Aktienfonds Schwellenländer? Wie legt ihr euer Geld derzeit an?

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Beitrag von sonntagsmalerin - 15.12.10 - 09:16 Uhr

Hallo zusammen,

besitzt jemand von euch Aktienfonds mit Fokus auf Schwellenländer wie China, Indien, Brasilien,...? Habt ihr da momentan einen guten Tipp?

Hinsichtlich der Euro-Krise und einer aus meiner Sicht drohenden Blase, die sich am Finanzmarkt auftut, halte ich derzeit eine Invesititon in solche Länder sinnvoll. Sie dürften bei einer erneuten Krise die globalen Gewinner sein. Wie seht ihr das?
Wo investiert ihr euer Geld aktuell?

Ich habe in Gold angelegt (allerdings zum Zukauf m.M.n. gerade zu teuer), habe zwei europäische Fonds (Fondssparplan), Tagesgeldkonten. Überlege zurzeit noch Eon-Aktien zu kaufen, und eben den ein oder anderen Fonds oder Fondssparplan noch abzuschließen.

Freue mich auf Austausch :-)

LG
Clarissa

Beitrag von nele27 - 15.12.10 - 09:56 Uhr

Moin,

da dürftest Du hier keine Antwort kriegen - 90% der Leser setzen schon konservative Fondsparpläne mit Geld in den Gully stecken gleich und halten einen für völlig bescheuert :-)
Sparbuch lautet die Devise bei Urbia #schock

Ich hab europäische Fonds, bleib auch dabei, aus reiner Faulheit mich mit dem Thema zu befassen. Bei denen weiß ich, dass die Rendite ordentlich ist... diese ganze Wechselei - gerade in hoch spekulative Varianten - bringt mM nach erst was, wenn man sich wirklich auskennt. Kennst Du Dich denn aus bzw. bist bereit, Dich wirklich intensiv zu belesen? Sonst hat das mM nach keinen Sinn...

LG, Nele

Beitrag von sonntagsmalerin - 15.12.10 - 10:01 Uhr

Sparbücher? #schock Ich dachte, die Zielgruppe für diese Anlage wäre schon altershalber ausgestorben ;-)

Naja, ein Versuch ist es wert, vielleicht gibt es hier ja doch ein paar Ausnahmen, die versuche mehr aus ihrem Geld zu machen...

Europäische Fonds habe ich wie gesagt auch, aber ich würde da gerne noch etwas beimischen. Es gibt ja auch in den Emerging Markets Anlagen, bei denen das Risiko kalkulierbar ist.
Mit Geldanlagen im Allgemeinen kenne ich mich eigentlich ganz gut aus, allerdings habe ich mich bislang eher auf den europäischen Markt und deutsche Aktien konzentiert. Mit außereuropäischen Investments habe ich noch keine Erfahrung (ok, ein paar kanadische Pennystocks ausgenommen :-p ).

Klar, da gehört schon mehr dazu als ein Tipp hier bei Urbia zu lesen.. aber der Markt ist ja so riesig, da ist es immer gut mal einen Tipp zu bekommen, wo man anfangen soll mit der Recherche...

LG
Clarissa

Beitrag von nele27 - 15.12.10 - 10:07 Uhr

Nee, die meisten hier verschenken lieber Geld mit Anlagen, deren Zinsen unter der Inflationsrate liegen oder legen ihre sauer verdienten Kröten in die Provision ihres Versicherungsmaklers an ;-) Stichwort: "Ich hab da ne Ausbildungsversicherung für meine Kinder..." #schock

Ich selbst würde meine Kenntnisse als gut für den Hausgebrauch, aber nicht genügend für "heißere" Geschäfte bezeichnen ... daher bleib ich bei meinen altmodischen Cominvest-Fonds.

Aber schreib mal "grafzahl" an, der kennt sich aus... schöne Grüße von mir :-)

Viel Erfolg!

Beitrag von sonntagsmalerin - 15.12.10 - 10:15 Uhr

Ja, schon paradox eigentlich: Wenn ein Auto, Computer oder eine Fotokamera gekauft werden, oder Weihnachtsgeschenke-Shopping ansteht, wird verglichen, informiert und diskutiert, was das Zeug hält. Man fährt zur Tanke im nächsten Ort, weil da der Sprit um 1 Cent günstiger ist als um die Ecke.
Aber wenn es darum geht, das eigene Geld anzulegen, dann vertraut man blind irgendwelchen Maklern oder nimmt das vermeintlich "sicherste" Angebot an, ohne genau informiert zu sein. #kratz

Danke für den Tipp mit "grafzahl", werd ich mal kontaktieren :-)
Ansonsten muss ich wohl mal "fremdgehen" und auf das Forum von Wallstreet-Online ausweichen ;-)

Grüßle
Clarissa :-)

Beitrag von zeitblom - 15.12.10 - 10:16 Uhr

naja, von Schwellenlaendern kann man bei diesen Laendern kaum noch reden. Jedenfalls sind solche Fonds langfristig sicher eine gute Anlage, auch wenn ich Deine Begruendung nicht nachvollziehen kann (wo Du (und andere) eine Eurokrise sehen, wird mir schleierhaft bleiben; welche Blase?).

Ich selber mag ungern Fondsmanager bezahlen, deren durchschnittliche Erfolgsquote kaum das Zufallsprinzip uebertrifft. Daher "investiere" ich lieber direkt. Und weil ich nicht Warren Buffet heisse, konzentriere ich mich fast ausschliesslich auf die Daxwerte.

Beitrag von sonntagsmalerin - 15.12.10 - 10:39 Uhr

Aus meiner Sicht ist die Euro-Krise sehr präsent, die Schuldenpolitik in Europa ist schwach, viele Länder haben mächtige Schulden. Der Euro wird an Wert verlieren. Ich glaube, die Lage wird sich nicht verbessern, sondern eher noch verschärfen. Sogar Länder wie Belgien, die eigentlich für stabil gehalten wurden, geraten jetzt in die Krise mit rein.

Zudem scheint sich die Börse in diesem Jahr verselbstständigt zu haben... viel Geld wurde von Anlegern in den Markt gepumpt, die nicht wussten, wohin damit. Die Börsenentwicklung ist aus meiner Sicht für das Marktumfeld viel zu gut - und lange wird der Aufwärtstrend nicht mehr anhalten. Ich glaube, dass es nächstes Jahr wieder ein gutes Stück abwärts gehen wird.

Beitrag von zeitblom - 15.12.10 - 11:26 Uhr

Schau Dir die Schulden der USA an. Aber Du hast sicher recht: die Staatsschulden Europas sind zu hoch und muessen abgebaut werden. Als Waehrungskrise aber wuerde ich dies nicht bezeichnen.

Naja, Brasiliens Bovespa ist dieses Jahr 11% gestiegen, Russland (Micex) 28%, Indien 24%, China (csi 300) 0% (ok, andere Indices 46%)... Dax 17%. Ich weiss nicht, was Du unter "Marktumfeld" verstehst, aber sicher sollte man von der Befindlichkeit des deutschen Konsumenten und Arbeitnehmer nicht auf die Profitabilitaet eines Grossunternehmens schliessen, dass international taetig ist. Und wenn wir von Geldpumpen reden, dann ist bei weitem mehr Geld in deutsche Staatsanleihen geflossen als in Aktien, und dies ausdruecklich, um relative Sicherheit zu kaufen.

Jedenfalls viel Glueck!

Beitrag von ninnifee2000 - 15.12.10 - 10:29 Uhr

Meines Erachtens platzt bald die China-Blase. In dieses Land würde ich keinen Cent investieren.

Indien kleckert, klotzt aber nicht. Die bleiben Schwellenland mit einigen leuchtenden Punkten, genauso wie Brasilien. Wenn hier investieren, dann längerfristig. In ein bis zwei Jahren wird hier nicht viel zu holen sein.

Ich persönlich habe Tagesgeldkonten und ein paar europäische Zertifikate und Anleihen (die mein Mann für mich Sicherheitsfreak ausgesucht hat), die die momentan niedrigen Zinsen ausgleichen sollen. Die gehen aber nur 1, höchstens 2 Jahre, sind aber jederzeit kündbar.

Die Aktienkurse sind derzeit sehr hoch. Der Boom wird nicht mehr lange anhalten. Jetzt in richtige Aktien zu investieren, ist falsch.

Ich wollte eigentlich Staatsanleihen, haben aber gerade nichts gefunden, wo ich ruhig schlafen kann. Wenn du bisschen unruhiger schlafen willst, dann stecke ein bissl Geld in irische, spanische, portugiesische oder griechische Staatsanleihen. Da bekommst du nach Ablauf ein fette Rendite, aber mit dem Risiko, dass der STaat dann nicht zahlen kann.

Es geben aber auch unsere Bundesländer Anleihen raus, die eine gute Rendite (zw. 3 und 4%) versprechen. Empfehlenswert ist Rheinland-Pfalz.
Und Rheinland-Pfalz wurd nicht so schnell pleite gehen.

Aber Sparbücher??? Nein danke!!! Diese Leute brauchen sich nicht wundern, wenn sie immer weniger Geld in ihrer Tasche haben.

Beitrag von sonntagsmalerin - 15.12.10 - 10:42 Uhr

Dass der Börsenboom nicht mehr lange anhält, davon bin ich auch überzeugt. Aber gerade deshalb denke ich, dass es Sinn macht, außerhalb Europas zu investieren. Wenn die Schuldenkrise in der Eurozone sich noch ausweitet, wird es auf der Welt andere Gewinner geben. Und die USA wird es sicher nicht sein :-p

Staatsanleihen hatte ich mir auch schon überlegt, ist mir aber derzeit zu unsicher. Man weiß einfach nicht, wohin die Überschuldung der europäischen Staaten führen wird...Aber klar, die Renditen sind derzeit einmalig ;-)

Dass auch Bundesländer Anleihen herausgeben, wusste ich noch nicht. Da muss ich mich mal schlau machen. Danke!

LG
Clarissa

Beitrag von brokkoli - 15.12.10 - 12:29 Uhr

Hallo,

es gibt doch eine Reihe interessanter Aktienfonds, die in den BRIC-Ländern investiert sind.
Neben dieser Anlage, halte ich bei einem reinen Aktieninvestment auch momentan eine Anlage mit Schwerpunkt in deutschen Werten (insbesondere Dividendentitel) für sinnvoll.

Interessant finde ich auch diese Anlage: http://www.focus.de/finanzen/money-magazin/archiv/jahrgang_2010/ausgabe_37/



Gruß
Monika

Beitrag von manavgat - 15.12.10 - 13:20 Uhr

zu dem Sinn oder Unsinn will ich mich nicht äußern.

Nur soviel: die meisten Schwellenländer sind nicht demokratisch, bisweilen auch Unrechtsstaaten.

Egal?


Gruß

manavgat

Beitrag von sonntagsmalerin - 16.12.10 - 08:19 Uhr

Egal nicht, aber wenn man bedenkt, wie viele Unternehmen unrecht handeln und schlechte Arbeitsbedingungen bieten, dann dürfte man kaum noch in Aktien investieren. Ich betrachte das deshalb aus rein finanzwirtschaftlicher Sicht ;-)

Beitrag von marion2 - 16.12.10 - 10:49 Uhr

aus rein finanzwirtschaftlicher Sicht solltest du in Landminen investieren. die bringen immer noch sehr gute Rendite.

Beitrag von grafzahl - 16.12.10 - 16:22 Uhr

Hast du ´ne WKN oder ISIN?

Beitrag von marion2 - 15.12.10 - 17:53 Uhr

Brasilien?

Ja, da soll man gute Geschäfte machen können. In welches Business investiert man denn da? Waffen oder Drogen oder Waffen und Drogen? Alternativ gibts Karnevalsanteile?

Beitrag von sonntagsmalerin - 16.12.10 - 08:09 Uhr

#klatsch

Genau. Und in den USA gibts nur Fastfoodketten, in Italien und Russland nur Mafia-Geschäfte und in Schweden nur Ikea #augen

Beitrag von grafzahl - 15.12.10 - 19:01 Uhr

Hallo Clarissa,

ich hatte mal Magellan C (ISIN FR0000292278). Als Beimischung ist der Fonds vielleicht ganz gut. Zu den Zukunftsaussichten: kann sein, dass Europa mit seinen demografischen Problemen schon sehr bald den Bach hinunterschwimmt. Kann aber auch sein, dass ein Schwellenland auf der Schwelle umdreht und wieder zum 3. oder 4. Welt-Land absteigt.

Gold finde ich irgendwie interessant.

Gold könnte das perfekte Wertaufbewahrungsmittel sein. Gold bringt keine Erträge (Zinsen) und muss es auch nicht, weil du im idealfall in 30 Jahren das für Gold bekommst, was du heute für Gold bekommst. Bei Geld bzw. Geldvermögen frisst dir die Inflation vermutlich mindestens die Zinsen auf. Und die Staaten WERDEN ihre Schulden mittels Notenpresse bezahlen. Also ich würde nicht zuviel Geld in Geldvermögen stecken.

Gold kannst du ins Schließfach packen. Kein Mensch weiß von deinem Vermögen. Wenn Oma ins Heim kommt und du musst zahlen - du hast nichts. Wenn deine Rente gekürzt wird, weil du privates Vermögen hast - hast du nicht. Wenn du Krankenversicherungsbeiträge auf deine Zinseinnahmen zahlen sollst - hast du nicht.

Risiko: vielleicht ist Gold zurzeit wirklich "überbewertet". Und wer sagt denn, dass Gold in Zukunft noch ein nachgefragter Rohstoff ist?

Zu den eon-Aktien:
Ich sehe bei Aktien immer auch auf die fundamentalen Daten. Kurs-Gewinn-Verhältnis, Gewinnentwicklung, Kurs-Buchwert-Verhältnis, Zukunftsaussichten, politische Risiken. Was passiert mit eon, wenn die nächste Bundesregierung die Laufzeitverlängerung der AKW kassiert? Wenn die Gewinnmargen schrumpfen, weil die Verbraucher sich die überhöhten Energiepreise nicht mehr gefallen lassen? Das Oligopol der Energieriesen aufgebrochen wird?

LG (auch an nele :-) )
Christian

Beitrag von sonntagsmalerin - 16.12.10 - 08:17 Uhr

Hi Christian,

danke für deine Antwort :-)

Du hast schon recht, alles in Geldwerte zu investieren, ist sicher nicht sinnvoll. Gold hab ich mir vor ein paar Jahren schon zugelegt - ob sich das Aufstocken zum jetzigen Zeitpunkt lohnt? Vielleicht geht der Kurs ja auch wieder etwas zurück? Aber damals hat man auch gesagt, der Kurs habe schon Höchststände erreicht ;-) , und mittlerweile habe ich satte 45 % Plus im Depot... Ich hab allerdings kein physisches Gold gekauft. Das Argument, dass niemand von dem Vermögen weiß, wenn man Gold im Schließfach hat, ist natürlich nicht von der Hand zu weisen.

Brasilien ist für mich eines der aufstrebendsten Schwellenländer. Das Land hat in den letzten Jahren viel verbessert und von einem deutlichen Wirtschaftsaufschwung profitiert. Es zählt nach BIP zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt und ist ein wichtiger deutscher Handelspartner. Kann mir schon vorstellen, dass sich eine Investition deshalb lohnt. Vielleicht ein kleinerer Anteil im Anlageportfolio, der notfalls nicht weh tut ;-)

E.on- da bin ich mir auch noch nicht sicher. Wobei ich zumindest kurzfristig auf steigende Kurse setze. Langfristig hängt die Entwicklung sicher viel von den politischen Entscheidungen ab. Ich bin aber weniger die Fundamentalanalytikerin, ich beschäftige mich eher mit den Charts oder Marktpsychologie - insofern kann ich zu den fundamentalen Daten eher wenig sagen...

Auf was setzt du denn in naher Zukunft? Hast du bestimmte Einzelwerte im Blick oder Fonds? Lohnt sich die Investition an der Börse überhaupt - oder sehen wir schon bald DAX und Co. wieder deutlich fallen? Nach dem Aufstieg wäre das ja kein Wunder...

Liebe Grüße
Clarissa