Hilfe: Betreuung für Großeltern

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von tronda 02.01.11 - 23:02 Uhr

Unsere Großeltern sind beide über 80 und schwer erkrankt (Krebs).
Mein Großvater hat Pflegestufe 2, meine Großmutter (noch) keine Einstufung.
Bisher kommt nur morgens eine Hilfskraft, aber eigentlich brauchen beide rund um die Uhr Betreuung und wir wüssten gern was es da für Möglichkeiten gibt?
Wieviel kostet so eine 12- oder 24-Stunden-Kraft?
In der Nachbarschaft erzählte eine alte Frau von einer Polin die bei ihr wohnt, hat mit ausländischen Betreuuerinnen jemand Erfahrungen gemacht?
Ich will dass meine Großeltern am Ende ihres Lebens liebevoll und kompetent versorgt werden auch wenn ich es selber nicht machen kann (wohne zu weit weg) #schmoll

Wäre dankbar für eure Erfahrungen
LG#blume

Beitrag von sternchen7778 02.01.11 - 23:25 Uhr

Hallo,

wir standen bei meiner Oma vor der selben Überlegung. Sie konnte nicht mehr alleine in ihrer Wohnung bleiben (aus Sicherheits-, Hygiene- etc. Gründen).
Wir haben dann auch lange über eine Polin o.ä. nachgedacht, die zu ihr in die Wohnung gezogen wäre. Leider habe ich dazu nicht nur positive Erfahrungen gehört:
Aus unerfindlichen Gründen musste die Pflegekraft plötzlich für einige Zeit zurück in die Heimat. Wer kann dann kurzfristig einspringen??? Evtl. kann in dieser Zeit die Schwester o.ä. der Pflegekraft einspringen. Diese kann dann aber z.B. überhaupt kein Deutsch, was den alten Leuten eine hilfreiche Kommunikation unmöglich macht.
Für mich kam außerdem noch dazu, dass man einer wildfremden Person dermaßen vertrauen muss, dass man sie mit in die Wohnung einziehen lässt.

Letztlich sind wir bei der Lösung Pflegeheim gelandet. Klar, es ist nicht die Wunschlösung. Aber wir haben einfach keine andere Möglichkeit gesehen. Seit über einem Jahr ist meine Oma nun dort. Mittlerweile Gott sei Dank in einem Einzelzimmer. Ein Doppelzimmer mit einer wildfremden Frau war sehr grenzwertig. Dort gibt es aber z.B. auch Doppelzimmer, die von Ehepaaren bewohnt werden.

LG, #stern

Beitrag von frau-mietz 03.01.11 - 00:39 Uhr

Hallo!
In dem Heim, wo ich mal gearbeitet habe,war es normal,das Paare zusammen ein Zimmer bekommen haben (mit Dusche und Toilette)
Es kling evtl. so als würde man seine Großeltern abschieben,aber meist ist es in dem Fall die beste Lösung.

Ansonsten gibt es betreute Wohnanlagen für Senioren,wo unmittelbar daneben ein Pflegeheim ist.
Die Senioren haben eine eigene Wohnung.Dort können diese(bei Bedarf) von den arbeitenden Pflegerinnen mitversorgt werden.Das Essen wird ebenfalls geliefert.
Diese sind auch mit Notfallklingeln versorgt.
Das gibt ein Stück mehr Selbständigkeit,aber auch die Gewissheit,das jederzeit jemand in der Nähe ist!
Erkundige Dich doch mal,ob es so eine Einrichtung bei Dir in der Nähe gibt!

GlG

Beitrag von frau-mietz 03.01.11 - 00:57 Uhr

Um nochmal konkret zu antworten : Ohne anerkannte Pflegestufe,wird es ein halbes Vermögen kosten.
Leider. Und die Betreung ist nicht besser, als in einem Seniorenheim.




Beitrag von windsbraut69 03.01.11 - 06:34 Uhr

Deshalb ja der "Trend", Hilfs- und Pflegekräfte aus Polen einzustellen.
Ich kenne zwei Familien, die das so gemacht haben und beide haben (bislang) sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

Ein Problem ist allerdings, dass die Frauen aus Polen immer nur eine gewisse Zeit hier arbeiten dürfen und zwischendurch immer wieder nach Polen reisen müssen, so dass immer min. 2 verschiedene Hilfen sich im Wechsel um die zu pflegenden Menschen kümmern.

LG,

W

Beitrag von frau-mietz 03.01.11 - 08:24 Uhr

Hallo Windsbraut! #winke

Ich hab mich bei der Sache mit den Polen absichtlich zurückgehalten,weil ich absolut Null Ahnung und Erfahrung damit habe :-D

Nur mal so aus Neugier: Wie sind die Deutschkenntnisse,weißt Du das?

Denke grad an meine Zeit im Pflegeheim zurück,selbst einige Deutsche haben kaum ein Wort mit den Senioren gewechselt #augen

Also wäre das wohl nicht das schlimmste,wenn sie gebrochen Deutsch sprechen.Einfühlsamkeit und Achtung ist meines Erachtens nach wichtiger.
LG

Beitrag von windsbraut69 03.01.11 - 09:48 Uhr

Guten Morgen,

ich habe nix Negatives über die Verständigung gehört, denke aber, wenn es Probleme gäbe, wäre das erwähnt worden.

Einer der Betroffenen, von denen ich sprach, ist aber ein Kollege, den frag ich mal, wenn er mir über den Weg läuft. Er war vor Weihnachten aber sehr angetan von der Betreuung.

Der andere "Fall" ist ein ehemaliger Nachbar, ein alter Bauer, der auf keinen Fall seinen Hof verlassen und ins Heim gehen möchte. Der wird seit Jahren durch verschiedene Polinnen betreut und kommt gut klar. Dass er andere Sprachen als seinen regionalen Slang spricht, würde ich ausschließen :)

LG,

W

Beitrag von frau-mietz 03.01.11 - 09:57 Uhr

Achso.Na dann ist ja gut :-)

Danke für die Antwort!

Beitrag von sanny1080 03.01.11 - 17:15 Uhr

Ich finde das hier ließt sich ganz informativ

http://www.seniocare24.de/

Beitrag von maischnuppe 03.01.11 - 09:54 Uhr

Lass vor allem die Finger von "Selbständigen" pflegenden Ausländern. Da die nur für einen Arbeitgeber arbeiten (deine Grosseltern) ist es eine Scheinselsbtändigkeit.

Beitrag von accent 03.01.11 - 11:58 Uhr

Hallo,
die Oma meiner Freundin wird seit Jahren z u h a u s e von ungarischen jungen Frauen versorgt, die natürlich bei ihr wohnen und von daher 24 Stunden/Tag erreichbar sind. Meine Freundin hat nur die allerbesten Erfahrungen gemacht. Soviel ich weiß, bekommen die Frauen um die 1.000 Euro Gehalt. Vermittelt werden sie über eine Agentur. Aus Sicherheitsgründen wechseln sie alle vier Wochen.
Ich kann gerne meine Freundin wegen der Agentur-Anschrift fragen, wenn es Dich interessiert.
Zusätzlich kommt noch morgens und abends eine Kraft von der Caritas.
Da müssten aber beide mindestens die Pflegestufe zwei haben, soviel mir bekannt ist.
Meine Oma war in einem Pflegeheim; das hat vor Jahren schon um die 5.000 D-Mark gekostet und war mehr als miserabel!!

Linda

Beitrag von physa 03.01.11 - 13:00 Uhr

Mein Opa wurde bis zu seinem Tod von einer Polin versorgt. Sie war so liebevoll, geduldig etc... Sie ist ein echter Engel. Bis heute schreibt sie JEDEM Geburtstagskarten etc und wir halten auch Kontakt.

Sie dürfen immer 6 Wochen bleiben, müssen dann zurück nach Polen für einen gewissen Zeitraum und kommen dann wieder - die gründe sind nicht "unerfindlich" sondern haben mit dem Visum zu tun. Bei uns ist es so, dass einen Tag bevor sie fährt schon die "neue" da ist - also keine Betreuungslücke.

Hier bei uns im Dorf machen das viele alte Menschen so - so können sie zuhause bleiben, was ich wichtig finde.

Schlechte Erfahrungen hatte hier niemand - alle mögen ihre "Mädchen".

Wir haben pro Monat 1000 Euro bezahlt.

VG
Physa

Beitrag von sanny1080 03.01.11 - 17:06 Uhr

Da steht ihr aber echt vor einer schwierigen Entscheidung, also ich wüsste ganz ehrlich gesagt nicht, was ich machen würde.

Inzwischen gibt es in nahezu allen Landkreisen Pflegestützpunkte für pflegende Angehörige, die dem Landratsamt angegliedert sind. Dir können dir sicherlich weiterhelfen auch mit den finanziellen Dingen.