Weiß nicht wirklich weiter-ANGSTSTÖRUNG

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Beitrag von isabell0483 01.01.11 - 16:46 Uhr

Hallo,

erstmal allen einen gesundes neues Jahr :-)

Ich leide seit einem Zahnarztbesuch Anfang November unter einer Angststörung bzw. einer sozialen Anpassungsstörung. Diese bezieht sich im wesentlichen darauf, das ich Panik bekomme, wenn ich das Haus oder meine gewohnte Umgebung verlassen muss. Nach mehreren Arztbesuchen in der letzten Zeit, Hausarzt, HNO, Orthopäde lässt sich keine organische Ursache für diese Störung finden. Ich bin organisch gesehen gesund. Laut Blutbild, EKG, Langzeit Blutdruckmessung ist alles super. Diese Angststörung ist begleitet von Schwindel, Herzrasen und Beklemmungsgefühlen mit dem Gefühl einen Kloß im Hals zu haben. Da ich genau seit diesem Zahnarztbesuch darunter leide, habe damals auch eine Betäubungsspritze sowie eine Füllung erhalten,suche ich genau da einen Zusammenhang. Ich habe scon mehrfach gehört und gelesen, das das eher unwahrscheinlich ist. Aber habe auch gelesen, das durch die Zusatzstoffe die in einer Spritze sind, eine allergische Reaktion ausgelöst werden kann oder man eine Füllung nicht verträgt. Mein Hausarzt verschrieb mir auf Grund der Schilderung meiner Beschwerden das Medikament Paroxetin. Diese habe ich aber bisher nicht eingenommen, da ich erstens so eine Art von Medikamenten als nicht ganz ungefährlich einstufe und zum zweiten wird dadurch nicht die Ursache behoben. Im Moment versuche ich es mit etwas pflanzlichem aus der Apotheke auf Johanniskraut-Baldrian-Basis. Ich habe auch eine Überweisung zum Psychologen, allerdings ist es fast unmöglich in naher Zukunft einen Termin zu bekommen.
Es muss einen Zusammenhang zwischen der Spritze und dieser Attacken geben, anders kann ich es mir nicht erklären.
Ich habe schon überlegt mir die Füllung entfernen zulassen und durch eine neue ersetzen zu lassen.

Könnt Ihr mir einen Rat geben, ich weiß gerade echt nicht weiter. Und es ist bedrückend zu wissen, wenn man gesund ist aber eine "Macke" hat.

Lg isabell

Beitrag von sumsi75 01.01.11 - 17:59 Uhr

Hallo Isabell,

frohes neues Jahr!

Was die Beschreibung der Symptome Deiner Angststörung betrifft, könnte ich das geschrieben haben.
Ich habe seit der Geburt meiner Tochter eine Angststörung, die ich durch eine Therapie gut in den Griff bekommen habe, wenn ich auch seit 3-4 Monaten leicht rückfällig bin.

Ich will einen Zusammenhang zwischen Zahnarztbesuch/Füllung mit der Angststörung nicht ausscchließen.
Dennoch würde ich Dir empfehlen, einen Termin bei einem Therapeuten zu vereinbaren, auch wenn es dauert.
In der Zwischenzeit kannst Du ja wirklich die Füllung "ändern" lassen.
Ich habe mich 2 Jahre ohne Therapie durchs Leben geschleppt und habe es nachher bereut, nicht früher eine Therapie angefangen zu haben, denn es hat nach ein paar Besuchen dort schon geholfen.

Wenn Du evtl. irgendwas genaueres wissen möchtest, oder einfach schreiben magst, ich gucke nochmal nach, ob Du geantwortet hast.

Ich weiß, wie furchtbar das ist und wünsche Dir Stärke!

Alles Liebe,

sumsi

Beitrag von schwilis1 01.01.11 - 18:22 Uhr

was für eine füllung hast du denn bekommen? war irgendwas anders bei dem zahnarzt besuch? irgendein blödes gefühl vll? (unsere seele ist trickreich, das darfst du mir glauben)

ich bin der meinung dass hausärzte keine antidepressiva verschreiben dürften, da sie zu wenig ahnung (i.d.R) von psychischen störungen haben. und es ein schuß ins schwarze ist.

schau dich mal um nach nem therapeuten. es muss nicht schlimmer werden, aber es kann. und in einem frühen stadium ist es einfacher sich hilfe zu holen als in einem späten stadium.

es gibt genug menschen die nach einem eigentlich "normalen" situation angststörungen bekamen... also nur mut und telefonier mal ein paar Therapeuten durch. vll auch einen psychiater. wegen medis.. bzw wegen der nicht einnahme von medis.
die sollten als allerletzte moeglichkeit in betracht gezogen werden und nicht als erste! (meiner bescheidener meinung nach)

Beitrag von schnullertrine 01.01.11 - 19:46 Uhr

Hallo,

zu deinem Fall mit der Spritze kann ich sagen, dass es evtl. das Adrenalin gewesen sein könnte. Das ist ja in den Zahnarztspritzen enthalten. Wenn man dann schon vorher aufgeregt war, warum auch immer, und der Körper bekommt dann zusätzlich nochmal Adrenalin, dann kann es zu solchen Symptomen kommen. Diese lassen aber irgendwann wieder nach. Nach so langer Zeit kann die Spritze nicht mehr der Grund dafür sein. Wenn du wieder zum Zahnarzt gehst, dann verzichte auf diese Spritze, es gibt die auch ohne.

Trotz allem denke ich, dass die Spritze evtl. mit ein Auslöser gewesen sein könnte, aber du vllt. schon vorher irgendwie belastet warst und es noch nicht so gemerkt hast.

Ich habe 10 Jahre mit Angst- und Panikzuständen zu kämpfen gehabt. Habe 2 stationäre Therapien hinter mir und eine ambulante. Seit letztes Jahr bin ich praktisch "geheilt", wenn man das so nennen kann. Denn man lernt mit den Ängsten irgendwann umzugehen, aber ob sie wirklich nie wieder auftreten weiß ich nicht.

Bei mir fing das ganze damals an, nachdem man bei mir Herzstolpern festgestellt hatte. Die Ärzte nannten dann das typische Beispiel: Man weiß nicht was zuerst da war, das Huhn oder das Ei. Ich hoffe, du weißt was ich damit sagen will.

Ich bin in den ganzen Jahren zig mal zum Arzt gelaufen und war hypochondrisch veranlagt. Die Psyche kann einen so viel vorspielen. Was meinst du mit welchen Symptomen ich zum Arzt gegangen bin und ich war immer kern gesund (Gott sei Dank) Die Krankheiten die ich angeblich hatte, die möchte ich gar nicht aufzählen.

Wenn es nicht besser wird, dann geh auf jeden Fall zum Psychologen. Tabletten habe ich in den ganzen Jahren nie genommen, weil ich zusätzlich noch eine Medikamentenangst hatte. Nunja, ich habe es auch so geschafft :-) Was ich auch empfehlen kann ist Enstpannung nach Jacobsen. Gerade bei Ängsten ist der Körper sehr oft angespannt, und vllt. schaffst du es damit einmal am Tag etwas runter zu kommen.

Ich drücke dir die Daumen, dass es dir ganz schnell wieder besser geht. Und ganz wichtig ist, dass du dich nicht zu Hause einigelst. Immer wieder versuchen rauszugehen, und bloß nicht anfangen, irgendwelche Läden oder Räumlichkeiten zu meiden. Dann bist du ganz schnell in diesem Teufelskreis drin.

LG schnullertrine

Beitrag von ninast83 02.01.11 - 07:44 Uhr

Das wichtigste ist, das du dir immer klar machst, das die Angst "nur" in deinem Kopf ist und dir NICHTS passieren kann! Ich bekam das während meines Studiums und war fix und fertig mit den Nerfen! Ich konnte nicht smehr machen und litt so unter der Angst. Ich habe es mit einem Buch geschafft, ich glaub es hieß: Angst überwinden, von schmidt-traub? Naja, später machte ich noch eine Klopf- Therapie! Die hat wirklich geholfen!
Zudem erfuhr ich erst später das ich zu dem Zeitpunkt eine Schilddrüsenentzündung hatte, was das ausgelöst haben könnte. Da werden die Symtome einer unterfunktion mit einer Überfunktion vermischt. Das heißt Unruhe, Zittern, Angst, Herzklopfen, Gefühl von Derealisation....
Ich kann dir auch Schüsslersalze Natrium und Johanniskrauttee empfehlen. Aber das wichtigste ist wirklich daran zu glauben das nur DU was daran ändern kannst. Die Angst darf nicht dich steuern, sondern du musst die Angst steuern!! Lass sie nicht die überhand gewinnen! Mach all das was du meinst was dir gut tut und wenn du die Füllung ersetzen lassen möchtest , tu dies. Mach alles was du meinst was dir helfen könnte. Und denk immer dran, DU kannst diese blöde Angst besiegen! Lass dir das tolle Leben nicht davon kaputt machen.....