Chef auf unbezahlte Überstunden und Gemeinheiten ansprechen?

Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.

Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.

Beitrag von klimperklumperelfe - 24.09.10 - 12:15 Uhr

Hallo zusammen,

ich arbeite seit 6 Wochen in einer Konditorei (Laden und Cafe) als Aushilfe. Da die dort Not haben und Arbeitskräfte möglichst billig sein sollen, gehe ich dreimal die Woche je etwa 8 Stunden.

Ich komme also um 10 und bleibe bis Ladenschluss (18Uhr). Ich putze bis 18.30 Uhr, bis dahin wird bezahlt, da die Pause ja noch eingerechnet werden muss.
Nun ist es so, dass ich keinen Abend früher als 19 Uhr, meist später, gehe und das unbezahlt ist. Aber man muss einfach noch solange putzen.

Meine Kolleginnen sagen sie brauchen den Job und nehmen noch mehr in Kauf. Sie werden von 9- 18:30 Uhr bezahlt und kommen 8 Uhr um alles vorzubereiten und gehen frühestens 19 Uhr!!!!!! Sie tun mir leid. Sie wissen von der Ungerechtigkeit, sagen aber nichts.

Ich hab nichts zu verlieren. Soll ich den Chef drauf ansprechen? Zumindest was mich angeht?

Das ist echt ein Abzockerladen: Mitarbeiter müssen jedes Stück Kuchen, dass sie selbst verzehren, voll zahlen, Trinkgeld wird durch alle geteilt, Getränke müssen selbst mitgebracht werden und wenn am Abend 6 Euro bei 1800 Euro Umsatz fehlen (was wahrscheinlich an mir lag, da ich neu bin) müssen das die Mitarbeiter ersetzen. Gestern hatten wir zu zweit 25 Euro Trinkgeld. Wenn der Chef die Abrechnung gemacht hätte, dann hätte er uns die Hälfte weggenommen, weil es nicht sein könne, dass wir soviel haben. Wenn man sich beim Eingeben in die Kasse vertippt, muss man das aus eigener Tasche zahlen...:-[

Fies alles aber die Leute brauchen die Arbeit!

Was sagt ihr dazu?

Danke
Jana

Beitrag von kruemlschen - 24.09.10 - 12:34 Uhr

Hallo Jana,

am besten wäre es natürlich wenn das Personal geschlossen auf den Chef zu geht, dann ist er im Zugzwang.

Ich fürchte fast wenn Du Deinen Mund aufmachst wird er sich einfach schnell nach einer neuen Aushilfe umschauen, Du bist Deinen Job los und ändern wird sich nichts.

Es ist übrigens nicht überall so.

Ich habe auch als Aushilfe in einer Bäcker- und Konditorei gearbeitet, ich habe 7€ Stundenlohn erhalten und die 1/2 h Putzen nach der Schicht (länger hat es bei uns nie gedauert) wurde mit bezahlt.
Für uns waren alle Waren während der Schicht kostenfrei außer Handelswaren (also Flaschengetränke) und wir bekamen auf das gesamte Sortiment 20% Nachlass wenn wir etwas mit nach hause bekommen haben.
Auch Kassendifferenzen wurden nicht auf uns umgelegt, da bei uns mehrere Personen an einer Kasse bedient haben und somit nicht nachgewiesen werden konnte wer die Differenz verursacht hat.

Dass Euer Chef rechtswidrig handelt muss ich ja nicht dazu sagen, dass weißt Du ja schon selbst.

Gruß K

Beitrag von klimperklumperelfe - 24.09.10 - 12:42 Uhr

Ich bekomme 5 Euro die Stunde und bei uns dauert das Putzen mindestens eine Stunde. Zum einen weil wir die Gäste 18 Uhr natürlich nicht rausschmeißen, ich meist alleine den ganzen Abwasch (Spülmaschine) machen muss, Laden und Cafe putzen, Klos machen, aufeschreiben was am nächsten Tag gebacken werden soll, Bestellungen von den anderen beiden Filialen annehmen...es ist echt ne Menge. Nebenbei noch bedienen und Essen kochen...naja.

Beitrag von kruemlschen - 24.09.10 - 13:03 Uhr

ganz ehrlich, wenn Du nicht auf den Job angewiesen bist, dann würde ich kündigen, allerdings mit einem entsprechenden Statement an den Chef.

Ich persönlich würde mich nicht so ausbeuten lassen!

Beitrag von klimperklumperelfe - 24.09.10 - 13:24 Uhr

Naja, ich brauche das Geld schon und ich wunder mich nicht, dass keiner dort arbeiten will und der Chef keine andere Aushilfe findet. Ich kann zwar gehen, hab aber keine Lust mich um einen neuen Job zu bemühen.

Beitrag von dore1977 - 24.09.10 - 18:36 Uhr


Dann hör auch auf zu jammern !

Beitrag von klimperklumperelfe - 24.09.10 - 19:18 Uhr

Bitte zeig mir wo ich jammere! So eine überflüssige Antwort! Sag mal was Produktives!

Beitrag von dore1977 - 24.09.10 - 19:35 Uhr

Wieso soll ich was produktives sagen ? Du willst Du doch gar nicht s ändern. Du hast viele Tipps bekommen, setz sie um. Ich würde in diesem Laden nicht arbeiten unter diesen Bedingungen und das sage ich obwohl ich auch nicht grade fürstlich bezahlt werde. Ich habe selbst nur 6 Euro die Stunde raus.
Aber davon wird mir nicht s abgezogen mit an den Haaren herbei gezogenen Begründungen, mein Chef ist Weltklasse und meine Kollegen sind alle supernett und ich mag meinen Job. Also nehme ich in kauf das ich nicht so viel verdiene.

Du bist aber nicht zu frieden, zahlst am Ende noch drauf und willst nicht s ändern. Also dann leb damit und fertig. Du schreibst Du bist auf den Job nicht angewiesen. Dann kündige! Niemand sollte sich so ausbeuten lassen.

LG

Beitrag von klimperklumperelfe - 24.09.10 - 19:55 Uhr

Mir macht die Arbeit aber Spaß und mir tun die Leute leid, die da arbeiten. Und ich möchte, dass sich für länger was ändert (Wahrscheinlich Wunschtraum) und wenn ich einfach gehe, ändert sich ja nie was. Wieso will ich nichts ändern? Will ich ja, daher frage ich ja hier#kratz Und bisher kam nur ein Tipp, bei den anderen soll ich kündigen.

Beitrag von dore1977 - 24.09.10 - 20:06 Uhr

Ok mein Tipp:

Dein Boss verstößt vermutlich gegen diverse Gesetze. Geht zusammen zu einem Anwalt und lasst Euch erklären wo genau überall. Die genauen Paragraphen kann ich Dir leider auch nicht sagen. Dann geht ihr zusammen zu Eurem Chef knallt ihm das alles auf dem Tisch und erklärt ihm das ihr sofortige Änderung besteht sonst werdet ihr alle sofort den Laden verlassen und nicht wieder kommen.
Wen er Probleme hat Personal zu finden (wen wundert es) dann kann er sich das nicht leisten da er sonst allein da steht.
Dazu müsst ihr aber alle an einem Strang ziehen.

LG dore

Beitrag von klimperklumperelfe - 24.09.10 - 20:09 Uhr

Tja, das ist ja eben die Zwickmühle. Ich würde es sofort machen aber zwei dort sind noch in Ausbildung und die andere ist fast 40 und sagt, sie nimmt es eben hin weil sie Angst hat nichts mehr zu finden. Schwer echt. Naja, danke für deinen Tipp.

Beitrag von windsbraut69 - 25.09.10 - 08:22 Uhr

Du könntest Dich an die Spülmaschine ketten und einen Hungerstreik durchziehen, um den armen anderen, die zu den gleichen beschissenen Bedingungen dort arbeiten, wie Du sie - ohne Not - hinnimmst, dort arbeiten :

Beitrag von fred_kotelett - 24.09.10 - 15:50 Uhr

Ich würde dem ein paar Ratten aus der Tierhandlung in seinen Laden setzen und dann das Gesundheitsamt verständigen.

Beitrag von derhimmelmusswarten - 24.09.10 - 19:23 Uhr

Was deine Kollegen machen, kann dir egal sein. Selbst schuld, wer sich ausnutzen lässt. Such dir einen anderen Job. Wird wohl auf Dauer das Beste sein.

Beitrag von klimperklumperelfe - 24.09.10 - 19:32 Uhr

Mir ist aber nicht egal was da passiert und die andern tun mir leid weil sie abhängig sind. Außerdem macht mir die Arbeit an sich ja Spaß. Wenn ich vorhätte mir einen anderen Job zu suchen, hätte ich hier nicht gefragt, ob man an der Situation was ändern könnte, sondern wäre gegangen. Schade, dass viele hier diese "die anderen können dir doch egal sein"- Haltung haben.

Beitrag von derhimmelmusswarten - 24.09.10 - 20:00 Uhr

Irgendwie versteh ich deine Engstirnigkeit nicht. Entweder musst du das hinnehmen wie es ist und darfst dich nicht beschweren oder du änderst was, indem du dich nicht ausnutzen lässt und suchst dir was anderes. Unverständlich. Echt. Meinst du, die anderen machen sich Gedanken um dich? Fehlanzeige in der heutigen Zeit. Du wirst nichts ändern, weil es zu viele andere gibt, die aus Angst um ihren Vollzeitjob kneifen! Ganz einfach.

Beitrag von klimperklumperelfe - 24.09.10 - 20:05 Uhr

Für dich gibt es nur ertragen oder gehen oder? Wer hier engstirnig ist...ich weiß wie die Welt heute ist aber ich frage hier, ob man versuchen soll, was zu ändern. Wenn es nie einer versucht, ändert sich auch nichts.

Und woher willst du wissen, dass sich die anderen nicht interessieren wie es mir ergeht? Ich kapier eure Aussagen nicht. Das ist doch genauso kalt wie mein Chef...

Beitrag von windsbraut69 - 25.09.10 - 08:26 Uhr

Glaubst Du wirklcih, etwas ändern zu können für Deine Kollegen, die das gar nicht wollen?
Du schreibst, dass sie auf den Job angewiesen sind im Gegensatz zu Dir. Dann kündige DU doch oder scheiß Deinen Chef offiziell an, Du kannst es Dir doch erlauben.

Beitrag von klimperklumperelfe - 25.09.10 - 08:49 Uhr

Klar, aber wie gesagt erstens ändert sich dann ja nichts dort und zweitens macht mir die Arbeit an sich ja schon Spaß. Blöde Situation.

Beitrag von windsbraut69 - 26.09.10 - 10:28 Uhr

Warum sollte sich nichts ändern, wenn Du das Gewerbeaufsichtsamt einschaltest oder ggf. das Finanzamt?
Solange Du das ohne Not mitmachst, untestützt Du diesen Schindluder und schadest Deinen Kolleginnen genau so wie Euer Chef.

Gruß,

W

Beitrag von windsbraut69 - 25.09.10 - 08:23 Uhr

Du bist doch auch freiwillig dort - warum also Dein Mitleid mit den Kolleginnen, die nichts ändern wollen oder können?

Beitrag von klimperklumperelfe - 25.09.10 - 08:48 Uhr

Richtig, sie können nicht, weil sie ihren Job dann sicher lossind und ihnen das nicht so egal wäre. Warum wird einem hier so viel Unverständnis entgegengebracht weil mir die anderen leid tun? Sind alle schon so abgestumpft?

Beitrag von windsbraut69 - 26.09.10 - 10:31 Uhr

Von wegen "abgestumpft"...Dein Mitleid hilft doch niemandem, wenn Du nix unternimmst, weil Du Deine eigenen Interssen gefährdet siehst.

Das ist doch ähnlich "unehrlich", wie vor dem Fernseher zu heulen, wenn Reportagen über industrielle Tierhaltung gezeigt werden, und anschließend bei LIDL Eier für unter einen Euro zu kaufen und abgepacktes Fleisch....

Gruß,

W

Beitrag von klimperklumperelfe - 26.09.10 - 11:14 Uhr

Ja, zum Thema Tierschutz muss ich sicher nichts mehr sagen. Meine Meinung.

Ich mache es so, dass ich mein Gehalt noch abwarte und dann werde ich ja sehen, ob ich angemessen bezahlt wurde. Ich arbeite seit dem 12.8. da und hab noch kein Geld bekommen...naja...muss morgen wieder ran und wenn es bis dahin nicht überwiesen ist, geh ich zumindest deswegen schon mal zum Chef.

Versteh mich nicht falsch, ich will was ändern aber es ist eben auch echt blöde, wenn man sich wochenlang irgendwo eingearbeitet hat und dann muss man sich was Neues suchen. Und dann dort wieder neu einarbeiten, neue Leute und so...eigentlich hab ich diegleichen doofen, bequemen Argumente wie meine Kolleginnen:-p hab mich ertappt. Und ich brauche den Job zumindest noch die nächsten zwei Monate.

Beitrag von babybaer4 - 24.09.10 - 20:36 Uhr

Hallo,

ich kenne das leider auch .Meine Mutter arbeitet in einer großen Bäckereikette.Dort ist es auch so das die Mitarbeiter früher anfangen und später aufhören als ihnen bezahlt wird.
Ebenso sind gesetzliche Pausen kaum möglich.Diese Bäckerei war einmal kurz deswegen in der Presse.Sie haben es dann so gemacht das die Mitarbeiter eher kommen müssen um dann direkt Pause machen.Jeder der sich nicht dran hält bekommt eine Abmahnung.
Der liebste Spruch vom obersten Chef ist"Wem es nicht passt kann gerne gehen.Es gibt genug Arbeitslose die sich über einen Job freuen würden!"
Meine Mutter ist in einem Alter ,wo sie das alles hinnimmst aus Angst nichts Neues zu bekommen.
Ich denke im Prinzip kannst du dich nur an die Presse wenden!Aber wahrscheinlich bist du deine Arbeit dann los.

Lg Sabine