"Lohnt" es sich zu heiraten?

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Beitrag von sonntagsmalerin - 02.12.10 - 12:27 Uhr

Hallo zusammen,

mal eine Frage: Lohnt es sich aus finanzieller Sicht zu heiraten, wenn Frau selbstständig ist und etwa 1.000 - 1.500 Euro netto weniger verdient als ihr Mann monatlich? Macht das steuerlich einen Unterschied?
Selbst wenn man 3 und 5 als Steuerklassen auswählt und nicht 4 und 4, dann muss derjenige mit 3 ja am Ende des Jahres nachzahlen, oder? Oder hat man letzten Endes wirklich mehr Geld raus, wenn man verheiratet ist?

Für die Kritiker hier: Es geht NICHT um die Frage, warum man heiraten sollte, sondern lediglich um die finanzielle Seite dieser Angelegenheit ;-)

Danke für eure Antworten!



Beitrag von auisa - 02.12.10 - 12:33 Uhr

Hallo,

Von diesem Gedanken würde ich an deiner Stelle ganz schnell wegkommen.
Weisst Du was eine Scheidungheut zutage kostet?

Beitrag von kati543 - 02.12.10 - 12:52 Uhr

Es gibt viele (finanzielle) Nachteile und Vorteile einer Heirat. Letztendlich muß das jeder selber ausrechenen. Nur du kennst alle deine Daten. Nur mal ein paar Stichworte:
* Steuer (bei sehr großen Gehaltsunterschied)
* Krankenkassenbeiträge (Familienversicherung)
* Elterngeld
* ALG2
* Vereinsbeiträge (Familienbeitrag oder alle einzeln)

Beitrag von marion2 - 02.12.10 - 12:53 Uhr

Beim ALGII spielt es keine Rolle, ob man verheiratet ist oder nicht.

Beitrag von kati543 - 02.12.10 - 13:02 Uhr

Oh doch. Das tut es. Als Verheiratete ist man automatisch eine Bedarfsgemeinschaft. Bei nicht-verheirateten könnte man theoretisch noch tricksen. Ich weiß, es ist nicht legal, aber trotzdem tun es eine Menge Leute.

Beitrag von zeitblom - 02.12.10 - 12:56 Uhr

Witwenrente?

Beitrag von vwpassat - 02.12.10 - 13:30 Uhr

Es lohnt sich nicht.

Beitrag von cami_79 - 02.12.10 - 13:38 Uhr

Mhm, du meinst langfristig? Keine Ahnung.

Kurzfristig wäre es so: Heiratet das Paar jetzt im Dezember würde es rückwirkend aufs ganze Jahr gesehen als verheiratet gelten.

Nehmen wir an vorher ...
Sein Einkommen: 2300 Sk I
Ihr Einkommen: 1600 Sk 1

Würde bedeuten danach ...
Sein Einkommen: 2660 Sk III
Ihr Einkommen: 1300 Sk V

Macht einen "Gewinn" von 60 Euro x 12 gerechnet. Das kann man aber mit Brutto-Netto-Rechner vorab durchrechnen.

Im Netz habe ich zudem das gefunden:
Wenn man verheiratet ist, wird das Einkommen zusammen versteuert. Durch das Splitting zahlen beide zusammengerechnet WENIGER Steuern, als wenn jeder für sich versteuert werden würde. Durch das Ehegattensplitting spart man somit tatsächlich Steuern

Beitrag von krokolady - 02.12.10 - 13:57 Uhr

wie das bei Selbstständigkeit ist kann ich dir nicht sagen - aber ich habe 2 mal auf finanziellen Gründen geheiratet.

Beim ersten Mal musste mein Ex zum Bund, und ich war damals schwanger von ihm. Durch die Heirat bekam er natürlich deutlich mehr ausgezahlt.


Mein jetziger Mann....da lief es so das ich damals in Scheidung lebte als ich mit ihm zusammenzog.
Mein Ex zahlte kaum Unterhalt......ich bekam Geld vom Amt für mich und die Kids.
Dann kam Hartz4 - und mir wurden mal eben etliche Hunderte gestrichen weil plötzlich mein Freund für meine Kinder aufkommen musste, obwohl es halt nicht seine waren.
Er musste also für sie zahlen, konnte sie steuerlich aber nicht geltend machen.
Also haben wir geheiratet........somit bekam er deutlich mehr Netto, da ich ihm auch meine Kinderfreibeträge übertragen konnte.

Mir ist der Trauschein nicht wichtig........er ändert ja nichts an der Liebe.
Wir wären auch ohne Trauschein glücklich gewesen....

Beitrag von nobility - 02.12.10 - 14:26 Uhr

Eine Heirat wo ich das Einkommen nur mit schwierigen Matheaufgaben berechnen muss lohnt sich nicht.

Eine Heirat lohnt sich nur, wo der andere so viel Geld hat, so dass ich beim ausgeben kein Geld mehr brauche.#rofl

Beitrag von wemauchimmer - 02.12.10 - 15:06 Uhr

Klar, durch das Ehegattensplitting ergibt sich quasi immer ein Steuervorteil, wenn es eine Einkommensdifferenz gibt (Also mal abgesehen von Extremfällen, z.B. Frau 1€, Mann 800€ => sie zahlen so oder so keine Steuer).
Es kann aber sein, daß bei 1000€ Einkommensdifferenz dieser Vorteil eher kläglich ist, das kommt darauf an, wieviel sie relativ zueinander verdienen.
Und ja dann haben sie letzten Endes wirklich mehr raus.
LG

Beitrag von nakiki - 02.12.10 - 15:08 Uhr

Hallo!

Solange einer in der Ehe selbstständig ist, lohnt sich eine Ehe finanziell.
Derjenige, der Lohn aus unselbstständiger Arbeit erhält, geht in die Steuerklasse III. Der Selbstständige hat keine Steuerklasse.

Da Steuerklasse III günstiger ist als I, lohnt es sich finanziell. Wie sehr hängt vom Verdienst ab.
Anders sieht es aus, wenn die Selbstständigkeit aufgegeben wird. Daher ist die Frage, wielange es sich auch finanziell lohnt.

Gruß nakiki

Beitrag von marmar28 - 02.12.10 - 16:53 Uhr

Muss ich denn am Jahresende nichttrotzdem nachzahlen, wenn quasi nur einer steuern gezahlt hat?

Beitrag von kati543 - 02.12.10 - 17:15 Uhr

Natürlich mußt du nachzahlen. Ist eine blöde Rechnung. Früher hatte man gesagt, man bekommt das Geld ja praktisch zinslos übers Jahr vom Finanzamt. Aber das stimmt so heute nicht mehr. Das Finanzamt würde im Folgejahr monatliche Abschläge haben wollen.

Beitrag von marmar28 - 02.12.10 - 17:50 Uhr

Wir sind gerade am überlegen ob sich das lohnt.
Mein Freund selbständig mit solala Umsatz (zahlt auch keine Umsatzsteuer ans Finanzamt...also normaler Umsatz aber hohe Aufwandskosten)und ich angestellt mit normalen Gehalt. Kann bestimmt nur der Steuerberater durchrechnen und sagen...

Aber wer zahlt dann Abschläge? Der Selbständige?

Beitrag von sissy1981 - 02.12.10 - 18:08 Uhr

Kommt ja auch drauf an, wie gut sich der selbstständige Part (ggf durch den Steuerberater) runterrechnen kann.

Beitrag von marmar28 - 02.12.10 - 21:10 Uhr

Aha, das klingt ja interessant...#schein

Beitrag von mirakulix - 02.12.10 - 21:13 Uhr

wenn Du selbständig bist, dann arbeitest Du ja sowieso nicht auf Lohnsteuerkarte. Somit ist auch die Differen zum Gehalt Deines zukünftigen Mannes egal.

Es ändert sich nur, dass Dein Mann die LSt-Klasse I durch die III ersetzt.

Das mag rückwirkend noch ganz lustig sein für 2010, wenn ihr jetzt im Dezember noch heiratet.

Aber irgendwann ist schluss mit lustig. Die monatliche Steuerbelastung ist ja nur eine Art "Abschlag" der monatlich zu zahlen ist. Die jährliche, gemeinsame Veranlagung kommt dann zum Ergebnis X (egal welche LSt-Karte) und dann wirds zum Nachzahlen. Sofern der selbständige Teil von Euch beiden (in dem Fall Du) nicht vierteljährlich ne Vorauszahlung leistet.