meine mama...

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von anmabu 02.01.11 - 18:31 Uhr

...macht mir gerade ziemliche sorgen!
ich versuche mal , das ganze zusammenzufassen.

vor 30 jahren hausbau, ganztags berufstätig, 4 kinder.
irgendwann hat sie dann ihre pflegebürftige mutter (meine oma) und den geistig behinderten bruder (meinen onkel) aufgenommen.
seitdem arbeitet sie nur noch halbtags..
vor einiger zeit starb oma, also "nur" noch den bruder bei sich.
mein papa erkrankte vor ein paar jahren an magen-krebs, er starb vor 4 monaten zu hause sie hat ihn bis zum schluß gepflegt :-((
jetzt lebt meine mama also allein mit dem behinderten bruder in dem riesigen haus (ca. 200 m²).
kurz nach dem tod meines vaters hat sie dann die diagnose "osteoporose" bekommen mit zwei wirbelbrüchen.

sicher könnt ihr euch vorstellen, dass sie am ende ihrer kräfte ist, aber sie läßt sich nicht helfen.
seit einer woche ist sie nur noch am weinen, hat schmerzen, ist psychisch am ende.
mal ganz vorsichtig gefragt, ob nicht der bruder in ein betreutes wohnen umziehen sollte, wird sie zornig. sie habe der mama (meiner oma) versprochen, sich immer um den bruder zu kümmern.
aber mal ehrlich: so geht es nicht weiter...

ach mensch, ich wollte mich einfach nur mal ausheulen.
mir geht das alles ganz schön an die nieren, erst mein geliebter papa gestorben und nun muß ich mitansehen, wie sich mama selbst zugrunde richtet.
ach ja, sie hat seit papas tod 13 kg abgenommen, wiegt nun nur noch 47 kg bei 1,63 m.
alles mist!
danke euch fürs zuhören/zulesen!

lg
anmabu

Beitrag von taenscher 02.01.11 - 19:09 Uhr

Hut ab vor deiner Mutter! Soviel Nächstenliebe ist heutzutage nicht mehr normal. Es ist Ihre Entscheidung.

Ich kann aber verstehen, dass du dich um deine Mutter sorgst.

Kann sich deine Mutter keine Hilfe ins Haus holen? Hat ihr Bruder eine Pfelgestufe?

Somit kann er ja im Haus bleiben und es bleibt nicht alles an ihr hängen.

Unabhänig von der Pflegestufe solltet ihr darüber nachdenken, euch Hilfe ins Haus zu holen. Mobile Pflegedienste bzw. private Pfleger, die ins Haus kommen, gibt es ja genug. Sowie Haushaltshilfen etc. Wie die Hilfe aussehen kann, richtet sich natürlich ganz nach den Bedürfnissen und natürlich auch nach dem Geldbeutel.

Beitrag von polarsternchen 02.01.11 - 19:27 Uhr

Liebe anmabu,

das hört sich ziemlich nach einem Helfersyndrom an! g***le mal den den Begriff und schaue, ob es übereinstimmt! Wenn ja, wirst Du Deiner Mama leider nicht viel helfen können! Nur eine Therapie könnte das und die Einsicht Deiner Mama, dass es so ist! So schwer es auch fällt, ich rate Dir, Dich nicht zu sehr für sie verantwortlich zu fühlen! Sie ist ein erwachsener Mensch und hat einen freien Willen! Biete ihr Deine Hilfe an, habe Mitgefühl, aber kein Mitleid, denn das wird Dich selbst nur belasten und nützt niemanden!

Alles Liebe und Gute!

Beitrag von myimmortal1977 03.01.11 - 01:04 Uhr

Mit Hilfe unter Selbstaufgabe ist niemandem geholfen.

Gab es da nicht mal ein Gleichnis in der Bibel, mit jemanden, der mit dem Schwert seinen Mantel teilte und ihm einen Bedüftigen gab? Ganz ohne wäre er selbst erfroren. (Alle Bibelfesten mögen es mir verzeihen, wenn ich die Geschichte nicht mehr ganz genau kenne)

Sie muss dringend Arbeit abgeben. Wie wäre es am Anfang mit einem ambulanten Pflegedienst? Der könnte ggf. auch besser auf sie einwirken, manchmal klappt es mit Außenstehenden besser, als mit Familienangehörigen, damit sie selbst erkennt, dass das Maß bei ihr eigentlich mehr als voll ist.

Oftmals helfen auch ein paar sehr deutliche Worte..... Ihr mal vor Augen zu führen, dass sie selbst auf dem besten Wege ist, schneller von der Erde zu scheiden und somit dem "Versprechen" gar nicht mehr nachkommen könnte. Ob sie das wirklich will?????

LG Janette

Beitrag von grinsgesicht 03.01.11 - 20:36 Uhr

Hallo,
Meine Mutter war kurz davor ihren Bruder zu pflegen (leider verstarb er am 16.12.2010) wir haben uns zusammen gesetzt und haben uns informationen geholt da meine Mutter es körperlich auch nicht mehr geschafft hätte. Wir sind dann zum Entschluss gekommen das er nicht in ein Altenheim geht (Er war 68Jahre) sonder zuhause bleibt (er wohnte in einer wohnung im Haus) bei pflegeaufwand kommt ein Pflegedienst (Duschen, Anziehen, ins Bett bringen usw.). Mit dem Geld ist es auch kein Problem da man ja dann eine andere Pflegestufe bekommt und die durch den Pflegedienst anders berechnet wird.
Vieleicht konnte ich helfen.
LG