

Beitrag von ppg - 06.09.10 - 17:43 Uhr

Sorry, Berufleben ist nunmal kein Wunschkonzert.

Aber hintenherum dem Chef schaden, der im Übrigen auch seine Vorgaben zu erfüllen hat, weil sonst alle den Job verlieren können, ist Mobbing!!!

Das solltest Du Dir klar machen! Die TE ist hier TÄTER!
Und hinterfotzig obendrein!

Und solch miesen Charakterzug entschuldigst Du mit magelnder Kinderbetreuung????


Kein Wunder wenn Mütter auf dem Arbeitsmarkt heutzutage fast kaum noch Chancen eingeräumt werden. Das liegt dann an solchen Negativbeispielen wie der TE hier!
Ute

Beitrag von sternchen1000 - 06.09.10 - 17:46 Uhr

Eben, es ist kein Wunschkonzert, aber das sollte dann für alle gelten #aha

Negativbeispiel? Ich arbeite heute den 10. von 13 Tagen am Stück und beschwere mich nicht, ich frage ja auch nur, wenn bei mir die Luft brennt, da mein Mann als Fahrlehrer nachmittags und abend nie zu Hause ist.

Beitrag von ppg - 06.09.10 - 17:57 Uhr

Na das tust doch nicht aus Nächstenliebe, sondern weil Du dafür bezahlt wirst! :-p

Hör auf Dir hier Deinen Heiligenschein zu putzen: Das was Du als außergewöhnliche Leistung verkaufen willst, empfinde ich als vollkommen normal!

Ute, AE , zwei Kinder - Vollzeitjob incl. Überstunden, Reisen, Tagungen seit die jüngste 15 Monate als ist, davor Teilzeit ab Geburt

Beitrag von kleine1102 - 06.09.10 - 23:40 Uhr

DAS nenne ich mal kontrovers- Jemandem zu sagen, er/sie solle "aufhören, seinen/ihren Heiligenschein zu putzen", um dann postwendend den eigenen gebührend zu polieren :-p #augen.

Beitrag von ayshe - 07.09.10 - 08:52 Uhr

#rofl Ja, ist lustig was?

Beitrag von inblack - 07.09.10 - 15:08 Uhr

Dafür hast du aber für urbia genügend Zeit.

Die TE stellt ihre Leistung aus meiner Sicht übrigens keinesfalls als außergewöhnlich dar. Sie möchte nur ein gleiches Recht für alle. Völlig ok, denn warum sollte ein Alkoholkranker mehr Flexibilität benötigen? Für Arztbesuche/Entzug wird er ja krankgeschrieben.

Und du?
Ja, DU stellst dich hier als Super-Mami hin, die alles mit links alleine wuppt. Aber du lässt die Gesellschaft schön für die Kinderbetreuung deiner Kinder zahlen. Sehr bequem, wenn man AE ist, oder?!
Andere müssen riesen Summen dafür aufbringen.

BTW: hoffen wir mal, dass deine Kinder in einer "Aufzuchtsstation" genug soziale und geistige Kompetenz erlangen, um nicht in Hartz 4 zu landen. Denn viel Zeit und Zuwendung werden sie von DIR ja nicht bekommen.

(für alle AE, die sich jetzt angegriffen fühlen: nein, ich denke nicht wirklich so. Aber die TE ist unmöglich mit ihren Unterstellungen und ich möchte ihr mal deutlich machen, wie fies so etwas aus der anderen Richtung ist).

Beitrag von inblack - 07.09.10 - 15:15 Uhr

ich meinte natürlich die ppg, nicht die TE.

Beitrag von ppg - 07.09.10 - 15:47 Uhr

Meine Kinderbetreuung zahlt keiner, weil sie mittlerweile nicht betreut werden müssen, und früher auch nicht, weil die staatlichen Zuschüsse auch bei AE einkommensabhänig sind.

Ute

Beitrag von windsbraut69 - 07.09.10 - 07:02 Uhr

Für alle geltenß?
Tut es doch auch - ich habe den Text so verstanden, dass der kranke Kollege seine THERAPIEtermine wahrnimmt und nicht zum Spaß frei bekommt.
Ihm DAS zu mißgönnen, ist schon sehr wenig sozial.

Beitrag von ayshe - 06.09.10 - 18:33 Uhr

##
Das solltest Du Dir klar machen! Die TE ist hier TÄTER!
Und hinterfotzig obendrein!
##
Ist nicht dein Ernst.
Okay, für dich braucht die Welt sicher auch keinen BR.

Beitrag von hexlein77 - 06.09.10 - 21:04 Uhr

Zu solchem Geistigen .... sag ich nichts mehr!

Wenns nach dir ginge hätte heute kein AN mehr Rechte nur noch Pflichten!

Und die TE ist sicherlich nicht hinterfotzig (um es mal mit deinen Niveaulosen Worten auszudrücken) wenn sie ihre RECHTE durchsetzt. Aber deiner Meinung nach, hat sie schön den Mund zu halten weil der "arme" AG ja schließlich für sie Zahlt!

Beitrag von sternchen1000 - 06.09.10 - 17:43 Uhr

Sehr nett...

Ich bin unter diesen Voraussetzungen eingestellt worden, dass ich nicht um 7.00 Uhr zur Arbeit kommen kann und auch nicht bis 21.00 bleiben kann war von vornherein klar.

Der Vorstand ist übrigens aus allen Wolken gefallen, da ein solchen Modell auch von Seiten des Arbeitgebers nie geplant war. HIer ging es um sehr egoistische Ideen anderer Menschen.

Aber OK, die Alternative wäre den Job hinschmeißen und dann mal sehen oder wie?? Ich kämpfe für meine Familie und bestehe auf dem, was mal vereinbart wurde, mehr nicht!!!

Beitrag von ppg - 06.09.10 - 17:45 Uhr

kämpfe für meine Familie und bestehe auf dem, was mal vereinbart wurde, mehr nicht!

1.) bist Du sicher, das die Arbeitswelt der richtige Ort für Dich ist??

2.) Deine Vereinbarungen zur Arbeitszeit hast Du doch sicher schriftlich, ansonsten siehe Punkt 1

Ute

Beitrag von sternchen1000 - 06.09.10 - 17:48 Uhr

Sag mal was hast du denn für ein Problem? Warum musst du denn so frech werden???

Ich war bis heute nicht einen Tag arbeitslos oder sonst was und es macht mir generell auch spass zu arbeiten, aber es nervt halt, wenn man das Gefühlt hat, ständig gegen Windmühlen zu kämpfen.

Beitrag von ayshe - 06.09.10 - 18:37 Uhr

Sie ist immer so griffig, vllt arbeitet sie zu viel #rofl

Beitrag von sternchen1000 - 06.09.10 - 19:05 Uhr

OK, gut zu wissen....

Ich dachte auch mehr an einen generellen Gedankengang.

Unsere Gesellschaft braucht Kinder, das wissen wir ja mittlerweile alle. Warum kann es nicht selbstverständlich sein, dass eben der Teil der Bevölkerung, der sich gegen die Kindererziehung entschieden hat, auf den anderen Teil Rücksicht nimmt. Dass man sich an den Bedürfnissen von Müttern und Vätern orientiert (wo das möglich ist) und man nicht als Negativbeispiel dasteht, wenn man krampfhaft versucht, Familie und Beruf zu meistern und sein Leben selbst in die Hand zu nehmen...

LG Melanie

Beitrag von sini60 - 06.09.10 - 19:13 Uhr

Warum sollten ausgerechnet diejenigen, die keine Kinder wollen, auf die mit Kindern Rückischt nehmen? #kratz

Beitrag von sternchen1000 - 06.09.10 - 19:21 Uhr

Naja, ganz platt ausgedrückt, sollen meine aufwändig großgezogenen Kinder ja auch mal die, die sich nicht die Mühe gemacht haben, mitfinanzieren.

Und es gibt sie schon, Unternehmen die das ebenso sehen. Die BSR in Berlin zum Beispiel. Dort werden Arbeitszeitmodelle entwickelt, die den Bedürfnissen der Väter und Mütter entsprechen und nicht umgekehrt, wie es bei mir der Fall war. Darüber habe ich mich einfach gewundert, ist finde ich verkehrte Welt.

Beitrag von windsbraut69 - 07.09.10 - 07:11 Uhr

Hast Du denn Deine Kollegen vorher gefragt, ob sie von Dir aufwändig aufgezogene Kinder haben möchten als Rentenzahler?

Beitrag von sternchen1000 - 07.09.10 - 10:29 Uhr

Wenn sie überhaupt noch was bekommen wollen, können sie sich da wohl kaum was aussuchen. Aber von mir aus können sie gerne drauf verzichen, dann sind das in 20-30 Jahren ein paar Alte weniger, die was aus dem Rententopf wollen...