Wird er das "schlimme" Sprechen übernehmen?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von meritene 02.01.11 - 21:04 Uhr

Hallo,
ich hab eine etwas merkwürdige Frage, aber vielleicht habt Ihr so ähnliche Konstellationen und könnt mir weiterhelfen.

Mein Sohn ist jetzt 2,5 Jahre alt, er spricht schon sehr gut.

Allerdings gibt es etwas das mir Sorgen macht. Meine Mutter ist Ausländerin und spricht auch nach all den Jahren immernoch sehr gebrochen deutsch, macht natürlich viele Aussprachefehler, kann Wörter nicht richtig etc. (Beispiele: "Kannst du mich behelfen?" etc.)

Weiterhin ist mein Vater zwar Deutscher, macht aber was die Grammatik anbelangt sehr viele Fehler. (Beispiele: Wohin fährt Ihr denn? Oma ihr Bruder. Geb mir das mal! Der ist größer wie ich.)

Auch ist der "Umgangston" eher - na sagen wir "salopp" (Beispiele: Ist das eine Scheiße. Die ist total bescheuert.)

Und der starke Dialekt: "Ick glob die kommt erst morjen". Woher soll ick denn ditt wissen?!

Ich habe schon einige Male festgestellt, dass mein Sohn so einige Sachen übernimmt, weil er auch oft bei meinen Eltern ist.
Versteht mich nicht falsch, ich liebe meine Eltern so wie sie sind und sie sind einfach wunderbar - egal wie sie sprechen.
Trotzdem mache ich mir diesbezüglich wirklich manchmal Gedanken, ob mein Sohn dabei bleiben könnte.
Dann sehe ich natürlich wieder, dass ich auch nicht "so" geworden bin.

Hm. Was meint Ihr dazu?

Vielen Dank,
meritene

Beitrag von bussi999 02.01.11 - 21:11 Uhr

hallo,

woher kannst du denn so gut und perfekt deutsch sprechen? ich denke mal, du bist doch bei deinen eltern aufgewachsen oder? und sie haben bestimmt schon damals so gesprochen?

mach dir da mal keine gedanken. das hat keine negativen auswirkungen auf deinen sohn. er geht ja irgendwann in den kindergarten, in die schule... da wird doch dann überall richtiges deutsch gesprochen. und es ist auch normal, dass kinder grammatikalische fehler machen. mein sohn ist jetzt 5,5 jahre alt. an viele worte hängt er im plural ein s. also eiers, fensters... keiner von uns spricht so. wir reden alle normales hochdeutsch. das passiert halt. wir arbeiten dran und verbessern ihn.

ich finde es außerdem wichtig, daß man auch dialekt spricht. das gehört dazu. das ist doch auch unsere kultur. es wäre schade, wenn die kinder keinen dialekt mehr lernen. wir wohnen in köln. meine kinder sprechen leider überhaupt kein kölsch. schade. aber alle im umfeld reden nur hochdeutsch.

lg kirsten

Beitrag von pimperrella 02.01.11 - 21:12 Uhr

Also meine Nichte ist 5 und wir wohnen in Randberlin und sie "berlinert" mehr wie wir alle zusammen, weil in der Kita einfach alle so reden.....also das

"Ick glob die kommt erst morjen". Woher soll ick denn ditt wissen?!

kann sie auf jeden Fall super, aber am besten kann sie "wat, haste jesagt";-)

Beitrag von arianef 02.01.11 - 22:22 Uhr

#rofl#rofl

da bin ick bei meiner och schon jespannt, wie dat wird.

wir kommen auch aus randberlin, wo sehr viel berlinert wird.

lg ariane

Beitrag von capri 02.01.11 - 21:12 Uhr

Hallo,

ich denke, in erster linie wird er es übernehmen, aber sobald er mit anderen (Kindern) kommuniziert wird er irgendwann verbessert und er wird dann deine Eltern vielleicht verbessern. Bei mir war es damals so, erzählt mir meine Mutter heute noch. (Wir sind in meiner Kindheit aus dem Osten in den Westen gezogen...)

LG Capri#sonne

Beitrag von sunflower.1976 02.01.11 - 21:20 Uhr

Hallo!

Ein bißchen was wird Dein Sohn vielleicht übernehmen - und wenn es phasenweise ist. Die richtige Grammatik lernt er automatisch von Euch, später im KiGa usw.
Wegen des Dialekts... Mein Mann und ich sprechen beide nicht den Dialekt unseres Dorfers (in der Eifel). Trotzdem hat unser Sohn den Tonfall der "hiesigen" Sprache übernommen und auch einige Begriffe. Mit der Zeit wird das sicher stärker werden.

Mein kleiner Sohn (27 Mon.) ist sprachlich sehr weit. Die Aussprache- und Grammatikfehler unseres großen Sohnes (5,5 Jahre; hat Sprachentwicklungsverzögerung) übernimmt er eigentlich nicht. Zum Beispiel hat unser großer Sohn noch Probleme, das CH auszusprechen. Er sagt dann eher "Milsch" statt "Milch" während unser kleiner Sohn das richtig spricht.

Wenn er von Euch ein gutes Sprachvorbild bekommt, ist das sicher alles kein Problem.

LG Silvia

Beitrag von rmwib 02.01.11 - 21:28 Uhr

Das macht nix.

Ich grusel mich manchmal auch.

Meine Oma ist da auch manchmal schwierig.

"Zeig mir mal dem Opa sein Ohr." "Wo ist denn der Mama ihre Tasche?"

Innerlich flippe ich oft aus und würde gerne mal brüllen

VERDAMMT es heißt Opas Ohr und Mamas Tasche

...aber weißt Du... WOFÜR.

Die alten Leute geben auch nur ihr Bestes und freuen sich an den Kindern, warum soll ich ihnen da noch ein schlechtes Gefühl geben. Nachher denken sie noch, sie wären uns nicht gut genug ;-)
Das färbt nicht ab aufs Kind, Du sprichst ja anscheinend auch gut Deutsch.
Oder viele Kinder aus Migrantenfamilien, wo Mama meist gar kein Deutsch kann und Papa nur gebrochen und auch die können oft fehlerlos sprechen ;-)

Alles wird gut #winke

Beitrag von tauchmaus01 02.01.11 - 21:33 Uhr

Ick bin eene Berlinerin die nach Bayern jezojen is.
Meine beeden Mädels reden keen Wort Berlinerisch.....die reden teilweise Bayrisch #schock

z.b. "Kommt heuer wieder die Oma im Sommer?"

"I´kann fei scho radln!"

Tja, so ist das eben......können sonst aber ganz "normal" reden und haben keine Probleme sonst.

Und schau mal......Du bist auch normal!

In der Kita meiner Tochter ist ein Junge der hat gehörlose Eltern. Er selber ist auch gehörlos geboren, bekam aber ein Implantat und hat dann in der Kita das Hören und Sprechen gelernt.
Seine Eltern geben aber nur kehlige Laute von sich wenn sie was "sagen"....trotzdem lernt er richtig sprechen.

DIe Mutter der besten Freundin meiner Kleinen ist aus Bulgarien, ihr Deutsch ist super, aber mit Dialekt. Trotzdem spricht die Kleine reines Deutsch ebenso wie reines Bulgarisch.....

Mach Dir keine Sorgen

Mona

Beitrag von schullek 02.01.11 - 22:46 Uhr

hallo,

ein teil der familie meines mannes sprechen auch nicht sonderlich toll. dieses mir udn mich verwechseln ist nicht dummheit, sondern fast schon dörflerdialekt. sie sprechen nicht immer so. aber eben hin und wieder. naja, und dann aben auch wie bei euch bestimmte dinge, wie och, statt auch, j, statt g....
lange zeit hat mein sohn das gar nicht imitiert, erst seit etwa einem halben jahr ( er ist jetzt 5) immer mal wieder. mein mittel: ich tu so, aks verstünde ich ihn nicht und er wiederholt es normal. und manchmal macht er sich einen spaß daraus. beim ersten mal fragte ich verwundert, was er da quasselt und er: ich spreche dialekt#cool

was ich damit sagen will: den haupteinfluss hast du. bzw. die eltern. die kinder wissen gut zu unterscheiden. mach dir also keine gedanken. wenn du merken solltest, dass er eindeutig was falsch spricht auf grund deiner familie, dann korrigier ihn und erklär, wie es richtiv heißt.

lg