Angststörung / Panikstörung

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von sumsi75 01.01.11 - 12:23 Uhr

Hallo Ihr da draußen,

erstmal ein frohes neues Jahr #glas

Ich versuche mein Anliegen so kurz wie möglich zu schildern und hoffe, daß es ein paar von Euch gibt, die irgendwas dazu sagen können.

Nach der Geburt meiner Tochter 2007 rutschte ich in Angst- und Panikattacken.
Mir ging es damals wirklich immer schlecht und ich begann eine Psychotherapie, die mir sehr gut half.
Leider geht es mir in den letzten 5 Monaten wieder schlechter, und ich habe bereits wieder einen Termin bei meiner Therapeutin.

Ich werde Nachts oft wach und habe Herzrasen.
Dann halte ich meine Arme unter kaltes Wasser und lege mich hin.
Puls beruhigt sich und ich verfalle nicht in Angst.
Aber danach schlafe ich höchstens noch 1 Stiunde und schrecke hoch, fühle mich dann völlig nervös und bedrückt.
Dann schlafe ich wieder ein, max. 1 Std, werde wach, bin nervös usw..

Es gibt auch Situationen, da wird mir so komisch, beschreibe es mal so: Gefühl, als würden Körperfunktionen kurz runter fahren und dann wieder hoch.

Habe wohl auch leider Angst vor Krankheiten entwickelt, denn das kleinste Zipperlein meines Körpers bemerke ich und befinde es als ganz schlimm.
Achte fürchterlich auf meinen Körper.

Diese ständige Angst nervt mich, ich will normal sein!!

Ach ja, es ist meistens so, daß es 2-3 Tage schlecht geht und dann, von jetzt auf gleich, wieder besser.
Ein ständiges hin und her.

Organisch ist übrigens...zum Glück...alles o.B. bei mir.

Weiß jemand, ob diese Angststörungen wieder weggehen, oder muß ich mich bis an mein Lebensende damit plagen???

ICH WILL NORMAL SEIN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Danke fürs lesen und antworten.

Gruß,

sumsi75

Beitrag von fleur75 01.01.11 - 12:40 Uhr

Hallo,

das Posting hätte von mir kommen können. Ich habe auch Angst vor Krankheiten und beobachte jede Veränderung bei mir ganz genau.
Ich habe das seit 3,5 Jahren und habe dann eine Verhaltenstherapie begonnen, die mir sehr gut half. Hatte dann sehr lange Ruhe und kämpfe jetzt seit 2 Monaten wieder damit. Auslöser war, dass eine gute Bekannte schwer an Krebs erkrankt ist und die Prognose nicht so gut ist.
Parallel hatte ich wochenlang Husten, was mich zusätzlich verunsicherte.
Ich wachte in der letzten Zeit auch dreimal mit Herzrasen und kämpfte mir meiner Panik.
Ich war vor 2 Wochen das erste Mal seit September wieder bei meiner Therapeutin. Seit dem geht es mir wieder besser. Ich werde jetzt wieder regelmäßiger hingehen.
Ich hoffe auch, dass mich das nicht bis an mein Lebensende begleitet, aber ich denke, es kann und wird immer wieder auftauchen.
Ich weiß, in welchen Situationen mich diese Angst übermannt und welche Person (meine Mutter) diese Ängste sehr oft verursacht.
Ich versuche immer wieder gegen diese Angst anzukämpfen und bin normalerweise im Alltag wenig eingeschränkt.
Ich nehme keinerlei Medikamente und komme normalerweise gut zurecht.
Aber zur Zeit habe ich auch wieder einen Schub.

Fleur #blume

Beitrag von sumsi75 01.01.11 - 14:20 Uhr

Hallo fleur,

danke für die Antwort.

Wollte nur ergänzend schreiben, daß auch ich keine Medikamente nehme und auch im Alltag wenig eingeschränkt.
Aber trotzallem, man ist doch genervt von dieser Sache.

Dir alles Gute,

sumsi

Beitrag von schwilis1 01.01.11 - 18:27 Uhr

ich hab einige menschen kennengelernt mit angststörungen die wieder ein normales leben führen konnten. aber es erfordert oft einfach viel arbeit.
ich hab keine angststörung... dafür ein paar andere... na nennen wir es einfach macken! und hab mir lange zeit gewünscht einfach nur normal zu sein. abe rdann ist die frage: was ist normal? vll bin ich j normal (wohl eher nicht!) aber ich kann dir eins sagen: angststörungen heißt nicht dass du unnormal bist.
akzeptieren hilft manchmal auch um ein stück weiter zu kommen. momentan ist es eben so. aber es wird nicht so bleiben

Beitrag von sumsi75 02.01.11 - 18:37 Uhr

Hallo schwilis1,

danke für Deine Antw..
Das mit dem akzeptieren fällt mir sehr schwer, aber Du hast Recht, ich muß es akzeptieren.

Lieben Gruß,

sumsi75

Beitrag von meggie39 01.01.11 - 23:02 Uhr

Hallo sumsi75,

ich habe in deinem Posting sehr viele Gemeinsamkeiten zu mir festgestellt. Bei mir kamen die Angst- und Panikattacken nach der Geburt meines 2. Kindes, das war auch 2007. Ich habe auch eine Psychotherapie gemacht, die mir sehr geholfen hat. Nun sind seit ca. 3 Monaten die Ängste wieder da. Sie kommen bei mir hauptsächlich nachts und sind ganz ähnlich wie bei dir (immerhin betrachte ich es als einen Fortschritt zu früher, dass sie nur noch nachts kommen und ich tagsüber mein Leben einigermaßen normal leben kann). Ich kenne dieses Gefühl, wieder normal sein zu wollen, sehr gut, und die Traurigkeit und Wut, die damit verbunden sind.

Ich weiß nicht, ob ich dir weiterhelfen kann, aber zwei Dinge möchte ich dir sagen.

1. Ich glaube nicht, dass sich die Angst einfach so für immer verjagen lässt. Das heißt aber nicht, dass sie für immer die Oberhand haben wird. Man muss weiter daran arbeiten - das, was die Psychotherapie ergeben hat, für sich selber weiter fortführen (wobei ich es gut finde, dass du wieder deine Therapeutin kontaktiert hast - ich habe das noch nicht gemacht, weil ich irgendwie für ein persönliches Versagen halte, was natürlich Quatsch ist). Ich habe z.B. lange Yoga gemacht, das hat mir sehr geholfen. In letzter Zeit habe ich es vernachlässigt, was vielleicht der Grund für die wiederkehrenden Ängste ist. Ich denke, ich habe zu wenig auf mich selbst geachtet. Oft sind ja Stress und schlechte Stimmungen die Auslöser für Angst. Vielleicht gibt es ja etwas, das du in der Hinsicht für dich selber tun kannst: Entspannungstechniken, Auszeiten, ein erfüllendes Hobby finden oder wiederaufnehmen, Beziehungs- oder sonstige Probleme klären, usw..

2. Ich habe kürzlich in einem Forum gelesen, dass es helfen soll, die Angst zu begrüßen, wenn sie kommt. Ich habe das jetzt in ein paar Nächten ausprobiert, und seitdem geht es tatsächlich besser. Sobald ich aufwache und erste Anzeichen merke, sage bzw. denke ich: "Hallo Angst, da bist du ja wieder". Ich stelle sie mir als ein konkretes Wesen vor und unterhalte mich in Gedanken mit ihr. Hört sich albern an, aber es haben sich schon interessante "Gespräche" auf die Art ergeben, und nach einer Weile fühle ich mich dann wieder besser und kann wieder einschlafen. Es hilft mir auch, die Angst zu akzeptieren und nicht nur als eine Plage zu empfinden, sondern auch als eine Chance auf mehr Selbsterkenntnis und längerfristig vielleicht sogar auf ein erfüllteres Leben.

Alles Gute dir!
Meggie

Beitrag von sumsi75 02.01.11 - 18:39 Uhr

Hallo Meggie,

vielen Dank für Deine Antwort.
Habe schon oft von dem Buch gehört, werde es mir mal kaufen und habe auch vor, mehr für mich zu tun, daß ist nämlich die letzten 3 Jahre viel, viel zu kurz gekommen.

Alles Gute,

sumsi75