Ja, ja weiß ich doch alles...trotzdem frustig

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von mjui 02.01.11 - 22:17 Uhr

Hallo!

Könnt Ihr mir mal ne Einschätzung geben? Folgendes: Die Trennung von meinem Mann und mir ist im Februar ein Jahr her. Wir waren 19 Jahre zusammen (Jugendliebe), unser Sohn wird im März zweieinhalb. Nachdem er eine Affäre hatte und ewig rumeierte und gelogen hat, hab ich ihn rausgeworfen und mich getrennt. Er wohnt seitdem bei seiner Neuen #kratz. So weit, so gut (oder eher schlecht).
Obwohl unser Kind von beiden Seiten ein Wunschkind war, ist ihm glaub ich alles zu viel geworden, zu langweilig, das Übliche. Klar, auch ich hab meinen Anteil am Scheitern. Trotzdem: Hätten wir vorher mal drüber geredet, hätte er seine Unzufriedenheit mal geäußert, wäre wohl noch was zu retten gewesen. Eine Aussprache scheut er bis heute, kümmert sich aber mittlerweile gut um seinen Sohn (den er über seine Neue kurzfristig mal vergessen hätte#klatsch), er kann ihn auch jederzeit sehen.
Ich komme mittlerweile damit klar und versuche nur die positiven Seiten zu sehen:
- tolles Kind
- mehr Freiheit
- die Chance, einen reifen und erwachsenen Mann kennenzulernen
- super Freunde und Familie

Doch jetzte das Trotzdem:
Er genießt anscheinend so richtig seine Freiheit, und auch wenn ich versuche, meine Energien auf mein Kind und mich zu lenken, ja verdammt, ich gönne es ihm nicht!!! Einfach feige abzuhauen und sich eine Andere suchen! Und nun genießt er seine Freiheit. Fährt mal dahin, mal dorthin, geht weg, kann ausschlafen. Und ich? Zwar sage ich mir, dass er soooo viel verpasst mit seinem Sohn, aber wo bleibe ich? Ich versuche mir Auszeiten zu nehmen, aber wer alleinerziehend ist, weiß ja, dass jeder Gang vor die Tür ohne Kind durchorganisiert werden muss...Mann, mann...klar, spielt wohl die Verletztheit, einfach ausgetauscht worden zu seine, noch eine Rolle, aber irgendwie ist es doch ungerecht, oder? Wie seid Ihr damit umgegangen?

Liebe Grüße!

Beitrag von pieda 02.01.11 - 22:26 Uhr

Kann da GsD nicht mitreden,aber ich möchte Dir mal meinen Respekt aussprechen!!!
DU hasat einigen Damen hier schon EINIGES vorraus und kannst stolz auf Dich sein,dass Du den Absprung geschafft hast.Absolut richtig hast Du dich verhalten und klar,dass Du ab und an richtig sauer bist über das Verhalten von deinem Ex---logo...Hätte jede andere betroffene Frau auch....
Sieh es trotzdem mal Positiv,bist das Arschloch los und kannst nun tun und lassen,was Du möchtest....Klar ist das nicht einfach,schliesslich hast DU euer Kind,aber Du bist ja auch mal kinderfrei und kannst spätestens DANN die Sau rauslassen,so wie er es die ganze Zeit schon tut.

Lg,Pieda,
die Respekt vor Dir hat,dass du die Reißleine gezogen hast;-)

Beitrag von backtoblack 03.01.11 - 02:01 Uhr

Genau Pieda, die Zeit spielt für sie... :)
Und yes: hochkant rauswerfen, statt sich rumgeeiere lang ansehn = stolz. und zwar kein falscher. wer sich sowas bieten lässt muss gar mit schlimmerem rechnen im zweifelsfall.
und: hätte er wirklich an der ehe arbeiten wollen/können wäre er spätestens dann umgekehrt

Beitrag von hmmm, 03.01.11 - 00:08 Uhr


kenn ich.
mein kind ist schon 5
die wut, wenn man sonntag früh müde aufsteht und mit kind rausstapft alleine.
wenn man nach einer ganzen woche, sich fragt wo am WE was anderes ist. man macht da doch das gleiche.
man nur mutter ist.
sich vorstellt, wie die beiden rumhängen.
ausschlafen.
bummeln gehen.
aber weihnachten nur zu zweit#kratz

was war es doch toll, die spannung zu sehen
wenn der weihnachtsmann erwartet wird#huepf
wenn tolle sprüche kommen, sie einmalig sind#cool
wenn die kleinen arme um einen liegen und gemurmelt wird. mama ich hab dich lieb.
man hat unendlich viel stress aber auch unendlich viel freude und liebe.
tauschen würde ich niemals wollen.
aber trotz allem, kommt hin und wieder wut durch, das dies kind nun nur mich hat obwohl es in eine heile familie hineingeboren werden sollte.
das sein vater sich nie kümmert.gar nicht.
das die neue mit ihm in urlaub fährt und wir nur ins schwimmbad können und uns anstellen müssen und mit einer tüte bonbons und nassen haaren alleine nachhause gehen wieder.

ich gönne es ihm auch alles nicht.
ich genieße mein kind jeden tag und ich bin stolz drauf,
aber ich hatte mir alles anders vorgestellt. und ich glaube, wir dürfen auch wütend sein und verletzt und neidisch und es wiederspricht sich nicht, das wir trotzdem nicht tauschen würden ,weil wir unser kind jeden tag viel zu lieb haben und gar nicht ohne leben möchten.


Beitrag von seelenspiegel 03.01.11 - 10:29 Uhr

*lächelt*

Schöne Antwort !

Beitrag von diesmalanonym 03.01.11 - 01:55 Uhr

Hallo!

Könnt Ihr mir mal ne Einschätzung geben? Folgendes: Die Trennung von meinem Mann und mir ist im Februar ein Jahr her. Wir waren 19 Jahre zusammen (Jugendliebe), unser Sohn wird im März zweieinhalb. Nachdem er eine Affäre hatte und ewig rumeierte und gelogen hat, hab ich ihn rausgeworfen und mich getrennt. Er wohnt seitdem bei seiner Neuen . So weit, so gut (oder eher schlecht).
Obwohl unser Kind von beiden Seiten ein Wunschkind war, ist ihm glaub ich alles zu viel geworden, zu langweilig, das Übliche. Klar, auch ich hab meinen Anteil am Scheitern. Trotzdem: Hätten wir vorher mal drüber geredet, hätte er seine Unzufriedenheit mal geäußert, wäre wohl noch was zu retten gewesen. Eine Aussprache scheut er bis heute, kümmert sich aber mittlerweile gut um seinen Sohn (den er über seine Neue kurzfristig mal vergessen hätte), er kann ihn auch jederzeit sehen.
Ich komme mittlerweile damit klar und versuche nur die positiven Seiten zu sehen:
- tolles Kind
- mehr Freiheit
- die Chance, einen reifen und erwachsenen Mann kennenzulernen
- super Freunde und Familie

Doch jetzte das Trotzdem:
Er genießt anscheinend so richtig seine Freiheit, und auch wenn ich versuche, meine Energien auf mein Kind und mich zu lenken, ja verdammt, ich gönne es ihm nicht!!! Einfach feige abzuhauen und sich eine Andere suchen! Und nun genießt er seine Freiheit. Fährt mal dahin, mal dorthin, geht weg, kann ausschlafen. Und ich? Zwar sage ich mir, dass er soooo viel verpasst mit seinem Sohn, aber wo bleibe ich? Ich versuche mir Auszeiten zu nehmen, aber wer alleinerziehend ist, weiß ja, dass jeder Gang vor die Tür ohne Kind durchorganisiert werden muss...Mann, mann...klar, spielt wohl die Verletztheit, einfach ausgetauscht worden zu seine, noch eine Rolle, aber irgendwie ist es doch ungerecht, oder? Wie seid Ihr damit umgegangen?



Hallo Du,
ich kann dich gut verstehen. Und zwar in jeder Hinsicht.
Auch ich bin alleinerziehend. Und weiss was es heisst, hier und da mal ärgerlich zu sein, wenn der Vater sogar an den Besuchswochenenden (er wohnt weit weg), die alle 6 Wochen mal (bei uns) sind, irgendwann schlapp macht und froh ist, wenn ich das Kind ins Bett bringe und er "Luft" hat oder gar ausschlafen kann.
Da ich mich aber damit abgefunden und in meiner Rolle gefunden habe, prägt mich das nicht und kommt nur punktuell mal hoch. Ich lebe mein Leben, er seins. Und die Dinge sind nun mal so wie sie sind, und nicht anders.

Sitzen gelassen zu werden von einem Mann, besonders wenn man ihn noch SEHR LIEBT, ist hart. Denn letzten Endes ist es so, er hat dich sitzen gelassen, auch wenn DU die Entscheidung getroffen hast und ihn -nach rumeiern- rausgesetzt hast.
Die Frage ist nun: warum ist er nicht zu dir zurück gekommen? Warum hat er nicht um Eure Ehe gekämpft? Kann es nicht sein, dass er dich vielleicht nicht mehr liebt? Die Neue mehr liebt? Es doch nicht nur das übliche "Blabla" vom "feige den Gewohnheiten entfliehen" ist?
Liebe kann man nicht erzwingen.
Und ich bezweifle, dass es was gebracht hätte, wenn ihr vorher darüber geredet hättet.
Ein Mann, der um seine Ehe kämpfen will, kämpft.
(etliche Männer chassen ihre Geliebte, wenns brenzelig wird und an der "alteingesessenen Ehe" kratzt, warum ER nicht? ist er wirklich feige?)
Vielleicht hilft dir diese Einsicht, ihn loszulassen. Und dein Leben nicht mit Gram und Neid anzufüllen.
Das bringt dir nichts, und deinem Kind auch nicht.
Die beste Lösung mit deiner Situation umzugehen ist jene, die dich am zufriedensten macht.
Was willst du?
Rache?
Genugtuung?
Geht es um deine ureigensten Gelüste ihm heimzahlen zu wollen, dass er DICH oder Eure Ehe nicht mehr wollte?
Neid?
weil er die andere mehr zu lieben scheint, als dich
Anstrengung?
weil du alles alleine machen musst?

versuch rauszufinden wo bei dir der zahn zu ziehen ist, und bearbeite das mit einem, der sich damit auskennt (pro familia termin machen und beratungsgespräch vereinbaren, die haben gute ideen und sind psycholog. versiert....)

denk an DICH, nicht an IHN, das ist der schlüssel.....

viel glück!!!!