Wiedereintritt in die ev. Kirche - Erfahrungen gesucht

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Beitrag von erstes-huhn - 16.12.10 - 08:48 Uhr

Ich kann vielleicht einen neuen Job bekommen, wenn ich in die Kirche eintrete.

Wer kann mir sagen, wie das geht? Muß ich da etwas aufsagen? Oder wird mein "Gewissen" geprüft?

Beitrag von mapue - 16.12.10 - 09:11 Uhr

Nicht das ich mich vertue, ist bei mir schon lange her...ich bin aus der Katholischen ausgetreten und Jahre später in die Evangelische rein....bei mir wars unkompliziert, eigentlich fragen die nicht viel.

Ich meine ich musste mich an die zuständige Gemeinde wenden und die mussten mich aufnehmen. Also was heißt ´mussten´, die entscheiden, ob sie es möchten, aber letztlich sind sie um jedes Gemeindemitglied und jeden Kirchensteuerzahler froh :-p

LG

Beitrag von hinterwaeldlerin09 - 16.12.10 - 09:25 Uhr

Hallo,

es gibt hier in Berlin verschiedene Möglichkeiten, wieder in die Kirche einzutreten:

Entweder kriegst du raus, welches die Gemeinde ist, die für deinen Wohnort zuständig ist, da gehst du hin und sagst, dass du wieder eintreten möchtest. Was du an Unterlagen hast, mitnehmen. Geburtsurkunde, Ausweis, Taufurkunde, Konfirmationsurkunde...vor allem die Austrittsbescheinigung! Wenn du die Sachen nicht hast, trotzdem hingehen.

Du musst in der Gemeinde nichts aufsagen. Auch dein Gewissen wird nicht geprüft. Aber der Pfarrer wird ein Gespräch mit dir führen. Der Eintritt wird dann über den Gemeindekirchenrat vollzogen. Wie das mit der Lohnsteuerkarte ist, würde ich in der Gemeinde mal fragen. Achtung - du zahlst ab Eintritt wieder Kirchensteuer!!

Oder du gehst zu einer der über die Stadt verteilten Wiedereintrittsstellen, wo jeder hingehen kann. Da wird dann der Eintritt sofort vollzogen.

So ist es hier in Berlin. Zu welcher Landeskirche gehörst du?

lg die Hinterwäldlerin

Beitrag von nele27 - 16.12.10 - 09:41 Uhr

Hallo,

es ist ein Unterschied, ob Du ausgetreten bist und wieder eintreten willst oder ob Du gar nicht getauft bist und nie drin warst.

Bei erstem Fall musst Du einfach nur ein Formular ausfüllen, manchmal kann man sich das auch online ausdrucken und hinschicken. Dann halt die Steuerkarte ändern lassen.

Bist Du aber nicht getauft, solltest Du Dich an den Pastor/Pfarrer Deine zukünftigen Gemeinde wenden... was dann passiert, handhabt jeder anders. Manchmal gibt es ein Gespräch (im lockeren Rahmen - ohne Bibelkenntnisse abfragen :-)). Manche Kirchenkreise bieten auch Taufkurse an - da wird dann an 5-6 Abenden ein bisschen was vermittelt. Ich habe sowas mal mitgemacht. Das war auch im lockeren Rahmen, einfach ein paar Grundkenntnisse und ansonsten Plauderrunde über Gott und die Welt (buchstäblich :-))

LG, Nele

Beitrag von misses_b - 16.12.10 - 11:07 Uhr

Hallo!

Du wirst doch Deine Gründe dafür haben, warum Du nicht in der Kirche bist/oder ausgetreten.

Warum willst Du jetzt - nur wegen eiens Jobs - wieder eintreten?

Ändert das etwas an Deiner Grundeinstellung zur Kirche?

Ich finde das inkonsequent und unehrlich.

Wenn ich mit der Kirche nichts am Hut haben will, ziehe ich das auch durch.

Meine Meinung!

misses_b

Beitrag von molinalaja - 16.12.10 - 11:38 Uhr

Du meinst, sie sollte lieber von ALG leben als eine Job zu nehmen?

Was bist du denn für eine Zecke?

Beitrag von misses_b - 16.12.10 - 11:44 Uhr

Hallo!

Erstens verbitte ich mir diesen Umgangston.

Zweitens schrieb sie nirgendwo, das sie Gelder vom Staat bezieht.

Ich finde es scheinheilig immer dann "in den Schoß der Kirche" zurückzukehren wenn es zum eigenen Vorteil ist.

Gruß

misses_b

Beitrag von lisasimpson - 16.12.10 - 14:15 Uhr

oh ich glaube, da machst du es dir ein bißchen einfach.

Grundsätzlich kann ich deine Einjstellung nachvollziehen, wenn du dir aber anschaust, welche Macht die kirche auf bestimmten Sektoren hat, wirst du vielleicht anders denken.
In vielen Regionen Deutschlands bleiben dir im sozialen Bereich 2/3 der Stellen versperrt, wenn du dich auf dein im Grundgesetz verbrieftes recht berufst, daß weder deine hautfarbe, dein geschlecht noch deine Religion dir zum nachteil gereichen dürfen.
denn einer der mächtigsten Arbeitgeber des Landes muß sich an deies recht nicht halten und kann damit völlig ungestraft die Grundrechte außer Kraft setzen.

von daher würde ich die maßnahme der TE als "Notwehr" ansehen- und da sind bekanntlich ja auch mittel erlaubt, die ansonsten moralisch fragwürdig sind

lisasimpson

Beitrag von nele27 - 17.12.10 - 10:48 Uhr

Dass man lieber Leute einstellt, die auch zum Unternehmen passen, gilt nicht nur für die Kirche und ist mM nach auch völlig logisch...beim Rüstungskonzern wird auch kein Friedensaktivist eingestellt.

Bei der Vorraussetzung der Mitgliedschaft gehts nicht um Religionsfreiheit, sondern dass der AG sicher sein kann, dass die Angestellten sich auch mit der Firmenpolitik identifizieren.

LG

Beitrag von lisasimpson - 17.12.10 - 11:04 Uhr

Das kann aber ein Problem werden, wenn der arbeitgeber zum marktbeherrscher einer öffentlichen Leistung wird.

Klar wird ein comic- buch laden auch nur einen Buchhändler einstellen, der was mit comis anfangen kann und ein Modegeschäft jemanden, der auch äußerlich in den eigenen landen paßt.

Aber wenn die kirche als arbeitgeber in machnen regionen 273 der arbeitsplätze vergibt, die von der öffentlichen hand bezahlt werden (Kindergarten, krippe, altenheime, zum teil jetzt schon die Nachmittagsbetreuung an ÖFFENTLICHEN schulen usw...) dann finde ich das schon heikel- UND (und darum ging es in den Thread) als eine art notwehr, wenn man deshalb wieder in die kriche eintritt/ mitgleid der kirche bleibt, OHNE hinter dern gedankengut zu stehen.
denn das ist doch die realität.

von daher- ja, ich kann dein arguemt verstehen- und in gewissen maße auch nachvollziehen.
Aber jemandem kündigen zu dürfen, nur weil er einen anderen Glauben für sich entdeckt hat, finde ich schon heftig..

lisasimpson

Beitrag von hinterwaeldlerin09 - 17.12.10 - 11:29 Uhr

Tja,

wenn die Kirche Marktbeherrscher der Freien Träger in bestimmten Regionen wird, dann gibt es drei Möglichkeiten:

1. Darüber immer wieder heulen und wehklagen, aber selbst nichts machen!

2. Alternative freie Träger tatkräftig unterstützen!

3. Selbst einen Träger gründen!

lg
die hinterwäldlerin

Beitrag von lisasimpson - 17.12.10 - 11:31 Uhr

ich mach nummer 1 und 2:)


lisasimpson

Beitrag von hinterwaeldlerin09 - 17.12.10 - 11:37 Uhr

Suuuppper!

Ich hatte noch eine Möglichkeit vergessen:

Man kann auch noch das Prinzip der Freien Träger abschaffen wollen, und der Staat soll Arbeitgeber aller Arbeitsplätze des Sozialbereichs werden, nur der Staat soll Kindergärten, Krankenhäuser, Altenheime, eben die ganze soziale Schiene anbieten!

DDR, ick hör dir trapsen! #aha

Dann ist es ja wieder leichter für den Staat, für die Regierung, die Kinder in ihrem Sinne zu erziehen, Gleichschaltung und Einfluss sind gesichert...:-p

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von lisasimpson - 17.12.10 - 11:41 Uhr

hä?!
das hatte aber mit meinen ansinnen nicht viel zu tun, oder?!

denn ich habe ja eben dies bemängelt- nämlich die sehr einseitige Ausrichtung der sozialen Einrichtungen- die zumindest hier in Bayern zu einem übergroßen teil unter kirchlicher Trägerschaft stehen.

Dies ist ebenso ärgerlich für Arbeitnehmer mit einem anderen religösen hintergrund als auch für die Kunden der einrichtungen.


lisasimpson

Beitrag von bettem - 16.12.10 - 16:31 Uhr

Was bist du denn für eine Zecke

Deine Wortwahl ist erschreckend.

Beitrag von mapue - 16.12.10 - 14:35 Uhr

Meine Güte, sieh das doch mal positiv, nen Kirchensteuerzahler mehr und als obs die Kirchen juckt, denn DIE wissen das auch und müssten dann konsequenterweise in den Gemeinden ablehnen!!

Wie kann man sich für so ein Stück Kirche so ankacken, echt #augen

Beitrag von misses_b - 16.12.10 - 16:05 Uhr

Hallo!

Nein, ich "kacke" mich nicht an.

Kirche und Glauben sind für mich eine grundsätzliche Grundeinstellung, die ich nicht bei Bedarf an- und ausschalten kann.

Entweder bin ich gläubig oder nicht.

Genauso hat es mich zu Kindergartenzeiten meines Sohnes immer gestört, das Mütter ihr Kind aus Bequemlichkeitsgründen in den nahen kirchlichen Kindergarten gebracht haben, dann aber ein Fass aufgemacht haben, wenn tatsächlich - da war ja nicht mit zu rechnen - über christliche Feirtage und/oder die Bibel gesprochen wurde.

Wenn dann mit allen Konsequenzen oder eben gar nicht.

Meine Meinung.

Gruß

misses_b

Beitrag von hinterwaeldlerin09 - 17.12.10 - 10:57 Uhr

Hallo,

ich möchte dir nicht zunahetreten, aber es nervt mich immer wieder, wie Leute sich über andere mokieren, die wegen eines Jobs in die Kirche (wieder) eintreten, dann hohe Reden über die Wichtigkeit von Glaubensfragen stellen...entweder bin ich gläubig oder nicht...und das konsequent...aber jeden gesetztlichen CHRISTLICHEN Feiertag in diesem Land genauso "mitnehmen" als arbeitsfreien Tag wie ihre "gläubigen" Mitbürger....!#augen

Du profitierst von Christentum in diesem Land - oder arbeitest du? - und hast doch mit "der Kirche" nichts am Hut! Warum sollten andere nicht auch davon profitieren? Warum sollten sie nicht nur wegen des Jobs eintreten?

Ich finde deine "hehre" Einstellung nur um Nuancen weniger heuchlerisch.

lg die hinterwäldlerin

Beitrag von lisasimpson - 16.12.10 - 14:16 Uhr

geh zu einen Pfarrer und frag ihn, was er dir rät.
Die meisten, die ich kennengelernt habe, würde dich ohne große Gewissensprüfung und mit der Begründung "um nicht aufgrund meienr Religion bei der arbeitsplatzvergabe diskriminiert zu werden" wieder aufnehmen- das ist ein reiner verwaltungsakt

lisasimpson

Beitrag von bettem - 16.12.10 - 16:32 Uhr

Ich glaube, das kannst du beim Amtsgericht machen.

Beitrag von nick71 - 16.12.10 - 20:07 Uhr

Das Amtsgericht ist nur für Kirchenaustritte zuständig.

Beitrag von woodgo - 16.12.10 - 18:48 Uhr

Entweder glaubst Du an Gott oder nicht! Für eine Arbeitsstelle in die Kirche einzutreten ist doch sinnfrei#klatsch

Beitrag von nick71 - 16.12.10 - 20:14 Uhr

"Muß ich da etwas aufsagen? Oder wird mein "Gewissen" geprüft?"

Ein Wiedereintritt in die Ev. Kirche ist heutzutage reine Formsache.

Du gehst zum Gemeindeamt deiner Wohnsitzkirchengemeinde und bittest dort um Aufnahme.

Nimm am besten deinen Personalausweis, deinen Austrittsbescheid und -wenn vorhanden- einen Nachweis über deine Taufe mit. Wenn du diese Unterlagen nicht mehr hast, dürfte es aber auch kein Problem sein. Bei uns müsstest du in diesem Fall eine Erklärung unterschreiben, dass du getauft bist und zur Zeit keiner christlichen Kirche angehörst.