Was wäre wenn...

Archiv des urbia-Forums Ungeplant schwanger.

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Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von anonymesgeschreibsel 03.01.11 - 12:08 Uhr

Hm, wie fange ich an. Ach, im Grunde mag ich mir etwas von der Seele schreiben, einfach mal so. Wer nicht länger lesen mag, möge es bitte lassen.

Schon mein Sohn war nicht so geplant - er kam obwohl ich die Pille genommen habe und mir auch sicher bin, dass kein Fehler unterlaufen ist. Stress könnte die Wirkung von der Pille dämpfen, sagte meine FA damals.

Ja, Stress habe ich wirklich genug, vor 2, oh fast 3 Jahren, ist mir was ziemlich.. blödes passiert und danach war im Grunde eigentlich alles erstmal vorbei, Abi fertig machen ging nicht mehr - allein das lässt mich schon ständig verzweifeln, ich habe im Grunde nichts in der hinsicht.

Ich habe meinen Freund kennengelernt, bin schwanger geworden. Alles ist so viel besser geworden und entgegen all meiner Ängste, dass meine psychischen Probleme mich zu einer unfähigen Mutter machen, entwickelt sich der Kleine wunderbar - so sagt zumindest seine Kinderärztin. Kinder, vorallem in dem Alter, seien ein Spiegel ihrer Eltern, er sei so friedlich und fröhlich, da müsse ich mir keine Sorgen machen, das würde für mich sprechen.

Natürlich hört man sowas gerne und es freut mich, dennoch habe ich oft das Gefühl, dass ich furchtbar bin. Viele Dinge muss ich anders regeln, als es sollte. Kinderarzt Termine müssen dann sein, wenn mein Schatz von der Arbeit daheim ist. Ich kann nirgendwo alleine hin, ich kann nicht alleine vor die Tür, muss immer jemanden mitnehmen, dem ich traue. Glücklicherweise arbeitet mein Freund im Schichtdienst, er ist also immer auch tagsüber daheim, so dass wir spazieren gehen können usw.

Ich weiß, dass ich es lernen muss. Momentan geht es nicht.

Nach der Geburt habe ich eine andere Pille bekommen, die habe ich nicht vertragen, also musste ich eine Ausschabung machen lassen. Wieder eine andere bekommen, extreme Hautprobleme, Wasser eingelagert. Irgendwie scheine ich mit ,,der Pille" so meine Sorgen zu haben, meine FA sagte aber, dass diese Art Probleme die Wirkung eigentlich nicht beeinträchtigen - trotzdem haben wir zusätzlich Kondome benutzt, weil ich Angst hatte. Bloß ist dieses in letzter Zeit zweimal kaputt geangen...

Nun habe ich seit Tagen immer wieder ein Ziehen im Unterleib, wie ich es aus der ersten SS kenne, meine Periode hatte ich erst - also könnte ich auch noch keinen Test machen. Zusätzlich ist mir immer mal wieder übel, irgendwie allgemein ,,merkwürdig". Es ist unwahrscheinlich.. aber eben theoretisch möglich. Ich habe ein Talent für ,,theoretisch möglich". War in der SS schon so, sämtliche ,,theoretisch mögliche" Komplikationen bei irgendwas, nehme ich eh mit.

Vielleicht mache ich mich auch nur verrückt und es kommt deswegen. Aber es macht mich nun mal verrückt. Ich meine, ich bin glücklich, dass ich meinen Kleinen habe, aber... ich sitze hier, 20, keine Ausbildung, grad mal einen erweiterten Realschulabschluss. Beruflich also quasi ohne Zukunft.
Gut, ich könnte in naher Zukunft sowieso nichts beginnen. Eine Ausbildung würde ich nicht schaffen.
Und davor habe ich Angst - ich weiß nicht, wie lange ich brauche, bis ich es kann. Und irgendwann ist der Zug abgefahren. Und wenn ich dann alt für eine Ausbildung bin, wer würde dann schon jemanden mit gleich zwei kleinen Kindern nehmen? Wohl niemand.

Mir ist nur zum Heulen zumute.
Wenn ich nun schwanger wäre, dann wäre es so. Ich kann nicht abtrieben, egal wie vernünftig es wäre, für die berufliche Zukunft. Ich konnte es beim ersten Kind nicht, obwohl ich mir anfangs sicher war, dass ich versagen würde.
Und dann?

Ich komme mir wertlos vor. Ich will eine Arbeit haben, aber es geht nicht und ich glaube mit zwei Kindern wäre es fast aussichtslos.

Außerdem ist mein Sohn erst 10 Monate alt. Er wäre dann gerade mal 1 1/2.. ob ich das schaffen würde..

Also.. die Chance genutzt einmal alles einfach so loszuwerden. Mein Freund sagt bloß ,,Wenn es so ist, dann schaffen wir das auch, dann freuen wir uns wieder und schaffen es auch wieder" Ich meine, das ist lieb, er meint es ernst, das weiß ich.. aber meine Ängste reichen doch etwas tiefer und hm..

Beitrag von tigertier 03.01.11 - 13:11 Uhr

Hi,

hab grad deine Geschchte gelesen.
Wollte dir mal ein bisschen Mut machen.
Bin jetzt selbst 28 und hab mit 27 eine Ausbildung angefangen mit einem damals 1jährigen Kind.
Es ist also nie zu spät, vielleicht nur schwieriger.
Eine Ausbildung ist schon sehr wichtig! Aber doch nicht alles im Leben!

Aber davon mal abgesehen...
Du bist nicht wertlos, du bist eine tolle Mama, das zeigt dir dein Kind doch jeden Tag,oder!?
Manche Leute sind vielleicht glücklicher, wenn sie "nur" Mama sind.Und warum auch nicht, wenn es finanziell machbar ist!?Und wenn dein Mann zu dir steht umso besser!
Kinder machen einem so unendlich glücklich!

Sory ist keine wirkliche Hilfe aber zumindes ein kleiner Denkanstoß.

Viel Glück und LG

Ina

Beitrag von Threadersteller 03.01.11 - 13:53 Uhr

Danke für deine Antwort, das ist wirklich lieb! Hm.. schwieriger, vielleicht hätte ich nicht die Möglichkeit zu machen was cih will, aber die Möglichkeit ETWAS zu machen? Das reicht mir schon.

Und ja, er steht mehr als zu mir, ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll... meine beiden Männer sind das Beste was mir je hätte passieren können.

Ich glaube ich wäre nicht unglücklich damit ,,nur" Mama zu sein, dennoch ist es wichtig zu arbeiten, finde ich - selbst wenn es nicht immer das Angenehmste ist.

Ich werde sehen, was die Zeit bringt.

Beitrag von hoffnung2011 03.01.11 - 13:13 Uhr

soll ich es du berechtigt anonyme für mich zusammenfassen:

Du bist 20, psychisch krank (dafür nimmst du Tabletten ?!?!?), mit einem Kind und Angst schwanger zu sein und gleichzeitig mit dem Gefühl wertlos zu sein...ist es os ähnlich irgendwie ?

Weißt du, ich kann dir nur sagen (man nanntem ich hier damals zu hart zu sein, nur ich meine es nicht böse, nur ehrlich), dass es einerseits schwierig und traurig ist, auf der anderen Seite kann es eine gefährliche Bemitleidung sein.

Du schreibst, du hast kein Abitur d.h. aber anscheind klever genug, um es zu tun, stimmts ? Jaaa, in der klassischen Schule wird es nicht mehr klappen aber es gibt in Detuschland genug Wege um es nachzuholen: Briefform! Du hättest dich informieren können, ob die Arbeitsagentur oder gott weiss wer es mitfinanzieren würde.
d.h. das ist schon mal Quatsch. Du musst dann nur zu bestimmten Prüfungen rausfahren aber die sind dann so selten. Lass dir doch bei urbia von leuten erzählen, die es shcon hitner sich haben !

Du erzählst von einer Ausbildung. Da meinst du eher, dass es wegen deiner Erkrankung nicht möglich ist. Ja, das kann ja möglich sein, bist du aus dem Grund in Behandlung bei einem Psychotherapueten oder nimmst du nur medis ? Was hast du in dieser Hinsicht unternommen ?

Dass Menschen tief fallen können und es erst nach x-ten Einlauf klappt, ist mehr als normal. mit 20 zu sagen,: jetzt ist der Zug schon weggefahren.. jaa, da kannst du dich gleich......

Menschen und du auch, haben in sich verbonrgene Kräfte, von deinen sie nicht wisse und diese müssen erst aktiviert werden. Du hast auch ganz viele, nur weißt du vllt nicht davon.
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Meinst du, ich erzähle dir einen Quatsch. Nein, leibes Mädel. Vergiss meine VK. Ich bin erheblich älter, wir haben aber eniges gemeinsam. Und weisst du, ich fiel mehrmals sehr tief. Jaaa, ich habe Abitur. Und dann. Sagen wir mal so. Ich komme aus einem Land, in dem Abitur nur wenig bedeutet und du für JEDE Uni eine sehr harte Aufnahmeprüfung machen musst. Da kannst du dich mehrere Jahre vorbereiten und trotzdem nciht erfolgreich sein. So saß ich nächtelang und lernte für meine BWL-Prüfung. Schaffte sie auch. Nach 3 Jahren kam dann so eine Schlaflosigkeit, ich wußte, ich muss die Uni verlassen. Dann kamen mehrere erfogreife Versuche..egal wie es war. Ich fiel sehr tief aber ich stand jedesmal auf und...JAAAA am Ende fand ich das richtige und ich schloss auch mein Studium erfolgreich ab. Meine Endnote war damals 1,5, meine Diplomarbeit glaube ich sogar mit 1,0.
Was ich dir sagen will. Du hast das ganze Leben vor dir und in der heutigen Zeit ist dein Kind und deine Erkrankung mit sicherheit eine Hinderniss aber eine kalkulierbare Hindernis. NUR DU entscheidest über deinen weiteren Weg!

Und damit es nciht so einfach ist. Ich wurde jetzt ungeplannt schwanger und für mich darf dieses nicht sein wegen meiner Gesundheit. Ja, die Schwangerschaft war Scheiße, die Gesundheit nach wie vor kaputt, ich fiel wieder sehr tief aber jedesmal stand ich auf (na ja, hier waren auch viele nette menschen, die mir sehr geholfen haben)..

Für dich wäre jetzt eine zweite SS katastrophal (meine Meinung), bringe deine Gesundheit und deine berufliche Zukunft in ordnung und tue alles dafür, nicht SS zu sein. Kondome und Pillen sind nicht die einzigem Verhütungsmittel.

ich hoffe für dich, dass bei dir Selbstmitleid nie siegen wird, meckern darf man, tat ich mehr als genug.

Lass dich fest #liebdrueck


Beitrag von Threadersteller 03.01.11 - 13:49 Uhr

Erst einmal danke für die Antwort und auch danke dafür mehr oder minder kein Blatt vor den Mund zu nehmen.

In Behandlung ja, natürlich, alles andere wäre dem Kleinen gegenüber verantwortungslos. Tabletten dafür nicht mehr, an dem ,,Rausgeh-Problem" haben keine etwas geändert und alles was sie damals verbessert haben, klappt mittlerweile so.

Also ja, du hast recht.
Selbstmitleid hm, Angst. Hier und da schleicht sich der Gedanke durch ,,Dann werde ich 21, dann 22, 23, immer so weiter". Es ist schwer nicht zu wissen wann/ob es besser wird, aber das kennst du, so wie ich das lese, sicherlich.

Jetzt, bei diesem ,,Verdacht" kam es durch, das Gefühl dass es quasi ,,aussichtslos" ist. Aber glücklicherweise hält es bei mir nie lange an. Malein paar Minuten Trauer und dann geht das Leben weiter.

Es ist ja nicht so, dass ich es nicht regeln will. Ich kämpfe jeden Tag dafür, dass es besser wird.

Dass es nicht das einzige ist, weiß ich. Habe am 6. einen Termin und möchte mit dem FA über eine Spirale sprechen, oder was er mir sonst so empfehlen kann.

Über sog. Fernschule habe ich schon nachgedacht, leider hat man mir gesagt, dass das momentan keiner zahl, ich könnte ja auch einfach eine Ausbildung machen. In 3 Monanten bekomment mein Freund wesentlich mehr Geld durch den Job, dann wollen wir das nochmal durchrechnen.

Aber ja du hast recht damit zu sagen, es wäre zu früh, zu sagen, dass es zu spät ist (das klingt komisch).

Eine SS wäre jetzt nicht gut, natürlich nicht, aber wenn es so wäre, wäre es so, dann müsste man wieder irgendwie damit umgehen.

Selbstmitleid ist nie gut und die Tendenz dazu war vor einer halben Stunde sicherlich da, da hilft ein solcher Beitrag schon :)

Beitrag von hoffnung2011 03.01.11 - 16:04 Uhr

Sellbstmitleid macht uns menschlich!

noch letztes. Es existieren auch Stiftungen, die halt Frauen in besonderen Lebenslagen unterstützen sollen, da ein antrag zu stellen, würde ich auch tun.

Mein Mann war jahrelang an der Auswahl von Auszubildenen beteiligt und glaube mir, er hat nicht nur blutjunge Anfänger ausgesucht. Oft haben sie Leute ausgesucht, die shcon gescheitert sind, wenn man den Eindruck hatte, sie haben daraus gelernt und sonst top waren. und ich rede von Bankwesen, nciht von einer Stelel einer Verkäuferin.

Ich werde die Bank nicht nennen aber ghört zu den Top 5 in Deutschland, da hat er z.B. persönlich einen jungen Mann kennengelernt und der war auch shcon 2o+, der war gaaanz klever. Der machte erstmal in der Bank ein längeres Praktikum, um die Denkweise kennenzulernen und dann hat er dieses Auswahlverfahren mit Bravur bestanden. das ist nämlich auch ein Weg, über ein Praktikum in einem Betrieb deiner Wahl..mit 20 stehen dir die Tür offen, glaube mir, nur musst du halt mehr kämpfen als andere!

Du bist stark, ich weiss es! Wer schon ein Kind kriegt, der schafft den rest auch!

#herzlich