Eure Meinung: Kinder auf Beerdigung mitnehmen oder nicht?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von vonnimama 02.01.11 - 14:58 Uhr

Hallo ihr Lieben,

mein Opa ist leider verstorben (und das auch noch an meinem Geburtstag). Die Beerdigung wird am 6. Januar sein. Mein Mann und ich überlegen jetzt, ob wir die beiden "Großen" (6 und 3 Jahre) mitnehmen, oder doch lieber nicht. Es wird sehr tränenreich werden, das weiß ich jetzt schon. Ich habe meinen Kinder gut erklärt, warum der Ur-Opa gestorben ist und was jetzt mit ihm passiert (auch im Himmel usw.). Meine Tochter (6) ist sowieso ein ganz sensibles Kind. Sie hat meine Mutter schon getröstet, aber ich finde, so ein kleines Kind kann diese ganze Wucht der Trauer gar nicht abfangen und Erwachsene schon gar nicht stützen (in dem Maße, wie diese es brauchen). Sie war ganz lieb und hat meiner Mutter gesagt, dass ihr Papa jetzt keine Schmerzen mehr hat und es ihm im Himmel viel besser geht. Das fand ich wirklich rührend.

Mein Kleiner (3) bekommt das alles noch gar nicht so wirklich mit. Er weiß zwar, dass Ur-Opa gestorben ist, aber damit ist das Thema für ihn auch schon durch. Das Baby (7 Monate) muss ich sowieso mitnehmen, aber das finde ich auch nicht schlimm, da sie wahrscheinlich viel (Ver)Schlafen wird.

Was meint ihr? Die Großen mitnehmen oder doch lieber nicht? Wollte mal eure Meinung hören ...

Danke und liebe Grüße an alle
Yvonne

Beitrag von melmystical 02.01.11 - 15:07 Uhr

Erstmal mein herzliches Beileid. :-( Trotzdem noch alles gute nachträglich zum Geburtstag.

Mein Sohn ist 3 Jahre alt und ich würde ihn nicht auf eine Beerdigung mitnehmen. Er ist ein sehr sensibles Kind und wenn andere weinen, weint er mit.

Ich denke, in dem Alter reicht eine gute Erklärung (habt ihr ja schon gemacht) und ich denke es wäre schön, wenn du z.B. einen Tag nach der Beerdigung mit deinen Kindern alleine zum Grab gehst. Dann können sie sich vom Ur-Opa verabschieden, aber bekommen nicht das ganze Drumherum mit.

Gruß

Melanie

Beitrag von swepper 02.01.11 - 15:20 Uhr

#liebdrueck

Meine Oma ist 2005 auch genau an meinem Geburtstag gestorben!
Mein Sohn war damals 8 Monate alt - und ich habe ihn NICHT auf die Beerdigung mitgenommen! Mein Sohn hätte damals die Tauer ja auch gespürt und absolut nichts damit anfangen können! Ich denke es wäre für ihn schlimm gewesen, wenn er mich und alle anderen Verwandten weinen gesehen hätte!

Ich würde in Deinem Fall alle 3 Kinder daheimlassen!
Meine Jungs sind heute gut 6 und knapp 5 Jahre alt und ich würde sie nicht zu einer Beerdigung mitnehmen!
Einen Tag später mit den Kindern auf den Friedhof zu gehen und am Grab eine Kerze anzuzünden ist aber eine wirklich gute Idee!
Es ist in diesem Alter schon wichtig, dass man den Kindern auch alles erklärt und eben selbst dort Abschied nehmen lässt!
Aber die ganze Beerdigung würde ICH meinen Kindern sicher nicht zumuten wollen!


Alles Liebe für Euch!

Beitrag von hannah1010 02.01.11 - 15:22 Uhr

Hallo!

Mein Schwiegervater ist letztes Jahr verstorben und ich hab meine Kinder mitgenommen zur Beerdigung.
Sie waren damals 2 und 5 Jahre und vorallem der Kleine hatte einen ganz besonderen Draht zu seinem Opa ..auch , als er schon sehr schwer krank war.
Natürlich hat vorallem der Kleine noch nicht verstanden, worums genau geht bei der Beerdigung, aber ich würde es trotzdem immer wieder so machen.
Auch allen anderen Leute, die da waren, sagten zu mir, sie finden es toll, dass die -Kinder dabei sind.

lg und alles Gute

tina

Beitrag von pinklady666 02.01.11 - 15:24 Uhr

Hallo Yvonne

Herzliches Beileid.
Also ich würde die Kinder mitnehmen. Sie sollten die Möglichkeit haben sich richtig zu verabschieden.
Eine Beerdigung ist doch was ganz natürliches und gehört eben zum Leben und Sterben dazu.
Hatten sie denn ein gutes Verhältnis zum Uropa?

Liebe Grüße

Bianca mit Marie Danielle (*21.06.2007) und Krümelchen (ET 22.06.2011)

Beitrag von tauchmaus01 02.01.11 - 15:40 Uhr

Meine Kinder werden NICHT mit auf die Beerdigung gehen falls meine Tante (93) stirbt.
Es wird ein sehr emotionaler Tag werden, ihre Tochter (Opersängerin) wird singen.....und meine Kinder werden dennoch Abschied nehmen können.
Denn ein paar Tage NACH der Beerdigung werden wir unseren ganz persönlichen Abschied am Grab nehmen. Eine Beerdigung mit herablassen des Sarges ist nicht die einzige Möglichkeit sich zu verabschieden.

ALs meine Oma starb war ich auch nicht dabei (ich war 4) und ich konnte mich dennoch verabschieden, konnte auch gar nicht verstehen warum alle weinen, denn nun war sie ja schmerzfrei (Krebs)

Ich habe mir einen Stern ausgesucht und war mir sicher dass von DA meine Oma über mich wacht. Das Grab war für mich einfach nur eine Art Gedenkgarten, hatte aber NICHT mit meiner Oma zu tun.....das kam erst später.

Ich denke auch dass die Erwachsenen ihre Trauer eher versuchen zu unterdrücken wenn Kinder dabei sind die noch so klein sind....das würde ich auch nicht wollen.

Mona

Beitrag von cori0815 02.01.11 - 15:36 Uhr

Hi Yvonne!

Erstmal fühl dich gedrückt! :-(

Ich würde ALLE Kinder mitnehmen. Denn der Tod gehört nunmal zum Leben dazu. Und dazu gehören auch Beerdigungen. Und auch wenn viel geweint wird: das zeigt euren Kindern doch nur, wie traurig alle diese Zusammenkunft und den Verlust des Opas finden - und das finde ich sehr wichtig.

Als unsere Oma verstarb, war meine Cousine gerade mal 3 Jahre alt und sie hing SEHR an ihr. Denn Oma war gleichzeitig ihre Tagesmutter und sie hat sie bis zum Eintritt in den Kindergartenpraktisch mehr gesehen als ihre eigene Mutter. Sie ist auch ein sehr emotionales Kind gewesen, das immer sehr nah am Wasser gebaut hatte.

Meine Tante hat sie gut auf die Beerdigung vorbereitet und die Kleine hat wirklich viel geweint, laut und schluchzend, während der Beerdigung. Was natürlich dazu führte, dass der ganze Saal lauthals mitgeheult hat. Ich habe nie eine Beerdigung erlebt, die emotionsgefüllter war (aber so viele habe ich zum Glück auch noch nicht erlebt) und auch jetzt, wo ich dran denke, laufen mir schon wieder die Tränen runter, weil sie so bitterlich geweint hat.

ABER nach der Beerdigung war es einfach gut. Sie hatte geweint und sie hatte getrauert und sie hatte begriffen. Sie hatte gesehen, was mit ihrer Oma passiert und sie durfte fragen und hat es nicht nur erzählt bekommen, sondern auch viel gesehen und für sich verarbeitet. Und ich glaube, das war genau RICHTIG für sie und hat ihr sehr geholfen, den Tod ihrer Oma zu verarbeiten. Und sie konnte uns sogar richtig trösten, weil Kinder ja viel rationeller mit dem Thema Tod umgehen als wir Erwachsenen manchmal.

Wovor willst du die Kinder schützen? Vor der Erfahrung mit dem Thema Tod? Warum? Sie werden sowieso damit konfrontiert.

Was ich aber machen würde: wenn du die Möglichkeit hast, sprich mit dem Pastor/Pfarrer darüber, dass auch kleine Kinder anwesend sind und dass er sie vielleicht sogar einbindet in seine Trauerrede und darauf zu sprechen kommt, was der Opa (Uropa) mit den Kindern verbunden hat usw. Dann finden sich die Kinder in der Situation wieder und fühlen sich eingebunden und nicht nur dabei.

LG
cori

Beitrag von floeppchen 02.01.11 - 15:57 Uhr

hallo yvonne,

herzliches beileid zunächst einmal.

wir hatten vor etwas mehr als zwei jahren leider die situation, das unsere tochter still zur welt gekommen ist, unser sohn war zu dieser zeit 3,5 jahre alt. wir haben nicht eine minute gezögert ihn mit auf die beerdigung mit zu nehmen, auch wenn unsere tochter still zur welt kam und er sie leider auch nicht wirklcih gesehen hat, ausser auf fotos, hatte er einen bezug zu ihr und es war uns wichtig ihn zu verdeutlichen das sie da war, das sie aber nun auch in den himmel geht.

ein paar monate vorher ist der uropa von meinem patenkind verstorben, mein patenkind war damals auch etwa 3 jahre alt, meine freundin hat ihn nicht mit zur beerdigung genommen und für eine gewisse zeit hat mein patenkind immer wieder gefragt wielange der uropa noch im krankenhaus bleiben muss. es wurde ihm noch nichtmal gesagt das er verstorben ist.

der tod gehört zum leben dazu und ich denke die beerdigung macht dies auch nochmal deutlicher, endgültiger. wir haben für unseren sohn damals das bilderbuch "die besten beerdigungen der welt" geholt, um überhaupt mit dem thema etwas anfangen zu können.


liebe grüsse und viel kraft für die nächste zeit

nicole mit luke fest an der hand und #stern mara ganz tief im #herzlich

Beitrag von vonnimama 03.01.11 - 15:46 Uhr

Habt vielen lieben Dank für alle eure wunderbaren Antworten. Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, mir Ratschläge und Tipps zu geben!

Ich denke, wir werden die Kids mitnehmen. Ich bin psychisch relativ stabil, hatte halt nur Angst, weil es bei meiner Oma als Ehefrau und bei meiner Mutter und ihren Geschwistern natürlich sehr tränenreich werden wird.

Es ist traurig, wie viele von euch schon geliebte Menschen gehen lassen mussten, aber so ist nunmal der Lauf des Lebens ... Ich wünsche euch und euren Lieben alles Gute!!!

- Liebe Nicole, es tut mir sehr leid, dass eure kleine Mara nicht bei euch bleiben durfte! Ich wünsche euch alle Kraft der Welt, diesen immensen Verlust zu verkraften! In Gedanken zünde ich für eure kleine Maus eine ganz große Kerze an! -

Beitrag von zahnweh 02.01.11 - 16:14 Uhr

mein herzliches Beileid


Was sagt denn euer Bauchgefühl?

Meine war schon dabei und mir tat es als Kind mit 9 Jahren sehr gut. Als die Mutter einer Freundin starb (da war ich 6 Jahre) durfte ich nicht mit und ich konnte es sehr lange weder begreifen noch verarbeiten. Ich selbst brauche Beerdigungen, um es zu erfassen und zu begreifen.

Wichtig ist denke ich, den Kindern keine heile vorzuspielen. Auch vor ihnen zu weinen und die echten eigenen Gefühle zu zeigen. Meine merkt sofort, wenn ich grinse und innerlich traurig bin (einmal versucht). Sie braucht mein ernstes Gesicht.
Bei meiner Mutter war es ähnlich: sobald sie versuchte nicht vor mir zu weinen, obwohl ihr danach zu Mute war, verunsicherte mich das total.
Weinte sie vor mir, konnte ich das viel besser erfassen und verarbeiten. Es war natürlicher. Und Trauer und Angst gehören zum Leben dazu, auch Erwachsene dürfen das zeigen und Kinder spüren das.

Ebenfalls wichtig finde ich Kindern Raum zum Trauern und fröhlich sein zu schaffen. Also nicht wundern, wenn sie zwischendurch lachen, weil sie sich an die schönen Momente erinnern, weinen, weil sie traurig sind oder einfach mal für sich zurückziehen. Wichtig ist, ihnen diese Räume zu geben, nichts ab zu tun, schön zu reden. Sie handeln meist, wie sie es gerade brauchen und möchten dabei begleitet werden.

Meine (3) kennt ihre Großeltern nur vom Friedhof. Sie geht sehr gelassen damit um und auch mir tat es als Kind gut, dass meine Großeltern nicht einfach weg waren, sondern ich sie über Geschichten kennen lernen durfte.


Falls du fürchtest, dass es dir selbst zu viel wird, wenn deine Kinder dabei sind, bitte enge Bezugspersonen der Kinder mitzukommen. Pro Kind eine/r. Sie können auch weiter hinten sitzen und jederzeit ins Freie gehen, wenn es den Kindern zu viel wird. Dann bist du entlastet und deine Kinder können begleitet werden, wie sie es brauchen oder eben auch mal eine "Pause" machen.

Höre auf dein Bauchgefühl und frage sie, was sie möchten. Kinder können das oft schon ganz gut einschätzen. Zwinge sie zu nichts und halte ihnen Möglichkeiten offen. Sie werden ganz gut wissen, was sie brauchen. #verliebt

Beitrag von kisrett 02.01.11 - 16:17 Uhr

Hallo Yvonne,
erst mal Herzlichen Glückwunsch nachträglich und mein herzliches Beileid zum Tode Deines Opas.
Zu Deiner Frage:
Ich würde meinen Sohn auf jeden Fall mitnehmen. Mein Sohn ist drei Jahre alt und er hätte ein Recht darauf, das zu begreifen.
Ich spreche da aus eigener Erfahrung.
Als ich fünf war, ist mein Vater verstorben, gerade mal 12 Tage nach mei nem Fünften Geburtstag. Wir waren auf der Konfirmation von meinem Cousin und meine Tante, die Schwester meines Vaters hatte sich einen Scherz erlaubt und meinem Vater den Stuhl unter dem Hintern weggezogen, als sich dieser setzen wollte. Ein makaberer Scherz. Meinem Vater ist in diesem Moment ein Anyrisma im Gehirn gerissen und er ist quasi innerhalb von zwei Stunden verblutet.
Ich habe das alles voll mitbekommen, da alle so durch den Wind waren, dass ich völlig unterging in dieser Situation.
Meine Mutter hatte damals entschieden, dass ich nicht mir zur Beerdigung meines Vaters gehen sollte. Ich nehme ihr das bis heute extrem übel, obwohl ich über 30 bin. Ich hatte keine Chance mich von meinem Vater zu verabschieden, ich habe nicht begreifen können was da vor sich ging.
Ich habe die ersten Fotos der Beerdigung mit 15 sehen dürfen, das war schrecklich für mich und ich hänge immer noch an meinem Papa, ich vermisse ihn und könnte heuten noch heulen, wenn ich an ihn denke.
Aus dieser Erfahrung gesehen kann ich dir nur raten die Kinder mitzunehmen, auch wenn sie sensibel und Zartfühlig sind. Wie schon meine Vorredner sagten, der Tod und somit eine Beerdigung gehören zum Leben dazu und sie sollten mit dem Gedanken weiterleben können dass sie wissen wo ihr Uropa ist. Wenn man einen Tag später mit ihnen zum Friedhof geht wissen sie doch gar nichts mit diesem Grab und den Blumen anzufangen.
Meine Nichte war damals auch knapp sechs, als ihre Oma, meine Schwiemu starb. Meine Schwägerin hatte beide Kinder (6 und 2 Jahre) mitgenommen. die Grosse hatte der oma Bilder gemalt und hat sie mit einem kleinen Blumenstrauss ins Grab gegeben. Mit den Bildern hat sie ihre Trauer ausgedrückt. Als vor vier Jahren mein Schwiva starb hatte auch die ganz kleine Bilder gemalt und diese ins Grab gegeben.
Den Kindern erklären, was passiert ist und was bei einer Beerdigung passiert muss auf jeden Fall passieren und wenn ihr das alleine nicht schafft, weil ihr selber trauert, dann ruf bei der Kirche an, wir haben hier eine sogenannte Trauerbegleitung für Kinder. Villeicht einen Tag vorher mit den Kindern mal in die Trauerkapelle gehen und sich das ansehen, ehe der Sarg da steht und evtl. das Grab auch schon ansehen. Ich würde es so mit meinem Sohn machen, damit er nicht aus "allen Wolken" fällt, wenns soweit ist!

Lasst euch auf jeden Fall Zeit und beantwortet die Fragen der Kinder, soweit es euch möglich ist.


Liebe Grüsse,
Kisrett

Beitrag von fruehchenomi 02.01.11 - 16:22 Uhr

Herzliches Beileid zum Tod Deines Opas.
Der Vater meines Schwiegersohns ist vergangenen September auch gestorben, also Leonies Opa....sie war da fast 4 Jahre alt und wir haben sie NICHT mitgenommen - auch in Absprache mit ihren Kita-Erzieherinnen, die sie ja auch sehr gut kennen.
Sie ist sehr sensibel und hatte schon so daran zu knabbern, dass ihr geliebter Opa Dieter im Himmel sein soll, trotz einfühlsamem Erklärens mithilfe eines Buchs usw. Sie träumte schlecht, war sichtlich verunsichert usw. Eine Trauerfeier haben wir ihr nicht zugemutet. Die Tatsache, dass ihr geliebter Opa Dieter nun in einer Urne sein soll und eingegraben wird, das fanden wir für sie einfach zuviel.
Auch wenn der Tod zum Leben dazu gehört, dann finde ich trotzdem, muss ich einem so kleinen Kind diese Beerdigung nicht zumuten.
Sie geht mit zum Grab, wir haben ihr das so erklärt, dass dies ein kleiner "Garten" ist, der für die Verstorbenen angelegt und gepflegt wird - ihr Opa Dieter schaut vom Himmel runter und freut sich drüber. Und irgendwann wird man ihr auch die volle Wahrheit erklären - aber das hat noch Zeit. Man muss nicht alle Lebenswidrigkeiten auf einmal kennenlernen.
Und wenn ihr eine tränenreiche Beerdigung erwartet, ohnehin nicht, es kann sein, dass die kleine Maus das alles garnicht richtig einordnen kann und sehr sehr ängstlich wird, das muss nicht sein. Also bei unserer Leonie wäre es so gewesen, wenn sie ihren Papa hätte weinen sehen ! Er wäre auch überfordert gewesen, dann noch sein Kind zu trösten. Später beim Leichenschmaus war sie dann dabei, schon um alle Verwandten wiederzusehen - damit hatte sie auch kein Problem.
Alles Gute für euch
LG Moni

Beitrag von morla29 02.01.11 - 17:11 Uhr

Hallo Yvonne,

herzliches Beileid erstmal.

Ja, nimm sie mit. Der Tod gehört zum Leben und die Kinder sollen sich auch verabschieden können.

Meine Kinder waren letztes Jahr im Januar bei der Beerdigung ihrer kleinen Schwester dabei (damals 2 und 4) und letzten Dienstag bei der Verabschiedung meines Opas (mit 3 und 5). Er ist am 15. Dezember gestorben.

Für mich ist es wichtig, dass Kinder nicht vor den "Schlimmen Dingen" im Leben fern gehalten werden. Sonst bekommen sie mal mit 15 oder 20 Jahren einen Schock, wenn jemand stirbt, der ihnen Nahe gestanden ist.

Auf Hochzeiten zu Ostern und zu Weihnachten nehm ich die Kinder ja auch mit, deshalb auch zu Beerdigungen.

Meine Kinder haben meinen Papa/ihren Opa auch weinen sehen.

Viele Grüße
morla

Beitrag von sillysilly 02.01.11 - 17:18 Uhr

Hallo

habe in letzter Zeit einiges dazu geschrieben.
Kannst ja mal über die Suche gehen, das Thema gab es sehr oft zur Zeit.

Die Kinder selbst entscheiden lassen - Beerdigung erklären und dann Fragen

Meine Kinder gerade 6 und 3,5m waren auf der Beerdigung meiner Mutter dabei

Grüße Silly

Beitrag von schokoholic 02.01.11 - 17:44 Uhr

Huhu,

ich nehme meine Kinder auch nicht zu Beerdigungen mit.

Lg,Schoko

Beitrag von fallnangel 02.01.11 - 18:15 Uhr

Hallo Yvonne,
du wirst hier sehr verschiedene Antworten zu hoeren bekommen und beide Ansichtsweisen sind auch gerechtfertigt. Im Endeffekt liegt die Entscheidung bei dir, da du deine Kinder am besten kennst und einschaetzen kannst wie sie soetwas verkraften. Genau wie Erwachsene reagieren auch Kinder, unabhaengig vom Alter, ganz verschieden.
Ganz kleine Kinder, bis ca 3 Jahre, verstehen den Zusammenhang zwischen der Trauer und dem Prozess meistens noch garnicht. Tod ist etwas aeusserst abstraktes und selbst Erwachsene sind sich ja nicht wirklich einig was das denn sein sollte und koennte.
Ich war mit meiner Tochter (4) bei der Beerdigung ihrer Tante und sie hat auch den aufgebarten Koerper gesehn. Sie hat ganz viele Fragen gestellt und ich hab es ihr in einer kindlichen Weise erklaert. Ich glaub die Sache mit dem Loch im Boden wo der Sarg reinkommt war am schwersten zu erklaeren. Persoenlich fand ich es wichtig fuer sie, dass sie auch die Moeglichkeit bekommt sich in einem Prozess von ihr zu verabschieden. Es ihr einfach zu erklaeren oder es einfach zu verschweigen, waere garnicht gegangen; sie will immer alles wissen und stellt unmengen an Fragen. Da hat man dann irgendwann keine Antworten mehr.
Frag deine aelteste Tochter doch einfach ob sie mitwill oder nicht. In dem Alter haben die meisten schon eine gute eigene Meinung. Gib ihr eine gute Alternative, zB bei einer Freundin zu bleiben, falls sie nicht kommen will. Sag ihr, dass es sehr traurig sein wird, aber es auch ein schoener Abschied von einem geliebten Menschen sein wird; dass es absolut ok ist wenn sie nicht kommen will oder eben kommen will. Ich glaub damit ermoeglichst du ihr fuer sich selbst die beste Entscheidung zu treffen, und fuer dich bestimmt auch.
lG

Beitrag von meandco 02.01.11 - 18:29 Uhr

meine tochter war fast 2 (1 jahr und 51 wochen ...) als mein opa gestorben ist.

sein letzter wunsch war sie noch mal zu sehen ... ihm kamen unmengen von blut an der nase raus und er hatte schreckliche schmerzen.
ich hab meine tochter erst mal drauf vorbereitet, dass er urliopa sie sehen möchte, danach hab ich ihr erklärt, dass er viel weh hat und er ganz viel blutet - und hab es riskiert ... sie hat sich gefreut ihn zu sehen - und er sich auch #freu allerdings kam anschließend das drama darum dass er so weh hat, dass er ins kh muss, dass sie furchtbar angst um ihn hatte usw. dass er sterben wird hab ich ihr noch nicht gesagt zu dem zeitpunkt - was sollte sie auch damit anfangen, wenn sie ohnehin angst hat. schritt für schritt hab ich mir gesagt ...

als er dann gestorben ist, wollte sie ganz viel wissen und brauchte auch viel unterstützung. im großen und ganzen hat sie es aber gut geschafft und wollte auch immer mit den urli-opa besuchen (leichenhalle, etc ..). sprich: sie war mit.

meine meinung ist: wenn du glaubst du bist stabil genug und kannst dein kind auffangen und für es da sein, falls es viele fragen, tränen, emotionen gibt ...

ich hab es aber auch gut gefunden. durch das kind um das ich mich kümmern musste und dem ich klarmachen musste was passiert hab ich mich gut auseinander gesetzt und das begräbnis gut überstanden. was aber nicht passieren soll (und das beobachtet man leider sehr oft) ist, dass du dich an deinem kind festhältst und es deine emotionen abfängt statt umgekehrt! dann ist es besser das kind zu hause zu lassen find ich.

fazit: überleg dir wie gut du da durchkommst und entscheide demnach!

lg
me

ps:
meine war übrigens seither auch schon bei anderen begräbnissen dabei ...

Beitrag von krissy2000 02.01.11 - 18:57 Uhr

Mein Sohn war knapp 3, als meine Oma gestorben ist und zur Beerdigung habe ich ihn nicht mitgenommen. Er durfte dann beim Leichenschmaus danach dabei sein.

Lg Krissy

Beitrag von teddybriefmarken 02.01.11 - 22:29 Uhr

Hallo!

Als erstes mal mein herzliches Beileid.

Ich kann hier nur für mich sprechen und erzählen wie es bei uns war.

Als mein Vater am 17. Okt. 2010 gestorben ist haben wir unseren Sohn schon mitgenommen auf das Begräbnis. Es war wohl meine Schwägerin mit, die sich um ihm gekümmert hat als er nicht gleich mit in die Kirche gehen wollte. Lag aber daran das er lieber auf den Stiegen spielen wollte als an der Kirche selber. Sie waren dann schon später in der Kirche. Zum Ende hin hat er mal kurz geweint, was aber ja bei einem Begräbnis leicht sein kann. War aber gleich wieder vorbei.

Am Friedhof war er dann auch mit und hat sich dort am Grab von seinen Opa verabschieden können. Was wir ihm auch vorher zuhause erklärt haben. Er hatte bis zum Begräbnis das Problem das Opa nicht aufwiedersehen gesagt hat. Nach dem Begräbnis hatte er das nicht mehr, da er sich ja jetzt verabschieden konnte.

Seit dem Begräbnis weiß er wo Opa jetzt wohnt und vom Himmel schaut er auf ihm herrunter und paßt auf ihm auf. So stellt er es sich zumind. mit seinen 3,5 Jahren vor. Für ihm war es wichtig mitzugehen, wir haben ihm aber zu nichts gezwungen. Es war ständig wer bei ihm der mit ihm weggegangen wäre. Er wollte aber nicht.

Ich muß dazu sagen, das mein Vater auch bei uns im Haus gewohnt hat und er jeden Tag mit ihm zusammen war. Sprich er war eine sehr starke Bezugsperson für ihm.

Es kommt aber sicherlich auf das Kind an. Unserer hat es gebraucht für sich selber um mit dem Tod von Opa umgehen zu können bzw. zum verabschieden. Jetzt kommen von Zeit zu Zeit so Fragen: Geht es Opa eh gut im Himmel? Hat er eh genug zum Essen dort? Ist ihm eh nicht kalt? Was ich auch für normal hallte.

Also ich würde die Kinder mitnehmen.

Lg.

Beitrag von vonnimama 03.01.11 - 15:43 Uhr

Habt vielen lieben Dank für alle eure wunderbaren Antworten. Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, mir Ratschläge und Tipps zu geben!

Ich denke, wir werden die Kids mitnehmen. Ich bin psychisch relativ stabil, hatte halt nur Angst, weil es bei meiner Oma als Ehefrau und bei meiner Mutter und ihren Geschwistern natürlich sehr tränenreich werden wird.

Es ist traurig, wie viele von euch schon geliebte Menschen gehen lassen mussten, aber so ist nunmal der Lauf des Lebens ... Ich wünsche euch und euren Lieben alles Gute!!!