Kinder- und Jobwunsch, wie vereinigen oder lassen?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von liebe-meine-arbeit 03.01.11 - 14:52 Uhr

Hallo,

ich schreibe anonym, weil ich das gerne erstmal unerkannt diskutieren möchte.
Ich bin jetzt Mitte 30 und lebe seit fast 10 Jahren in einer Beziehung. Meinem Partner ist das Thema "Kind" egal, d.h. er will, was ich will. Er kann sich beides vorstellen, hat aber immer klar gemacht, dass er keine Elternzeit nehmen kann und will.
Ich kann das auch total verstehen. Wir haben beide anspruchsvolle Jobs, die uns Spaß machen und uns ausfüllen. Er ist auch öfter mal eine Woche in Europa unterwegs, ich arbeite eigentlich zu 99% hier vor Ort (vielleicht 1-2x im Jahr Geschäftsreise).

Ich habe das Thema "Kind" bisher immer ganz nach hinten geschoben. Es schien nie zu passen, wir waren/sind auch so glücklich. Umgekehrt finde ich das Verhältnis zu meiner Mutter gut bzw. möchte im Alter eigentlich auch gerne Kinder haben (gibts die auch als Erwachsene zu kaufen? :-p;-)

Mein Problem ist halt, ich mag auch meinen Job bzw. das Arbeiten allgemein. Wenn ich mehr als 6 Monate aussteige, müßten sie meine Stelle neu besetzen, ich habe Personalverantwortung, einen relativ großen Verantwortungsbereich. Das könnte man vielleicht mal ein halbes Jahr überbrücken, aber dann wäre Ende.
Ich kann dann auch nicht nur Teilzeit wiederkommen, in der Position heißt es "ganz oder gar nicht", d.h. von 9-18 Uhr, jeden Tag.
So hart sich das vielleicht anhört, aber mein Wunsch nach einem Kind bzw. die Erfüllung in selbigem in nicht so groß, dass es bei mir die "Frustration" im Job kompensieren könnte. Und ich wäre mörderfrustriert, wenn ich als Teilzeit-Mutti irgendwelche dummen Projekte bekäme, keine Verantwortung und Entscheidungsbefugnisse mehr hätte etc.

Ist das jetzt das definitive Aus für ein Kind? Wie seht ihr das?

Finanziell geht es uns ganz gut. Wir liegen zusammen netto bei circa 7000€, bezahlen ein Haus ab, aber die Belastung hält sich mit 1000€ in Grenzen.

Was meint ihr dazu?
Ich bin total unsicher. Nichts finde ich schlimmer als Leute, die sich der Verantwortung für ein Kind nicht bewußt sind. Ich muß es nicht 24h bemuttern, um eine gute Mutter zu sein, aber kann man auch Mutter werden, wenn man das nicht als seinen wichtigsten Lebens- und Daseinssinn ansieht???

Beitrag von simsaline76 03.01.11 - 14:57 Uhr

Hi,

ich finde (nur meine Meinung) in dem du dich hier in solch einem Forum mit diesen Gedanken äußerst, hat dein Herz schon eine Wunschentscheidung getroffen: du möchtest gern ein Kind. Dann machs auch! Keiner garantiert dir das ihr zusammenbleibt, das du den Job behälst, das das ganze emotionla + finanziell zu schaffen ist - aber das wird schon! Versprochen!
Die Entscheidung für ein Kind sollte mit dem Herzen getroffen werden, nicht mit dem Bankkonto und dem Arbeitgeber (es sei denn du bist 17, hast keine Ausbildung etc.)

Alles Gute

Beitrag von sdfsdfsdf 03.01.11 - 15:11 Uhr

Deine Lösung: Tagesmutter!

Beitrag von eisblume84 03.01.11 - 15:14 Uhr

Naja, ich weiß nicht wo Ihr wohnt, aber viel. gibt es da auch ne Kita.

Ich weiß das von meinem Chef, seine Frau ist bereits nach 8 Wochen wieder Vollzeit arbeiten gegangen ist. Sie konnte es sich auch überhaupt nicht vorstellen. Die beiden kommen jedoch aus Magdeburg.

LG

Beitrag von simsaline76 03.01.11 - 15:18 Uhr

lol

was hat das denn mit Magdeburg zu tun?

Beitrag von eisblume84 03.01.11 - 15:34 Uhr

das die Kinderversorgung im Osten besser als im Westen ist. Leider ist das immer noch so

Beitrag von heike74 03.01.11 - 15:24 Uhr

Wenn es euch finanziell so gut geht, wie du schreibst, wäre es sicher unproblematisch, eine Kinderfrau einzustellen, die - zumindest in den ersten Jahren - dir einen guten Teil der Betreuung abnimmt. Damit könntest du wieder in den Job einsteigen nach einem halben Jahr. Sei dir sicher, es wird trotzdem nicht einfach. Durchwachte Nächte, Augenringe bis zum Kinn und dann ein langer Arbeitstag - es gibt lustigere Dinge.
Es lohnt sich trotzdem.

Vielleicht ist dies eine Möglichkeit, beides zu haben - Kind und Job. Man muss nicht immer alles allein schaffen.

Wenn du dein Kind nicht als deinen alleinigen und einzigen Lebensinhalt ansiehst, nimmst du ihm damit eine schwere Last von den Schultern. Einem anderen Menschen nämlich die Verantwortung für das eigene Glück aufzubürden, kann auch nicht Sinn der Elternschaft sein.

Ich liebe meine Kinder - aber ich liebe auch meine Arbeit, die Verantwortung, das Ansehen, die Aufgaben...

LG Heike (2 Kinder, Vollzeit berufstätig)

Beitrag von ninnifee2000 03.01.11 - 15:25 Uhr

Von 9 bis 18 Uhr arbeiten gehen, ist vielleicht mit Tagesmutter, die ihr euch leisten könnt, drin. Aber willst du wirklich so wenig Tageszeit mit deinem Kind verbringen?

Teilzeit scheint für dich unmöglich, weil du deinen Job liebst. Was hast du davon, wenn du zwar das Wunschkind hast, aber trotzdem unglücklich bist?

Vielleicht solltest du beruflich umdenken. Einen tollen Job zu haben, ist super. Aber du gehst noch 30 Jahre arbeiten, in denen du wieder schnell auf die gleiche Karriereebene kommen kannst, auf der du jetzt auch schon stehst. Ein paar Jahre "niedere" Aufgaben machen - was ist daran so schlimm, wenn dein Wunschkind zuhause auf dich wartet?

Und was ich befremdlich finde, dass deinem Mann diese Situation egal zu sein scheint. Er wird, wenn überhaupt, ein Wochenendpapi sein. Wird vielleicht nie ein enges Verhältnis zum Kind aufbauen. Er wird dich mit der Erziehung allein lassen, weil es sowieso so gemacht wird wie du es willst. So einen Vater für mein Kind würde ich nicht haben wollen.

Beitrag von bi_di 03.01.11 - 15:38 Uhr

>>
Ich muß es nicht 24h bemuttern, um eine gute Mutter zu sein, aber kann man auch Mutter werden, wenn man das nicht als seinen wichtigsten Lebens- und Daseinssinn ansieht???
<<

Ja.
Dieses 'ganz in der Rolle der Mutter aufgehen', ist so ein Ding, was man bei vielen europäischen Nachbarn nicht findet. Da ist es völlig normal und gesellschaftlich anerkannt, das Baby tagsüber in die Hände von Kindermädchen / Erzieherinnen gegeben wird. Und neurotischer als unsere sind diese Gesellschaften auch nicht ;).

Da aber in D immer noch der Glaube vorherrscht, das das Mindeste, was man von einer guten Mutter erwarten darf, die völlige Konzentration auf den Nachwuchs ist, wirst Du a) mit Vorurteilen zu kämpfen haben und b) einiges an Organisation brauchen, um Dein Baby / Kleinkind / Kind gut betreut zu wissen.

Aber machbar ist es auf jeden Fall.

Grüsse
BiDi

Beitrag von october 03.01.11 - 15:52 Uhr

Hallo,

nicht jede Mama findet sich als Hausfrau oder Teilzeit arbeitende Mama wieder. Mit einer verlässlichen Kinderbetreuung ist sind auch deine Arbeitszeiten möglich.
Viele Arbeitgeber bieten auch Möglichkeiten zur besseren Vereinbarung an (Home Office, Arbeitszeitverlagerung, Gleitzeit etc.).

Im Übrigen kommt mir dein Beitrag sehr bekannt. Kann es sein, dass du vor einiger Zeit schon mal ähnlich gepostet hast?

LG Annika

Beitrag von widowwadman 03.01.11 - 15:53 Uhr

Ich finde man kann das schon, wenn man moechte. Ich habe bei meiner Tochter 9 Monate Elternzeit genommen, werde es beim naechsten Kind wiederbtun, und arbeie Vollzeit mit 50km Pendelstrecke, wir sind also jeden Tag von 8 bis 18 Uhr aus dem Haus.

Da wir meine Tochter in ihrer KiTa gut aufgehoben wissen und sie gerne dort hingeht haben wir auch kein schlechtes Gewissen. Wir haben vielleicht waehrend der Woche weniger Zeit miteinander, aber die wird dafuer auch intensiv miteinander verbracht.

Ohne meinen Beruf waere ich ungluecklich. Ohne meine Familie genauso. Deshalb habe ich beides.

Beitrag von liebe-meine-arbeit 03.01.11 - 15:58 Uhr

Danke für Deinen Beitrag.
Wie ist das mit Zeit für Dich selbst?
Klar, ist die dann eher knapp, aber kannst Du das noch irgendwie einrichten?

Beitrag von daby01 03.01.11 - 16:07 Uhr

Denke auch es geht. War mit 4 kindern alleinerziehend und voll berufstätig.
Viel Zeit für dich selbst bleibt dann jedoch meist nicht und finde die "Egalhaltung"deines Mannes etwas befremdlich. Was wenn du mal krank wirst?Unterstützt er dich dann oder wird es heißen "du wolltest es ja?"auch verlaufen manche Schwangerschaften eben nicht so gut (evtl. lange Krankheitsausfälle)oder eben (man möge es nicht hoffen)dem Kind geht es nach der Geburt nicht so gut (war bei uns so und für ein Extremfrühchen wollte keine Nanny die Verantwortung tragen).
Wünsche dir das deine Träume sich erfüllen!Alles Gute!!!

Beitrag von liebe-meine-arbeit 03.01.11 - 16:35 Uhr

Mein Mann würde mich schon unterstützen, er will nur halt von Anfang klar stellen, dass er nicht in Elternzeit geht. Wenn ich krank würde etc., würde er natürlich einspringen. Hier vor Ort haben wir eher weniger Familie, aber meine Eltern wohnen so 80km weg, im Notfall ist das ja auch nicht die Welt.

Beitrag von daby01 03.01.11 - 16:39 Uhr

Das ist beruhigend mit deinem Mann und klare Ansagen sind auch in Ordnung.Hatte hier auch niemanden (Familie) und habe es über ein Aupair geschafft. Jetzt ist es anders, mein Partner übernahm/übernimmt die Elternzeit.
Schön, dass du dir soviele Gedanken vorher machst, denke du schaffst das!
Alles Gute!

Beitrag von widowwadman 03.01.11 - 16:13 Uhr

Zeit fuer mich habe ich weniger, aber es laesst sich schon einrichten. Mein Mann und ich wechseln uns da ab (keine Eltern vor Ort), man muss sich halt gut organisieren.

Beitrag von bruchetta 03.01.11 - 16:47 Uhr

Vorab, ich lese nirgendwo den unbändigen Kinderwunsch heraus, mehr die Liebe zum Beruf.
Meiner Meinung nach ist ein wirklicher Kinderwunsch, der nicht vom Kopf, sondern vom Herzen kommt, Voraussetzung, um überhaupt darüber nachzudenken.
Die Tatsache, dass Deine innere Uhr tickt und "alle" eben Kinder haben, rechtfertigt das Kinder kriegen in keinster Weise.

Ich bin ganz persönlich der Meinung, dass man, wenn man so beruflich eingespannt ist, dem Kind keinen Gefallen tut. Tagesmutter, Kita, das ist alles kein Ersatz für die Mutter, die es nach einem halben Jahr schon in Fremdbetreuung gibt.

Mein Onkel und meine Tanten waren beide Wissenschaftler (jetzt in Rente). Sie haben einen Sohn, den sie, der Karriere wegen, dann auch recht schnell zu einer Tagesmutter gegeben hatte, die mein Cousin bald "Mama" nannte.

Das kann es doch wohl nicht sein, oder?

Beitrag von liebe-meine-arbeit 03.01.11 - 17:04 Uhr

Ich will gar nicht sagen, dass Du unrecht hast. Mein Kinderwunsch ist nicht "unbändig", das stimmt schon. Aber darf man nur dann Kinder kriegen, wenn man an nichts anderes mehr denken kann?

Mit der Fremdbetreuung, das ist auch meine Sorge. Aber gerade die Leute, die "beruflich erfolgreich" sind, dürfen dann eigentlich keine Kinder bekommen. Nicht unbedingt gut für Deutschland. Vielleicht aber auch gleichzeitig schlecht fürs Kind, ich weiß es eben nicht, deshalb zweifel ich.

Umgekehrt werde ich immer total wütend, wenn ich sehe, wieviele Leute ihre Kinder dauerhaft vor Fernseher und Videospielen parken (auch eine Form der Fremdbetreuung), ihren Geist verkümmern lassen und und und...

Beitrag von bruchetta 03.01.11 - 18:19 Uhr

Meine Freundin ist auch recht schnell wieder arbeiten gegangen und hat(te) immer ein Au pair.
Aber sie fängt um 7 an und ist späten Mittag wieder zu Hause (30 Stunden-Job). Und ihre Kinder werden eben zu Hause betreut, das ist wahrscheinlich auch noch ein Unterschied!

Beitrag von amory 03.01.11 - 19:49 Uhr

Hallo,

ich muss bruchetta jetzt mal deutlich wiedersprechen:
unsere tochter ist mit einem alter ovn 7 monaten in eine krippe gekommen und seitdem wird sie "fremdnbetreut", wenn wir arbeiten sind.
sie wäre nie auf die idee gekommen, dort jemanden mama zu nennen.
sie weiß sehr genau, wer ihre eltern sind. natürlich liebt und akzeptiert sie ihre betreuungspersonen (wäre ja auch blöd wenn nicht), aber mama und papa ersetzen die nicht.

ich habe bei meinem kind die erfahrung gemacht, dass ihr die frühe "fremdbetreuung" nicht geschadet hat.
für mich muss ich allerdings sagen, dass ich mich zwischen job, kind, haushalt und beziehung ziemlcih zerrieben habe.
heute bin ich ganz froh, dass ich nicht mehr ganz vollzeit arbeite (wobei ich frei bin und manchmal mehr und manchmal weniger arbeite). aber eher für mich, weil ich dann mal ruhepausen einrichten kann, als für meine tochter.
die ist ien zufriedenes kind (meistens;), trotz oder vielleicht auch wegen der guten betreuung.

und jetzt nochmal was direkt zur te:
du hast gesicherte verhältnisse, einen guten job, einen partner.
wenn du ein kind möchtest., bekomm es.
das leben sortiert sich neu, aber irgendwie geht das schon.

und wer weiß: vielleicht verschieben sich auch deine prioritäten so, wie du es dir jetzt gar nciht vorstellen kannst.

mir war der beruf immer wichtig, als dann kurz vor studienende das kind kam und ich direkt nach der geburt erst richtig eingestiegen bin, wurde mir nach und nach klar: beides ist wichtig. ich habe kompromisse gemacht, klar. aber die sind notwendig und gut.

grüße, amory

Beitrag von anyca 03.01.11 - 20:24 Uhr

"zu einer Tagesmutter gegeben hatte, die mein Cousin bald "Mama" nannte."

Na und? Meine Kleine (20 Monate) nennt im Moment von ihrer vierjährigen Schwester über Tagesmutter, Tante und Großmutter bis zu ihrer Urgroßmutter JEDES weibliche Wesen Mama - und jeden Unbekannten auf der Straße Papa #schwitz

Soll ich das Kind jetzt lieber daheim einsperren, damit es NUR zu mir Mama sagt?

Wie ist das Verhältnis Deines Cousins zu seinen Eltern denn jetzt bzw. wie war es in der späteren Kindheit?

Beitrag von hippogreif 03.01.11 - 22:31 Uhr

Ach was für ein Quatsch!
Nur weil er sie vielleicht Mama genannt hat, heißt das nicht, dass er nicht wußte, wer seine Eltern waren!
Meine Tochter geht in die Krippe seit sie 10,5 Monate alt ist und sie weiß ganz genau, wer ihre Eltern sind und wer ihre Betreuungsperson ist.
Ich finde es toll zu sehen, dass sie sich auf die Kita und "ihre" Kinder so freut und trotzdem nachmittags gerne heim kommt ;-)
Das ist kein Konkurenzverhältnis, so wie Du es vielleicht wahr nimmst. Kinder können durchaus "fremd" betreut werden und trotzdem ein sehr enges Verhältnis zu den Eltern haben#aha

Beitrag von josili0208 03.01.11 - 18:53 Uhr

Ich lebe in Portugal, habe 3 Kinder und arbeite Vollzeit, inkl. Überstunden.
Es geht mit einem funktionierenden Umfeld, ich habe meinen Ex-Mann, der sich hervorragend kümmert, eine verständnisvolle Chefin, wenn ich mal zum Arzt muss o.ä. und Oma und Opa um die Ecke, die fast täglich einspringen. Ausserdem nahezu null Fahrzeiten, da ich nah beim Job/Kita etc. wohne.
Ich war jeweils nur wenige Wochen/Monate im Mutterschutz und ich bin - denke ich - trotzdem eine gute Mutter. ;-)
Entscheiden und Dein Netz aufbauen musst Du selbst.
lg jo

Beitrag von asimbonanga 03.01.11 - 20:24 Uhr

Hallo,
Im Normalfall ( Mutter und Kind gesund ) würdest du mit einer Tagesmutter und einem AuPair hinkommen.Dann bliebe dir auch genug Zeit für dich.Mit einem Kind dürfte dein Berufsalltag zu planen sein------vor allem da du die finanziellen Mittel dazu hast.
Ich bin nach dem ersten Kind nach 10 Monaten wieder voll eingestiegen, allerdings wurde meine Tochter bis zum 3. Lebensjahr von meinen Eltern betreut.Für Ausgehen, Sport etc. hatte ich einen festen Babysitter.Später hatte ich dann eine Halbtagesmutter ( Kiga war nur halbtags )sie bekam einen Extra-Bonus und schaute dann bei Bedarf nicht auf die abendlichen Abholzeiten.
Es kann auch alles ganz anders kommen ,eventuell werden sich deine Prioritäten verschieben.

L.G.

Beitrag von topspin 03.01.11 - 20:40 Uhr

Hi,

vielleicht mal aus einer etwas anderen Sichtweise: Ich arbeite seit vier Monaten als Au Pair in den USA, passe auf zwei Mädels (9 und 10) auf. Ok, meine sind schon älter, aber eine Freundin von mir betreut ein Baby, knapp vier Monate. Die Elternzeit ist hier in den Staaten übrigens auf drei Monate beschränkt, American Dream und so, deshalb hat sie ein so junges Baby.

Ich habe mich mit ihr auch schon mal über das Thema unterhalten, ihre Gastmutter arbeitet von 9 bis 17 Uhr. Das Risiko, was hier auch schon bereits genannt wurde, ist wirklich, dass die Kinder nach einer Zeit "Mama" zum Au Pair/Nanny usw. sagen könnten. Das ist auch das, wovor sich ihre Gastmom fürchtet, somit versucht sie, ab 17 Uhr so viel Zeit wie möglich mit ihrer Tochter zu verbringen. Muss man halt abwägen, aber ist auf jeden Fall die beste Möglichkeit, um Kind und Karriere miteinander vereinbaren zu können.

Zu meinen Gasteltern, um Stellung zu deiner Frage "Ich muß es nicht 24h bemuttern, um eine gute Mutter zu sein, aber kann man auch Mutter werden, wenn man das nicht als seinen wichtigsten Lebens- und Daseinssinn ansieht?" zu beziehen: Ihre Kinder stehen für beide an erster Stelle und die Zeit, die sie mit ihren Kindern haben (abends so ab 19 Uhr und am Wochenende) wird wesentlich intensiver genutzt als man es tun würde, würde man sich 24 Stunden um sein Kind kümmern. Meine Gastmutter meinte mal zu mir, dass sie niemals ihren Beruf aufgeben könne, sie würde kaputt gehen. Deswegen ist sie aber noch lange keine schlechte Mutter und wie gesagt, sie kann die Zeit mit ihren Kids mehr genießen, da sie sich nicht 10x am Tag ärgern muss, weil die Kids vllt. nicht hören wollen. Naja und wenn meine Gasteltern Zeit für sich brauchen: Ich hab auch schon mal einen Samstagabend auf die Kids aufgepasst, damit die beiden mal raus aus ihrem Alltag kommen.

LG, Jassi