Frauen im Rettungsdienst hier?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von hebchri 01.01.11 - 15:34 Uhr

Hallo zusammen #blume

Heute möchte ich einfach mal nach euren Erfahrungen bzw. Meinungen fragen. Ich war in meiner Jugend viele Jahre ehrenamtlich beim DRK tätig und habe danach eine Ausbildung im Krankenhaus gemacht (Hebamme). Zur Zeit bin ich zu Hause da ich drei kleine Kinder habe (6 und 4 Jahre und 8 Monate) :-D
In den ganzen letzten Jahren kommt bei mir immer etwas Wehmut hoch, dass ich doch nie eine Ausbildung im Rettungswesen angestrebt habe. Mein Lebensgefährte arbeitet in der Notaufnahme einer sehr großen Klinik. Ich habe ihn schon oft auf der Arbeit besucht und jedes Mal wenn ich einen Notfall mitbekomme dann kribelt es in mir. Das klingt vielleicht etwas doof aber mich würde es unglaublich reizen eine Ausbildung als Rettungsassistentin zu machen. #zitter
Allerdings stoße ich in meinem Umfeld nur auf negative Reaktionen. Ich habe in den letzten Wochen einigen Leuten von meinen Plänen erzählt aber ich werde stets belächelt. Schließlich habe ich ja 3 kleine Kinder und dieser Beruf sei ja auch ein richtiger "Männerberuf" Außerdem bin ich sehr zierlich gebaut und nehme mir privat immer alles zu Herzen. Ich würde ja der Belastung überhaupt nicht standhalten. :-(
Ich habe mich trotz allem über die Ausbildung sehr genau infomiert und hardere jeden Tag mit mir ob ich mich bewerben soll.
Gibt es denn hier Frauen im Rettungsdienst? Wie ergeht es euch in diesem Männderberuf? Meint ihr es ist realistisch in diesem Beruf mit 3! Kindern zu arbeiten?
MIr ist duraus bewußt dass es sehr schwierig wird mit dem Beruf meines Partners. Er arbeitet wie gesagt in der Notaufnahme im Schichtdienst und kann sich auch auf seine Feierabendzeiten nicht verlassen. Wenn kurz vor Feierabend der Heli landet dann muss er duraus auch einmal ein paar Stunden länger arbeiten. Aber er wäre bereit etwas zu reduzieren (soweit wie es unsere finanziellen Möglichkeiten zulassen) und wir haben meine Eltern (sehr fit) und auch seine Eltern (allerdings shcon etwas älter) in der Nähe.
Ich würde mich sehr über Antworten, Erfahrungen und auch ehrlicher Kritik eurerseits freuen. #sonne
LG
Hebchri mit #baby Silas, #baby Florentin und #schrei Johann

Beitrag von tigaluna 01.01.11 - 16:46 Uhr

So sehr dich das auch reizt, ich würde es nicht an deiner Stelle tun. Ich habe Kollegen die früher Rettungsassistenten waren. Sie mochten es, aber: Es ist eine körperlich und psychisch sehr fordernde Arbeit. Sie wollten das nicht ihr Leben lang machen und haben sich daher auch für einen neuen Job entschieden. Du müsstest gute Betreuungsmöglichkeiten für deine Kinder haben, denn auch du wärst im Schichdienst tätig. Und was wäre, wenn du dem ganzen doch nicht auf Dauer gewachsen wärst? Oft stellt man diese Sachen erst nach 2-3 Jahren fest und ist dann sauer, das man es gemacht hat. Und ich würde auch immer an später denken. Mit 60 kannst du auch noch als Hebamme arbeiten, aber willst du mit 60 noch im Rettungsdienst sein? (meine Kollegen beneinen das!)

Mach deinen alten Job weiter und tob dich beim DRK aus (wo ich übrigens auch meine ehrenamtliche Ausbildung gemacht habe)

Beitrag von hebchri 17.01.11 - 08:21 Uhr

Vielen Dank für deine Antwort #blume

Beitrag von snoopster 01.01.11 - 20:39 Uhr

Hallo,

obwohl ich überhaupt nicht aus der medizinischen Ecke komm geb ich jetzt auch mal meinen Senf dazu ab:

Du hast doch schon den tollsten Beruf der Welt, Du bist Hebamme!
Wenn ich könnte, würd ich das machen, weil mir gehts immer so wie Dir, wenn ich in den Kreißsaal komme.
Aber ich habe auch drei Kinder, und ich denke, dass sich Schichtarbeit damit nicht vereinbaren lässt. Außerdem denke ich mir, ob ich das packen würd, die Verantwortung, die man da hat, und auch die Schicksale, die einem da begegnen - das hast Du ja schon durch, Du weißt, dass Du damit klarkommst. Soweit ich gehört hab muss man ja auch ein paar Todgeburten "absolvieren" in der Ausbildung zur Hebi, ich denke, wenn Du das geschafft hast, dann weißt Du vielleicht auch, wie man dann im Rettungsdienst mit besonders schweren Fällen umgeht.

Ich hätte jetzt verstanden, wenn Du als Hebi nicht mehr im Schichtdienst arbeiten kannst, wegen der Kinder und nach was anderem suchst...
Obwohl Du das ja nicht tust, kann ich dir nur raten, Dir ne Frauenarztpraxis zu suchen, wo Du arbeiten kannst. Meine hat das auch: Einen "Schwangerentag" in der Woche, wo die Vorsorge (CTG, wiegen, Blut abnehmen...) von ner Hebi gemacht wird, dann kommen die Schwangeren zur Ärztin. Die Hebi kann die Patienten selbst abrechnen und hat auch einige von ihnen zur Nachsorgen. Geburten machen sie keine mehr, aber auch, weil es bei uns kein KH gibt wo man ne Hebi mitnehmen kann...

Ansonsten schadet ja ne zweite Ausbildung grundsätzlich nie, und Du kannst ja dann immer noch sehen, ob es das richtige ist, und dann entscheiden, was Du weiter machst.

Ich weiß nicht, ob Dich mein Kommentar jetzt weiter gebracht hat, aber ich wünsch Dir trotzdem alles Gute!

LG Karin

Beitrag von hebchri 17.01.11 - 08:22 Uhr

Hallo Karin,
vielen Dank für deine Antwort! Ja, du hast recht. Hebamme ist wirklich eine wunderschöner Beruf :-D
Allerdings sind es bei mir persönliche Gründe weshalb ich -zur Zeit- definitiv nicht diesen Beruf ausüben kann!
Alles Gute!
Hebchri #blume

Beitrag von tragemama 01.01.11 - 21:26 Uhr

Ich habe viele Rettungsassistenten (männlich und weiblich) im Bekanntenkreis. Meine Meinung: Das ist ein absoluter Scheißjob, in dem Du eigentlich nichts darfst (im Gegensatz zu Deinem Lernberuf), der körperlich maximal anstrengend ist und in dem alle, die ich kenne, nach spätestens 15 Jahren umschulen oder anfangen zu saufen.

Andrea

Beitrag von tominadi 02.01.11 - 12:19 Uhr

Also ich habe mal vor meiner Ausbildung als Krankenschwester als Rettungssanitäterin gearbeitet (also als zweit Frau aufm RTW).
Mit der psychischen Belastung kann man leben. Aber die körperliche Belastung war immens. Immer die Leute auf der Trage heben, z.T. 4,5 Stockwerke runter usw....das war echt krass. Und das, obwohl ich realtiv groß bin. Zudem die Schichtarbeit oder der 24h-Dienst, 48 frei....ich weiß nicht, ich würds nicht machen.

Beitrag von hebchri 17.01.11 - 08:25 Uhr

Hallo,
vielen Dank für deine Antwort. Ja, das glaube ich dir sofort! Vor der körperlichen Anstrengung habe ich auch wirklich großen Respekt und deshalb sicherlich auch bedenken.
Alles Gute
Hebchri

Beitrag von hebchri 17.01.11 - 08:23 Uhr

Hallo Andrea,
vielen Dank für deine Antwort #blume

Beitrag von juliane1978 02.01.11 - 15:23 Uhr

Hallo,

ich habe vor meinen Kinder als Disponentin in der Rettungsleitstelle gearbeitet. Rein im Fahrdienst wollte ich nicht arbeiten, wäre mir im laufe der Zeit zu anstrengend geworden. Mein Mann ist auch Schichtarbeiter und wir mußten feststellen, daß sich zwei Schichtarbeiter und Kinder nicht vereinbaren lassen. (Zumindest für uns war es so). Ich habe dann schweren Herzens meinen Beruf aufgegeben und bin ins Büro gewechselt.

Allerdings fahre ich immer noch nebenbei (ehrenamtlich) Rettungsdienst beim BRK. Vielleicht ist sowas ja bei Euch auch möglich. Dann hast Du quasi zwei Fliegen mit einer Klappe ;-)

Bei uns kann man an den Wochenenden den Rettungsdiensthelfer-Kurs machen, dann muß man noch Praktikum im Krankenhaus und auf den Rettungswägen machen und dann noch eine Woche "Prüfungsvorbereitungslehrgang" und Prüfung, dann ist man Rettungssanitäter. Man kann dann als Beifahrer auf dem Krankentransportwagen oder als Fahrer auf dem Rettungswagen eingeteilt werden.

LG,
Juliane

Beitrag von hebchri 17.01.11 - 08:26 Uhr

Hallo Juliane,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Herzliche Grüße
Hebchri #blume

Beitrag von vwpassat 02.01.11 - 16:28 Uhr

Es ist ein undankbarer und total unterbezahlter Job. Lass es.

Beitrag von ginimaus1482 02.01.11 - 17:01 Uhr

Hallo Hebchri,

ich bin von Beruf Rettungsassistentin aber lange schon aus dem ganzen raus. Als ich 2000 damit angefangen habe, hatte ich bereits 2 Kinder. Ich kann nur sagen, das es ein sehr sehr schöner Beruf ist.
Klar man arbeitet wenn man Pech hat im 12 Stunden Rhythmus, dann auch an den WE`s und an Feiertagen. Klar man muss sich als Frau mit zich Kerlen rumschlagen, muss auch mal arbeiten übernehmen die zum einen nicht immer ungefährlich sind und zum anderen auch nicht immer spaßig sind. Aber dennoch bereue ich diese 3 Jahre, die ich da gearbeitet habe nicht eine Sekunde.

Da ich leider nicht mehr in den Beruf reinkam, nachdem mein 3. Kind geboren war und ich in ein anderes Bundesland verzogen war schulte ich um und bin nun mit 5 Kindern Vollzeit in der Altenpflege tätig. Auch in diesem Beruf arbeite ich in Schichten und weißt Du was? Es klappt gut und es macht auch Spaß!
Lass Dich nicht entmutigen, wenn es Dein Traum ist, dann tu es einfach. Auch mit Kindern kann man einer erfüllenden Arbeit nachgehen.
Egal ob im Schichtdienst oder nicht. Das sind alles nur blöde Vorurteile. Meiner Meinung nach braucht man nur eine gute Organisation, dann klappt alles.
Ich find es klasse, das es Mütter gibt, die ihren Traum ausleben, trotz Familie. Mütter die arbeiten gehen und zwar in einem Job, der ihnen auch Spaß macht.

Liebe Grüße:-D

Beitrag von hebchri 17.01.11 - 08:28 Uhr

Hallo #blume

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Dein Beitrag macht mir etwas Mut!
Darf ich fragen weshalb du es mit 3 Kindern nicht mehr zurück in den Beruf geschafft hast? Möchte nicht indiskret werden aber da ich ja auch 3 Kinder habe, finde ich dies sehr interessant.

Herzliche Grüße
Hebchri #sonne

Beitrag von lucyneu 09.06.16 - 13:24 Uhr

Hallo Hebchri,

deine Frage ist zwar schon einige Jahre alt, doch ich bin gerade in einer ähnlichen Situation und stelle sie mir auch. Wiedereinstieg in den Beruf nach 4 Jahren Elternzeit (2 Kinder). Ich habe eigentlich BWL studiert und auch in dem Bereich gearbeitet. Überlege jetzt, den Rettungssani zu machen und in Teilzeit zu arbeiten. Zb eine 24h Schicht pro Woche - realistische Überlegungen?? Wie hast du dich 2011 entschieden und welche Erfahrungen kannst du weitergeben??