Die Entwöhnung von der Flasche wird wohl zur Nervensache...

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. 

Beitrag von emmelotte 02.01.11 - 19:52 Uhr

Nachdem unser Kleiner augrund schwerer Gelbsucht die ersten beiden Lebenswochen mit der Flasche zugefüttert werden musste, versuchen wir nun seit gestern, in voll auf die Brust umzustellen. Und es ist der Horror!

Bisher war es so, dass er 2 mal 15 min gestillt wurde. Dabei schläft er (trotz ausziehen, kitzeln, sprechen, singen, streicheln etc.) immer wieder ein. Im Anschluss hat er immer noch ca. 100 ml Muttermilch aus der Flasche nachgetrunken.

Jetzt soll er ja ohne Flasche klarkommen. Also stille ich ihn, so lange er will. Das ist aber schwer, da er ja wie gesagt immer wieder einpennt. Nehme ich ihn dann hoch, schläft er 5 min, dann fängt er an zu brüllen wie am Spieß. Lege ich ihn wieder an, beginnt das Spiel von vorne. Nach 2 Stunden gebe ich ihm dann einen Schnuller, damit er wieder zur Ruhe kommt.

Bis gestern habe ich mein Kind nie Schreiebn hören, außer wenn er Hunger bekommen hat. Heute schreit er fast nur, so lange er wach ist, und ich heule mit, weil mich das so fertig macht und ich denke, unter irgendwas leidet er ja...

Soll ich ihm den Schnuller schon eher geben? Ich war eigentlich immer gegen das Ding, aber anders weiß ich mir nicht mehr zu helfen, wenn er auch mal schlafen soll.
Andererseits hat er ja bisher so viel Milch getrunken, dass ich jetzt echt Angst habe er bekommt nicht genug, wenn er nicht lange trinkt sondern alles verschläft...

Ich weiß nicht wie lang ich das Schreien aushalte, so leide ich mit. Denke mittlerweile auch manchmal: Wie einfach wäre es jetzt, ihm einfach die Flasche zu geben...

Beitrag von jule2801 02.01.11 - 21:52 Uhr

Hallo,

hm, so richtig kann ich dir eigentlich zu nichts raten. Aber eigentlich würde ich meinen, dass wenn er mit dem Schnuller einschläft, das Problem wohl eher nicht Hunger sein kann!
Vielleicht wäre es gut, wenn du mal schaust, ob es bei euch in der Nähe eine Stillberaterin oder ein Stillcafe gibt. Die kann dir bestimmt gute Tipps geben wie es funktioniert.

Es wäre wirklich schade, wenn es jetzt nicht klappen würde mit dem Stillen - es ist nämlich soooooo praktisch!

Ganz viel Erfolg und liebe Grüße
Jule!

Beitrag von steffi0413 02.01.11 - 22:45 Uhr

Hallo,

er hat wahrscheinlich Saugverwirrung. Aus der Flasche muss man mit einer ganz unterschiedlichen Methode/Technik trinken als aus der Brust. Da der Sauger ein viel markanteres Gefühl im Mund ist als die weiche BW, lernt der Kleine die falsche Technik ganz schnell. Mit der falschen Technik kann er dann aus der Brust nicht effektiv trinken. (deshalb pennt er ein)

Es ist aber noch überhaupt nichts verloren, Kopf hoch! :-)

Das wäre sehr-sehr wichtig, dass er keine Flasche bzw. auch keinen Schnuller mehr bekommt (der kann leider auch Saugverwirrung verursachen)!!!!

Die abgepumpte Mumi und/oder Pre kannst Du mit Fingerfeeder oder aus dem Becher geben.
http://www.stillgruppe-ml.de/becherfuetterung.htm

Wieviel Zufütterung bekommt er jetzt in 24 Stunden? (oder wieviel hat er bis jetzt bekommen?) Abgepumpte Mumi oder Flaschenmilch?

Vor dem Anlegen kannst Du den Milchspendereflex ein bisschen stimulieren (mit heissem Wasser oder ein wenig Milch ausstreichen).

Vor jedem Anlegen kannst Du eine kleine "Zungenübung" machen: stecke deinen Zeigefinger in seinen Mund, so dass Du die Grenze zwischen weichem und hartem Gaumen erreichst (Achtung! Hände sehr gründlich gewaschen, Nagel sehr kurz geschnitten!!!) - Nagel schaut nach unten – lasse ihn so ein bisschen nuckeln und beobachte was er macht: macht er einen "Hügel/Buckel" hinten mit der Zunge? Liegt die Zunge über der unteren Zahnleiste? Die Zunge schmiegt sich um den Finger? Zunge und Unterkiefer bewegen sich rythmisch? Wenn einen Buckel macht und/oder die Zunge NICHT über der unteren Zahnleiste liegt, dann drehe den Finger vorsichtig um (Nagel schaut nach oben) und vorsichtig drück die Zunge nach unten und/oder ziehe ein bisschen nach vorne. Lasse ihn so auch eine Weile nuckeln.

Diese Übung hilft die richtige Technik wieder zu finden und kann vor jedem Anlegen gemacht werden bis er noch Probleme hat.

Wenn er beim Trinken zu schnell einschläft, kannst du folgendes versuchen: drück (Daumen oben, andere Finger unten) deine Brust hinten dem Bruswarzenhof zusammen und halte so. Stark, aber weh tun darf es nicht. Das stimuliert den Milchfluss und er fängt wieder an zu schlucken.

Es wäre sehr-sehr wichtig, dass Du ihn nach Bedarf (ohne Bedenken wenn er unruhig wird) aber mind. 8-12x in 24 Stunden beidenseitig anlegst um die Milchproduktion anzuregen bzw. den Kleinen satt zu bekommen.
Die Zufütterung würde ich nur stufenweise weglassen und dabei die Windel sehr streng beobachten (mind. 6 nasse Stoff oder mind. 4 schwere Einmalwindel pro Tag, Urin nicht konzentriert!).

Du brauchst dazu ganz sicher viel Geduld und Ausdauer, aber das lohnt sich schon. :-)

Ich drücke Euch sehr den Daumen!

LG
Steffi