Louisa *08.10.10 - vorsicht sehr, sehr lang!

Archiv des urbia-Forums Geburtsberichte.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von nirtak79 01.01.11 - 11:30 Uhr

Es fing damit an, dass ich bereits sei der 18. SSW – wie in der 1. Schwangerschaft – vorzeitige Wehen hatte. Die letzten Wochen habe ich wieder gelegen, Wehenhemmer genommen, Wehenhemmer aufgrund Nutzlosigkeit abgesetzt und eine Haushaltshilfe gehabt, die sich um Emma und den Haushalt gekümmert hat, damit ich nicht wieder wochenlang in die Klinik musste. Leider waren die vorzeitigen Wehen in dieser Schwangerschaft richtig schmerzhaft, so dass ich 10 Tage vor ET (am 08.10.2010) eingeleitet werden sollte, da es immer schlimmer wurde, aber die Wehen nicht Mumuwirksam waren. Bereits am 05.10.2010 fingen aber ganz schlimme, dauerhafte Schmerzen an. Sie waren wie ein Ring und zogen sich komplett um den Unterbauch. Es waren Bauch- und Rückenschmerzen, die ich mit gar nicht erklären konnte. Diese konnte ich fast nicht mehr aushalten und kannte sie aus der 1. SS auch nicht. Allerdings gingen sie im Liegen etwas besser, so dass ich nicht zum Arzt gegangen bin.
Am nächsten Morgen fingen die Schmerzen wieder an, waren aber noch auszuhalten. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass ich tröpfchenweise Fruchtwasser verlor und sprach mit meiner Ärztin. Die sagte aber, dass der PH-Wert zwar hoch, aber nicht zu hoch sei, dass es Fruchtwasser sein könnte. Also habe ich den Tag auch noch zu Hause verbracht, bevor ich am 07.10. mittags zum Vorgespräch ins KH musste. Dabei hatte ich wieder solche Wehen und Schmerzen, dass ich nicht mehr wusste, wie es weiter gehen sollte. CTG war aber in Ordnung, so dass ich auch nicht im KH bleiben wollte. Mein großer Lichtblick war, dass am nächsten Tag die Einleitung beginnen sollte. Allein die Vorstellung, dass dann irgendetwas passieren würde und die Wehen dann etwas bringen würden, ließen mich die Schmerzen weiter aushalten. Einen Kaiserschnitt wollte ich absolut nicht – die erste Geburt hatte ja, wenn auch mit starken Komplikationen, letztendlich auch spontan geklappt. Und diesmal wollte ich unbedingt mit einem positiven Geburtserlebnis nach Hause gehen!!!
Tja, abends bekam ich dann zu den Schmerzen noch Schüttelfrost und Fieber, so dass wir doch wieder in die Klinik gefahren sind. Zum Glück hatten wir morgens Emma schon bei meinen Eltern gelassen, da es mir so schlecht ging. In der Klinik hatte ich dann eine total blöde Ärztin. Sie nahm Blut ab und machte nochmal Ultraschall und CTG. Ultraschall und CTG waren gut. Also schob sie die Schmerzen auf die Symphyse uns pumpte mich mit Schmerzmitteln per Infusion voll. Mir war mittlerweile alles egal, Hauptsache, diese Schmerzen wurden erträglicher und meinem Kind ging es gut! Ich hatte nur unheimlich Angst, dass mir oder dem Kind noch etwas passieren würde. So blieb ich die Nacht schon im Krankenhaus, da ja sowieso am nächsten Morgen eingeleitet werden sollte. Leider habe ich an diesem Abend vergessen, nach meinen Blutwerten zu fragen, was sich noch als großer Fehler herausstellen sollte.

Am nächsten Morgen, den 08.10.2010, stand ich guter Dinge auf, da ich wusste, jetzt passiert endlich etwas. Die Schmerzen waren allerdings immer noch da. Man wundert sich im Nachhinein, was man alles aushalten kann, wenn ein Ende (auch wenn es drei Tage dauern kann) in Sicht ist. Dann ging ich in den Kreissaal, um das letzte CTG zu bekommen und das Gel gelegt zu bekommen. Dort war eine ganz liebe Hebamme, die mich gut betreute. Sie sagte noch, dass sie es sehr mutig von mir finden würde, dass ich nach der ganzen Vorgeschichte spontan entbinden wolle. Sie würde für sich selbst einen Kaiserschnitt wählen. Jedoch konnte mich auch dass nicht von dem Wunsch einer spontanen Geburt abbringen.
Leider konnten wir noch nicht mit der Einleitung beginnen, da plötzlich noch mind. 4 weitere Entbindungen anstanden. Gegen 11 Uhr kam dann der Chefarzt, den ich durch die vorherigen OP´s und die Entbindung von Emma gut kannte und untersuchte mich nochmal. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich bereits vor Schmerzen fast nur noch heulen und wusste nicht mehr, wie es noch weitergehen sollte. Ich wollte nur, dass dem Kind und mir nichts passierte. Und dann kam es: Er sagte: „Frau K., Sie können gar keine normale Geburt schaffen. Sie haben eine Dauerkontraktion der Gebärmutter – daher auch die starken Schmerzen – und sie droht zu reißen. Wir müssen einen Kaiserschnitt machen!!!“
Für mich brach eine Welt zusammen! Das konnte doch nicht sein. Ich wollte doch diesmal eine unkomplizierte Entbindung und nach spätestens 2 Tagen wieder nach Hause. Er ließ mich mit meinem Mann erstmal allein, damit ich es in Ruhe (mal wieder dauerheulend) verarbeiten konnte. (Soviel zur Symphysengeschichte der Ärztin von abends…) Er wusste auch gar nichts davon, dass ich abends schon gekommen war und Fieber gehabt habe. Man hatte es anscheinend nicht richtig ins Krankenblatt eingetragen und auch die Blutwerte nicht abgefragt. 15 Minuten später rief er mich dann noch auf dem Zimmer an und sagte, dass die Blutwerte ganz schlecht seien und ich eine Infektion hätte, die auch auf das Kind übergreifen könne.

Um halb zwei wurde ich in den OP gefahren und vorbereitet. Da die Spinale nicht so gut wirkte, brauchten wir noch über eine halbe Stunde, bevor angefangen werden konnte. Ich wollte es nur noch hinter mir haben! Als es dann losging, staunte ich, wie viel und wenig man gleichzeitig mitbekommt. Man merkt, wie sie an dir arbeiten und rumrütteln, aber es tut nicht weh. Und dann der 1. Schrei. Ich musste vor Erleichterung erst mal heulen und war nur froh, dass Louisa lebte! Dann kam sie zu mir – und war so süß und so klein! (Ich konnte mich gar nicht mehr daran erinnern, dass Emma auch mal so klein war ;-) )
Der Arzt sagte bei dem Kaiserschnitt noch, dass das Fruchtwasser schon durch die Infektion grün sei und er noch nie in seinem Leben (er ist Mitte 60) eine so harte Gebärmutter aufschneiden musste. Sie wäre wirklich fast gerissen! (Dadurch kam auch meine Angst, dass uns irgendetwas passieren könnte, denn die Symptome einer Uterusruptur sind u.a. dass man Todesangst um sich und sein Kind hat. Ich hätte nie gedacht, dass der Körper unbewusst so Signale versenden kann!)
Und dann kamen die Schmerzen! Dadurch dass das Fruchtwasser überall hingelaufen war und die Spinale so schlecht saß, kamen sie beim Reinigen des Bauchraumes in unbetäubte Stellen. Oh Mann, ich kann Euch sagen, dass möchte ich nicht wieder spüren. Aber zum Glück bekam ich sehr schnell ein weiteres Narkosemittel gespritzt, so dass ich den Rest nur noch wie im Rausch wahrnahm. Leider musste ich dann erstmal für 1 Stunde in den Aufwachraum, damit sie mich noch überwachen konnten. Derweil durfte mein Mann ( der mich super unterstützt hat) mit Louisa kuscheln! Darüber war ich sehr froh und konnte in Ruhe im Aufwachraum liegen, da ich wusste, dass sie bei ihm gut versorgt war!
Ihre Daten:
*08.10.2010 mit 3.160 g und 51 cm

Die nächsten Tage waren für mich sehr schmerzhaft und ich bin die ersten drei Tage ständig umgekippt. Zum Glück war Wochenende, so dass mein Mann frei hatte und die Versorgung hauptsächlich übernommen hat. Danach habe ich es selbst wieder hinbekommen. Louisa ist noch 3 Tage überwacht worden, aber sie hat sich nicht angesteckt! Dafür hat sie eine Hüftluxation, die mit einer Schiene behandelt wird und einen Blasenreflux, der irgendwann mal operiert wird. Aber es ist alles gut behandelbar und wir sind auf einem guten Weg der Besserung!
Am 13.10. durfte ich dann nach Hause und dachte, jetzt wird alles gut – und fiel in ein tiefes Loch. Ich konnte nur noch heulen und bekam nichts mehr auf die Reihe. Zum Glück hatte ich viele zum Reden und habe eine gute FÄ. Sie verstand mich gut und sagte, dass darf nach einer schweren Schwangerschaft und Geburt passieren. Ich hatte noch bis Anfang Dezember eine Haushaltshilfe hier,ohne die es gar nicht geklappt hätte. Jetzt geht es mir langsam besser und ich hoffe, dass ich es ab Montag - wenn mein Mann wieder arbeiten ist - auch selbst hinbekomme.

Ich habe jetzt zwei gesunde Kinder und bin froh, dass es so ist! Ich möchte sie beide nicht mehr missen und versuche die beiden Geburten zu verarbeiten und damit klar zu kommen.
Louisa liegt gerade neben mir und ich genieße ihren Anblick und ihre Ausgeglichenheit. Sie ist ein ganz liebes Baby, ruht in sich selbst und schläft bereits seit 5 Wochen nachts 11 Stunden!

Ich danke Euch, dass Ihr es gelesen habt. Es hilft mir immer wieder, darüber zu sprechen oder zu schreiben.


Liebe Grüße und allen ein gutes Jahr 2011,

Katrin mit Emma (11.11.08) und Louisa (08.10.10)

Beitrag von midike 01.01.11 - 15:13 Uhr

Ganz ehrlich, ist es nicht gut, daß wir HEUTE leben und nicht vor 100 Jahren? Nicht auszudenken, was passieren hätte können - die Gänsehaut lief mir beim Lesen hoch und runter!

Aber: es ist alles gut und wie schön, daß ihr in ein spannendes, glückliches und gesundes Neues Jahr starten konntet!

Alles Liebe,
Diana

Beitrag von nirtak79 03.01.11 - 14:18 Uhr

Oh ja, ich mag mir gar nicht ausmalen, wie es vor 100 Jahren gelaufen wäre. Dann hätte ich schon meine 1. Tochter nicht und jetztwäre wahrscheinlich alles vorbei...
Nein, wie gut, dass es heute die medizinischen Möglichkeiten gibt!

Dir auch ein gutes neues Jahr!

LG, Katrin

Beitrag von aubergine 01.01.11 - 17:36 Uhr

hallo meine liebe erstmal herzlichen glückwunsch zu der kleinen maus....

und ich kann nachempfinden was du verspührst....hatte auch eine "doofe" geburt vor 6 jahren....

kopf hoch rede so viel darüber wie du willst und musst!!

jetzt nach 6 jahren bin ich soweit meinen geburtsbericht zu lesen, den ich mir "bestellt" habe !

drück dich ganz dol und wünsche dir ein gutes neues jahr!

Beitrag von nirtak79 03.01.11 - 14:31 Uhr

Danke, ich wünsche dir auch ein frohes neues Jahr! Ich denke auch, dass es immer besser werden wir und bin froh über alle, die mich verstehen und unterstützen!

LG, Katrin

Beitrag von angie1974 03.01.11 - 01:06 Uhr

Liebe Katrin!

Erstmal herzlichen Glückwunsch zu deiner kleinen maus! Die geburt war wirklich nicht schön... hatte auch gänsehaut beim lesen...

deine große Tochter ist ein Tag nach meiner Maus geboren (deren geburt auch schrecklich war, aber im angesicht zu deiner dann doch harmlos)...

ich wünsche dir für die zukunft alles gute...

LG
Angie mit 6 Kids...

Beitrag von nirtak79 03.01.11 - 14:29 Uhr

Danke. Ich habe das Gefühl, es wird von Tag zu Tag besser.
Wir wollten immer mind. 3 Kinder haben. Eins haben mir die Ärzte jetzt noch erlaubt - und das möchte ich doch auch trotz allem noch haben... (Das darf ich vielen gar nicht laut sagen, aber für mich persönlich sind wir noch unvollständig ;-)) Aber jetzt ist erstmal 2 Jahre Pause, bevor ich es mit der nächsten und letzten Schwangerschaft versuchen darf!

Dann einen lieben Gruß an Larissa Emely, die bestimmt ihre großen Geschwister genießt! (Ich habe den Eindruck, dass Emma auch große Geschwister gebraucht hätte - sie ist immer gerne bei meiner Schwester, die 4 Kinder hat - naja, jetzt ist sie die große Schwester!)

LG,

Katrin

Beitrag von eveline04 05.01.11 - 12:10 Uhr

#herzlich Glückwunsch!

Es ist immer wieder erstaunlich, was Frauen alles aushallten können. Meinen ganz großen Respekt.
Ich wünsche euch alles erdenklich gute #winke