Hallo,
ich wollte mal eure Meinung hören. Bin etwas überfordert....
Also: Ich arbeite in einem Büro mit 5 anderen Leuten. Eine meiner Kolleginnen hat eine Krebserkrankung hinter sich und muss schwere Medikamente nehmen.
Nun hatte ich letzten Freitag einen ominösen Infekt. Morgens war ich noch fit, doch plötzlich bekam ich einen starken Schüttelfrost und fühlte mich sehr krank. Ich musste vorzeitig meine Arbeit beenden und bin nach Hause gefahren. Das Thermometer zeigte 39,8. Mein Arzt war nicht zu sprechen und ich hatte keine Kraft, noch stundenlang einen Arzt zu suchen. Ich packte mich ins Bett und schlief 16 Stunden am Stück. Am nächsten Morgen fühle ich mich wie Obelix - frisch dem Zaubertrank entstiegen. Das Wochenende lief ohne Probleme, ich war wieder völlig einsatzbereit.
Als ich dann am Montag wieder ins Büro kam, gab es schlimmen Stress. Meine Kollegen wetterten ohne Ende und fanden mein Verhalten verantwortungslos. Besonders die Kranke machte mir schwere Vorwürfe. Sie habe schon kein Immunsystem und nun setze ich mich mit meinen Bazillen auch noch ins Büro.
Also wie seht ihr denn die Sache? Muss ich moralische Bedenken haben?
Doreen
Krank zur Arbeit?
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Beitrag von doreen1975 - 03.12.10 - 11:30 Uhr
Beitrag von vwpassat - 03.12.10 - 11:42 Uhr
Deine Kollegen fanden es schlimm, dass du am Mo wieder arbeiten kamst?
Bestimmt alles Frauen, oder?
Beitrag von doreen1975 - 03.12.10 - 11:47 Uhr
Genau!
Beitrag von vwpassat - 03.12.10 - 11:53 Uhr
Dann stell Dir mal vor, was sie über Dich abgelästert hätten, wärst Du Mo krank gewesen.
Das ist Zickenterror und den muss man einfach ignorieren.
Beitrag von doreen1975 - 03.12.10 - 12:14 Uhr
stimmt, den Eindruck habe ich auch, was ich auch mache, es ist immer falsch. Insofern...
Beitrag von hinterwaeldlerin09 - 03.12.10 - 11:43 Uhr
Huhu,
was sind deine Kollegen - Ärzte???
Es gibt sicher solche Kurz-und-heftig-Infekte. Es kann sein, dass du sie mit etwas anstecken könntest, es kann nicht sein. Das kann keiner sagen.
Wenn deine Kollegin mit dem angeknacksten Immunsystem arbeitet, ist SIE selbst verantwortungslos!
Jeder Kollege kann jederzeit etwas hereintragen, irgendeinen Infekt...denn die sind ja oft genug ansteckend, bevor man ihre Auswirkungen selbst spürt.
Worum es eigentlich geht: um Angst. Dass deine Kollegen auf dir rumhacken, zeigt, wieviel Angst sie davor haben, dass die Kollegin von anderen angesteckt wird. Und dass sie eigentlich nicht wissen, wie sie das verhindern sollen und wie sie damit umgehen sollen. Darüber solltet ihr vielleicht mal EHRLICH reden. Es zeigt auch, dass einige Kollegen vielleicht eine (unbewußte) Wut auf die Kollegin haben, dass sie durch ihr Erscheinen den anderen Schuldgefühle macht, wenn sie mal mit einer Schnupfennase ins Büro kommen - was sie sicher früher gemacht haben.
Es geht nicht um Moral. Es geht und Schuld, Angst, Wut...und die Schwierigkeiten, mit Krebs umzugehen.
lg die hinterwäldlerin
Beitrag von mansojo - 03.12.10 - 12:08 Uhr
hallo,
moralische bedenken musst du nicht haben
sie kann sich überall anstecken
gruß manja
Beitrag von arkti - 03.12.10 - 12:24 Uhr
Nein du musst keine Bedenken haben.
Selbst wenn du jetzt Schnupfen bekommst würde ich weiter arbeiten gehen.
Bei gewissen Dingen im Leben muss man egoistisch sein.
Geld brauch man einfach und du hast nix davon wenn deine Krebskranke Kollegin sich nicht ansteckt, du aber selber die Kündigung bekommst weil du zu oft krank feierst.
Wenn ihr die Ansteckungsgefahr zu hoch ist soll sie sich halt selber krank schreiben lassen.
Anstecken kann sie sich gerade zu dieser Jahreszeit überall.
Mal davon ab übertreibt sie wohl ein wenig.
Klar ist das Immunsystem kaputt, aber bei meinem Sohn an der Schule ist eine Lehrerin die auch wegen Krebs einige Monate pausieren musste (Chemotherapie usw).
Jetzt unterrichtet sie wieder (momentan am noch Wiedereingliederung), trotzdem ist wohl in einer Schule die Ansteckungsgefahr noch viel viel größer, da ist doch immer jemand krank.
Also wenn du meinst du bist Arbeitsfähig dann geh auch arbeiten, scheiß drauf was die Kollegen sagen.
Beitrag von derhimmelmusswarten - 03.12.10 - 13:53 Uhr
Hätte wahrscheinlich jeder so gemacht wie du. Wenn deine Kollegin noch so anfällig ist, sollte man sie doch zu ihrem eigenen Schutz lieber separat setzen. Anstecken kann sie sich doch auch anderswo.
Beitrag von sassi31 - 04.12.10 - 03:04 Uhr
Hallo,
nein, musst du nicht. Du hast doch völlig korrekt gehandelt. Als du dich krank gefühlt hast, bist du gegangen. Und da es dir Montag gut ging, konntest du auch problemlos arbeiten.
So leid es mir für deine kranke Kollegin tut, sie kann aber nicht dich für ihr Risiko verantwortlich machen. Viele Krankheiten haben eine recht lange Inkubationszeit. Da fühlen sich die Menschen noch gut, sind aber bereits krank und ansteckend. Das kann man kaum vorab planen. Wenn sie so anfällig ist, dann darf sie eben nicht arbeiten und muss sich zuhause einschließen.
Lass dir kein schlechtes Gewissen einreden. Du weißt selber am Besten, wann du krank bist und wirst dann schon richtig handeln.
Gruß
Sassi
Beitrag von bi_di - 04.12.10 - 07:24 Uhr
Nö - wie überall zum Thema 'Inkubationszeit' nachzulesen ist. Ansteckend ist man bevor die Krankheit ausbricht, nicht wenn sie überstanden ist.
Aber da es ganz viel Unsicherheiten zu dem Thema gibt, hilft es in solchen Fällen, das Ganze mal mit Vorgesetzten zu thematisieren. Das Dilemma ist ja, das kein Arbeitnehmer 'sicherheitshalber' zu Hause bleiben darf und kein Arzt der Welt Dich 'sicherheitshalber' krankschreibt.
Meiner Meinung nach muss Deine kranke Kollegin die Risiken, die die normale Arbeitswelt mit sich bringt, mit ihren behandelten Ärzten abklären. Und die Vorgesetzten können eventuell Risiken minimieren, z.B. ihr vorübergehend ein eigenes Büro zuweisen.
Grüsse
BiDi
