Job oder Kinder?

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Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von missmarylin 03.01.11 - 19:33 Uhr

Ich brauche mal einen Rat von euch.

Mein Partner und ich wollen sehr gerne ein Kind. Wir haben auch schon sehr lange und intensiv drüber nachgedacht und sind uns in der Hinsicht sehr sicher.

Das Problem ist meine aktuelle Jobsituation. Ich bin schon seit über einem Jahr arbeitslos. Grund: Ich bekomme leider nur Absagen (ich WILL also Arbeiten!).

Meine Frage ist nun: Macht es Sinn, jetzt ein kleines Wesen zu zeugen?

Voraussetzungen wie Geld (mein Mann geht Vollzeit arbeiten), eine große liebevolle Familie und Platz sind gegeben.

Ich bin mir sicher, dass ich ein Kind will. Nur ist der Zeitpunkt sinnvoll? Unsere Meinung zum Thema ist: Ich bin schon länger arbeitslos und die Chancen dass in naher Zukunft zu ändern sind eher gering.

Wie seht ihr das? Es geht hier wirklich nur um die allgemeine Situation.

Ich betone: Das Kind würde in gesunden Familienverhältnissen aufwachsen und nicht in eine Hartz IV Familie geboren werden (ohne diese diskriminieren zu wollen).

Ich danke euch für eure sachliche Meinung.

Marie :-D

Beitrag von mamavonyannick 03.01.11 - 19:45 Uhr

Hallo,

du bist 22, von daher ist das kein Alter, bei dem Frau sich Gedanken machen muss, dass es evtl zu spät wird. Von daher würde ich mich erstmal um die Jobsituation kümmern. Denn wenn es jetzt schon schwierig ist, wie soll es dann erst mit Kind werden? Und es wird ja evtl nicht dein Anspruch sein, ein Leben lang von deinem Mann abhängig zu sein. Ich würde mir erstmal eine berufliche Grundlage schaffen, schauen, woran es bei ständigen Absagen liegt (evtl mal einen bewerbungstrainer hinzuziehen) oder - wenn es daran nicht liegt - auch über einen Ortswechsel nachdenken bzw mich überregional bewerben.
Und wenn das dann erledigt ist, dann kann man auch viel beruhigter das tehma Kind angehen. Denn dann hast du was vorzuweisen, wenn du später wieder beruflich tätig werden willst.

vg, m.

Beitrag von bob-andrews 03.01.11 - 19:55 Uhr

Hallo,

ich kann an dem Plan, in Eurer Situation ein Kind zu bekommen, nichts Verwerfliches entdecken.

Du bemühst Dich um Arbeit, was leider nicht klappt. Man kann Dir also in diesem Punkt keine Untätigkeit vorwerfen. Den Kinderwunsch hättet ihr sicherlich auch entwickelt, wenn Du eine Arbeitsstelle hättest.

Wirtschaftlich seid Ihr abgesichert.

Was sollte gegen ein Kind sprechen?

Viel Glück Euch!

bob

Beitrag von lisasimpson 03.01.11 - 20:00 Uhr

du hast noch mindestens 45 Arbeitsjahre vor dir.
Du denskt, daß es JETZT für dich schjwieirg ist einen Job zu finden- wen ndu aber nochmal 1, 2 oder 3 jahre länger draußen bist und noch mindestens ein Kind zu betreuen hast, wird es erhelblich viel schwieriger.

Ich würde dir daher raten zu überlegen, ob die qualifikation mit der du dich nun seit über einem jahr bewirbst wirklich gefragt ist und ob du damit die 40 jahre nach deiner elternzeit dein geld verdienen kannst, spaß dran haben wirst und den halben Tag damit verbringen möchtest?
Falls du eher sachlechte chancen sisht- dann würd ich mit 22 doch schnell mal überlegen, welche (zusatz)qualifikation sich anbieten würde, was dir spaß macht und was du gut kannst und wenn du dann in 5-7 jahren ne ausbildung hast, mit der du überhaupt irgendwelche chancen auf dem arbeitsmarkt hast und ein bißchen berufserfahrung, dann würde ich nochmal über den Kinderwunsch nachdenken

das kind/ die kidner werden dich voraussichtlich 20 jahre brauchen- doppelt so lange wirst du aber einen job brauchen

lisasimpson

Beitrag von salome25 03.01.11 - 20:01 Uhr

"Ich betone: Das Kind würde in gesunden Familienverhältnissen aufwachsen und nicht in eine Hartz IV Familie geboren werden (ohne diese diskriminieren zu wollen)."


Sorry, aber der Satz stösst bei mir ein wenig sauer auf. Meine Tochter ist vor 5 Jahren auch in "gesunden" Familienverhältnissen hineingeboren worden. Ich hatte damals sogar ne Vollzeit-Festanstellung u.s.w. Jede Familie kann plötzlich in die H4 Misere geraten. Bei mir passiert, weil ich mich trennte...

Ok, und auch bin der Meinung, dass du mit 22 noch jung genug bist, um dir erst einen Job zu suchen, diesen zu festigen und dann an ein Kind zu denken. So wäre das Ganze im Falle einer Arbeitslosigkeit deines Mannes abgesichert. Dann könnte er daheim bleiben und du gehst arbeiten, um die Familie zu versorgen. So hatten mein Mann und ich das damals auch abgemacht. Ich war 24 als ich meine Tochter bekam.

Ich wünsche dir sehr, dass du einen guten Job finden wird und ihr euren Kinderwunsch bald erfüllt bekommt #blume

LG
salome


Beitrag von zwillinge2005 03.01.11 - 20:10 Uhr

Hallo,

welche Ausbildung/Quaifikation hast Du denn vorzuweisen bzw. auf weche Stellen bewirbst Du Dich? Hast Du gesundheitliche Einschränkungen oder wie kann es sein, dass man mit 22 Jahren KEINE Arbeit findet?

Das Renteneintrittsalter wird für Dich bei ca. 70 Jahren liegen. Also wäre ein Job trotz Kindern schon irgendwie interessant. Das Kind ist 18 und Du 40 Jahre alt - und dann?

LG, Andrea

Beitrag von sabrina1980 03.01.11 - 20:22 Uhr

#sonne

Den richtigen Zeitpunkt für ein Kind gibt es eigentlich nie....könnten man sagen

Ich würde mir erstmal einen Arbeitsplatz suchen und dann nach1-2 Jahren eine Familie aufbauen...mhhh...die Frage ist was möchtest du? Ist ja nicht schlimm wenn du es nicht so machen möchtest, jeder ist eben anders.

Es hindert dich auch nichts daran beides zu haben Arbeit&Kind...das geht schon, oder wo vor hast du Angst?

lg
Sabrina

Beitrag von srilie 03.01.11 - 20:37 Uhr

Ich würde an deiner Stelle auch erst arbeiten gehen, denn sonst bist du nach der Elternzeit viel zu lange draussen und hast dann mit Kind noch weniger Chancen.

LG
srilie#blume

Beitrag von jennychrischi 03.01.11 - 20:38 Uhr

Ich war 23 als unser Sohn auf die Welt kam. Beide in einer Vollzeitanstellung. Für uns war der Zeitpunkt richtig und auch gut so. Ich werde nun ein 2. Jahr zu Hause bleiben, ohne Geld. Ich bin ein Jahr quasi abhängig von meinem Freund. ABer wenn er seinen Job verlieren würde, könnte ich jederzeit wieder arbeiten gehen. Das würde bei dir wegfallen.

Ich würde erstmal schauen, woran es liegt, das du keine Arbeit findest. Und dann einen Job beginnen und schauen, wann dann der richtige Zeitpunkt kommt.

Beitrag von fernande 03.01.11 - 21:12 Uhr

Hallo Marie,

wenn jemand in Deinem Alter innerhalb eines Jahres keine Möglichkeit gefunden hat zu arbeiten und Geld zu verdienen läuft irgendetwas gehörig schief mit der Jobsuche.

Da du keine Angaben zur Berufsausbildung gemacht hast, weiss man nun nicht ob es daran liegt.
Es kann aber auch daran liegen, dass Du unrealistische Vorstellungen hast oder zu deutlich wird, dass Du eigentlich nur noch wartest, dass Du mit einem sicheren Arbeitsvertrag in der Tasche schnell eine Familie gründen willst.

Wie auch immer, natürlich ist es vernünftiger sich erst ein berufliches sicheres Umfeld zu schaffen, aber wenn man es realistisch sieht, was ist schon sicher.

Vielleicht ist ein Kind jetzt genau das richtige für Dich und Du siehst plötzlich tausend neue Möglichkeiten, auch beruflich.
Wäre ja auch nicht das erste mal.

Mein Tipp an alle Frauen, die sich aus welchen Gründen auch immer in einer finanziellen Abhängigkeit vom Ehemann bewegen ist aber eine ordentliche private Altersvorsorge und einen Ehevertrag, der einem Unterhalt im Trennungsfall sichert, wenn man vorhat jahrelang nicht zu arbeiten und für die Familie da zu sein.

Gruß
f

Beitrag von kati543 03.01.11 - 21:23 Uhr

"Grund: Ich bekomme leider nur Absagen (ich WILL also Arbeiten!). "

Was ist das denn für ein Grund???? Kann es sein, dass deine Anforderungen zu hoch sind? Hast du keine Ahnung, wie man eine ansprechende Bewerbung schreibt? Sind deine Zeugnisse so schlecht, dass der AG deine Bewerbung schon von vornherein ablehnt? Irgend etwas MUSS doch dahinter stehen. Es wäre wahrscheinlich besser, du würdest das versuchen herauszubekommen. Wenn du noch nicht einmal zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wirst, dann machst du irgendetwas falsch (wenn das permanent passiert). Dann liegt es an deiner Art eine Bewerbungsmappe zusammenzustellen oder eine Bewerbung zu schreiben.
Kind UND Job ist sicherlich schwer zu managen. Aber Kind, weil es im Beruf nicht klappt, halte ich für völlig falsch. Irgendwann kommt das Kind in den Kindergarten und dann ist dein Einstieg in das Berufsleben noch tausendmal schwerer. Ja, ich weiß, man kann es noch weiter hinauszögern mit einem 2., 3., 4.,... Kind aber irgendwann ist Schluß und du mußt arbeiten.
Das mit dem ALG2 ist so eine Sache. Willst du die Leute hier verurteilen, weil sie keinen Partner haben, der so viel verdient wie deiner? Denn du allein, ohne Partner, wärst ja auch auf ALG2 angewiesen. Ich denke, wenn jemand nicht mit "eigener" Arbeit genug Geld verdient, dann sollte er sich mit solchen Bemerkungen zurückhalten.

Beitrag von manavgat 03.01.11 - 22:11 Uhr

Du bist 20!


in meinen Augen solltest Du dringend zusehen, im Berufsleben Fuß zu fassen.


Wenn Du jetzt ein Kind kriegst, dann schaffst Du es u. U. nie in einen vernüfntig bezahlten Job mit Perspektive.


Die Frage ist nicht: kann Dein Mann Euch für eine Weile allein unterhalten, sondern kannst Du damit leben, niemals u. U. bis zur Rente für Dich selbst aufkommen zu können?

Versuche zu analysieren woran es liegt:

falscher Wohnort? - Umzug möglich?

unzureichende Qualifikation - was könnte draufgesetzt werden?

falscher Beruf? - vielleicht eine andere Ausbildung/Umschulung.


Gruß

Manavgat

Beitrag von bruchetta 03.01.11 - 22:23 Uhr

Nein, unter diesen Umständen würde ich noch nicht an Nachwuchs denken.

Ein Jahr arbeitslos trotz intensiven Bemühungen läßt den Gedanken an eine Weiterbildung oder einen anderen Beruf durchaus zu.
Den Weg würde ich gehen und wenn ich beruflich fest im Sattel sitze, würde ich über Familienplanung nachdenken.
Nicht jetzt, sind erstmal Kinder da und ein paar Jahre ins Land gegangen, wird es noch schwieriger.

Beitrag von vwpassat 03.01.11 - 22:50 Uhr

"Wenn's passiert, passiert's :)"


Das sagt doch eigentlich alles, oder?

Ich weiß, dass die Jobsituation in Sachsen nicht die Tollste ist, wohne ja selbst keine 40 km von Radebeul weg. Aber ich glaube auch nicht, dass Dein Mann längerfristig gesehen 3 Personen von seinem Gehalt ernähren kann. Und mal ehrlich, viele bekommen doch wenig später das 2. und evtl. noch ein 3. Kind.



Wenn Du jetzt schwanger wirst, findest Du die nächsten 10 Jahre keinen anständigen Job. Du wirst evtl. nicht flexibel genug sein und übrig bleiben mies bezahlte Hiwi-Jobs wie Regale einräumen, kellnern oder putzen.


Im Worst-Case erträgt Dein Partner u.U. den psychischen Stress des Alleinernährers und das Babygeschrei abends/Wochenende nicht und schon bist Du ein Fall für HartzIV. Das geht schneller, als Du mit Deinen 22 Jahren glaubst.

Hier im Osten ist es unabdingbar, dass beide einen unbefristeten Arbeitsvertrag haben, denn auch damit kann man jederzeit mal arbeitslos werden.

Beitrag von hopsi2005 03.01.11 - 23:32 Uhr

Aus meiner heutigen Sicht würde ich sagen: nochmal im Job was Neues wagen, wenn du erstmal Kinder hast, bist du derart eingebunden, dass du dir u. U. bestimmte Träume nicht mehr erfüllen kannst.

Beitrag von thea21 04.01.11 - 08:31 Uhr

Die Arbeitslosigkeit wird durch ein Kind noch viel schwerer zu ändern sein!

Beitrag von thea21 04.01.11 - 08:38 Uhr

Und nochwas....

Ich weiß nicht, ob ich löbliche Ausnahme bin, allerdings würde ich heute, trotz wirklich toller Verhältnisse einiges anders machen. Das fängt schon beim Zeitpunkt der Schwangerschaft an!

Ich bin heute, für mein Alter, wirklich super qualifiziert und bilde mich stetig weiter.

Allerdings hatte ich die letzten Jahre wirklich oft große Steine im Weg liegen.

Damals Kind bekommen, weil ja der Freund gut verdiente, wupps, getrennt....geht schneller als man denkt.

3einhalb Jahre alleinerziehend.

In der Automobilbranche in Schichten gearbeitet, mein Kind oft weniger gesehen, als die Kollegen.

Während der Elternzeit Weiterbildungen gemacht, aus eigenem Antrieb, um meinen Wert zu steigern und nicht zu verblöden.

Heute verdiene ich für mein Alter und gemessen an meiner Ausbildung gutes Geld, allerdings war der Weg nicht der einfachste.

Beitrag von ayshe 04.01.11 - 09:31 Uhr

In deinem Alter würde ich jetzt auf keinen Fall ein Kind bekommen, sondern zusehen, daß es beruflich klappt, wenn es dann klappt, sich da erstmal richtig etablieren und dann kann man immer noch sehen.


Ich sehe es wie die anderen, mit einem Kind jetzt wird es beruflich nie etwas oder zumindest erst in sonst wievielen Jahren und dann auch noch sehr viel schwerer als jetzt.
Und mal ehrlich, es sind nicht so viele Paare für "ewig" zusammen, die es mal mit 20 waren.

Beitrag von missmarylin 04.01.11 - 22:20 Uhr

Ich bin gelernte Industriekauffrau mit knapp mehr als ein Jahr Berufserfahrung. Ich habe eine Weiterbildung zur Rechnungsfachkraft mit verschiedenen Warenwirtschaftsprogrammen mit Note 1 abgeschlossen.

Aber in der Dresdner Gegend gibt es derzeit mehr Kaufleute auf dem Markt als Stellen offen sind. Meine Sachbearbeiterin vom Arbeitsamt hat mir geraten es mit einer Familie zu versuchen, weil der Arbeitsmarkt so leer ist, dass es keinen Sinn macht sich zu bewerben.
--> wahre Aussage vom Arbeitsamt!

Beitrag von missmarylin 04.01.11 - 22:49 Uhr

Und noch was, denn scheinbar habe ich mich schlecht ausgedrückt.

Ich möchte nicht alle ALG2 Empfänger in eine Schlublade stecken!
Es war auf die Klischee H4 Familen aus dem TV bezogen.

Beitrag von missmarylin 04.01.11 - 22:53 Uhr

Ach ja, scheinbar habe ich mich schlecht ausgedrückt.

Ich möchte nicht alle ALG2 Empfänger in eine Schlublade stecken!
Es war auf die Klischee H4 Familen aus dem TV bezogen.