Unterhaltstitel - Erfahrungen mit dem Jugendamt

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von milchkirsche 03.01.11 - 19:45 Uhr

Hallo!

Hat hier jemand von euch Erfahrungen mit der Unterhaltsbeistandschaft beim Jugendamt?

Ich habe das Gefühl, dass sie seeeehr langsam sind.
Ich bekomme den Mindestunterhalt, den zahlt mein Nochmann auch regelmäßig.
Aber er reicht nicht alle Unterlagen ein, so dass es zu einer abschließenden Berechnung kommen kann und somit zum Titel.

Wie lange kann er das hinziehen? Er hat schon soviele Aufforderungen bekommen, aber irgendwie zieht er immer wieder alles in die Länge. Warum macht das Jugendamt da nichts weiter? Sie schreiben immer wieder freundliche Briefe und bitten höflichst darum, die Unterlagen einzureichen.
Aber da er die Unterlagen nicht einreicht, kann nichts abschließend berechnet werden. Und den Titel bekomme ich dann ja auch nicht...

Was sind eure Erfahrungen mit dem Jugendamt? Wie lange hat es bei euch bis zum Titel gedauert?

Danke!

Beitrag von silbermond65 03.01.11 - 20:05 Uhr

Was sind eure Erfahrungen mit dem Jugendamt? Wie lange hat es bei euch bis zum Titel gedauert?

Willst du das wirklich wissen?
Meine Tochter wird Ende April 4 und ich habe noch KEINEN Titel.
Es ist so,wie du schreibst ,das JA schreibt immer und immer wieder nur "Bettelbriefe" an den lieben KV bzw. seinen Anwalt und dadurch zieht sich das wie Kaugummi.
Im letzten Sommer hab ich bei meinem SB auf den Tisch gehauen und es wurde eine Eilklage wegen dem Titel eingereicht.
Nur "eilig" ist da überhaupt nichts dran.Wir haben Januar und noch keine Entscheidung.Und weils so schön ist,bekomme ich jetzt Anfang des Jahres mal wieder einen neuen SB....den dritten inzwischen.Also wieder alles von vorne.
Wenn ich dir einen Rat geben darf......scheiß aufs JA und regel das ganze über einen Anwalt.

Beitrag von milchkirsche 03.01.11 - 20:10 Uhr

Weißt du was ich mich frage?

Wieso ist das JA da so langsam? Warum machen die da nicht mal Druck? Warum kann das nur ein Anwalt?
Das verstehe ich nicht...
Ämter...#augen

Beitrag von silbermond65 03.01.11 - 20:33 Uhr

Ich weiß es nicht.Eventuell sind die völlig überlastet oder es ist einfach bequemer,die Frauen erstmal mit UV abzuspeisen.
Ich hab mal nachgefragt,warum man dem KV nicht einfach mal ans Haus (mit vermieteter Einliegerwohnung ) ,an die ebenfalls vermietete Eigentumswohnung oder an seine 2 Autos geht.Das wäre gesetzlich nicht machbar.
Aber daß meine Tochter und ihre Halbgeschwister (der Kerl hat mehrere Kinder) noch nie einen Cent Unterhalt gesehen haben,das läßt sich vorm Gesetz mal eben locker vertreten.
Für meine Eilklage wegen dem Titel mußte ich beim JA unterschreiben,daß ich für die Gerichtskosten aufkomme,falls der Fall in die Hose geht ,damit das JA aus dem Schneider ist.
Dem JA ist dabei durchaus bekannt,daß bei mir absolut nichts zu holen ist.

Beitrag von kraxy 03.01.11 - 20:53 Uhr

ja - das ist mehr als ärgerlich - aber anders hätte ein Anwalt doch auch nicht agieren können - an Haus und Autos kommste halt erst, wenn du einen Titel hast.

Es gibt halt Idioten als Väter, die mit allen Wassern gewaschen sind...

Nix für Ungut!

Beitrag von kraxy 03.01.11 - 20:11 Uhr

Hallo,

du bringst ja das Problem auf den Punkt - der Vater reicht die Unterlagen nicht ein, verzögert das immer wieder - altbekanntes Verhalten.
Ob ein Anwalt/eine Anwältin da mehr bewerkstelligen kann, ist die Frage, immerhin müssen auch hier Fristen gewahrt werden.
Wenn der Vater an seiner Leistungsfähigkeit ist, wird es nicht mehr als der Mindestunterhalt. Das kannst du beim JA nachfragen, ob da Spielraum besteht.
Wenn es mehr ist, wird der Vater nachzahlen müssen (ab dem Zeitpunkt, wo du beim JA vorstellig geworden bist).

Auch das JA wird bald den Titel (wenn denn dann alles berechnet werden kann) einklagen und den Vater darauf hinweisen, dass er entstehende Kosten zu tragen hat und dass es auch kostengünstig, wenn freiwillig, geht.

Spätestens dann wird der Vater den Titel unterzeichnen.

#winke

Beitrag von silbermond65 03.01.11 - 20:34 Uhr

Auch das JA wird bald den Titel (wenn denn dann alles berechnet werden kann) einklagen und den Vater darauf hinweisen, dass er entstehende Kosten zu tragen hat und dass es auch kostengünstig, wenn freiwillig, geht.

Spätestens dann wird der Vater den Titel unterzeichnen.

Kann ich so nicht unterschreiben.Der KV meiner Tochter unterschreibt trotzdem nichts.Das ganze geht vor Gericht.

Beitrag von kraxy 03.01.11 - 20:49 Uhr

ja - klar, wenn der Vater nicht freiwillig unterschreibt - geht's vor Gericht.

Aber meistens wird den Vätern ja klar, dass sie den Titel unterschreiben müssen - manche werden dann eben kurz vorher klug - das meinte ich damit, als ich schrieb: "spätestens dann..."

#winke

Beitrag von 16061986 03.01.11 - 21:15 Uhr

Hier hatten wir das gleiche Problem,es hat 1 1/2 jahre gedauert bis er vor gericht musste und dann wars endlich durch.

bei meiner kleinen gings schnell dank meiner anwältin. wenn es um sowas geht würd ich sofort zum anwalt,da musst ned so lang warten

Beitrag von bob-andrews 03.01.11 - 21:32 Uhr

Nachdem meine Ex-Freundin sich von mir getrennt hatte, haben wir uns die Betreuung unseres gemeinsamen Sohnes (damals drei Jahre alt) aufgeteilt. Nach einiger Zeit wurde sie arbeitslos und beantragte bei der ARGE ALG II (sie hatte weniger als ein Jahr in einem Arbeitsverhältnis gestanden). Die ARGE bestand darauf, dass meine Ex-Freundin sich einen Unterhaltstitel beim Jugendamt holt (eigentlich ungerechtfertigt, ich betreute unseren Sohn ja knapp die Hälfte der Zeit, trug die Betreuungskosten für den Kindergarten und natürlich einen großen Teil der Kosten für Kleidung etc.). Der Stein war ins Rollen gebracht, meine Ex-Freundin ist alleine sorgeberechtigt und so wurde ich schnell zum Zahlvater degradiert (dass ist aber eine andere Geschichte).

Um es auf den Punkt zu bringen: Das Jugendamt schrieb mich an, ich solle ab sofort den Mindestunterhalt zahlen. Gleichzeitig sollte ich Unterlagen über meine Vermögensverhältnisse einreichen, um den genauen Zahlbetrag zu ermitteln. Alle Aufforderungen garniert mit der Drohung, bei Nicht-Kooperation werde gerichtlich gegen mich vorgegangen. Letztlich begann das Procedere Anfang September, Ende Oktober durfte ich nach eingehender Belehrung den Unterhaltstitel unterschreiben. Hat also nicht lange gedauert.

Beitrag von milchkirsche 04.01.11 - 08:52 Uhr

Hi,

ich bekomme Kopien der Briefe, die das JA schreibt. Und da schreiben sie immer überaus freundlich.

"Sehr geehrter Herr xxx,

es ist sehr freudnlich von Ihnen, dass Sie die Unterlagen eingereicht haben. Danke hierfür. Es fehlen allerdings noch..."

Da stehen nie Drohungen drin.

Da schreint das Prozedere je nach JA anders zu sein...

LG!

Beitrag von silbermond65 04.01.11 - 09:34 Uhr

Ich kenn auch nur diese Schleim-Tour beim Vater.Kein Wunder daß da nichts passiert.

Beitrag von bob-andrews 04.01.11 - 18:11 Uhr

Ich zitiere mal aus Schreiben, die ich erhalten habe:

"Falls Sie sich bis spätestens zum ... nicht mit mir in Verbindung gesetzt haben, werde ich den Unterhaltsanspruch des Kindes durch Klage beim Familiengericht in ... feststellen lassen."

(Aufforderung, meine finanziellen Verhältnisse offen zu legen)

"Sollte ich von Ihnen bis zum ... keine Nachricht erhalten, dass Sie sich in urkundlicher Form verpflichtet haben, werde ich den Unterhaltsanspruch Ihres Kindes im Beschlussverfahren durch das Familiengericht kostenpflichtig festsetzen lassen bzw. eine Abänderungsklage erheben müssen."

(Aufforderung zur Unterhaltsbeurkundung)

Beitrag von barebottom 05.01.11 - 19:19 Uhr

hi Du,

also bei mir ging es ganz fix:

Ende Januar Trennung.
Februar ging ich zum JA und Ab März bekam ich Unterhaltsvorschuß.
Ok, ich muss dazu sagen, der KV war arbeitslos & bekam Hartz4, da musste man nicht lange auf Unterlagen warten - denn die hatte ja ich eh alle!

Die JA-Mitarbeiterin war sowieso eine von der Sorte die es auf die Palme bringt wenn Väter nicht zahlen wollen und hat sich damals auch entsprechend für mich eingesetzt.

Als mein EX dann Arbeit gefunden hatte, hat das JA einen Titel erwirkt und den Mindestunterhalt gepfändet, aber immer wieder bei mir nachgefragt ob ich selber auch was in der Sache unternehme.

Mitte 2009 wurde mein Ex auf Unterhaltszahlungen vom Gericht verurteilt und seitdem wird der komplette Unterhalt beim Arbeitgeber gepfändet und das JA ist raus aus der Sache.

Freiwillig hätte er nie gezahlt, obwohl er immer wieder mal gefragt hat ob man die Pfändung nicht aussetzen könnte.
Nein, darauf habe ich mich nicht eingelassen, weil ich ihn kenne!
So weiß ich wenigstens das ich mein Geld bekomme - solange er arbeitet.


LG #blume