Stiftung nutzen oder nicht?

Archiv des urbia-Forums Schwangerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Schwangerschaft

Dein Schwangerschaftstest war positiv und nun ist dein Baby unterwegs? Teile diese aufregende Zeit mit anderen urbia-Müttern. Für wöchentliche Infos zu deiner Schwangerschaft kannst du unseren Schwangerschaftsnewsletter bestellen. 
Kostenlosen Expertenrat erhältst du täglich in unserem Expertenforum "Frag unsere Hebamme".

Beitrag von glueckskind86 03.01.11 - 12:05 Uhr

Hallo :-)

Mein Mann und ich sind Studenten. Mein Mann steht kurz vor seinem Abschluss und auch ich stehe kurz vor meinem ersten Akademischen Abschluss. Wir arbeiten jeder 19 Stunden die Woche an der Universität und studieren zusätzlich. Zudem erhalte ich Bafög. Somit bestreiten wir unseren Lebensunterhalt.
Wir haben bereits eine Tochter und dieses Kind ist ein absolutes Wunschkind.

Es passte zeitlich wunderbar. Kinder lassen sich sehr gut mit unserem Studium vereinbaren (wir studieren Mathematik, da läuft viel über Selbststudium), zudem ist mein Mann so gut wie im Arbeitsmarkt. Das Baby ist alt genug wenn ich ganz fertig bin, so dass meinem Jobeinstieg auch nichts im Weg stehen wird. (Es bestehen in diesem Bereich sehr gute Arbeitschancen)

Auch finanziell sind wir der Meinung es gut hinzubekommen und hatten daher auch nie vor das Geld der Stiftung in Anspruch zu nehmen.

Nun meint aber meine Hebamme, es wäre falscher Stolz, und solange es uns zusteht (wir liegen trotzdem unter dem Satz, der eine Unterstützung ausschließt), würde sie es auch beantragen.
Es sei keine Spende, sondern ein Angebot...
Ein Zuschuss, wie Kindergeld, auf das würde ich ja auch nicht verzichten, und es beantragen ganz andere Leute Geld aus der Stiftung. Leute, die es weniger dringend brauchen könnten.

Dabei haben wir uns ja bewusst für das Kind entschieden. Auch den finanziellen Aspekt beachtet und wollten das natürlich auch alleine stemmen.

Nun bin ich unschlüssig. Meiner Meinung nach ist es immer noch Geld vom Staat, und steht mir nicht einfach zu.
Ist das falscher Stolz?
Nutzt ihr das Angebot bzw würdet ihr es nutzen? Wie seht ihr das?

Liebe Grüße, glueckskind + #ei (20.SSW)

Beitrag von bunny2204 03.01.11 - 12:08 Uhr

ich glaube ich würde es nicht nutzen....mir wurde auch Geld aus einer Stiftung angeboten, zur Betreuung miener Kinder nach der Geburt, da ich nach der letzten Geburt massive gesundheitliche Probleme hatte. Das Geld bekäme ich auch wenn diesmal keine Probleme aufkämen....

ich würde es aber nur beantragen, wenn ich das Geld wirklich brauche um ein Kindermädchen einzustellen, einfach so ohne das ich es brauch, würde ich mir schäbig vorkommen, wenn ich es einsacken würde.

Lg BUNNY

Beitrag von nami28 03.01.11 - 12:17 Uhr

ich würde es auch nicht nutzen.
Elterngeld & Mutterschaftsgeld ist ein ganz anderes Thema & nicht zu vergleichen mit Geld von einer Stiftung.

Wenn ich mir für ein Kind nicht alles leisten kann dann ist es egoistisch ein Kind in die Welt zu setzten.

Die Stiftung sollte lieber ihr Geld in Kindergärten, Krippenplätze etc. stecken.

Das ihr es so toll gemanagt habt ist klasse & wenn man eben studiert dauert dies auch je nach Studiengang eben länger.
Aber wenn ihr das Geld echt nicht braucht dann würde ich es lassen.

Es ist doch genauso furchtbar das Geld von einer Stiftung zu nehmen wie wenn ein Hartz4 Empfänger ein Kind nach dem anderen bekommt.

Sorry das ist meine Meinung dazu !!!

Wünsche euch alles gute & das beste für euer kleiner Muggel !!!

Beitrag von butter-blume 03.01.11 - 12:19 Uhr

Hallo,

ich finde deine Gedanken wirklich löblich!
Leider fragen sich viel zu wenige Menschen, ob Sie die angebotene Hilfe wirklich brauchen und viel zu viele fragen nur, wo sie noch mehr Hilfen absahnen können...

Ich denke es ist eine Frage der Einstellung, ob man einfach alles mitnimmt, was man kriegen kann, oder ob man kurz überlegt wie dringend man es braucht. Schlussendlich fällt auch das Geld für Hilfen nicht vom Himmel, sondern wird von anderen Menschen (freiwillig oder unfreiwillig) geleistet.

Würden sich mehr Menschen fragen, ob sie es vielleicht auch selbst schaffen können (mit Einsatz und Sparsamkeit) ständ unser Sozialsystem sicher auf besseren Füßen.

Vielen Dank für deinen Beitrag! Ich finde es toll, wenn Menschen sich Gedanken machen!!!

LG Butter-blume

Beitrag von emily.und.trine 03.01.11 - 12:21 Uhr

ich würde das geld nehmen. wenn du es bekommst nutze es und kaufe was tolles für deine kinder! es gibt so viele die das geld bekommen und es nicht für die kinder nutzen.... ich finde bei euch ist das geld in sehr guten händen und ihr macht bestimmt was tolles für die kinder daraus!
ich denke auch das es der stolz ist der im weg ist...

Beitrag von windsbraut69 03.01.11 - 12:32 Uhr

Das Geld ist aber nicht für "tolle" Extras gedacht, sondern für Menschen in (unverschuldeten) NOTlagen.
Die Gelder in den Stiftungstöpfen sind begrenzt, würdest Du ihr genau so raten, wenn Du wüßtest, dass ihretwegen eine 18jährige leer ausgeht, die ungewollt schwanger ist, Zuhause raus geflogen und und keinen Partner hat, der sie unterstützt???

Beitrag von louice2005 03.01.11 - 13:09 Uhr

Also... ich habe die gelder aus der Stiftung vor knapp 6 jahren schon einmal bezogen.. und man muss sich dafür überhaupt nicht schämen...
ich war in der Ausbildung und musste mir alles kaufen... jetzt ist meine Tochter 5 Jahre alt...
Außerdem musst du der Stiftung auch Quittungen vorlegen wofür du die Gelder ausgegeben hast ... also musst du ja auch was fürs kind kaufen...

wer das Geld für was anderes als für umstandssachen und Kinderausstattung ausgibt ist doch selber schuld!!!!

Und ich glaube du brauchst hier nicht son lerry zu machen.. du redest ja alswenn es dir dadurch schlechter gehen würde wenn sie das Geld beantragt und bekommt....
Und auch junge akademiker sollen nachher arbeiten... und das ist schon ganz richtig das man das dann auch einwenig so abpasst das das kind dann zumindest schon in den Kindergarten gehen kann!!!

Meine Meinung!!!!

@glueckskind ich denke das es dir zusteht....

lg und noch alles gute für den rest deiner Schwangerschaft!!

Caren

Beitrag von windsbraut69 03.01.11 - 13:15 Uhr

Es ist Ansichtssache, ob man sich dafür schämt, caritative Gelder zu beantragen oder nicht.
Ich habe aber sachlich geantwortet, mehr nicht.

MIR fehlt das Geld nicht, dass beantragt wird, aber vielleicht Leuten, die nicht ein geplantes Wunschkind bekommen, sondern tatsächlich in NOT sind.

Von "zustehen" kann übrigens gar keine Rede sein, es gibt keinen Rechtsanspruch. Wenn die Töpfe leer sind, sind sie leer.

Gruß,

W

Beitrag von carmababy 03.01.11 - 12:24 Uhr

hallo,
also ich nehme an du redest von der bundestiftung für mutter und kind.
wir haben es beantragt und werden es wohl auch genehmigt bekommen, wobei wir nur den aufstockungsbetrag zu der einmaligenzahlung für Umstandskleidung und erstausstattung von der ARGE erhalten (also 700€ ARGE + vorraussichtlich 400€ von der Stiftung).
wir sind auch beides studenten und können das geld sehr gut gebrauchen. wir hätten es dank nebenjobs, ersparnissen und hilfe von der famillie auch gut ohne das geld geschafft, aber wir haben eigentlich kein schlechtes gewissen.
ich seh das so, wir sind junge akademiker die sich bewusst für ein kind entscheiden, solche leute sucht doch unser staat. und das geld ist ja hauptsächlich aus mitteln des bundes und nicht von privaten spendern, dann würde ich auch denken 'das sollen mal die erhalten die es nötiger haben'. aber wir haben in der beratungsstelle gefragt und die frau meinte dass fast immer der volle betrag ausgezahlt wird weil es anscheinend kaum zu engpässen kommt, also gar nicht so viel nachgefragt wird wie mittel bereit stehen.
wir können das geld schon allein deshalb gut gebrauchen, weil hier in sachsen studenten mit kind ein wenig im stich gelassen werden. bei uns darf man im urlaubssemester trotzdem studienleistungen erbringen, deshalb machen viele studenten einfach so urlaubssemester, studieren aber zugleich weiter und haben trotzdem anspruch auf ALG2. dass das die ARGE nicht lange mitmacht ist klar, es werden reihenweise ablehnungsbescheide verschickt. dass die aber die studenten, die wegen erziehung eines kindes urlaubssemester nehmen, über den gleichen kamm scheren und wir wahrscheinlich auch kein ALG2 für die zeit der beurlaubung bekommen ist unfair.
ich weiß dass ich mich angreifbar mache ('wer kein kind unterhalten kann soll keins bekommen...'), es wäre auch ohne staatliche unterstützung bei uns zu keiner anderen entscheidung gekommen, wir würden uns immer wieder für dieses kind entscheiden.
lange rede, kurzer sinn: ich finde du kannst das geld ruhigen gewissens annehmen! es wird so viel sinnloses geld in diesem land ausgegeben, da ist es bei dir sicherlich noch mit am besten aufgehoben.

liebe grüße und alles gute für deine restliche schwangerschaft!
caro (28.ssw)#blume

Beitrag von windsbraut69 03.01.11 - 12:35 Uhr

"ich seh das so, wir sind junge akademiker die sich bewusst für ein kind entscheiden, solche leute sucht doch unser staat."

Glaubst Du das wirklich?
Wäre es für "unseren Staat" nicht ein viel besseres Geschäft, die jungen Akademiker würden ihre Kinder dann bekommen, wenn sie sie aus eigener Kraft ernähren und somit ihren Beitrag zur Solidargemeinschaft leisten können, statt sie mittels ALGII und Stiftungsgeldern großzuziehen?

Faß das jetzt nicht als Angriff auf aber es kann nicht im Sinne des Staates sein, dass Kinder erstmal ein "Minusgeschäft" sind.

Gruß,

W

Beitrag von purzelchen29 03.01.11 - 12:53 Uhr

Hi Caro,

mach Dir keinen Stress deswegen!

Ich benötige das Geld nicht mehr, da ich nach meiner Promo erst mal gearbeitet habe und jetzt Kinder möchte. Ich finde es aber super, wenn manche das schon während des Studiums hinbekommen. Ihr bekommt jetzt vielleicht Mittel vom Staat, aber durch eure Ausbildung werdet Ihr das später durch Steuern auf jeden Fall zurückzahlen können. Dir steht nun mal nicht soviel Elterngeld zu wie mir dann. Ich bekomme ja letztendlich auch Geld vom Staat.

Ich würde mir da auch nicht soviel Gedanken machen. Alle die Elterngeld beziehen bekommen dies auch zu Recht vom Staat, denn dieser braucht nun mal Kinder um zu funktionieren. Und das Geld der Stiftung steht Dir meiner Meinung nach auch zu.

Liebe Grüße und noch eine angenehme Schwangerschaft!
Grit

Beitrag von windsbraut69 03.01.11 - 12:28 Uhr

Es ist kein Angebot, sondern eine u. a. aus Spenden finanzierte Hilfe für Menschen in NOTLAGEN, die nicht ohne Grund extra beantragt werden muß.

Es steht Euch frei, den Antrag für Euer Wunschkind zu stellen, ICH würde mich schämen.

Gruß,

W

Beitrag von purzelchen29 03.01.11 - 13:00 Uhr

Wir haben auch Gelder aus einer Stiftung für die Promotion bekommen. Und wir haben uns nicht geschämt, denn dafür war das Geld nunmal da. Jetzt unterstützen wir diese Organisation auch weiterhin, damit sie anderen das auch ermöglichen kann.

Und ein Kind sehe ich als lohnenderes Ziel an um durch eine Stiftung unterstützt zu werden!

Und wenn Sie das Geld für Ihre Kinder beantragen und bekommen, dann steht es Ihnen auch zu. Wofür Sie das für Ihre Kinder ausgeben, ist dann Ihre Sache.

Keiner wird gezwungen Geld anzunehmen oder zu beantrage, aber das klingt ja schon fast so, als ob Menschen zum Wohle des Staates auf Ihr Recht verzichten sollen. Dabei wurden diese Sachen doch extra eingerichtet. Ich nehme das Elterngeld dann auch sehr gerne an und verzichte nciht, weil wir vielleicht auch so über die Runden kommen.

LG

Beitrag von windsbraut69 03.01.11 - 13:12 Uhr

Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen.

Beitrag von ingece 03.01.11 - 15:01 Uhr

Ich finde es sehr löblich, dass ihr euch darüber Gedanken macht, ob ihr das Geld annehmen solltet. Ich finde außerdem, dass man bei diesem Sachverhalt nicht alle über einen Kamm scheren darf. Ihr solltet das Geld auf jeden Fall beantragen, denn euch steht es meiner Meinung nach mehr zu als so manchem Hartz IV-Empfänger, der sich keine Gedanken drüber macht, ob er das Geld verdient oder nicht und dann immer noch rumbarmt, dass es zu wenig ist.
Als Student lernt man, mit wirklich wenig Geld auszukommen. Ich habe selber nach meinem Studium ein Jahr lang Hartz IV bekommen (+ das Geld von der Stiftung) und war da auch grad mit meinem 1. Kind schwanger und ich muss sagen, dass ich noch niemals vorher so viel Geld hatte. Gerade wenn man schwanger ist, kriegt man alles hinterher geschmissen. Da braucht sich niemand drüber aufregen, wenn ihr etwas beantragt. Und ich als Steuerzahler zahle lieber für Leute wie euch als für andere, die sich jahrelang vom Staat aushalten lassen, ohne auch nur daran zu denken, sich Arbeit zu suchen.

So und jetzt gehe ich in Deckung vor den Steinen, die gleich geflogen kommen...#schwitz
LG ingece (25. SSW)